Hallo,
Zitat von Klaus3 im Beitrag #45
Das dürfte in der Regel aber grober Unfug sein, denn auch für die Indusi wird Strom gebraucht, entsprechend läuft die Lima! Auch für Führerstandsbeleuchtung, vor allem aber für die Beleuchtung am Dokumentenhalter für Buchfahrplan & Co, wird Strom gebraucht. Auch der Zugbahnfunk braucht Strom. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Lima bei einer Lok im Dienst irgendwann einmal aus gewesen sein soll.
Die Mehrzahl der Dampflokomotiven hat nie Indusi bekommen. Führerstandsbeleuchtung braucht man höchstens nachts - und bei Nachtfahrt hat man eher auf die Handlampe zurückgegriffen statt die ganze Hütte ausgeleuchtet (Stichwort Blendung). Zugbahnfunk auf Dampflokomotiven? Gab's das überhaupt, von den großen Verschiebebahnhöfen abgesehen?
Elloks haben logischerweise keine Lichtmaschine, und bei Dieselloks ist sie natürlich mitgelaufen. Einige Dampfloks haben aber sogar bis zum Ende keine Lichtmaschine besessen.
Zitat von JoWild im Beitrag #48
Die Signalordnung kann man je nach Epoche ab etwa 1907 auch im Reichsgesetzblatt bzw. im Bundesgesetzblatt recherchieren, denn beides ist im Internet verfügbar.
Oh, wenn man in Wikisource sucht, findet man eigentlich seit Bismarcks Reichsgründung sämtliche Signalordnungen. Und kann dann auch lesen, daß schon ab 1872 die Signale immer einheitlicher wurden, zumindest soweit, daß man sie reichsweit verstehen konnte. Ob so ein Paddel nun Schlitze hat oder nicht, blau oder rot gestrichen ist, viereckig oder rund ausläuft, das ist ja unerheblich.
Die Zugsignale waren jedenfalls sehr früh schon ziemlich einheitlich geregelt. Übrigens auch in Bayern.
Zitat von JoWild im Beitrag #48
Bei 1907 muss man aber auch noch reichsländerspezifische Sondersachen beachten wie z.B. bei der K.bay.Staatsbahn.
Ja, in der Reichsverfassung hatte sich Bayern ein Sonderrecht für die Eisenbahn ausbedungen - das gilt allerdings nur unter der Bedingung, frei formuliert daß es nicht der Sicherheit schadet und für militärische Belange nicht relevant ist. (Ich hab jetzt keine Lust, den Text herauszusuchen, wen's interessiert, der kann das ja gern selbst tun.) Damit war der bayrische Sonderweg schon mal stark eingeschränkt, denn damit Militärzüge quer durch Deutschland inklusive Reichslanden und Bayern fahren konnten, mußten die Signale eben eine einheitliche Grundstruktur haben. Rot oder quer liegender Flügel für Halt, Grün oder gehobener Flügel für Fahrt, Zugschluß und Zugspitze nach gemeinsamen Regeln beleuchtet. Und ein paar Dinge mehr. Der bayrische Sonderweg ist mehr Formsache (Form der Signalflügel *grins*) als bedeutsam.
Zitat von hu.ms im Beitrag #47
z.b. Ep.III:
Solofahrt: vorne xx weiss, hinten xx rot
Rangierbetrieb: vorne x weiss, hinten xx weiss
Ganzer zug: vorne x weiß, hinten x rot
Auch ein als Zug verkehrendes einzelnes Triebfahrzeug ist ein Zug und unterliegt darum denselben Regeln wie wenn 80 Achsen dahinterhängen.
Da gibt es keine Sonderregeln.
Tatsächlich verlassen wir mit der Frage nach dem Zug aber den streng gesteckten Rahmen der Eingangsfrage...
Zitat von hu.ms im Beitrag #49
Dort steht interessanter weise unter "Kennzeichnung des Zugschlusses":
"Am letzten Fahrzeug in gleicher Höhe zwei von vorn
sichtbare weiße, von hinten sichtbare rote Lichter"
Bedeutet, dass das schlusslicht aussen am letzten fahrzeug angebracht sein muss, damit das weiße von vorne sichtbar ist.
Außen - oder oben. Die berühmten Oberwagenlaternen... die ermöglichten nämlich dem Zugführer auch bei Nacht, sich zu vergewissern, daß der Zug noch komplett dran war. Aber auch bei Tag wurden die Schlußscheiben außen angebracht - in der DDR offenbar noch 1978:
https://www.eisenbahnstiftung.de/images/...lerie/64168.jpgZitat von Guardian71 im Beitrag #51
Abgesehen davon: das vereinfachte Schlusssignal war alternativ zum regulären mit zwei Laternen verwendbar. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das vereinfachte Signal bei regulären Reisezügen auf Hauptbahnen angewendet wurde.
Warum nicht?
Dieses Bild zeigt das vereinfachte Schlußsignal - allerdings das Tagzeichen - an einem regulären Reisezug.
Ob es allerdings eine Haupt- oder Nebenbahn war, kann ich nicht sagen.
Nachschuss auf die schöne Personenzuggarnitur mit 86 1573 bei Gerbstedt. (15.03.1976)Hier dagegen befinden wir uns eindeutig auf einer Hauptbahn, und ebenso eindeutig hängt da nur eine rote Scheibe am Kupplungshaken. Man hätte ja auch zwei rote Lichter anschalten können - wenn man die 119 aufgerüstet hätte...
Und hier sehe ich überhaupt keinen Zugschluß...
Nachschuss auf 044 180, sie sich mit Dg 53849 bei Uslar-Bollensen die Steigung aus dem Wesertal zum Scheitelpunkt nach Ertinghausen hinaufkämpft. (29.01.1976)Wie viele rote Birnchen siehst du
hier? Nachschuss auf ET 255 01, der als T 1544 nach Freiburg bei Hinterzarten talwärts rollt. (16.04.1960) Hier dagegen vereinfachtes Zugschlußsignal - inzwischen nur noch als reflektierende Scheibe.
Auch in Wuppertal-Sonnborn der obligatorische Nachschuss auf 115 509 am PbZ 2470. (18.05.2018)So wär's "richtig" mit komplettem Zugschluß.
Nachschuss auf die am Zugschluss des PbZ 2470 (Frankfurt Hbf - Dortmund Bbf) mitlaufenden 101 099 und 115 293. (15.08.2018)Und ein letztes, auch Hauptbahn.
Nachschuss auf den Lokzug Dsts 80465 nach Bochum-Dahlhausen bei Dillenburg mit 01 514, V 65 011, E 69 02, 74 1192, BLE 146, E 75 09, 44 404, 52 4867 und 50 778. (26.09.1985) Kein Reisezug, aber das ist letztlich nicht die Frage. Die Signalisierung ist ja für beide gleich.
Zitat von Guardian71 im Beitrag #51
bei manchen Modellen sind die roten Zugschlussleuchten einzeln ansteuerbar. Piko 93 und ESU 78 sind so Kandidaten. Die ESU 80 vielleicht auch? Da kann man dann das vereinfachte Zugschlussignal, das vor allem bei Lok-Einzelfahrten Anwendung fand, einsetzen.
Und die Frage stellt sich, ob das beim Vorbild auch ging - denn wie schon vorher ums Rangierlicht ausgeführt wurde, in der Regel konnte auf elektrisch beleuchteten Dampfloks gar nicht eine Laterne einzeln eingeschaltet werden.
Bei Tagfahrt wurde hier meist aber auch das Tagzeichen angewendet, es war eben einfacher, eine rote Scheibe hinten an den Haken zu hängen, als mit den roten Abblendungen an den Laternen herumzumachen.