Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#1 von Alex mont , 21.08.2025 12:11

Hallo zusammen,
Normalerweise schalten Decoder das Licht in Fahrtrichtung ein. Wie wahr ist das historisch für Dampflokomotiven? Und in welchem Jahr erschien es zum ersten Mal? War dieser Prozess automatisch oder hat der Lokführer immer manuell eingeschaltet?
MfG Alex Mont
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#2 von X2000 , 21.08.2025 12:58

Automatisch war da sicher nichts. Das Licht muss man per Schalter einschalten oder die entsprechenden Lampen anzünden. Die waren ja nicht immer elektrisch.


Gruß

Martin


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#3 von Alex mont , 21.08.2025 13:48

Zitat von X2000 im Beitrag #2
Automatisch war da sicher nichts. Das Licht muss man per Schalter einschalten oder die entsprechenden Lampen anzünden. Die waren ja nicht immer elektrisch.

Danke. Wenn der Lokführer zurückfahren musstest, sollte er die vorderen Lampen ausschalten und die hinteren Lampen einschalten? Und umgekehrt. Oder könnten die allen Lampen immer leuchten? Und in welchem Jahr gab es die Anforderung, die Lampen zu wechseln? Ich denke nur darüber nach, wie ich es am besten und Historisch korrekt machen kann.
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#4 von 8erberg , 21.08.2025 14:06

Hallo,

ganz früher waren das Gas- oder Karbidlampen. Erst durch die Erfindung von stoßfesten Glühlampen konnte elektrisches Licht genutzt werden, lange Zeit hatten Lokomotiven auch gar keinen Generator.

Die Lichter einer Lok sind ja gleichzeitig ein Signal, daher gibt es entsprechende Vorschriften in den Signalbüchern.

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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#5 von drum58 , 21.08.2025 14:06

Hallo Alex,

so einfach wie es die Decoder simulieren, ist die Lichtsteuerung von Lokomotiven nicht, da wechselt weder das Licht nach Fahrtrichtung noch wird einfach "Licht an/Licht aus" geschaltet. Schließlich gibt es nicht nur das bekannte 2- oder 3-Licht-Spitzensignal, sondern z.B. auch das Signal Fz 1 für die "Kennzeichnung einer Lokomotive im Rangierdienst".
Folglich werden beim Rangieren auf beiden Seiten der Lok Fz 1 geschaltet, damit gibt es beim Richtungswechsel auch nichts umzuschalten. Beim Umsetzen einer Zuglok vom einen aufs andere Gleis zur Weiterfahrt in die gleiche Richtung bleibt einfach das Spitzensignal in Fahrtrichtung eingeschaltet, zum Zurückfahren wird der Lokführer selten hinten auch das Licht einschalten, denn es nützt ihm nichts. Schließlich handelt es sich um Positionslichter, nicht um Scheinwerfer zum Ausleuchten des Bereichs vor der Lok. Das mag ab Epoche V etwas anders sein, da fehlen mir aber die Kenntnisse, denn da war ich nicht mehr im Betriebsdienst der Bahn tätig.

Gruß
Werner


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#6 von HGD , 21.08.2025 14:15

Moin,
es gibt aktuell (mindestens) 2 Beiträge, die ein ähnliches Thema behandeln, nämlich hier und hier. Möglicherweise helfen die auch weiter; letzterer wohl erst ab Seite 2.

Gruß
HGD


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#7 von Alex mont , 21.08.2025 15:14

Zitat von HGD im Beitrag #6
es gibt aktuell (mindestens) 2 Beiträge, die ein ähnliches Thema behandeln, nämlich hier und hier. Möglicherweise helfen die auch weiter; letzterer wohl erst ab Seite 2. :

Danke. Es war andere Themen, aber es sind einige Dinge hinzugekommen, und es ist noch komplizierter geworden. Jetzt hätte ich noch eine Frage zum DRG Rangierlokomotivsignal.

Zitat von drum58 im Beitrag #5
so einfach wie es die Decoder simulieren, ist die Lichtsteuerung von Lokomotiven nicht, da wechselt weder das Licht nach Fahrtrichtung noch wird einfach "Licht an/Licht aus" geschaltet. Schließlich gibt es nicht nur das bekannte 2- oder 3-Licht-Spitzensignal, sondern z.B. auch das Signal Fz 1 für die "Kennzeichnung einer Lokomotive im Rangierdienst".Folglich werden beim Rangieren auf beiden Seiten der Lok Fz 1 geschaltet, damit gibt es beim Richtungswechsel auch nichts umzuschalten. Beim Umsetzen einer Zuglok vom einen aufs andere Gleis zur Weiterfahrt in die gleiche Richtung bleibt einfach das Spitzensignal in Fahrtrichtung eingeschaltet, zum Zurückfahren wird der Lokführer selten hinten auch das Licht einschalten, denn es nützt ihm nichts. Schließlich handelt es sich um Positionslichter, nicht um Scheinwerfer zum Ausleuchten des Bereichs vor der Lok. Das mag ab Epoche V etwas anders sein, da fehlen mir aber die Kenntnisse, denn da war ich nicht mehr im Betriebsdienst der Bahn tätig.


Also, ich habe eine DRG Br89 Lok (es gibt auch die Loks mit weißen und welche mit gelben Schildern, z.B. Br80 und Br81), alle nur mit 2 Lampen. Ich habe jetzt LEDs gebaut und kann die korrekte Steuerung machen. Dazu müsste ich wissen, wie das funktioniert richtige.

1. Wenn ich das richtig verstanden habe, steuern die Decoder die Signale falsch an. Gut
2. Soll die Lok vor Fahrtantritt immer die alle vorderen und hinteren Lampen einschalten?
3. Ist die Lok Lampen Steuerung mit Personen- und Güterwagen identisch?

Die Rangierlok. Ich habe diese Regeln gelesen, aber sie sind vage formuliert.
4. Soll die Rangierlok die linken vorderen und hinteren Lampen einschalten? Haben sie bei DRG dasselbe gemacht? Wenn ja, werde ich ein anderes Kabel installieren vorderen und hinteren.
5. Sollen Die Rangierlok rechten oder linken Lampen eingeschaltet werden? Oder abhängig von der Richtung? Muss die hintere und die vordere Lampe gleichzeitig eingeschaltet werden?
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#8 von drum58 , 21.08.2025 15:29

Zitat von Alex mont im Beitrag #7
Also, ich habe eine DRG Br89 Lok (es gibt auch die Loks mit weißen und welche mit gelben Schildern, z.B. Br80 und Br81), alle nur mit 2 Lampen.
1. Wenn ich das richtig verstanden habe, steuern die Decoder die Signale falsch an. Gut

Nein, die übliche Ansteuerung ist nicht falsch aber vereinfacht. Eine Lok im Zugbetrieb (oder Alleinfahrt) führt das Spitzenlicht in Fahrtrichtung vorne, das steuert der Decoder an.
Zitat von Alex mont im Beitrag #7
2. Soll die Lok vor Fahrtantritt immer die alle vorderen und hinteren Lampen einschalten?

Wenn Sie als Zugfahrt verkehrt nur die vorderen und nur bei Dunkelheit oder auf Tunnelstrecken (dazu finden sich im anderen Thread noch detailliertere Infos). Als Rangierfahrt bei Dunkelheit beidseitig Fz 1.
Zitat von Alex mont im Beitrag #7
3. Ist die Lok Lampen Steuerung mit Personen- und Güterwagen identisch?

Ja
Zitat von Alex mont im Beitrag #7
4. Soll die Rangierlok die linken vorderen und hinteren Lampen einschalten? Wenn ja, werde ich ein anderes Kabel installieren vorderen und hinteren.

Laut Signalbuch "Nachtzeichen: Vorn und hinten ein weißes Licht, in der Regel in Höhe der Puffer.", es ist nicht definiert ob links oder rechts, üblich ist allerdings in Fahrtrichtung rechts.

Ergänzung: Ich habe den fehlerhaften Link in meinem Post #5 korrigiert, jetzt führt er zum Signalbuch.

Gruß
Werner


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#9 von Alex mont , 21.08.2025 15:51

Zitat von drum58 im Beitrag #8
Laut Signalbuch "Nachtzeichen: Vorn und hinten ein weißes Licht, in der Regel in Höhe der Puffer.", es ist nicht definiert ob links oder rechts, üblich ist allerdings in Fahrtrichtung rechts.

Vielen Dank Werner
Beispiel: Die Lok muss wenig zurückfahren.
- mit Wagen
- ohne Wagen

Soll die Lampen vordere ausschalten und hintere einschalten? Oder kann die Lok zurückfahren ohne die Lichter einzuschalten?

Rangierlok
Abklärung: Sind die Lampen auf der rechten Seite vorne oder hinten zusammen eingeschaltet? Oder nur eine Lampe aus der vier?
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#10 von iwii , 21.08.2025 15:51

Zitat von Alex mont im Beitrag #1
Normalerweise schalten Decoder das Licht in Fahrtrichtung ein. Wie wahr ist das historisch für Dampflokomotiven? Und in welchem Jahr erschien es zum ersten Mal?

Die Art der Beleuchtung ist immer von der entsprechenden Zeit abhängig. Die Regelungen dazu wurden ab den großen Länderbahnen in sog. Signalbüchern festgeschrieben.

Zitat von Alex mont im Beitrag #7
Haben sie bei DRG dasselbe gemacht?

Die passenden Vorschriften findest du in https://www.bahnstatistik.de/Signalbuecher/SB-DRG_1935.pdf ab Seite 30.

Gruss, iwii




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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#11 von drum58 , 21.08.2025 16:16

Zitat von Alex mont im Beitrag #9
Beispiel: Die Lok muss wenig zurückfahren.
- mit Wagen
- ohne Wagen
Soll die Lampen vordere ausschalten und hintere einschalten? Oder kann die Lok zurückfahren ohne die Lichter einzuschalten?

Hallo Alex,

wenn sich die Frage auf eine umsetzende Zuglok bezieht, dann wird üblicherweise zurückgefahren ohne dort das Licht einzuschalten, werden Wagen mit umgesetzt, macht das Umschalten sogar gar keinen Sinn, denn das Licht der Lok wäre ja gar nicht vorne an der Einheit.
Zitat von Alex mont im Beitrag #9
Rangierlok
Abklärung: Sind die Lampen auf der rechten Seite vorne oder hinten zusammen eingeschaltet? Oder nur eine Lampe aus der vier?

Fz 1 brennt per Definition auf beiden Seiten, also jeweils eine Lampe vorne und hinten. Das ist unabhängig von der Fahrtrichtung und auch davon ob Wagen mitgeführt werden oder nicht, das Signal kennzeichnet ja eine Lok im Rangierdienst. Es kann auch beidseitig das Spitzensignal Zg 1 geführt werden, womit die Berechtigung für das bei Modellloks verbreitete Schalten des Spitzenlichts auf beiden Seiten beim Rangieren auch im Signalbuch steht. Üblich war das allerdings bis in Epoche IV nicht, danach fehlen mir die Kenntnisse.

Und nochmal: Das Licht wurde nur bei Dunkelheit oder unsichtigem Wetter (oder auf Tunnelstrecken) geführt, bei Tag sind die Lampen aus. Ständig mit Spitzenlicht gefahren wird erst in jüngerer Zeit.

Gruß
Werner


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#12 von Alex mont , 21.08.2025 16:18

Zitat von iwii im Beitrag #10
Die passenden Vorschriften findest du in https://www.bahnstatistik.de/Signalbuecher/SB-DRG_1935.pdf ab Seite 30.

Hallo iwii
Sehr interessant, vielen Dank. Gab es die roten Lampen schon seit 1935 bei der DRG? Waren alle Lok damit ausgestattet? Muss ich sie auch machen?

Punkt 196 Das bedeutet, dass alle vier Lampen am Nachts immer eingeschaltet sein müssen. Mit oder ohne Waggons, alle 4.
Punkt 226: Das bedeutet, ich schalte es auf der linken Seite ein. Und wenn zurück fahren dann auf der rechten. Beide Lampen gleichzeitig, die hintere und die vordere? Und wenn ich die Fahrtrichtung ändere? Muss ich dann auf der anderen Seite einschalte?
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#13 von drum58 , 21.08.2025 16:29

Zitat von Alex mont im Beitrag #12
Gab es die roten Lampen schon seit 1935 bei der DRG? Waren alle Lok damit ausgestattet? Muss ich sie auch machen?

Hallo Alex,
das Signalbuch ist gültig ab 1935. Rote Lampen gab es aber nur ganz selten an Loks, üblicherweise wurde eine rote Scheibe vor die Lampe gesteckt.
Zitat von Alex mont im Beitrag #12
Punkt 196 Das bedeutet, dass alle vier Lampen am Nachts immer eingeschaltet sein müssen. Mit oder ohne Waggons, alle 4.

Nein, Spitzensignal wird (wie der Name schon sagt) nur an der Spitze geführt. Der Satz in 196 sagt nur, dass wenn der Zug Spitzenlicht führt, auch Schlusslicht zu führen ist. Bei den damals verbreiteten Oberwagenlaternen schien dann nach vorne ein weißes und nach hinten ein rotes Licht (Zg 3)
Zitat von Alex mont im Beitrag #12
Punkt 226: Das bedeutet, ich schalte es auf der linken Seite ein. Und wenn zurück fahren dann auf der rechten. Beide Lampen gleichzeitig, die hintere und die vordere? Und wenn ich die Fahrtrichtung ändere? Muss ich dann auf der anderen Seite einschalte?

Nein, es brennt immer auf beiden Seiten ein Licht, das nicht umgeschaltet wird, ob links oder rechts ist nicht definiert. Das Bild im Signalbuch von 1935 zeigt das Licht links, die aktuelle Version im Link in #5 zeigt es rechts.

Gruß
Werner


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#14 von Alex mont , 21.08.2025 16:42

Zitat von drum58 im Beitrag #13
Nein, Spitzensignal wird (wie der Name schon sagt) nur an der Spitze geführt. Der Satz in 196 sagt nur, dass wenn der Zug Spitzenlicht führt, auch Schlusslicht zu führen ist. Bei den damals verbreiteten Oberwagenlaternen schien dann nach vorne ein weißes und nach hinten ein rotes Licht (Zg 3)

Danke schön Wernen. Prima, dann noch eine letzte Frage.

- Die Lok fährt zu ihren Wagon. Allein. Sie kann auch rückwärtsfahren. In einer solchen Situation die Lampen sollen immer nur vorne leuchten? Oder auch hinten?
- Die Rangierlok verlässt den Heizhaus. Sie schaltet sofort Fz1 Signal ein?

MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#15 von drum58 , 21.08.2025 17:03

Zitat von Alex mont im Beitrag #14
- Die Lok fährt zu ihren Wagon. Allein. Sie kann auch rückwärtsfahren. In einer solchen Situation die Lampen sollen immer nur vorne leuchten? Oder auch hinten?

Hallo Alex,

wenn sie nur umsetzt (also von einem Gleis auf ein benachbartes) wird der Lokführer kein Licht auf der anderen Seite schalten (darf er aber natürlich).
Zitat von Alex mont im Beitrag #14
- Die Rangierlok verlässt den Heizhaus. Sie schaltet sofort Fz1 Signal ein?

Wenn es eine Rangierlok ist und keine Zuglok auf dem Weg zum Zug, dann ja. Zugloks fuhren (zumindest bei der DB) in der Regel bereits mit eingeschaltetem Spitzensignal (Zg 1) zum Zug.

Und immer noch: nur bei Dunkelheit, bei Tag wurde ohne Licht gefahren.

Gruß
Werner


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Wer schaltet bei Dampfloks das Licht ein?

#16 von E95 , 21.08.2025 19:15

Hallo allerseits,

ich weiß nicht wer von Euch schon auf dem Führerstand einer Dampflok war. Die Licht-Schalter befinden sich normalerweise auf der
Seite des Heizers, das heißt, dass die Schalter vom Heizer betätigt werden, sicherlich nach Absprache mit dem Lokführer oder auf
dessen Weisung hin.


Gruß

Peter


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#17 von JoWild , 21.08.2025 19:28

Hallo,
das muss man im Rahmen der Geschichte genauer definieren.
- Bis Ende der 1920er gab es überhaupt keine elektrischen Spitzensignale an den Lok. Und es dauerte bis nach WW2 bis das anders war. Erst ab da hatte das Lok-Personal ggf. seitlich unter dem Dach einen Schaltkasten für die Beleuchtung. Für ein rotes oder je nach Situation andersfarbiges Signallicht (dazu ist genaueres im Signalbuch bzw. der Eisenbahnsignalordnung der jeweiligen Zeit) musste aber immer noch einer raus und entweder rote/farbige Blendscheibe stecken oder Hebel an der Signallaterne umlegen oder gar Laternen umstecken.
- Bei Lokomotiven mit Gasbeleuchtung musste sowohl das Gas geöffnet werden wie die Laternen einzeln gezündet werden. Das mit den Blendscheiben war gleich.

Wenn du in die Länderbahnzeit zurück gehst, dann wird das noch vielschichtiger. Die Eisenbahnsignalordnung von 1907 brachte da einige Ordnung rein.
Das anhängede Bild hab ich im DDM aufgenommen. Das ist ein später Schaltkasten mit 4 Schaltern - zuerst waren es nur 3.


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#18 von Alex mont , 21.08.2025 20:06

Zitat von JoWild im Beitrag #17
das muss man im Rahmen der Geschichte genauer definieren.
- Bis Ende der 1920er gab es überhaupt keine elektrischen Spitzensignale an den Lok. Und es dauerte bis nach WW2 bis das anders war. Erst ab da hatte das Lok-Personal ggf. seitlich unter dem Dach einen Schaltkasten für die Beleuchtung. Für ein rotes oder je nach Situation andersfarbiges Signallicht (dazu ist genaueres im Signalbuch bzw. der Eisenbahnsignalordnung der jeweiligen Zeit) musste aber immer noch einer raus und entweder rote/farbige Blendscheibe stecken oder Hebel an der Signallaterne umlegen oder gar Laternen umstecken.

Hallo
Vielen Dank für die historische Klarstellung. Ändert sich dadurch nun etwas an meinen Lokomotiven und ihrer Zeit? Muss ich etwas ändern?
Können Sie sich meine Beispiele ansehen? Bleibt in diesem Fall alles so, wie Werner es geschrieben hat?
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#19 von Klaus3 , 21.08.2025 22:15

Moin,

das 3 Licht- Spitzensignal gibt es in Deutschland verbindlich erst seit 1957 für alle Züge. Eingeführt wurde das, damit auf Bahnübergängen Straßenverkehrsteilnehmer eindeutig Eisenbahnfahrzeuge von Straßenfahrzeugen unterscheiden können. Das ist auch der Grund, warum in neueren Zeiten beim Rangieren über nicht technisch gesicherte Bahnübergängen beidseitig das 3 Licht-Spitzensignal zu führen ist.

Zu Zeiten der Dampfloks und der Gas- oder Petroliumlaternen war es üblich, dass Loks nur 2 Lampen mitführen. Zum Rangieren wurde dann eben eine Lampe umgesteckt. So kommt es dann auch aus rein praktischen Gründen zu jeweils einer Lampe pro Seite, wie im Signalbuch vorgeschrieben.

Und natürlich muss eine Lok bei Fahrt zum Zug auch mindestens das Rangierlicht beidseitig führen. Wäre unverantwortlich, wenn die Lok völlig dunkel auf den Zug zufährt. Der Rangierer am Zug würde sich bedanken, wenn das Ding im Finsteren unbeleuchtet angerollt kommt.

Bei Dampfloks kann es übrigens sein, dass die Generatorleistung nicht ausreicht beidseitig das volle Spitzensignal zu zeigen, wenn auch noch Indusi und Funk in Betrieb sind! Daher ist es nicht selten, dass ein zweiter Generator angebaut wurde. Im Museumsbetrieb sogar üblich.

Gruß
Klaus


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#20 von HGD , 21.08.2025 22:45

Moin Joachim (@JoWild),
Danke, für das gute Bild vom Schaltkasten einer Dampflok. Üblicherweise ist der Kasten auf Bildern vom Führerstand ja nur "so nebenbei" zu sehen, und selbst in den Lehrbüchern (Niederstraßer) wird er recht stiefmütterlich behandelt. Kannst Du noch nähere Auskunft darüber geben, welche Lampen bzw. Lampengruppen (Spitzenlicht, Triebwerksbeleuchtung, Führerstandlicht ...) mit den einzelnen Schaltern betätigt werden? Darüber gibt es in den in #6 verlinkten Beiträgen Unklarheiten und Widersprüche (an einer Stelle wird z.B. gesagt, dass die Triebwerksbeleuchtung mit dem Spitzenlicht zusammen geschaltet wird)?

Gruß
HGD


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#21 von Alex mont , 21.08.2025 23:10

Zitat von Klaus3 im Beitrag #19
Zum Rangieren wurde dann eben eine Lampe umgesteckt. So kommt es dann auch aus rein praktischen Gründen zu jeweils einer Lampe pro Seite, wie im Signalbuch vorgeschrieben.

Hallo Klaus
Ich bin etwas verwirrt und fühle mich wieder am Anfang des Weges. Heute ich habe verstanden, dass beim Rangieren zwei Lampen (nur auf der linken Seite) gleichzeitig eingeschaltet waren, hinten und vorne. Ist das falsch? Wohin soll eine Lampe umgestecken werden?
MfG Alex Mont


 
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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#22 von iwii , 21.08.2025 23:29

Zitat von Alex mont im Beitrag #21
Wohin soll eine Lampe umgestecken werden?


In der vorelektrischen Zeit waren die Laternen nicht fest montiert. Man hatte in der Regel zwei an Board, die nach Bedarf angesteckt wurden. Wie schon mal erwähnt, ist die gewählte Zeit wichtig und hier werden einfach verschiedene Zeiten durcheinander geworfen. Halte dich einfach an das Signalbuch.

Gruss, iwii




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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#23 von Michael Knop , 22.08.2025 07:44

Zitat von iwii im Beitrag #22
Zitat von Alex mont im Beitrag #21
Wohin soll eine Lampe umgestecken werden?


In der vorelektrischen Zeit waren die Laternen nicht fest montiert. Man hatte in der Regel zwei an Board, die nach Bedarf angesteckt wurden. Wie schon mal erwähnt, ist die gewählte Zeit wichtig und hier werden einfach verschiedene Zeiten durcheinander geworfen. Halte dich einfach an das Signalbuch.

Gruss, iwii


Hi,

bei Gasbeleuchtung auf den Loks wird nichts umgesteckt, da die Laternen fest angeschlossen waren.

Und Petroleum-Lampen an Loks, dass war spätestens in den 20er/30er Jahr vorbei - für den größten Teil des Fuhrparks sogar schon vor dem 1. Weltkrieg.


Viele Grüße, Michael


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#24 von JoWild , 22.08.2025 10:12

Selbst die elektrischen Signalleuchten waren zumeist umsteckbar, denn sie steckten nur auf einem konischen 4-kant-Halter (Dorn). Und auf einer Lok waren außer im reinen Rangierbetrieb mindestens 3 Laternen, die entsprechend der notwendigen Signalisierng gesteckt werden konnten.

Wenn man sich genauer mit den Laternen beschäftigen will, dann muss man sich auf ggf. zeitgenössische Fachliteratur zurückziehen. Für den Einstieg hier ein Link: https://www.eisenbahnlampen-ausbesserung...en/loklaternen/

Und wegen der Petroleum-Laternen: Die hielten sich bis deutlich in die Nachkriegszeit nach WW2.

Und zum elektrischen Schaltkasten: Die einzelnen Schalter haben 4 Schaltstellungen und können damit 3 verschiedene Kominationen der dort angeschlossenen Verrbraucher einstellen. Die Beschaltung unterscheidet sich nach Lokbaureihe und Bauzeit.
bei 3 Schaltern war von links gezählt z.B. bei der BR 86: Hintere Pufferlaternen und steckbare Signalleuchte, Führerstandsleuchten, vordere Pufferlaternen und steckbare Sigalleuchte; für die Triebwerksbeleuchtung gabe es Steckdosen und Handlampen (Quelle: DV 930 15 von 1929)
bei der BR 01.10 kam dann noch eine Triebwerksbeleuchtung und deshalb veränderte Verschaltung und bis auf die hintere steckbare Signalleuchte fest montierte Laternen (Quelle: DV 930 33 von 1941)

Beim Schaltkasten mit 4 Schaltern wurde bei der DB für die Triebwerksleuchten ein separater Schalter vorgesehen. Siehe dazu auch "Dampflokomotivkunde"

Edit: Zu der Frage wie die Triebwerksbeleuchtung geschaltet wurde: Die Triebwerksbeleuchtung wurde bei der 01.10 mit dem Schalter für die Führerhausleuchten in 2 Drehstellungen aktiviert und leuchtete entweder alleine oder ggf. zusammen mit den allen Führerhausleuchten inkl. Wasserstands-, Fahrplanbuch- und Steuerbockleuchten. Da das bei Nachtfahrt störend ist, wurde vermutlich der spätere Schaltkasten mit 4 Schaltern und separatem Schalter für die Triebwerksleuchten gebaut, damit Führerhausleuchten wieder getrennt von den Wasserstands-, Fahrplanbuch- und Steuerbockleuchten geschaltet werden konnte.


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RE: Dampflokomotiven Licht. Geschichtlich Frage

#25 von Alex mont , 16.09.2025 22:35

Hallo zusammen,

Also hier ist, wie ich das Licht nach Ihrem Rat gemacht habe. Das ist mein Video. Ich bin dankbar für Hilfe.
MfG Alex Mont


 
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