der Ausgangspunkt für meinen Thread "Märklin ICE2 aus Startpackung - LED Frontbeleuchtung reparieren" war, dass der Triebkopf auf Hochleistungsantrieb (HLA) mit lastgeregeltem Decoder umgerüstet werden sollte. Die Startpackung 29785 stammte aus dem Jahr 2001 und hatte noch den 3-poligen Anker und einen Delta- Decoder an Bord. Nach der diffizilen aber erfolgreichen Reparatur der Frontbeleuchtung war nun das Upgrade des Antriebs an der Reihe.
Mittlerweile war der neue Decoder, nämlich ein ESU LokPilot 5 mit achtpoliger Schnittstelle geliefert. Beim Studieren des Anschlussplans kam der große Schreck! Der ESU Decoder benötigt für die Frontbeleuchtung LEDs mit gemeinsamer Anode. Die Märklin Baugruppe aus Delta- Zeiten hat aber LEDs mit gemeinsamer Kathode. Was tun?
Ich habe das Problem unter Zuhilfenahme von zwei Relais gelöst. Man braucht dafür aber den Masse- Punkt (GND) des Decoders, der werksseitig nicht zur Benutzung vorgesehen ist. Der Pluspol ist werksseitig zugänglich, nämlich das blaue Kabel („gemeinsamer Rückleiter“). Es muss ein Kabel am GND Pad des Decoders angelötet werden. Als Kabelfarbe habe ich braun genommen, kommt bei ESU meines Wissens sonst nicht vor (nur bei Sound Decodern aber die verwende ich nicht).
Die Schaltung des "Konverters" wie ich ihn nenne ist recht einfach. Der LokPilot Ausgang "Licht vorne" bzw. "Licht hinten" schaltet jeweils ein Relais. Jedes hat zwei Umschaltkontakte von denen aber nur einer benötigt wird. Der Arbeitskontakt schaltet dann die gelben bzw. die roten LEDs, welche zwischen dem blauen Kabel (ESU nennt es "U+ / Rückleiter für Funktionen") und "GND" hängen. Dieser GND- Anschluss muss selber erstellt werden. Ich habe dazu am GND Lötpad auf der Decoder- Vorderseite ein braunes Kabel angelötet.
Die in Reihe geschalteten LEDs der Frontbeleuchtung benötigen natürlich Vorwiderstände. Bei mir habe ich 10 Kiloohm für die gelben und 4,7 Kiloohm für die roten LEDs gewählt. Zunächst hatte ich 1 Kiloohm bzw. 2,2 Kiloohm Widerstände drin (siehe Foto) aber im Vergleich zum Steuerwagen war das zu hell.
Die beiden Relais sind 12 V Typen, die aber problemlos und dauerhaft mit der bei mir vorliegenden Spannung von ca. 19 V betrieben werden dürfen. Es handelt sich um Relais mit gepolten Spulenanschlüssen (also plus und minus beachten), die nur einen geringen Spulenstrom benötigen. Parallel zu den Relaisspulen liegen jeweils Schutzdioden die den Decoder vor Überspannungen schützen.
Schaltbild Konverter zum Anschluss von LEDs mit gemeinsamer Kathode an den ESU LokPilot 5
Nun zum Umrüsten des ICE2 Triebkopfes auf HLA und lastgeregelten Decoder. Der Umbau des 3-poligen Trommelkollektormotors wurde hier im Forum schon mehrfach gezeigt und wird nicht näher beschrieben. Es wurde das Märklin Umrüst-Set 60941 verwendet. Anstelle des Original- Deltadecoders musste eine Leiterplatte angefertigt werden. Diese trägt die beiden Relais mit Schutzdioden, die Vorwiderstände sowie den ESU LokPilot 5.
[img][/img] ICE2 Triebkopf vor dem Umbau
Beleuchtungsbaugruppe
Der zerlegte Triebkopf mit dem alten Antrieb
neuer Antrieb
Lochrasterplatte anstelle des alten Delta- Decoders
Auf der Bestückungsseite der Lochrasterplatte sitzen die Relais, Schutzdioden, die Vorwiderstände und der LokPilot 5
Der Triebkopf ist nun wieder auf der Höhe der Zeit. Vor allem der lastgeregelte Antrieb ist sehr vorteilhaft wenn man, wie ich auf meiner Anlage eine Wendel hat. Manch einer fragt sich vielleicht warum ich die gelben LEDs nicht gleich gegen weiße tauschte. Nun, die Beleuchtung im Steuerwagen ist ja noch die alte und ich wollte keinen Unterschied haben.
Viel Spaß beim Nachbauen. Es grüßt euch Klaus
KaDe Mein Opa / Enkel Projekt: von Jonathal nach Paulsberg Von Jonathal nach Paulsberg - Erfahrungen mit einer Opa Enkel Spielanlage
Hallo Alexander, ja, das ginge, habe den tams- Inverter gar nicht gekannt. Danke für den Tipp. Die hier gezeigten Relais etc. hatte ich noch in meiner Bastelkiste und so ging die Problemlösung recht flott. Gruß Klaus
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Zwei simple PNP-Transistoren wie der BC327 und vier Widerstände hätten es auch getan. Emitter an Dekoder-Plus, Basis über 100KΩ an Dekoder-Plus und über 4,7KΩ an LV bzw. LH, Last an den jeweiligen Kollektor.
Zitat von Stahlblauberlin im Beitrag #5Zwei simple PNP-Transistoren wie der BC327 und vier Widerstände hätten es auch getan. Emitter an Dekoder-Plus, Basis über 100KΩ an Dekoder-Plus und über 4,7KΩ an LV bzw. LH, Last an den jeweiligen Kollektor.
Ja, stimmt, wäre auch gegangen. Ich hatte halt die Relais noch in meiner Bastelkiste. Danke für den Tipp, ist für Nachbauer bestimmt interessant. Gruß Klaus
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Hier das Schaltbild, das stahlblauberlin vorgeschlagen hat. Vielen Dank. Da durch die LEDs nur ein relativ kleiner Strom fliesst kann man statt des BC 327 auch andere gängige pnp Kleinleistungstransistoren nehmen, z.B. BC 558. Den GND- Anschluss muss man auch bei dieser Schaltung verwenden. Man kommt nicht drumherum am LokPilot 5 herumzulöten.
Die angegebenen Werte der LED Vorwiderstände sind nur Richtwerte. Je nachdem welche Effizienz die LEDs haben muss man auch höhere Werte nehmen z. B. 10 Kiloohm und 22 Kiloohm. Es kann auch sein, dass man für die gelben LEDs einen kleineren Widerstand benötigt als für die roten. Man muss es ausprobieren. Gruß Klaus
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