Guten Abend zusammen,
Diejenigen, die meine Beiträge bisher verfolgt haben, wissen, dass ich mich fast ausschließlich mit dem Thema Schwerlast bei der DB beschäftige. (schaut gerne mal vorbei, bei meinem Uai 839 Projekt! ;) )
Hier möchte ich mal die beiden Modelle des LS250 von Kibri und Märklin miteinander vergleichen und Stärken und Schwächen hervorheben. Doch zuerst ein paar Worte zum Vorbild:
Um Großtrafos auf der Schiene transportieren zu können gab die DB bei Krupp Anfang der 70er den Bau von insgesamt 4 Tragschnabelwagen (TSW) der Gattungen Uai 838/839 in Auftrag. Damit man diese Trafos dann auch auf der Straße bewegen konnte, brauchte es neue, leistungsfähige Fahrzeuge.
Die Kaelble Zugmaschinen mit dem SEAG LS160 Straßenroller gerieten bereits Ende der 60er Jahre an ihre Grenzen. Die Lastgrenze des 839er liegt bei 430t, die im Ernstfall auch auf der Straße bewegt werden müssen. Bisweilen brauchte es dafür, je nach Topographie bis zu 8! Kaelble Zugmaschinen. Da Scheuerle bereits eine Vielzahl an spezial Tieflade- Anhängern an die DB geliefert hatte, bekamen die Pfedelbacher den Auftrag zur Entwicklung des ersten Selbstfahrers, also der Urvater der heutigen SPMT (SelfPropelledModularTransporter).
Die Grundfahrwerke standen bereits Anfang 72 zur Verfügung, während die Entwicklung der Hydrostaten noch ein wenig mehr Zeit brauchte. Leider konnte man bis zur Abstellung der LS250 die Kinderkrankheiten der Antriebe nie beheben. Sie waren vergleichsweise Wartungsintensiv und Störanfällig. Anfang der 2000er Jahre übernahm dann HCS Daher die LS250. Um 2010 rum sollen die ersten beiden abgestellt und als Ersatzteilspender Teilw. zerlegt worden sein. Die letzten zwei Jahre kamen die beiden verbliebenen Einheiten nur noch mit Hilfe von Zug- und Schubmaschinen zum Einsatz, ohne Nutzung des eigenen Antriebs. Um 2012 rum wurden dann auch diese abgestellt und an Scheuerle verkauft. Dort wollte man min. Eine Einheit restaurieren, wozu es aber leider nie gekommen ist. Nach 2012 ist es schwierig noch irgendwelche Zeitangaben zu machen. Jedenfalls wurden dann irgendwann die beiden verbliebenen Powerpacks (Steuerkabinen mit Motor und Hydr. Pumpe) verkauft und es blieben die Grundfahrwerke übrig, die bis heute bei Kübler in Michelfeld stehen.
Wer mehr drüber lesen möchte, dem empfehle ich bekannte Machwerke von Volkhard Stern und dem lieben Thorge Clever.
Kommen wir nun (endlich) zu den Modellen!
Beginnen wir mit Kibri:
Dieses Modell gibt es mindestens seit Mitte der 90er Jahre, eher noch früher. Um Stabilität ins Modell zu bringen, bekamen die Grundfahrwerke einen dicken Mittelsteg zwischen die Achsen, wo beim Vorbild eigentlich das Lenkgestänge und wichtige teile der Hydraulik- und Bremsanlage sitzen.

Verbunden werden die Fahrwerke mit einem dicken Plastik Profil, das in den Mittelsteg geschoben wird. Wie ihr sehen könnt, ist da in der Mitte der Fahrwerke wegen des stegs kein richtiger Platz mehr. Beim original geschieht dies über eine sog. Lamellenkupplung, die durch dicke Bolzen gesichert wird und die ich an den Fahrzeugenden schon versucht habe, nachzustellen.
Da ich alle 4 gebauten LS250 bauen möchte, habe ich mir die beiden Bausätze 10128 (Trafo) und 10386 (Generator mit Durchsteckträger) besorgt. Den Durchsteckträger (Lastträger) gab es in verschiedenen Ausführungen. Zum Einsatz kamen die mit dem Uai 838 und ab Ende der 90er Jahre auch mit dem zum 24 Achser umgebauten Uai 839 800, der wie der 838 in Einzelteilen bei Kübler eingelagert ist, dessen Tragarme beim Straßentransport aber gelegentlich noch zum Einsatz kommen.
Die Powerpacks zeichnen sich durch eine für die damalige Zeit außergewöhnlich gute detailierung aus. 

Dennoch fehlt es hier und da an wichtigen Details, die aber den normalen Modellbahner nicht weiter stören sollten. Um aus den Kibri Modellen das maximum herauszuholen, bedarf es aber umfangreichen Umbau und Anpassungsarbeiten, die beim entfernen des Mittelstegs beginnen und bei der Anpassung der Farbe und dem Einbau einer einigermaßen korrekten Hydraulik endet.
Die Fahrwerke sind in Fahrstellung dargestellt. Möchte man den LS250 auf Samms 709/710 verladen, müsste man die Höhe der Fahrwerke anpassen, damit diese nicht über das Lichtraumprofil hinaus ragen. In Transportstellung werden die Fahrwerke um ca 25cm abgesenkt. Um das zu realisieren, Muss an der Achsfaust der Pendelachse ein Schnitt gemacht werden. Diesen Schritt werde ich dann noch gesondert zeigen.
Je nachdem in welchem Zeitraum man den LS250 darstellen möchte, gilt es ein entscheidendes Detail zu beachten: ausgeliefert wurden die Fahrzeuge mit einem Grundfahrwerk aus je einem Fünfachsigen Fahrwerk fürs Powerpack und einem Dreiachsigen Heckfahrwerk + dem zweiachsigen Hydrostaten. Anfang der 80er Jahre wurden die Fünfachsigen Fahrwerke zerschnitten! Und in ein Zwei- und Dreiachsiges Fahrwerk aufgeteilt. Dieser Umbau geschah ungefähr zeitgleich mit dem aufbringen der blauen Zierstreifen und dem roten DB Keks...
Des solls fürs erste gewesen sein.... Bilder und weitere Infos werden noch ergänzt...





































