Für einen nachzubildenden Regionalzug der 60er Jahre auf den Anlage "Günthersbronn" nach Freudenstadt benötigte ich noch einen passenden Gepäckwagen. Da dieser Zug hauptsächlich durch 2 bis 3 Vorkriegs-Eilzugwagen plus einem Silberling gebildet werden sollte, musste der Gepäckwagen in Epoche IV vom Stil her auch dazu passen. So kam ich auf den "Dye". Ich habe daher diesen Dye vollständig zerlegt und auch innen entsprechend farblich dem Original etwas angepasst werden. Alle ca. 2000 Waggons auf "Günthersbronn" sind grundsätzlich mehr oder weniger von mir "gealtert", so musste dieser Gepäckwagen auch entsprechend seines unermüdlichen Einsatzes etwas "angepasst" werden.
Da ich immer wieder durch PN gefragt werde, wie ich diesen Alterungsprozess an meinen Wagen erzeuge, hier nochmals auf die Schnelle meine Vorgehensweise. Nach dem Zerlegen werden die Wagen äußerlich gründlich entfettet. Bei Bedarf innen mit flüssiger Farbe dem Original angepasst. Hier helfen bei der bildlichen Vorbildsuche das umfangreiche Werk aus dem EK-Verlag "Die deutschen Reisezug- und Güterwagen". Dort gibt es nahezu von der Gegenwart bis in die Länderbahnzeit keinen Reisezugwagen, der nicht innen und außen exakt bildlich und im Text beschrieben worden ist. Wenn die farblichen Anpassungen innen abgeschlossen sind, widme ich mich dem Äußeren. Hier ziehe ich z. B. Spaltmaße, welche Schatten erzeugen mit einer von mir geänderten Zeichenfeder und schwarzer Tusche nach. (So z. B. zu Laderaumtüren oder die Türen für die an dem Gepäckwagen vorhandenen "Hundefächer"). Danach Überzug mit der Airbrush mit stark matt wirkenden Klarlack. Ich nutze den von Bergswerk. Nach dem Durchtrocknen von mindesten 6 bis 8 Stunden beginnt die eigenetliche Alterung mit den Trockenpigmenten. Soll der Aufbau des Wagens lediglich Staubspuren aufweisen, tupfe ich am unteren Rand mit einem mittleren Pinsel meine grau/braunen selbst angemischten Trockenpigmente auf. Diese werden dann anschließend von unten nach oben sorgfältig verstrichen, so dass eine gleichmäßige Staubschicht erzeugt wird. Hier bringt "Übung" eigentlich alles. Anschließend widme ich mich dann farblich dem Rahmen, Fahrwerk und Puffer.
Am Ende und nach Fertigstellung der farblichen Änderungen ein abschließender Auftrag von Mattlack aus ca. 30 cm Entfernung.
Der Wagen soll ja anschließend an der Spitze/Ende des Zuges eingestellt werden, daher der ausgezogene Faltenbalg nur an einem Ende.
Zusätzlich könnte man hier auch noch Farbausbesserungen vornehmen.
Die Türstopper hätten etwas mehr in die bräunlich/schwarze Farbe gehen dürfen. Da sich dort auch stets Rost ansiedelt. Gut sichtbar die Schattenbildung an den Türen, dargestellt durch schwarze Tusche.
Die Drehgestelle sind in Wirklichkeit tatsächlich etwas mehr braun/grau. Kommt wohl durch Verwendung von Blitzlicht nicht korrekt zur Geltung.
Dach sitzt nicht richtig! (wurde korrigiert!) Zu beachten: Fettringe an den Pufferhülsen.
...und einmal die andere Seite!
Besonders schwierig gestaltet sich stets die Nietenreihe auf dem Dach. Diese ziehe ich freihändig mit einen 0,5er Pinsel.
Mein Gruß in die Runde! vps
Fragen beantworte ich gerne!
Um alle meine Ideen für die Modelleisenbahn umsetzen zu können, bräuchte ich mindestens ein zweites Leben..... Ich betreibe Eisenbahn-Modellbau seit 1949
Die weißen/hellen Kanten der Trittbretter fehlen * mecker *
Nee, wirklich: toll gemacht:
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Das waren Zeiten: „Die festliche Eröffnung der nun vollendeten württembergischen Eisenbahn fand am 29. Juni statt. Morgen ¾ auf 6 Uhr ging die Locomotive „Alp“ von Heilbronn ab, überstieg das gleichnamige Gebirge und langte um 12 Uhr auf dem mit Flaggen geschmückten Bahnhof von Ulm an, wo Geschützdonner und Jubelruf sie begrüßte. Nach 20 Minuten wurde die Fahrt an den Bodensee fortgesetzt.“ (Illustrirte Zeitung, 13. Juli 1850)
wieder eine tolle Arbeit. Das Dach gefällt mir richtig gut. Kannst Du mal erklären, mit welcher Methode und Farbe Du die Grundfarbe des Daches gemacht hast?
Einziger Punkt, der mir ins Auge gefallen ist, ist das recht "unberührt schwarze" Fahrwerk und der tief schwarze Rahmen.
Sollte da nicht etwas rotbrauner Bremsabrieb drauf zu finden sein?
Ich hatte bereits darauf hingewiesen das offensichtlich das Blitzlicht die Farbe der Drehgestelle etwas verfälscht hat. Tatsächlich ist hier grau/brauner Staub aufgebracht worden. Überlesen???
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Um alle meine Ideen für die Modelleisenbahn umsetzen zu können, bräuchte ich mindestens ein zweites Leben..... Ich betreibe Eisenbahn-Modellbau seit 1949
versuche mal ohne Blitzlicht auszukommen. Dazu das Fotoobjekt durch "normales" Licht gut beleuchten und bitte nicht das Raumlicht ausschalten, da dann ggfs der Hell-Dunkel-Kontrast zu groß wird und viele Kameras dadurch Probleme mit der Auflösung bekommen.