Hallo liebe Stummis,
vor geraumer Zeit habe ich ein zielgerichtetes Ersatzteil vorgestellt, um das Problem anzugehen, dass bei Fleischmann-Waggons oft die Aufnahmen (Zapfen) für die Drehstelle abbrechen, da man sonst den gesamten Wagenboden ersetzen müsste: https://www.stummiforum.de/t189005f166-RE-Gebrochene-Fleischmann-Drehzapfen-Drehgestellaufnahmen-ersetzen.html
Die Nachfrage nach den Teilen ist unvermindert hoch und wird von mir auch weiterhin versorgt.
Einige haben allerdings nachgefragt, ob sie das auch für Spur N verwenden können.
Passenderweise haben mir zwei Foristen vertraut und zu reparierende Waggons zugeschickt, sodass ich an den realen Teilen messen und testen konnte.
Die erste Erkenntnis: H0-Aufnahmen schrumpfen funktioniert nicht, weil der Durchmesser der Drehgestellt der gleiche ist, die Größe des Auflagerings sich aber unterscheidet und andere Höhenmaße gelten. Ich musste für Spur N also von Grund auf neu konstruieren.
Gesagt getan und nur ein halbes Jahr später *hust* hatte ich die ersten Prototypen.
Mehrere Iterationen später sieht die Form so aus:
Warum ist das nur die Hälfte?
Nunja, ich arbeite mit DesignSpark Mechanical. Das ist bei Freiformflächen etwas zickig, weswegen ich keine identischen gespiegelten Zapfen hinbekommen habe. Deswegen habe ich kurzerhand das Modell halbiert. Leider verfügt die kostenlose Version NICHT über die Möglichkeit, ein Modell zu spiegeln - und wenn ich es exportiere, gehen die geometrischen Informationen verloren. Bis auf Weiteres habe ich also nur die Möglichkeit, die halben Modelle im Slicer mit ihren Spiegelbildern zum vollen Modell zusammenzusetzen.
Das sieht dann so aus:
Was sieht man hier?
Das Konzept ist etwas anderes als bei der H0-Variante, wo einfach alles vom Wagenboden weggefräst wird.
Bei Spur N hat man noch zusätzlich diesen viereckigen Kasten und eine Rundung, die die Rotation des DG limitiert.
Die wollte ich nach Möglichkeit erhalten. Die passenden Aussparungen könnten dann auch gleich dazu genutzt werden, das Ersatzteil perfekt auszurichten. Der Schlitz auf der anderen Seite kopiert wiederum den Wagenboden, da dort die Kulissenmechanik läuft.
Eigentlich könnte ich jetzt hier also stolz verkünden, dass ich die N-Aufnahmen in gleicher Weise anbiete, wie die für H0.
Aber leider gibt es noch ein Problem: Mein Drucker belichtet über.
Der Boden der Aufnahmen liegt direkt auf der Druckplatte und momentan habe ich nur die Wahl, sehr stark zu überbelichten oder die Drucke halten nicht.
Das gedruckte Teil sieht man hier:
Hier sind einerseits die Aussparungen fast komplett geschlossen. Zum Anderen fließen der Auflagering und der Zapfen zusammen, wodurch das ganze viel weniger federt als geplant.
Warum ich seit einiger Zeit so Haftungsprobleme habe, weiß ich nicht. Ob allmählich das Display zu alt wird oder die Nivellierung einfach nicht mehr klappen will (hab ich nach jedem fehlgeschlagenen Druck neu gemacht), weiß ich aktuell nicht.
Schrägstellen und mit Stelzen drucken könnte hier Abhilfe schaffen. Aber ob dann die Auflagefläche so schön eben wird (oder erst jedes Teil befeilt werden muss) und wie viel ich mit der Belichtungszeit runtergehen kann, muss sich erst in Tests zeigen - und für die habe ich momentan nur wenig Zeit.
Deswegen ist dies hier erst mal eine Vorankündigung - ich arbeite daran und werde hoffentlich früher oder später auch die N-Bahner mit einem passenden Ersatzteil versorgen können.
Wer Tipps hat, wie ich das Spiegelproblem angehen kann oder den Druck optimiere, kann mich gerne per PN anschreiben.
Außerdem nehme ich auch Reparaturanfragen entgegen. Denn hier kann ich flexibel sein und stehen lassen, was noch intakt ist oder komplett ersetzen und ggf. nachfräsen.


