Nach langer langer Wartezeit wurde die Stadler Euro9000 der HSL (2019 314-4) der HSL von Sudexpress Anfang Januar endlich ausgeliefert. Bei mir zog die Zweileiter-Premiumversion ein, also einmal "Vollausstattung" unter Artikelnummer S0193140.
Öffnet man die bereits auffällig große Verpackung findet man zunächst insgesamt 4 Anleitungs-Flyer. Eine Bedienungsanleitung, eine Explosionszeichnung zur Erklärung des Zerlegens und der Pantographen-Belegung sowie zwei Flyer mit den Digitalfunktionen von Premium- und Standardmodell, jeweils mehrsprachig. Für digital-Neulinge: Die von Sudexpress verschwiegene Werksadresse ist die 3, ein etablierter Standard in der Moba-Welt.
Unter dem Papierstapel und einer Schaumstoff-Lage findet man die Lok in einer Schutzfolie in einem maßgeschneiderten, soliden Klapp-Blister. Spätestens jetzt wird klar warum sich z.B. Lokomotion entschied eine reguläre Lokomotive in 1:1 auf die Seite ihrer Euro9000 zu malen, die Lok ist RIESIG, mit knapp 27cm Länge auf einem Level mit den Schnellzug-Dampfloks von Einst.

Die Gehäuseseiten sind quasi gespiegelt, die Öffnungen hinter Führerstand 1 finden sich auf der anderen Seite hinter Führerstand 2.
Bau-und Druckqualität sind auf einem Level mit LS Models (mMn die Spitze im derzeitigen H0-Sektor), mit einem Detailierungsgrad der das Aufgleisen schwierig macht.
Das Dach ist umfassend detailiert und mit Anbauteilen ausgerüstet, hier finden sich 2 Paar angetriebene Dachlüfter (mit Sound) sowie vier Pantographen. Für diese hat Sudexpress 2 Antriebe verbaut, man kann bei jedem Paar einstellen welcher gehoben werden soll. Davor die Pantrographen von Hand zu bewegen wird ausdrücklich gewarnt!

Die Lokführer-Figur in der beleuchteten Kabine ist ja fast schon Standard, genau wie Front-, Rück- und Fernlicht, jeweils separat schaltbar. Insgesamt punktet die Lok mit schlappen 31 Digitalfunktionen, darunter separat schaltbare Dieselmotoren (die darauf reagieren sollen ob einer oder beide aktiviert sind), separate Geräusche für die Führerstandstür und das "Hochfahren" der Systeme sowie mehrere Hörner. Nur auf eine Maschinenraumbeleuchtung muss man verzichten, vermutlich war auch bei der beeindruckenden Größe der Lok irgendwann einfach kein Platz mehr im Innenleben.
Wer die Lok mal vorsichtig abtastet oder ein Stück schiebt entdeckt gefederte Puffer, etwas das zumindest ich in H0 noch nicht kannte. Auf jeden Fall ein nettes Detail. 
Das Modell hat Revision 22.02.2024 angeschrieben und Zulassungen für D, A, CH, I, NL und B. Im Vorbild gehört die Lok einer schweizer Leasingfirma und wird aber vom Norddeutschen Betreiber (Hamburg) teils auch bei den Eidgenossen eingesetzt. Die Kombination aus Schweiz-Betrieb und Betreiber aus meiner Heimatstadt machten das HSL-Modell für mich attraktiv^^

Auf dem Rollenprüfstand lief mein Exemplar tadellos, wie viel Zugkraft die Lok (mit immerhin 619g Gewicht) bieten kann kann ich als "Vitrinenbahner" leider nicht testen. Für beeindruckende Güterzüge sollte es aber durchaus reichen. Meine "wohnt" vorerst in der Vitrine vor einem VTG-Kesselwagenzug, den beiliegenden Zurüstbeutel habe ich noch nicht angefasst^^
Max
P.S.: Hab mittlerweile mal einen "Soundcheck" gemacht. MEINE FRESSE IST DAS DING LAUT, die LGB-Diesellok von meinem Opa, die in der Mittagsruhe nicht fahren durfte, war leiser^^
