Hallo zusammen,
seit der Ankündigung der DE 18, sowohl bei Rivarossi, stand fest: ich will auch so eine Lok.
In gängigen Tests wurden beide Loks überaus gelobt. Die höhere Zugkraft, mehr Lichtfunktionen und der niedrigere Basispreis haben dann für mich den Ausschlag für die Piko Lokomotive gegeben. Für die Rivarossi hätte meiner Meinung allerdings die Esu-Digitalkupplung und der Esu-Sounddecoder gesprochen (mit denen ich in der Vergangenheit deutlich weniger Probleme hatte als mit den Piko-Decodern, vorallem bei der Programmierung).
Da Piko aber ohnehin einen Aufpreis von 110 € für die DCC Soundvariante gegenüber der analogen DC-Variante verlangt, dachte ich mir: wieso nicht einfach selbst den Sound nachrüsten? Ein Esu-Soundprojekt gibt es dazu ohnehin (allerdings ohne die zusätzlichen Lichtfunktionen von Piko zu berücksichtigen), und sowohl die ESU-Digitalkupplung, als auch einen Sounddecoder hatte ich bereits in anderen Loks erfolgreich nachgerüstet.
Bei der Recherche ging es dann los: Lichtfunktionen sind ausnahmslos nicht an Ausgänge der Plux22 Schnittstelle angeschlossen, sondern werden von einem eigenen SUSI-Controller angesteuert. Der Lautsprecher ist ein Modulsystem, dort passt nur der Original-Piko-Lautsprecher so richtig rein. Aber immerhin: Lötpads für eine Digitalkupplung werden explizit beworben.
Also neben der Lok einen LokSound 5 (Art 58412, 90€), Digitalkupplungen (Art 41002, 23€ ) und den Piko Lautsprecher (Art 56330, 7€) besorgt.
Und dann gehts an den Einbau.
Als erstes die Lok nach der Anleitung öffnen: Eine Schraube oben (nach dem Entfernen der Abdeckung), zwei Schrauben unten (Drehgestell jeweils auf die andere Seite bewegen.
Damit man den Lautsprecher einbauen kann, muss man ihn erstmal aus dem Gehäuse, in dem er geliefert wurde, ausbauen und ihn entsprechend unter dem Metallklotz am vorderen Ende verbauen. Im Wesentlichen muss er sorum eingelegt werden, dass die beiden Kupferlaschen direkt auf den entsprechenden Kupferpads auf der Platine landen und dann den Metallbügel, der dort verbaut ist, wieder einbauen.
Bevor man den Lautsprecher wieder in die Lok verschraubt: Die Lötpads für die Kupplung sind unter dem Lautsprechergehäuse. Also direkt zuerst die Kupplungen eingebaut, die Kabel können direkt hinter dem NEM-Schacht nach oben durchgeführt werden. Dann entsprechend die Kabel gekürzt und an die beiden Pads (A5 und F+, die Polarität der Kupplung kann man der beigefügten Anleitung bei der Kupplung entnehmen).
Hier kann man auch die Aufnahmen für den Lautsprecherblock sehen:
Dasselbe am anderen Ende (A4, F+), dort ist allerdings deutlich mehr Platz und der Bauraum weniger beengt.
Nachdem alles verbaut wurde, den Decoder verbaut und einmal versucht, herauszufinden, welches Licht an welcher (Susi-)Funktion hängt. Leider gibt Piko weder online, noch in der beiliegenden Bedienungsanleitung Auskunft.
Die nachfolgende Tabelle gibt es allerdings zum passenden Piko-Sounddecoder in der Anleitung:
Zwar zeigt das eigentlich nur, wie die Funktionen vom Piko Smartdecoder angesteuert werden, allerdings habe ich festgestellt, dass die Nummer mit der Nummer der Susi-Funktionsnummer übereinstimmt. Was also unter F10 angesteuert wird, hat auch die Susi-Funktion SF10. Meine Lok hat nur die Basis-Ausstattung, das RC-Licht und das Warnlicht hat das Vorbild der Mercitalia DE18 wohl nicht.
Der Esu LokSound kann die Susi-Funktionen zwar nicht im normalen Funktionsmapping aufnehmen (geschweige denn zusätzliche Effekte wie dimmen, flackern etc. programmieren), die Susi-Funktionen aber immerhin Funktionstasten (bis F15) zuordnen (sofern man Susi generell aktiviert hat).
Glücklicherweise funktioniert das problemlos, und durch ein ergänzendes Funktionsmapping können Funktionstasten damit auch doppelt vergeben werden. So habe ich auf die F6 beispielsweise die Digitalkupplung gelegt, gleichzeitig über das SUSI-Mapping auch die Susi-Funktion SF14 (Licht am Kuppelhaken) auf F6 gelegt. Drückt man jetzt die F6-Taste, passiert beides: Das Licht geht über Susi an und über das Funktionsmapping wird die Kupplung, der Kupplungswalzer und ein Kupplungssound abgespielt. Lediglich ergänzende Bedingungen (wie "F6 funktioniert nur, wenn die Lok im Rangiergang ist") gelten dann nur für die Funktionen im normalen Funktionsmapping (und nicht für die Susi-Funktionen).
Das normale "Soundprojekt" von Esu verwendet 24 Sound-Funktionen, der Susi-Controller benötigt bei meiner Lok 10 Funktionstasten. Da maximal 32 Funktionen geschrieben werden können (F0 - F31), mussten hier am Ende abgewogen werden, welche Funktionen enfallen können bzw. welche Funktionen sinnvoll auf eine Funktionstaste vereint werden können.
Dadurch, dass das Funktionsmapping parallel auf zwei Seiten im LokProgrammer passieren muss, war das doch etwas komplexer als erwartet, die Ansteuerung funktioniert aber besser als gedacht.
Die Ansteuerung für die Digitalkupplung kann der passendenden Anleitung entnommen werden.
Den Sound habe ich dann über den Prüfstand aufgespielt, die Lok entsprechend programmiert und dann getestet. Dann noch ein paar Kleinigkeiten angepasst (Fahrtzeiten für den Kupplungswalzer) und voila: Ich habe eine DE18, die die digitalen Sound- und Kupplungsfunktionen, sowie die digitalen Lichtfunktionen von Piko hat.
Und der Preis bewegt sich nur minimal über dem der Pikolok (ohne die Kupplungen wäre er sogar günstiger als das Piko-Projekt).
Warum schreibe ich das jetzt alles hier? Weil (zumindest für mich) das ganze Thema mt Sound-Funktionen, Schaltfunktionen wie die Kupplung und die Kombination mit SUSI bisher neu war, und ich mir nicht sicher war, ob das ganze am Ende wirklich so reibungslos funktioniert, wie es jetzt geworden ist. Außerdem liefert Piko nicht alle Informationen auf dem Präsentierteller wenn es darum geht, wie die Funktionen von anderen Decodern angesteuert werden können. Online entsteht teilweise der Eindruck, den vollen Funktionsumfang der Lok kann man nur mit dem bereits programmierten Piko-Decoder nutzen. Vielleicht gibt es ja noch die ein oder andere Person hier, die sich die Piko-Lok mit einem Esu-Sound wünscht, sich aber nicht sicher war, wie die Programmierung am Ende genau aussieht. Falls jemand Interesse am Decoderprojekt hat- gerne melden.
Zum Abschluss nochmal ein Bild der Vossloh auf dem Schreibtisch.
