Umbau Märklin BR80 (Sound / Rauch / Telex)

#1 von moziwi , 19.02.2026 01:10

Hallo Zusammen,

nach über 40 Jahren habe ich letztes Jahr meine alten Märklin Sachen wieder hervor geholt.
Angefangen habe ich erst Mal mit einer Reinigung der Loks. Durch den Besuch diverser Messen und Börsen habe ich Interesse an der Digitalisierung gefunden. So habe ich angefangen die alten analogen Modelle umzubauen. Mit jedem Modell steigen die Ansprüche und hier möchte ich euch meinen neusten Umbau vorstellen.

Mein Plan ist alle meine Dampfloks (mit Metallgehäuse) auch mit einem Rauchsatz auszustatten (auch die wo es ab Werk nicht vorgesehen ist).

Das hatte ich gerade schon bei einer BR 78 (M3106) gemacht, mein aktuelles Projekt ist die Rangierlok BR 80 (M3304). Durch verschiedene Berichte im Netz und auch hier im Forum wusste ich, dass es prinzipiell möglich ist.

Vorab: durch mein anderes Hobby (RC Flugmodellbau) das ich die letzten 25 Jahre betrieben habe, habe ich eine recht gut ausgestattete Werkstatt und Maschinenpark.

Die BR 80 sollte "All in" bekommen, d.h.:
- Glockenankermotor
- Sounddecoder
- Telex-Kupplung
- Rauchsatz
- LED Beleuchtung

Als Motor kommt wieder ein "Swiss Motor" 20x16 aus chinesischer Quelle zum Einsatz. Den habe ich auch schon in eine V260 und BR 74 verbaut und bin mit den Fahreigenschaften zufrieden.

Anders als bei den beiden zuvor genannten Loks passt der Motor hier nicht mit abdrehen von 2/10tel in das vorhandene Gehäuse, sondern die Lok musste erst mal auf die Fräse um den Motorsitz auf 20 mm anzupassen.



Dann habe ich noch einen Halter gefräst in dem der Motor geklemmt wird und so sitzt der Motor dann in der Lok.



Beim ersten Aufsetzen des Gehäuses kam dann die Ernüchterung, im Bereich Übergang vom Führerhaus zum Kohlekasten stößt das Gehäuse an den Motor. Ich wusste, dass es da eng zugeht, ohne den Halter ließ sich das Gehäuse aber noch aufsetzten. Ich habe das Gehäuse an der Innenseite mit einem Handschleifer etwas bearbeitet bis es gepasst hat.
Dann ging es schon an die Löcher für die Kabel der Telex Kupplung. Vorne kann man schräg bis in den Innenraum des Gehäuses bohren, hinten bin ich in dem Bereich der Kulissenführung bis unter den Motor gegangen (habe ich leider kein Foto gemacht)



Als Lautsprecher habe ich einen von VISATON verwendet der genau in den Auschnitt im Rahmen passt. Der klingt für mich etwas besser als der kleine, schmale der beim Märklin Nachrüstdecoder dabei ist.



Durch den Rauchsatz kann ich die original Birnchen nicht mehr verwenden und auch der Lichtleiter für das obere Spitzensignal passt nicht mehr. Ich wollte eh auf LED Beleuchtung umbauen. Wo früher der Lichtleiter war ist jetzt eine winzige Platine mit einer LED (sieht man kaum weil sie genau in den Ausschnitt passt ...).



Hinten geht es auch eng zu, zwischen Motor und Gehäuserückwand sind nur knapp 2 mm. Ich habe mir hier neue Lichtleiter gefräst die nur ganz wenig aus dem Gehäuse überstehen und eine LED Platine erstellt.



A propos Platinen. Ich habe es in den Loks gerne aufgeräumt, die Vorwiderstande für die LEDs integriert und die Kabel zum Gehäuse steckbar, das man es für Wartungsarbeiten einfach abnehmen kanm. Deshalb verwende ich i.d.R. nicht die Standard Adapter Platinen sondern erstelle mir eigene Layouts. Bei einer Stückzahl von 1 lohnt es sich nicht die fertigen zu lassen, dank meiner CNC-Fräse kann ich mir solche Prototypen aber per Isolierfräsen schnell selbst herstellen.



Dann geht es auch schon ans Bestücken, zusammen bauen und Decoder programmieren. Als Basis habe ich das Decoder Projekt der Museums BR 80 (M37068) verwendet aber z.B. noch den "Kupplungswalzer" zugefügt.



Hier macht die Kleine gerade die ersten Bewegungen auf dem Rollenprüfstand. Die Gestänge sind übrigens mit Balistol Kaltbrünierung behandelt.



Insgesammt bin ich mit dem Ergebniss recht zufrieden, habe aber auch schon 2 Verbeserungspunkte für das nächste Projekt ...
1.) LEDs vorne einzeln und nicht in Reihe anschließen um mit unterschiedlichen Widerständen den Helligkeitsunterschied zwischen der oberen LED (die man durch den kurzen Lichtleiter direkt sieht) und den untern Lampen (die durch einen langen Lichtleiter gehen) auszugleichen. Ich habe hier jetzt die Lichtausgänge entsprechend gedimmt, das es nicht mehr so auffällt. Waren im Original ja auch keine "Scheinwerfer".
2.) Auch vorne Lichtwechsel weiß/rot. Bei der Planung hat mir hier ein Ausgang gefehlt, mittlerweile habe ich aber eine Schaltung gefunden beide roten Rücklicher über einen Ausgang zu steuern. Soll beim nächsten Platinenlayout berücksichtigt werden, wird aber immer anspruchsvoller, da ich aus Herstellungsgründen bei einseitigem Layout bleiben will.

Ich hoffe der Bericht hilft dem ein oder anderen sich Ideen für eigene Umbauten zu holen, genau wie ich durch andere Berichte zu diesem Umbau gekommen bin. Es gibt keinen perfekten Umbau, jeder macht es so, wie er es für richtig hält und das ist auch gut so. Trotzdem bin ich für Anregungen oder Kritik offen.


Gruß Andreas


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zuletzt bearbeitet 19.02.2026 | Top

   

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