Forst- und Feldwege für Carson 1:87 Fahrzeuge – physikalische Grenzen

#1 von roger , 01.03.2026 21:27

Hallo miteinander,
wie in einem anderen Beitrag schon geschrieben (und diskutiert),
Befahrbare Straßen für Carson 1:87 RC Modellautos
besteht bei meiner über 30 Jahre alten H0 Anlage eine Herausforderung darin, vorhandene, nicht vorbildgerechte Straßen für 1:87 RC Fahrzeuge zu ertüchtigen. Wo ich an physikalische Grenzen stoße, die ich mit euch teilen will. Und gerne Ratschläge erhalte, was ich besser machen könnte.
Auf meiner Modellbahn gibt es einen ca. 40 cm hohen Steilhang, der ursprünglich gar keinen Weg hatte. Vor etwa 10 Jahren hatte ich die Idee, dort ein Diorama Forstarbeiten zu gestalten für zum Thema vorhandene Preisser Figuren und Stand-Fahrzeuge. Also steilen Forstweg aus Holz, Drahtgewebe und Gips hochgezogen.
Als der erste Besucher mit einem 1:87 RC Modell kam, musste er da hochfahren. Gescheitert, bergauf drehen die Hinterräder durch, der U402 kann sogar über die Hinterachse umkippen, bergab rutschen VW T1 und Unimog einfach runter. Aber es zieht jeden Besucher magisch an, zu beweisen, dass er da ein Fahrzeug hochbekommt.


Und so bemühe mich nun seit drei Jahren, einen befahrbaren Forstweg zu gestalten.
Die maximale Steigung des Forstwegs habe ich auf 35- 40% abgeschätzt – an Steilhängen im Gebirge nicht unrealistisch
Als erste Maßnahme streiche ich die Straßenoberfläche neu und streue in die Dispersionsfarbe feinen Sand ein für eine höhere Reibung zu den Rädern. Das bringt einiges, ist aber für Maximalsteigung nicht ausreichend.
Absturzsicherung mit ‚Baumstämmen‘ (aus getrockneten Haselnusszweigen) und Zäunen, damit die rutschenden Fahrzeuge nicht in den Abgrund stürzen. Hilft ebenfalls, aber der Unimog mit seinem hohen Schwerpunkt stürzt über erstaunlich hohe Randbegrenzungen.
Verbreiterung der Kehren von Durchmesser 90 mm auf etwa 110 mm. Damit es halbwegs vorbildgerecht ist, ebenfalls Abstützung mit ‚Baumstämmen‘. Mit zweimal Rangieren kommen Unimog und VW T1 nun um die Ecke – sie haben einen Wendekreis von etwa 200 mm.
Ein weiteres physikalisches Phänomen: da die Carson Modelle kein Differentialgetriebe haben, schieben sie in (engen) Kurven immer über die Vorderräder. Wenn das kurvenäußere Vorderrad abhebt, sind sie nicht mehr steuerbar, das Abheben des inneren Vorderrads verkraften sie eher.
Dann hatte ich eine völlig unbrauchbare Idee: die Haftung an den Steilstücken durch scharfkantigen Gleisschotter zu erhöhen, den ich bewusst unregelmäßig aufklebe. (Bild oben vor dem grünen Unimog). Da die Fahrzeuge harte Reifen haben, bleibt der gewünschte Effekt aus, nämlich dass sie sich in den Kanten der Steine verzahnen. Die Fahrzeuge rutschen eher noch schneller, der Unimog kippt beim Hochfahren an der Grenze der Steine erst recht nach hinten und VW T1 sitzt auf.
Mit diesen Erfahrungen kommt die Radikalkur: ich fräse mit einem Dremel den kompletten gegipsten Teil des Wegs aus und ersetze ihn durch Sperrholzbrettchen.





Von unten kommt in den Berg eine Unterkonstruktion, auf die ich die Brettchen aufschraube. Die Kurve ist fast ohne Steigung, so dass die Räder nicht mehr abheben. Und warum geschraubt? Ich experimentiere mit verschiedenen Ausführen, für Fahrversuche genügt ein Überbrücken der Kanten mit Klebeband. In der finalen Ausführung mache ich dann durch Unterlegen von Kartonstückchen eine Feinjustierung der Fahrbahn.
Das Problem mit der mangelnden Reifenhaftung löse ich durch eine Auflage von Schmirgelpapier, ebenfalls geschraubt. Ich experimentiere mit Körnung 80 bis 320. Als Bestes hat sich Körnung 120 bis 180 gezeigt. Gröberes Schmirgelpapier hat das gleiche Problem wie mein Fehlversuch mit Steinchen, feineres Schmirgelpapier ist zu fein, um sich mit den Reifen zu verzahnen.
Ergebnis der Mühen: die Straße sieht zwar nicht mehr so urig aus, ist aber für Carson VW T1 und Unimog befahrbar.

Dann kam VW Käfer, der mit 0,45 mm Bodenfreiheit am Lenkgetriebe nochmals eine neue Herausforderung darstellt: Das Getriebegehäuse reicht bis ca. 10mm hinter die Vorderachse, ein Gleitlager sogar 12 mm hinter der Vorderachse. An dieser Stelle sitzt das Fahrzeug auf Kuppen auf, auf dem Foto unter dem Trittbrett erkennbar


Ich habe vermutet, dass der Carson Käfer nie meinen Steilhang hochkommt. Bis mir ein siebenjähriges Kind das Gegenteil bewies. Wenn das Problem Aufsitzen auf Bodenwellen gelöst ist, ist der Käfer sogar das einfachste Fahrzeug: Bei VW Beetle schafft es ein geübter Fahrer mit 1x Zurücksetzen durch die Kehren – dank eines Wendekreises von 155mm. Und mit tiefem Schwerpunkt ist Umstürzen kein Thema.



Wie sind eure Erfahrungen mit Bergstraßen?
Gruß, Roger


roger  
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