Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#1 von dcdw_thx1138 , 10.04.2026 09:02

Hallo liebes Forum!

Vielleicht vorweg: Ich bin mit Digitaldecodern überhaupt nicht vertraut. Ich fahre Analog (und möchte das auch nicht ändern) und habe einige meiner Loks auf einen Uhlenbrock 55700 umgebaut um den mechanischen Umschalter zu eliminieren. Was mir aber an dem Teil besonders gefällt ist, dass sich die Höchstgeschwindigkeit der Lok einstellen lässt, damit meine Loks alle ungefähr mit der selben Geschwindigkeit fahren.........das ist halt eben sehr praktisch, um nicht immer wieder die Fahrspannung anpassen zu müssen.

Allerdings ist der Uhlenbrock 55700 teuer (ist mir eigentlich klar, denn Potentiometer sind teure Bauteile) und auf der anderen Seite ist es so, dass ich bei Verwendung eines digitalen Decoders die Möglichkeit zum Umsteigen auf Digitalbetrieb hätte. Ich habe gelesen, dass die Decoder eben alle Analogbetrieb zulassen und Werte für die Höchstgeschwindigkeit programmiert werden können (statt Poti). Ich habe jetzt schon ca. 5 Loks auf den 55700 umgebaut und wenn ich mir das schon antue, könnte ich ja den Vorteil mitnehmen, dass ein Umstieg auf Digital möglich wäre. Und günstiger wäre so ein Decoder ja auch.

Mir wäre aber folgendes wichtig: Ich möchte nicht den Motor umbauen. Also das wäre für mich wichtig, dass der Motor genau so bleiben kann (Allstrommotor), einfach nur einen Decoder einbauen.

So und jetzt meine Fragen:
* Welchen Decoder würdet ihr mir aus dem Bauch heraus empfehlen für einen guten Analogbetrieb? Meine Recherche schlägt mir den Tams LD-W-42 vor. Der wäre halt mit knapp über 20 Euro deutlich günstiger wie ein Uhlenbrock.
* Was für einen einfachen Programmer würdet ihr mir empfehlen, damit ich bei diesem Decoder dann die Höchstgeschwindigkeit (und vielleicht noch andere Parameter) einfach programmieren kann? Was gibt es hier für eine einfache bzw. preiswerte Lösung? Dann würde ich mir einfach mal so einen Programmer zulegen, damit ich die Einstellungen für den Analogbetrieb machen kann.

Wäre für sämtliche Tipps dankbar.

Viele Grüße
Thomas


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zuletzt bearbeitet 10.04.2026 | Top

RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#2 von Railstefan , 10.04.2026 09:26

Hallo Thomas,

bitte achte bei Dekodern darauf, dass nicht alle gut mit dem Umschalt-Impuls beim AC-Analogbetrieb umgehen können - es gibt da hin und wieder mal Rauchzeichen
Es gibt Dekoder, die das halbwegs problemlos schaffen, aber achte bitte darauf.

Und für die klassischen Feldspulen-Motoren gibt es auch nicht viele Dekoder neben dem von dir genannten Tams-W-Typen und dem Märklin 60906

Gruß
Railstefan


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#3 von alexus , 10.04.2026 10:20

Hallo Thomas

Für dauerhaften analogen Betrieb mit Decodern sollten diese eine dauerhafte Spannungsfestigkeit von 40V haben. Da gibt es in der Preisklasse 20,- - 30,-€ meines Wissens nichts.
Damit dürfte der Tams wie auch ESU‘s rausfallen, max. Spannung 35V.


Alexander, nur noch lesend.
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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#4 von Stahlblauberlin , 10.04.2026 10:44

Was spricht gegen die klassischen mechanische FRUs? ggf. um eine für 2,-€ nachgebauten Vorschaltelektronik ergänzt? Richtig justiert funktionieren die erstaunlich gut und zuverlässig. Hohe Umschaltimpulse kratzen den nicht.
Gestern Abend erst eine 44er gewartet, dabei den Umschalter sauber justiert. Bleibt nur der Blitz, kein Bocksprung. Mit Elektronik fällt auch gleich der Lichtwechsel mit ab und der Blitz ist weg. Da mit Elektronik der Motor Gleichspannung bekommt läuft er auch etwas ruhiger. Die Vorschaltelektronik lässt sich mit aktuellen Bauteilen auf 1x1x2cm quetschen, auf Lochrasterplatine wohlgemerkt.


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#5 von silz_essen , 10.04.2026 10:48

Hallo zusammen,
wenn ich das richtig verstehe, geht es dem Fragesteller darum, die Höchstgeschwindigkeit über den Decoder einzustellen, nicht den Bocksprung beim Umschalten zu eliminieren.

Gruß
Martin


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#6 von Stahlblauberlin , 10.04.2026 11:11

Das Einstellen der Höchstgeschwindigkeit bei einem Dekoder erfordert aber so oder so eine digitale Grundausstattung, mit Poti ist schon seit 30 Jahren nicht mehr. Dazu die von @SAH erwähnte Problematik mit den Umschaltimpulsen, das ist nicht zu unterschätzen. Der Tams ist da schon ziemlich tolerant, der hat auch mal!! meinen blauen Trafo überlebt. Da steht aber schon explizit 230V auf dem Typenschild. Trotzdem haut der schon 28 V AC raus, das sind 39Vss. Sehr grenzwertig.


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#7 von volkerS , 10.04.2026 12:25

Hallo Thomas,
entscheidend ist erst einmal, welche Trafos du derzeit benutzt.
Sollte da noch ein alter 280 in Verwendung sein wird es bei Digital-Decodern sehr mau.
Wenn Digitaldecoder dann brauchst du den passenden Programmer oder aber, z.B. für Tams, eine Zentrale. Z.B. MS2.
UB 55700 kostet 50€, der Märklin 60906 40€. Für die Programmierung der Decoder kostet die Hardware ab etwa 80€. Du müsstest also mindestens noch 8 Loks umrüsten um die Kosten für den Programmer zu kompensieren. Erst danach wären die Decoder eine wirkliche Ersparnis.
Wenn du definitiv bei analog bleiben willst, hast du dir schon einmal den Märklin 7180 Umbausatz angesehen?
Volker


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#8 von Jerge57-H0 , 10.04.2026 21:25

Hallo Thomas,

ich habe mir erst dieses Jahr einen Digital Startset mit MS2 zugelegt und verwende den TAMS LD-W-42. Inzwischen habe ich 3 Loks damit ausgestattet. Hauptgrund für den nach wie vor überwiegend analogen Betrieb war für mich eben auch die Möglichkeit zu haben, den Loks eine halbwegs vorbildnahe Geschwindigkeit anzuerziehen. Das geht.

TAMS erwähnt explizit in der BA, dass die alten, blauen Trafos die Decoder zerstören können. Ich habe mir deshalb extra einen "grauen" zugelegt. Die MS2 war für mich als Einsteiger leicht zu bedienen, die BA dabei hilfreich. Der Decoder hat ein paar spezielle Funktionen wie Anfahrkick und Vmittel, die nicht in der MS2 beschrieben sind. Da muss man sich in die BA des Decoders einarbeiten und diese über CVs ändern. Aber machbar. Die Loks werden mit der Funktion "Erkennen" problemlos angemeldet und laufen sofort. Lediglich die Adresse muss angepasst werden, damit nicht alle auf der 3 stehen.

Ich kann die Kombination empfehlen.

Gruß Fritz


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#9 von dcdw_thx1138 , 13.04.2026 15:35

Vielen Dank für sämtliche Antworten hier an dieser Stelle, habe jetzt doch einige Tage gebraucht um endlich mal zu antworten.
Ich freue mich immer so sehr, das es so viele Leute hier gibt die mit mir ihr wissen teilen wollen. Wie @silz_essen richtig schreibt, geht es mir in erster Linie darum, die Geschwindigkeit einstellen zu können. Ich habe einige meine älteren Loks auch auf den 5 poligen Läufer umgestellt für mehr Zugkraft. Da hatte ich dann aber meist das Problem, dass mir die Lok etwas schnell gleaufen ist und ich konnte mit dem 55700 die Geschwindigkeit immer gut justieren. Das fand ich sehr praktisch.

Aber eben, das teil ist mir zu teuer, viele Decoder einfach günstiger zu haben.

Nochmals vielen Dank an @Jerge57-H0, denn so ähnlich habe ich mir das auch vorgestellt. Wenn ich schon auf einen elektronischen Umschalter umbaue um auch die Geschwindigkeit einzustellen, dann habe ich bei einem echten Decoder auch den Vorteil, dass ich auf digital wechseln könnte. Nochmals nachgefragt: Du hast den Motor aber nicht umgebaut, sondern bist beim Allstrom Motor geblieben, oder?

Also mit MS2 ist vermutlich die "Mobile Station 2" von Märklin gemeint, bin ich da richtig? Trafos habe ich nur graue oder auch noch zwei blaue, die aber explizit mit 230V beschriftet sind. Ich werde mal die Spannung beim Umschaltimpuls messen, damit ich ein Gefühl bekomme, welcher meiner Trafos kritisch sein könnten. Jetzt weiß ich auch, dass der TAMS-LD-W-42 mit der MS2 kompatibel ist und programmiert werden kann. Welche Artikelnummer hat den die Mobile Station 2? Da gibt es meines wissens nach unterschiedliche Versionen....... welche soll ich mir zulegen?

@volkerS : Der Umbausatz 7180 wäre doch dafür gedacht, die Lok auf DC umzubauen, oder?

Viele Grüße
Thomas


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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#10 von Jerge57-H0 , 13.04.2026 15:50

Hallo Thomas,

der Decoder Typ LD-W funktioniert NUR mit dem Allstrommotor, die ich beibehalten habe. Für Motoren mit Permanentmagnet braucht es den Typ LD-G.

Mit MS2 ist die Mobile Station 2 gemeint. Die war einfach Teil des Startset 29074, einzelne Nummern habe ich deshalb nicht. Da war eine BR 74 mit dabei, was mir wichtig war, um ein funktionierendes System zu haben, bevor ich umgebaute Loks aufs Gleis stelle.

Gruß Fritz


 
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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#11 von alexus , 13.04.2026 15:57

Hallo Thomas

Bedenke bitte das die max. Decoder Spannung sich auf die Spitzenspannung bezieht, die Spitze der Sinuswelle.
Wenn du den Umschaltimpuls am Trafo mit einem Multimeter in AC-Stellung erfasst ist das der effektive Wert der Wechselspannung.
Den Spitzenwert erhält man indem der angezeigte Wert mit Wurzel 2 (~1,414) multipliziert wird.
Beispiel: Am Multimeter angezeigte Umschaltspannung 26V AC x 1,414 = ein Spitzenwert von 36,7V.
Bereits für viele Decoder etwas viel.


Alexander, nur noch lesend.
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RE: Decoder statt Uhlenbrock 55700 für Analogbetrieb: Welchen Decoder und wie programmieren

#12 von Jerge57-H0 , 13.04.2026 16:19

Hallo Thomas,

habe auf die Rückseite meiner MS2 geschaut. Da steht die TNr. 60657. Du brauchst aber den ganzen Set mit Gleisbox und Netzteil.

Gruß Fritz


 
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#13 von dcdw_thx1138 , 13.04.2026 17:49

Und das war bei deiner Startpackung dabei?


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#14 von Jerge57-H0 , 13.04.2026 19:10

Hallo Thomas,

ja, war alles dabei, dazu ein paar Wagen und ein Gleisoval. Es gibt den Startset aber auch ohne rollendes Material unter der Nummer 29000 wie z.B. hier
https://amzn.eu/d/0bWlEeMC

oder nur die Elektronik wie z.B. hier
https://ebay.us/m/f3aOEa

Ich weiß nicht wie gut die Loks mit dem UB 55700 analog laufen. Mit dem TAMS Decoder laufen sie jedenfalls analog nicht so geschmeidig wie es eine rein analoge Lok tut. Nur damit ich es erwähnt habe.

Gruß Fritz


 
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