RE: Gleis-/Anlagenplanung Wasseralfingen

#26 von Tschubi , 04.06.2026 00:32

Hallo Zusammen,

habe was den Betrieb angeht nochmal bissl was rausgefunden. Also Die Zahnradbahn legte wohl lt. dem Buch zum Besucherbergwerk (S. 136) bis zu vier Fahrten täglich zurück und transportierte Eisenerz zum Hüttenwerk. Zusätzlich wurden auf dem Rückweg Schlackensand und Walzwerkschlacke zum Haldenplatz gebracht (heutiger Sportplatz / Viktoriaplatz). Zusätzlich steht an diversen Stellen noch, dass erst zwischen 1920 und 1924 in Wasseralfingen komplett modernisiert und die Handförderung der Erzwägen (Hunde) durch eine Lokomotivförderung ersetzt wurde. Im Jahr 1924 wurde ja bereits die Zahnradbahn wieder abgebaut da diese durch die Drahtseilbahn ersetzt wurde. Und irgendwann ab 1921 ging ja auch der Abbau beim Süßen Löchle Los, weshalb da dann irgendwann um den Dreh auch die Erzrutsche gebaut wurde. Genau deshalb habe ich mich bei dem ganzen Szenario/Diorama eben auf den sehr begrenzten Zeitraum 1921 bis 1924 fokussiert, wo all diese Elemente eine kurze Zeit zusammengespielt haben dürften.

Nun ist es aber wie folgt. Den Gleisplan welchen Kurz Seidel in seinem Buch zur Zahnradbahn ja rekonstruiert und abgebildet hat, lehnt sich ja hauptsächlich oder vmtl. nur an das Bild von Eduard Wengert aus dem Jahre 1905 an. An diesem habe ich mich ja erstmal jetzt auch weitestgehend orientiert, da ich bisher einfach auch nichts anderes habe leider. Der Abschnitt und der Streckenverlauf der Zahnradahn selbst in diesem Bereich müsste denke ich stimmen und wird wohl auch stabil geblieben sein. Die gab es ja auch schon seit 1876.

Nun habe ich mich allerdings gefragt, warum hat man denn dann da soviel Streckennetz und Gleise und auch diese ganzen Stumpf-/Parallelgleise dann um diese Zeit schon benötigt. Ich habe das jetzt einfach mal die KI gefragt und die Antwort leuchtet mir eigentlich ein was die Erklärung zur Vorplatz-Logistik vor 1920 angeht. Im Prinzip war lt. KI das ausgiebige Schienennetz notwendig da es quasi als Pufferbahnhof genutzt wurde. D.h. die Zahnradbahn war wohl das Nadelöhr weshalb die vielen Stumpfgleise als Abstellgleise genutzt wurden um dort zu sammeln. Zum Rangieren wurden da wohl u.a. auf Pferde gesetzt. Dass diese zeitweise dort auch im Stollen eingesetzt wurden habe ich auch bereits irgendwo gelesen. Zwischendurch kam wohl auch im Stollen mal ein Drahtseil und eine sog. Lokomobile zum Einsatz (ja nicht Lokomotive, sondern Lokomobile). Ein Schwerkraft-Rangierbetrieb würde ich jetzt aufgrund des Geländes ausschließen.
Wobei Tommy ja auch schon bereits im zweiten Post einiges zu diesem Thema wie diese diversen Abstellgleise genutzt worden sein könnten geschrieben und das hat prinzipiell auch Sinn ergeben. Allerdings war da ja noch nicht ganz klar, dass ich mich ja prinzipiell an ein Abbild einer Gleisplansituation anlehne wo noch nichtmal Loks gefahren sind. Das war mir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ganz klar.

Da ja z.B. das Bild mit der abgebildeten Grubenbahn der 1920er Jahre vor dem Tiefen Stollen welches auch im PDF des Bergbaupfads zu sehen ist eben die dort abgebildeten Gleise mich einen anderen Streckenverlauf vermuten lassen, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass manches dieses Pufferschienennetzes mit der Modernisierung und Umstellung auf den Lokbetrieb tatsächlich auch abgebaut oder verändert wurde. Aber dazu finde ich wie gesagt leider bisher keinerlei Unterlagen und Hinweise in den ganzen einschlägigen Büchern. Interessant wäre natürlich, wenn es noch Bilder oder einen Plan aus den sehr späten Jahren oder kurz vor der Stilllegung gäbe, wo man dan diese wiederum vergleichen könnte. Aber momentan halte ich mich halt einfach mal an dieses Schienennetz wie es bekannt ist, auch wenn es wie gesagt vmtl. nochmal verändert wurde. Aber für eine Art Puffer-/Rangierbetrieb macht das auch mit den Grubenbahnen zumindest im Modellbahnbetrieb Sinn.

Grüße,

Tschubi


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RE: Gleis-/Anlagenplanung Wasseralfingen

#27 von Datschiburger , 04.06.2026 02:17

Gunmorgähn Tschubi

Verfolge eifrig dein interessantes Projekt. Inhaltlich kann ich da leider nichts beitragen, dein Vorgehen aber mit der tiefgreifenden historischen Recherche gefällt mir sehr gut!
Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, und hoffe, Dein Projekt kommt bald in die Bauphase, bin sehr gespannt.

Grüße von
Marcus


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RE: Gleis-/Anlagenplanung Wasseralfingen

#28 von lernkern , 04.06.2026 11:33

Moin.

Die Gleisanlagen der Zahnradbahn ergeben schon Sinn und sind, wie du sagst vermutlich auch "stabil". Die Grubenbahn könnte auch angelegt worden sein, wie eine Feldbahn, das heißt mit schnell und nach Bedarf verleg- und entfernbaren Gleisjochen. Das würde Änderungen im Gleisverlauf erklären. Und dir einige Freiheit bei der Planung geben.

Man kann eine Modellbahn streng nach Vorbild bauen, wenn man die nötigen Informationen hat. Man kann aber auch versuchen, ein Vorbild erkennbar darzustellen. Das wäre für mich eigentlich das sinnvollere Ziel.

Und: es wäre ja toll, wenn der von dir dargestellte Ausschnitt wirklich das betriebliche Zentrum der beiden Bahnen gewesen wäre. Denn dann bräuchtest du 1. "außerhalb", also in den FYs wirklich nur wenig Platz... Und 2.: was ein Betrieb auf deiner Anlage.

Willst du auf der eigentlich alleine spielen? Oder spielt dein Pa mit? Ich glaube, man könnte da schon zu Zweit drauf spielen.
Und noch eine Frage: auf welcher Höhe soll die "Grundebene" sein?

Edit: entschuldige die Klugscheißerei, aber die Erzwagen sind "Hunte".

Grüße

Jörg


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RE: Gleis-/Anlagenplanung Wasseralfingen

#29 von Tschubi , 04.06.2026 14:26

Zitat von Datschiburger im Beitrag #27

Verfolge eifrig dein interessantes Projekt. Inhaltlich kann ich da leider nichts beitragen, dein Vorgehen aber mit der tiefgreifenden historischen Recherche gefällt mir sehr gut!
Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, und hoffe, Dein Projekt kommt bald in die Bauphase, bin sehr gespannt.



Danke, das freut mich. Bis zur richtigen Bauphase wird es noch etwas dauern, da der Raum wo das später alles stattfinden wird grad noch renoviert wird und ich noch paar andere nicht grad kleine Baustellen am Haus selbst hab. So nutze ich halt die Zeit für die ganze Recherche und mach mir über dies und das so Gedanken. Aber an bestimmten Details versuche ich mich ggf. bald. Auch ohne Anlage kann ich ja diverse kleinere Objekte schon angehen. Sprich z.B. mal das Mundloch-Portal bauen und schauen wie es wird oder auch nur Selfmade Bäume oder auch mal ein Gebäude konstruieren und überlegen ob ich es selbst aus Karton baue oder mich in das Thema der 3D-Modellierung "reinfuchse" und es bei einem Online-Dienstleister machen lasse. Gibt quasi genügend Möglichkeiten anzufangen und was zu tun auch wenn die Location und Platte und auch noch kein Millimeter an Gleis vorhanden ist. Und bei den meisten Themen bin ich im Vergleich zu den ganzen Profis hier im Forum noch super grün hinter den Ohren. Bei manchen Versuchen kann ich dann auch gleich das Töchterlein versuchen mit einzubinden ob sie auch Interesse und Spass an sowas findet. Vor gaaaaaanz langer Zeit hab ich zumindest mal ein Karton Häuschen selbst gebaut was ungefähr den H0 Maßstab gehabt haben könnte. Mit Inventar und abnehmbaren Stockwerken. War eher ein etwas moderneres Häuschen und war nicht für eine Eisenbahnanlage gedacht. Mein Nachbar hatte damals in der Schule sowas im vmtl. Kunstunterricht gemacht und ich fand das sehr spannend und hab dann auch einfach eins gebaut . Hatte ich damals alles auf Millimeterpapier geplant und halt auf weißem recht dünnem Karton ausgeschnitten und entsprechend verklebt. Nur angemalt hatte ich es am Ende nicht. Stand sehr lange in meinem Zimmer aber existiert leider mittlerweile nicht mehr und ist irgend einem Umzug wohl mal zum Opfer gefallen leider. D.h. grundsätzlich traue ich mir was dies angeht einiges zu würde ich mal salopp so sagen. Aber zu lernen gibt es in dem ganzen Modellbau für mich noch astronomisch viel. Aber diesen Ansatz so ein modulares Gebäude mit Inventar zu machen wie ich es damals auch gemacht habe finde ich eigentlich recht spannend und diesen Ansatz würde ich eigentlich gerne wieder verfolgen. Sprich nicht nur die "Fassade" angehen sondern auch die Möglichkeit tiefere Einblicke zu gewähren. Gerade wenn nur wenige aber historische Gebäude auf der Anlage geplant sind fände ich das eigentlich super spannend und würde dem Entdeckergeist des Betrachters entgegenkommen und einiges zu bieten geben.
Aber wie gesagt, alles kann und nichts muss. Evtl. fange ich ja auch etwas übermotiviert grad an, aber diese ganze Recherche oder auch Gleisplanung macht mir auch bereits richtig Spaß und man lernt auch einiges dabei. Und wenns dann irgendwann doch nichts wird oder einschläft oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht klappen sollte dann hoffe ich durch meine Beteiligung hier im Forum ggf. doch dem ein oder anderen irgendwas geholfen zu haben. Kann ja sein es interessiert sich irgendwann jemand anderes exakt für dieses Szenario und kann somit dann von meinen bisherigen Überlegungen und Recherchen auch etwas profitieren. Who knows. Könnt natürlich auch alles nur für mich behalten und machen, macht aber irgendwie ja auch nur halb soviel Spaß wenn man nicht manchmal mit ein paar gleichgesinnten "Nurds" (nicht böse gemeint ) fachsimpeln könnte. Und das ist für mich bei jedem Thema so. Könnten auch alte Computerspiele oder egal was sonst sein. Ich bin wohl tendenziell der Typ Mensch dem die Hobbies und Interessen nicht ausgehen würden. Der Tag und die Nacht und im Endeffekt das ganze Leben haben prinzipiell zu wenig Stunden . Ich will und muss bei diesem Moba-Thema jetzt auch nichts überstürzen und mir auch Zeit und Raum für die anderen Hobbies und Interessen und natürlich Familie nehmen. Sei es nun Wandern, Radeln, Garten, Häusle, Genealogie, ... egal was.

Zitat von lernkern im Beitrag #28

1.) Willst du auf der eigentlich alleine spielen? Oder spielt dein Pa mit? Ich glaube, man könnte da schon zu Zweit drauf spielen.
2.) Und noch eine Frage: auf welcher Höhe soll die "Grundebene" sein?
3.) Edit: entschuldige die Klugscheißerei, aber die Erzwagen sind "Hunte".


1.) Weiß ich nicht. Mal sehen. Pa hat erstmal sein eigenes Spielzeug . Evtl. frage ich ihn demnächst mal und stelle von seiner Anlage auch mal Bilder hier ein. Von der alten Vorgänger-Anlage gäbe es ggf. sogar auch noch irgendwo Bilder (Dias). Sowohl die alte als auch die neue Anlage sind aber so richtige old-Style Fantasie Spielbahnen wo man nicht mal annähernd einen Anspruch an Realismus haben darf sondern einfach nur seine Blicke schweifen und das ganze wirken, genießen und ein wenig in kindliche Freude übergehen sollte .

2.) Da bin ich grad dran an dem Thema und überlegen was die Landschaftsgestaltung und Höhenunterschiede angeht und wie Maßstabsgetreu das wiederum möglich ist. Da ich ja das Schüttgerüst bei der Halde drauf habe brauch ich dort ein gewisses Gefälle. In der Realität hab ich dort im Bereich bis hoch zum Platz der Grubenbahn irgendwo Geländeunterschiede so um die 10-15m. Vom Mundloch hoch zum Haus der Bergleute also Mundloch Tagstrecke 1 sind es in der Realität irgendwo zwischen 17 und 25 m wenn ich das grad recht in Erinnerung habe. Sprich diese Erzrutsche war schon ziemlich mächtig und hat einiges überbrücken müssen, was man auch auf den Bildern sieht die Personen die davor stehen das schon sehr mächtig erscheinen lassen. D.h. konkret habe ich kürzlich darüber nachgedacht die Gleise irgendwo ggf. auf 12cm oder so zu legen. Den Hang über dem Mundloch werde ich tendenziell etwas drücken müssen was den Maßstab angeht.
Dieser Höhenunterschied beim Erzscheideplatz wo die Zahnradbahn quasi lt. dem Bild von Wengert so eine Schneise zwischen den Gleisen der Grubenbahn hatte könnte noch spannend werden wie ich da die Höhenunterschiede im Modell mache und hinbekomme, dass auch die Steigungen wieder auf die kurze Strecke ok sind und es nicht komisch wirkt. Heute ist dort beim Besucherwerk meines Wissens alles nur ein ebener Platz. D.h. von dieser Schneise ist heute gar nichts mehr zu sehen. D.h. wie hoch diese wirklich in der Realität war weiß ich gar nicht. Sprich mussten da nur die Wägen unter den "Holzbrettern" drunterpassen, damit mit den Schubkarren das Erz eingekippt werden konnte oder musste auch die ganze Lok da unten drunter passen? Wie weit könnte das Erz da beim Kippen noch "runtergefallen" sein bis in den Wagen usw.? Wie hoch war die Lok und wie hoch ungefähr die Wägen? Und wie hoch sind die Modelle so dass das dann gestalterisch alles hinhaut. Fragen über Fragen .
Oder hast du mit deiner Frage zur Grundebene eher die Höhe der Anlage selbst gemeint. Sprich Einblicke eher auf Sitzhöhe oder aus dem Stehen? Da wäre ich mir tatsächlich auch noch nicht so ganz sicher wie ich es machen würde.

3.) Erst wollt ich schreiben. Passt, Klugscheißerei ist angenommen. Aber ich klugscheiße da jetzt mal bissl zurück. Prinzipiell hast du Recht und in der traditionellen Bergmannssprache heißen die Förderkarren "Hunt" und in Mehrzahl "Hunte". Dennoch ist die Schreibweise und Aussprache "Hund" und Mehrzahl "Hunde" historisch genauso richtig und eng mit dem Begriff verwoben. "Hunt" hat sich in der Schreibweise halt eher durchgesetzt um sich klar von dem Haustier abzugrenzen. Aber in historischen Quellen und alten bergmännischen Schriften und im regionalen Dialekt findet man sehr häufig die Schreibweise mit "d" (der Grubenhund). In dem Buch zum Besucherbergwerk ist hier wirklich öfter auch von "Hunde" die Rede. Hab grad eine Stelle im Buch auf S. 119 vor mir liegen . Frag mal das liebe Internet aber glaub nicht immer alles der KI . Die hat mich schon oft genug belogen - haha.

Grüße,

Tschubi


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RE: Gleis-/Anlagenplanung Wasseralfingen

#30 von lernkern , 04.06.2026 15:41

Moin.

Zu 2. Ja, meine Frage bezog sich auf die Höhe der Anlage selbst, also Sitzhöhe oder Stehhöhe oder etwas ganz anderes.

Zu 3. Ah, ok! Wieder was gelernt!-)

Grüße

Jörg


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