Durch ein Missgeschick ging leider an einer hochpreisigen Lok die 21mtc Schnittstelle kaputt. Es sind 4 Pins umgeknickt und beim Versuch diese zurück zu biegen, haben diese sich von der Hauptplatine gelöst.
Man müsste also entweder die Hauptplatine neu kaufen oder die Stiftleiste erneuern. Bei Märklin habe ich schon angefragt. Die Platine ist in der Ersatzteilliste nicht ausgewiesen, ich habe also keine Nummer. Es ist damit zu rechnen, dass es die Platine garnicht im Ersatzteilverkauf gibt.
Eine neue Stiftleiste ist nicht teuer aber ich habe nicht die Fähigkeiten und auch nicht das passende Equipment diese auf die Hauptplatine zu löten. Ich löte viel aber das ist mir etwas too much.
Daher die Frage in die Runde: Kennt jemand der jemanden kennt und sowas anbietet und unkompliziert über die Bühne bringt? Vllt ein Spezi hier im Forum?
Technisch bin ich in der Lage diese Reparatur auszuführen, aber ich mache es aus Gründen der Haftung nicht für „fremde“.
Aber trotzdem ein paar Tipps dazu: Zuerst, nur weil das Teil bei Märklin nicht gelistet ist, heißt das nicht, dass es das nicht als Ersatzteil gibt - nur steht es dann nicht für externe zur Verfügung - eine werksreparatur ist aber ggf. Möglich.
Zur Reparatur der defekten Platine selbst: Mit einem feinen Seitenschneider die alte Stiftleiste kleinschneiden, und dann Stückweise entfernen, dabei aber keine größeren Kräfte in die Platine einleiten - es besteht die akute Gefahr, das Lötpads abreißen. Alternativ eine Seite der stiftleist großzügig mit Lötzinn überziehen, und dann etwas abheben, und danach mit entlötpumpe das Zinn wieder entfernen - danach schwebt eine Seite schon über den Pads. An der 2. Seite wiederholen.
Neue Leiste, Z.b. von Tams, ausrichten, und einen Fuß anlöten. Anschließend den diagonal gegenüberliegenden Fuß anlöten. Danach Fuß für Fuß anlöten. Mit dem zin sparsam umgehen - feines lot, max. 0,5 mm benutzen.
Bei den Arbeiten mit heißer lötspitze arbeiten, und immer wieder abkühlpausen für die Platine einlegen.
das Entlöten der Stiftleiste ist für Ungeübte tatsächlich nicht so einfach, ohne was zu beschädigen. Was enorm hilft, ist das Entlöt-Hilfsmittel Chip-Quik. Es besteht aus einem speziellen Lötzinn und Flussmittel. Damit werden die Lötstellen "überlötet". Es bildet sich eine niedrigschmelzende Legierung (ca. 85°C), welche das Entlöten sehr vereinfacht. Ist auch in Deutschland erhältlich: z.B.: Farnell Es gibt eine Ausführung für bleifreie Lötungen und verbleite Lötungen. Ist halt nicht ganz billig.
Danach muss man die Lötpads mit Entlötlitze ordentlich saubermachen. Der neue Stecker kann dann normal eingelötet werden.
ein Bild würde helfen, um zu sehen, welche Pins beschädigt sind. Ich würde vmtl. (nur bei meinen eigenen Loks) versuchen entweder das Plastik zu zerschneiden, abzunehmen und dann jeden Pin einzeln auslöten, oder das Plastik im ganzen vorsichtig abzuheben und die Pins auslöten und dann aus einem (schon genannten) Ersatzteil die Pins einzeln ersetzen/einlöten.
Allerdings birgt das Abhebeln des Plastiks die Gefahr, die Lötpads mit abzuhebeln, und dann muss man ggfls an den Leiterbahnen neue Lackdrähte anlöten.
lieben Gruss von südlich des Weisswurst-Äquators Thomas
Zitat von ThKaS im Beitrag #7Moin Ich würde vmtl. (nur bei meinen eigenen Loks) versuchen entweder das Plastik zu zerschneiden, abzunehmen und dann jeden Pin einzeln auslöten, oder das Plastik im ganzen vorsichtig abzuheben und die Pins auslöten und dann aus einem (schon genannten) Ersatzteil die Pins einzeln ersetzen/einlöten.
Allerdings birgt das Abhebeln des Plastiks die Gefahr, die Lötpads mit abzuhebeln, und dann muss man ggfls an den Leiterbahnen neue Lackdrähte anlöten.
Moin,
das bitte nicht probieren, ich habe das selber mal probiert, die Pins haben ohne den Kunststoff keinerlei halt und können das Lötpad irreparabel zerstören (das Experiment habe ich selber durch). Ich selber bin noch nicht soweit, eine Stiftleiste ordentlich zu entfernen, auf einer neuen Platine habe ich sie schon angebracht, das hat geklappt. Das Thema ist tatsächlich die Leiste unfallfrei von der Platine zu bekommen, eine neue zu verlöten ist dann kein großes Thema mehr.
Zitat von ThKaS im Beitrag #7ich würde vmtl. (nur bei meinen eigenen Loks) versuchen entweder das Plastik zu zerschneiden, abzunehmen und dann jeden Pin einzeln auslöten, oder das Plastik im ganzen vorsichtig abzuheben und die Pins auslöten und dann aus einem (schon genannten) Ersatzteil die Pins einzeln ersetzen/einlöten. Allerdings birgt das Abhebeln des Plastiks die Gefahr, die Lötpads mit abzuhebeln, und dann muss man ggfls an den Leiterbahnen neue Lackdrähte anlöten.
das bitte nicht probieren, ich habe das selber mal probiert, die Pins haben ohne den Kunststoff keinerlei halt und können das Lötpad irreparabel zerstören (das Experiment habe ich selber durch).
Das Auslöten eines mehrpoligen Steckers ist nur was für geübte Löter. Wer das nicht ist, sollte es lassen. In #5 habe ich eine Möglichkeit genannt, das unfallfrei auch für weniger geübte Löter hinzubekommen. Alternative bleibt nur, es jemanden machen zu lassen, der das kann. Beides kostet halt was.
Ich warte jetzt mal was mir Märklin auf meine Anfrage mitteilt.
Eine Reparatur werde ich selbst nicht in Erwägung ziehen, das werde ich nur jemanden machen lassen der das im Griff hat. Ich löte viel, auch beruflich aber das ist mir zu heiss. Vorher werde ich vermutlich eine Universelle 21mtc Schnittstelle verbauen.
Welche Pins sind den betroffen? Einige sind ja "frei" bzw unbelegt. Die Platine selbst wird Widerstände für die Beleuchtung haben und möglicherweise irgendetwas für die Pantoheber. Ich würde, wenn es platzmässig möglich ist, die originale Platine in der Lok lassen und zusätzlich eine einfache MTC21 Schnittstellenplatine (ESU-51967) über Kabel mit der orig. Schnittstellenplatine verbinden. Das meiste geht über Lötpads, da nur durchgeschleift (Schiene, Motor, Lautsprecher, Aux). Licht und AUX für Pantos entweder am Fuß der defekten Schnittstelle anlöten oder auf der alten Platine Ersatzpunkte suchen.
Bei MTC21 Esu Decodern würde ich gegebenenfalls auf eine zusätzliche Schnittstelle verzichten und die zusätzlichen auf dem Decoder vorhandenen Lötpads verwenden, ersatzweise für die defekten Stifte. Die aktuellen Märklin Decoder haben ähnliche Lötpads unter dem MTC21 Sockel. (Kennt da jemand die Belegung, ist das vergleichbar mit ESU?)
Märklin hat mir heute mitgeteilt, dass es die Platine nur dann als Ersatzteil gibt, wenn die Lok zur Reparatur eingeschickt wird. Das wird dann wohl die teuerste Methode werden die Lok wieder aufs Gleis zu bekommen.
Betroffen sind insgesamt die äußersten 4 Pins. gegenüber der Stelle wo der 22. Pin “fehlt“ Universelle Schnittstelle an die Hauptplatine anlöten wäre ggf. eine Idee. Das wäre für mich auch zu bewerkstelligen.
Zitat von Nic1711 im Beitrag #12Märklin hat mir heute mitgeteilt, dass es die Platine nur dann als Ersatzteil gibt, wenn die Lok zur Reparatur eingeschickt wird. Das wird dann wohl die teuerste Methode werden die Lok wieder aufs Gleis zu bekommen. [...]
Der Indexpin hat die Nr 11. Gegenüber (bzw. davor) sind die Pins 12-15 von denen nur 12-14 (Aux 1-3) von Interesse sind. Oder meinst du gegenüber in der gleichen Reihe. da ist nur 1 Pin von interesse (Aux4). Fahren und Licht sollte in beiden Fällen noch funktionieren. Fall 1 sollte mit einem ESU Loksound 5 MKL das kein Problem sein, den der hat dokumentierte Lötpunkte für Aux 1-6. Aber auch der Märklin MTC21 Decoder hat noch Aux 4-6. Wenn auf der Schnittstellenplatine Anschlußpkt. vorhanden sind, sollte das kein Problem sein das im Decoder umzuprogrammieren. Falls denn überhaupt Aux 1-3 in Benutzung sind, Mfg
Zitat von Nic1711 im Beitrag #12Märklin hat mir heute mitgeteilt, dass es die Platine nur dann als Ersatzteil gibt, wenn die Lok zur Reparatur eingeschickt wird. Das wird dann wohl die teuerste Methode werden die Lok wieder aufs Gleis zu bekommen. [...]
Der Indexpin hat die Nr 11. Gegenüber (bzw. davor) sind die Pins 12-15 von denen nur 12-14 (Aux 1-3) von Interesse sind. Oder meinst du gegenüber in der gleichen Reihe. da ist nur 1 Pin von interesse (Aux4). Fahren und Licht sollte in beiden Fällen noch funktionieren. Fall 1 sollte mit einem ESU Loksound 5 MKL das kein Problem sein, den der hat dokumentierte Lötpunkte für Aux 1-6. Aber auch der Märklin MTC21 Decoder hat noch Aux 4-6. Wenn auf der Schnittstellenplatine Anschlußpkt. vorhanden sind, sollte das kein Problem sein das im Decoder umzuprogrammieren. Falls denn überhaupt Aux 1-3 in Benutzung sind, Mfg
Hallo Nic, für das Auslöten von Stiftleisten gibt es spezielle Lötspitzen die alle Lötstellen gleichzeitig erhitzen. Steht diese nicht zur Verfügung funktioniert manchmal das Einfädeln eines dünnen CuL-Drahtes längs unter der Stiftleiste. Dann wird außen beginnend jeder Pin einzeln mit einem heißen Lötkolben (400°C) erwärmt und der CuL Draht unter die Lötstelle gezogen. Der Draht hebt dabei die Lötstelle des Stiftes an und der betreffende Pin schmilzt sich in den Kunststoff und verliert dabei den Kontakt zur Platine. Je nach verwendetem Decoder und dem tatsächlichen Schadensbild, hierzu müsste man die Platine sehen, könnte man den Decoder auch auf die verbliebenen Pins stecken und die Schadpins mit Decoderlitze überbrücken. Volker
Bei solchen Stiftleisten funktioniert es auch ganz gut mit einer guten Trennscheibe die Pins direkt über dem Kunststoffkörper zu entfernen (wenig Druck, viel Drehzahl), den kunststoffkörper vorsichtig!! abhebeln und die Pins einzeln ablöten.
Ich wäre bei allem was mechanische Belastung auf die Löpads bringt sehr vorsichtig. Habe leider Erfahrung mit der Buchse auf einem Sounddecoder die sich beim Aufstecken durch einen leicht krummen Pin der Stiftleiste gelöst hat, dabei aber auch ein Lötpad von der Decoderplatine gerissen hat. Da war nicht viel mechanische Kraft nötig. Ich habe die Buchsenleiste getauscht und auch das Pad repariert, das war aber grenzwertig.
Die komplette Stiftleiste lässt sich gut mit einer Heißluft Lötstation entfernen. Gut so was hat nicht jeder zu Hause rumstehen, ich hab mir eine Kombi aus Lötkolben und Heißluftpistole für solche Reparaturzwecke mal günstig (~30 €) aus China besorgt. Den Lötkolben habe ich noch nie benutzt aber mit Heißluft schon eine paar ICs ausgelötet. Wichtig ist da auch ein Flussmittel (engl.: Flux), das hilft die Hitze zu verteilt.
Wie schon mehrfach geschrieben wäre ein Foto gut um den Schaden besser beurteilen zu können.
Nach einigen PN hat mir Nic die Platine zugesendet, und ich habe die Stiftleiste gerade ausgetauscht - nach Prüfung, dass alle Lötstellen ok sind, wird die Platine demnächst wieder an Nic zurück gehen.
Zitat von ThKaS im Beitrag #19Moin Michael, topp! Und welche deiner Lösungsalternativen hast du gewählt?
Hi Thomas,
Es stellte sich heraus, dass die Kunststoffhalterung der Stiftleiste sich relativ leicht bewegen ließ - ich habe sie komplett „abgezogen“, und konnte dann alle Stifte einzeln entfernen.