Hallo,
der vermehrte Einsatz liegt schlicht und ergreifend auch am nicht ausreichenden vorhanden sein betriebsfähiger Dampfloks bei der HSB und daran dass bei Triebwagenmangel die 199.8 auch noch aushelfen müssen. Es war zur Wendezeit angedacht 30 Stk. nicht leistungsgesteigerter V100 BR 110, spätere BR 201 umzubauen in die Baureihe 199.8 im Raw Fritz Heckert in Stendal und dann die altgedienten Wasserkocher aus den 1950er bis Mitte der 1990er abzustellen. Durch die geänderte politischen Bedingungen und dem Verkauf der Schmalspurbahn und damit die Privatisierung, wurde diese Aktion gestoppt, weil man seinerzeit im Wendetaumel und Nostalgiegedanken versunken wieder auf die Dampftraktion gesetzt hat. Politisch nicht die beste Entscheidung der Eigentümer. So wurden nur 10 Stück umgebaut und der Bestand schrumpfte nochmals ein, nachdem Sie nur noch für den Güterverkehr und Arbeitsdienst genutzt werden sollte. Der wenige Güterverkehr brach zusammen und Versuche mit Rollböcken floppten aber mehr oder minder, so dass der Bedarf abermals sank bis Ende der 1990er und einige Loks keine zweite Revision mehr bekamen und gleich wieder abgestellt wurden nach Fristablauf. Eigentlich sind die Loks auch vom Alter her reif für die verdiente Abstellung, da die ursprünglichen Loks auch schon alle ein halbes Jahrhundert am Buckel haben und im Kern ist es noch die gleiche Lok.
Der Wagenpark ist auch nicht viel besser bei der HSB. Bis zur Wendezeit wurden Wagen im Werk Wittenberge umgebaut/moderniesiert ähnlich den Reko- bzw. Umbauwagen bei der großen Bahn nach DDR-Standart die ich als Reisender in 1990ern schon nicht mehr zeitgemäß hielt, vorallem die WC sind ein Witz. Der Ersatz durch neugebaute Triebwagen aus dem Werk Wittenberge in den 1990ern, lief auch nicht so gut und diese werden störanfälliger, so dass die ganze HSB einen stark veraltenten und im Unterhalt sehr teuren Fahrzeugpark besitzt der so eigentlich wirtschaftlich kaum mehr tragbar ist. Warum man sich im Harz, aus nostaligischen und emotionalen Gründen hauptsächlich so gegen eine elektrifizierung von Harzquer- und Brockenbahn wehrt bleibt mir unverständlich. Wenn man nach Möglichkeit noch ein wenig die Infrastruktur ausbaut und spurtstarke Elektrotriebzüge oder elektrischer Wendezüde hätte, könnte man obendrein die Fahrzeiten straffen und vorallem die Harzquerbahn auch noch besser in den ÖPNV einbinden von Seiten des Landes. Es mag sich zwar so mancher älterer Mitbürger aus emotionaler Nostalgie sich an modernen Elektrotriebzügen und elektrischer Wendezüge stoßen, aber Meterspurpanoramatriebwagen wie in der Schweiz würden dem Harz, nicht nur wirtschaftlich gut zu Gesicht stehen. Für Nostalgiker könnte man immer noch 2-3 aktive Dampfloks vorhalten und damit in den Ferien einmal am Tag einen Umlauf am Tag auf der Harzquerbahn rauf und runterschnaufen und Sonderfahrten durchführen und Lokführerkurse damit anbieten.
Betrieblich und wirtschaftlich ist die HSB aus der Zeit gefallen, Dampfloks weit hinter der vorgesehenen Lebensdauer, überaltete Dieselloks und ein uralter Wagenpark und das Tag für Tag im Planbetrieb. Extrem steigende Rohstoffpreise für fossile Brennstoffe, die vermehrten Brände um den Brocken, die ollen alten Dampfheizung und der bescheidene Comfort der 1950er und 1960er könnten der Vergangenheit angehören, wenn man sich mal einigen könnte die HSB fit für die nächsten 100 Jahre zu machen. Mit der Elektrifizierung wäre der Umwelt geholfen, der Personalbedarf gesunken, der Comfort gesteigert und die Fahrzeiten verkürzt und ettliche Probleme vom Tisch. Mit einem sturen weiter so, rutscht die HSB aber immer tiefer in die roten Zahlen. Nichts gegen Opas Wasserkocher, aber eine betriebsfähige Eisenbahn mit klaren Transportaufgaben ist kein Museum. 🙊🙉🙈
Züge wie der GoldenPass Panoramic Express, oder Wagen wie beim Glacier Express würden sich in Harz auch gut machen und mit den Allegra-Triebzügen könnte man auch im Harz modernen Nahverkehr anbieten und immer noch Aussichtswagen für betuchtere Kunden mitnehmen. Obendrein durch sinkende Kosten, könnte diese auch bei den Fahrpreisen weitergereicht werden, damit sich wieder mehr Leute das Fahren mit der Schmalspurbahn auf den Brocken leisten könnten.
Die 199.8 sind im Betrieb auch nicht wirklich so günstig, für größere Aufgaben werden die Loks wieder aufwendig nach Stendal geschickt, inkl. umspuren in Nordhausen und dazu sind ja auch immer noch Dampfheizungen extra verbaut. Aber immerhin weniger teuer als Dampfloks und der Heizer entfällt so auch. Mal schauen wie lange die Transformation noch auf sich warten lässt im Harz.
Gruß, Verschiebebahnhof