Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#1 von EddiO , 21.06.2026 19:59

Hallo zusammen,

ich lese hier schon lange mit (wenn auch eher still) und komme eigentlich aus der Modellbahn-Ecke, bin aber seit einiger Zeit wieder bei Klemmbaustein-Zügen gelandet. Und plane auch meine erste feste Anlage (SteinGartenBahn - Irgendwas zwischen Oval und Gleiswüste)

Was mich dabei ziemlich überrascht hat:
Die „Technik“ dort ist im Vergleich zur Modellbahn ehrlich gesagt stehen geblieben – gerade beim Thema Antrieb, Steuerung und Sound.

Ich bastle aktuell an einem eigenen Ansatz und wollte mal bewusst hier in die Runde fragen, weil hier einfach viel Know-how sitzt.

Die Idee ist im Kern ein Antriebsradsatz im Format des bekannten 9V-Motors (LEGO #590), aber technisch eher aus der Modellbahn gedacht:

  • Metallräder auf Achse
  • integrierter Motor
  • Platz für einen echten Decoder (PluX22 / mtc21)
  • kleiner Lautsprecher
  • LiPo direkt im Drehgestell (~300 mA)


Ziel wäre:
  • Sound direkt im Fahrzeug (nicht nur „Motor an/aus“)
  • perspektivisch Mehrzugbetrieb
  • unabhängig von den üblichen Batteriekästen
  • optional Laden über Gleis (Metallräder)


Mir ist bewusst, dass das vom klassischen Spielzeugansatz ziemlich weggeht – aber genau das reizt mich gerade.

Wenn ihr mich dabei etwas unterstützen wollt, würde ich mich freuen, wenn ihr an einer kurzen Umfrage teilnehmen würdet.
Google Forms - Umfrage - Ich entwickle einen neuen Zug-Antrieb – hilf mir, ihn besser zu machen

Das ganze ist noch keine fertiges Produkt ich bin mehr in der Ideenfindungsphase, und plane es 2027 bei Kickstarter zu präsentieren.

Viele Grüße

Edgar


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zuletzt bearbeitet 22.06.2026 | Top

RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#2 von Stahlblauberlin , 22.06.2026 09:53

Hab selber mal angefangen einen deutlich kräftigerer Antrieb zu konstruieren. Allerdings weiterhin mit separater Batteriebox/Empfängereinheit, bei dem vorgesehenen Motor samt größerer Untersetzung ist im Antriebsblock einfach kein Platz für Akkus.
Eckdaten: Empfänger rund um einen ESP8266 (WLAN, simple Weboberfläche), 3S-Lipo 500 mAh und 2x1,5A Steller plus 4xSchaltausgang mit je 500 mA maximal.
Motor in 165er Größe und Schneckengetriebe mit 16:1 Übersetzung. 165er Motoren bekommt man preiswert als Fünfpoler mit schräg genutetem Anker, die laufen extrem gut.
Die Software ist schon recht weit, der erste aktive Empfänger spannt ein eigenes WLAN auf, alle weiteren klinken sich da ein und melden sich auf dem "Master" an. Geht der offline wird ein neuer Master ausgewürfelt.
Die "Lokliste" wird dabei immer auf allen Slaves vorgehalten, das Master-WLAN heißt auch immer gleich und hat das gleiche WLAN-PW.
Beim Wechsel des Masters dauert es nur ca. 1s bis man wieder steuern kann. Aufgrund der Limits des kleinen ESPs hab ich das auf acht aktive Steuereinheiten und vier Steuergeräte (Handys..) begrenzt


EddiO hat sich bedankt!
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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#3 von EddiO , 22.06.2026 17:52

Hi Stahlblauberlin,

ich bin am Anfang in eine ähnliche Richtung gegangen und hatte auch mit dem Gedanken gespielt, einen ESP32 zu verwenden. Was mich dann aber relativ schnell eingeholt hat, war der Gesamtaufwand drum herum:
Ein vernünftiger Motortreiber, sauberes Batteriemanagement (gerade bei LiPo) und dann noch eine stabile, nutzbare Steuerung/GUI – das ist am Ende doch ein ziemlich großes Fass, wenn man es wirklich „produktreif“ machen will.

Deshalb bin ich für die erste Lösung bewusst den Schritt Richtung DCC-Decoder gegangen. Da bekommt man einfach sehr viel „out of the box“: saubere Motorregelung, Sound, erprobte Protokolle und ein etabliertes Ökosystem. Funk lässt sich ja z. B. über Lösungen wie die Hornby HM700 Serie auch abbilden.

Langfristig finde ich den ESP-Ansatz aber weiterhin extrem spannend. Dass sich ein ESP32 z. B. als Z21 ausgibt oder sich an eine bestehende Z21 hängt. Dann könnte man die komplette UI (Apps, Steuergeräte etc.) weiter nutzen und müsste nicht bei null anfangen. Das wäre aus meiner Sicht ein guter Mittelweg zwischen „offenem System“ und vorhandener Infrastruktur.

Edgar


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#4 von JimKnopff , 22.06.2026 19:57

Hallo in die Runde,

ich bin auch nur ein stiller Mitleser, aber hier ein kleiner Tipp von mir.
Schaut mal auf der Seite: mattzobricks.com.
Tolle Seite zum Thema Klemmbaustein Eisenbahn.

LG
Torsten


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#5 von Stahlblauberlin , 22.06.2026 21:02

Zitat von EddiO im Beitrag #3
Ein vernünftiger Motortreiber, sauberes Batteriemanagement (gerade bei LiPo) und dann noch eine stabile, nutzbare Steuerung/GUI – das ist am Ende doch ein ziemlich großes Fass, wenn man es wirklich „produktreif“ machen will.

Gar nicht so dramatisch. Passende Motortreiber gibt's als DIP-Achtbeiner, BMS als fertige Module. Bei der Software muss man das Rad nicht neu erfinden, das OS-Railway-Projekt liefert schon eine gute Basis für die Software. Ein bisschen noch beim Z21pg-Projekt gespickt und das grobe ist beieinander.


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#6 von Tad160 , 23.06.2026 09:03

Hallo zusammen,

ist ein spannendes Thema.
Ein motorisiertes Dregestell mit Metallrädern und einer kompletten Steuerung aus der MoBa-Ecke klingt erst mal toll. hatte sowas auch mal ins Auge gefasst.

Gibt da aber ein praktisches Problem: Worauf will man fahren ?
1. die alten Lego-Metallschienen. Teuer, meistens mit schlechten Kontakten und zu utopischen Liebhaberpreisen erhältlich. Die Gleisgeometrie lässt Lego-typisch eigentlich auch keine große Auswahl zu (nur einen engen Radius R40 und die Weichen sind ohne Umbau nicht zu gebrauchen)
2. die neuen Metallschienen von fx-Bricks. Komplett neues System und kompatibel zum alten Lego-System. Mehr Radien und neue bessere Weichen. Vor kurzem sind Metallradsätze und neue Regler rausgekommen. Aber ebenfalls sehr teuer und es gibt momentan nur Standard-Weichen. Und es gibt Schwächen im System.
3. es gibt noch ein paar ältere Exoten, aber die fallen mangels Anzahl verfügbaren Materials nicht ins Gewicht.

Inzwischen hat sich die Plastikschienen-Fraktion durchgesetzt. Es gibt hier mehrere Hersteller, die alle erdenklichen Radien produzieren und auch die verfügbaren Weichengeometrien sind erheblich vielfältiger, sogar asymmetrische Dreiwegeweichen hab ich schon gesehen. Es gibt hier auch Schmalspurgleise.

Stromprobleme gibt es eher nicht. Batterie- oder Akku-betriebene Funkempfänger sind hier die Regel. Hauptspielplatz ist die Entwicklung der Steuerungs-Software. Die letzten können mehrere Loks gleichzeitig steuern und verstehen sich mit allen gängigen Empfängersystemen. Parameter wie Anfahr und Bremsrampen sind ebenfalls integriert.

Wenn man also ein komplett neues Sytem auf Basis des alten 9V-Trainmotors bauen will und nur die modellbahnüblichen Gimmicks wie Sound implementieren will, sehe ich Schwierigkeiten. Es hat keine echten Mehrwert, ich habe auch schon Legomodelle mit synchronisiertem Sound und Dampf gesehen.

Trotzdem hätte ein neuer Trainmotor Chancen. Er sollte aber hauptsächlich mechanische Qualitäten mitbringen. Schmalere Bauweise (2 statt 4 Noppen Breite für Schmalspurbahnen) oder auch ein skalierbarer Achsabstand (die 6 Noppen Standard schränken manchmal doch ein) könnten für ausreichend Akzeptanz sorgen.

Viele Grüße Detlef


viele Grüße

Detlef


 
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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#7 von volkerS , 26.06.2026 20:52

Hallo,
alles in einem Klemmbaustein zu integrieren, das gibt Verdrahtungsaufwand am Antriebsblock. Sinnvoller erachte ich:
einen Antriebsblock mit Motor, mehr nicht. 2 Drähte und fertig. Kann auch mit einfachster Funktechnik genutzt werden.
einen Klemmbaustein mit Decoderschnittstelle für handelsübliche Lok-/Sounddecoder und entsprechende Steckanschlüsse.
Damit habe ich eine digital ansprechbare Antriebseinheit mit Licht und, wenn gewünscht, Sound.
Die Ansteuerung erfolgt durch einen Baustein der vom Handy oder Sendemodul angesteuert wird und ein Gleissignal (DCC) ausgibt. So eine Lösung habe ich vor Jahren als RC Anbindung mit einem Kollegen realisiert. Der Baustein verhielt sich wie eine 3A Gleisbox angesteuert mit einem RC Summensignal. Der Empfänger war 10x10mm groß und erhielt seine Versorgungsspannung aus dem Baustein, Verbindung war ein 3-poliges RC Kabel.
Entwicklung eines Motortreibers war überflüssig, Ansteuerung und Einstellmöglichkeiten eines Lokdecoder sind ja ausgereift.
Volker


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#8 von EddiO , 27.06.2026 12:04

Hallo zusammen,

leider kam mir die Lieferung von BlueBrixx mit den ganzen Rabattaktionen dazwischen

@JimKnopff
Ja, mattzobricks.com ist echt ein super Projekt, habe dies für meine Signale überlegt. Für den Zugantrieb suche ich etwas was genau in den 9V Eisenbahn Motor passt, da man bei vielen Baumodellen genau diesen Platz durch ein Dummy ersetzt um ihn dann durch einen moderen Eisenbahnmotor und Batteriebox zu ersetzten, nur die Batteriebox ist dann bei den Triebzügen immer im Fahrgastraum.

@Stahlblauberlin
Ich würde die ESP32s direkt nach RocRail oder mit dem WiThottle Protokoll anbinden, da gibt es genug Softwarelösungen für. Ich gucke mal gerade wie ich den Motortreiber und Laderegler mit dem ESP auf ein Board bekomme, aber eigentlich muss erst mal die Mechanik funktionieren. Im Internet findet man zum Glück aus der Arduino Welt genug Bespiele.

@Tad160
Meine Idee wäre es einen kleinen LiPo, direkt im Drehgestell vorzusehen. Er kann leider nicht so groß sein, daher die Metallräder, entweder fährt man wirklich auf Metalschienen, aber ich fände die WiFi/BT Decoder von CTC oder Hornby finde ich viel praktischer. Dann legt man in den Bahnhof vor dem Signal ein paar Metallschiene und lädt den Akku nach. Das würde auch das Aufladen sehr vereinfachen, besonders weil man nicht immer Teile des Dachs aufmachen muss, ein USB-C Anschluss würde ich aber trotzdem vorsehen. Schmaler wird durch den LiPo dann eher schwer, dann müsste man höher werden, aber länger wäre auch eine Option. Ich habe aus China ein Drehgestell mit integriertem Lipo, dass ist 12 Noppen lang, passt natürlich so gut wie in kein Modell.

@volkerS
Das wäre dann vom Prinzip her eine neue Variante einer AkkuBox, die als Gehirn einen Modellbahndecoder bekommt, die sich um Motoransteuerung und Sound kümmert. Dann könnte ich die vorher angesprochenn WiFi/BT Decoder verwenden, dann muss man nicht mal ein DCC Signal erzeugen.


Danke dass ihr mit so vielen Ideen rum kommt.

Edgar


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#9 von Stahlblauberlin , 27.06.2026 14:12

Bei den Pläne wäre mir wichtig das der Antriebsblock selbst 1:1 die Außenabmessungen des originalen Blocks behält. Kommt dann ein kräftiger Motor samt ausreichender Übersetzung ins Spiel bleibt im Antriebsblock für Akkus und Elektronik einfach (zu)wenig Platz.
Ein Motor Bauform 285 oder 265 (https://ebay.us/m/m2Ff2U) sollte es schon sein, dazu eine Übersetzung von ca. 10:1.


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RE: Klemmbaustein-Antrieb mit Decoder & Sound, lohnt sich das?

#10 von volkerS , 27.06.2026 14:36

Hallo Edgar,
da hast du mit WiFi/BT Decoder durchaus recht. Allerdings stellt sich die Frage decken diese Decoder alle Soundmöglichkeiten und Fahreigenschaften eines ESU, Zimo oder D&H Sounddecoders ab.
Glaube da ist noch ein größerer Unterschied vorhanden.
Volker


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