Zitat von Michael Knop im Beitrag #48
Aber die Vorteile beim Anfahren mit Kugellagern beim HLA sind unübersehbar - bei entsprechender Einstellung (60901 Dekoder und neuer) fahren die Lok geradezu unmerklich an - man meint sie steht noch, aber wenn man einen Moment schaut, merkt man "sie bewegt sich"!
HLA und Dekoder sind hier irrelevant da reiner Analogbetrieb angesagt ist.
Und aus eigenen Versuchen mit diversen Motortypen und Kugellagern: das Losbrechmoment der Lager ist im Vergleich zu dem was die Bürsten auf dem Kollektor ausmachen, auch auf einem frisch geschliffenen, irrelevant klein. Hab das auch genauer anhand der Anlaufspannung verglichen, das liegt im Bereich der Messgenauigkeit mit etwa 0,2V. Die Wirkung eines fein geschliffenen Kollektors ist wesentlich größer und kann durchaus mal 2V und mehr betragen, je nach Ausgangszustand.
Im Digitalbetrieb mit guter und richtig eingestellter Lastregelung gibt's so oder so kein spürbares Anlaufrucken des Motors, da sind dann Faktoren wie das Getriebespiel und die Reibung im restlichen Antriebsstrang entscheidend. Der Motor kann noch so sanft anlaufen, wenn das Gesamtspiel erst nach einer Motorumdrehung überwunden ist bringt das nichts.
Rechne dir doch einfach mal aus wie groß das Losbrechmoment bei Haftreibung Stahl-Polyamid bei r=0,75mm an der Wellenlagerung maximal sein kann und wie groß dieser Wert bei Graphit-Kupfer und r=2,75 mm am Kollektor ist.
Bei den Scheibenkollektormotoren wird das durch den großen wirksamen Radius am Kollektor und der Kupferbürste noch krasser.
Simple Mathematik und Tribologie.
