Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#1 von patrick_kn , 21.08.2026 14:00

Hallo zusammen,

vor knapp 2 Monaten habe ich euch hier schon mein erstes ernsthaftes 3D-Druckprojekt gezeigt, bei welchem ich mithilfe eines 3D-Druckers im FDM-Verfahren ("Würstchenleger") die Inneneinrichtung eines Roco ICE-TD selbst baute (siehe HIER).

Danach reifte der Wunsch tiefer in das Druckgeschen einzusteigen - mein erstes anderweitiges Objekt war ein Containerwagen der Gattung Lgns 081 (wurde hier im Forum auch schon vorgestellt - siehe HIER). Ich versuchte mich dann weiter an einem Modell eines 6-achsigen Doppelgelenkwagen für Container der Gattung Sggmrss 90. Davon gibt es im Internet auch ein Modell welches aber nicht auf meinen Märklin C-Gleis R1-Radien läuft und auch sonst recht schlicht gehalten ist. Das habe ich nach und nach mit Kupplungskintematik und vielen Details versehen. Als ich es gerade hier zeigen wollte stellte ich fest, dass beim Basismodell aufgrund der dort angegebenen Lizenz Veränderungen mit Veröffentlichungen nicht erlaubt sind. Schade.

Daher nun zu einem anderen Projekt: Ich habe von Grund auf neu einen Rungenwagen der Gattung Roos T645 konstruiert. Basis dafür wagen die zahlreichen Internetauftritte von Güterwagenherstellern, die grob bemaßte Zeichnungen zur Verfügung stellen.

Das hier ist das Ergebnis:


Erster gedruckter Wagen bereit auf der C-Gleis "Teppichbahn"


Seitliche Ansicht mit weißem Hintergrund


Ansicht von oben mit weißem Hintergrund

Neben den gedruckten Teilen benötigt es natürlich noch 2 Zugfedern für die Kupplungskinematik, 2 Kupplungen für den NEM-Schacht und natürlich noch 4 Achsen - näheres dazu in der Dokumentation die ihr unten ebenfalls mitbekommt.
Das Fahrzeug der Gattung Roos T645 wird für den Transport von Rundholz verwendet - entsprechende Holzstapel aus dünnen Haselästchen muss ich noch bauen (wenn es mal soweit ist, stelle ich dann hier weitere Bilder davon ein). Ein Thema sind natürlich noch die Beschriftungen - da muss ich mal schauen was ich auf den 3D-Druck halbwegs passabel aufbringen kann.
Die Rungen sind bei mir übrigens nur gesteckt! Ich kann also auch andere Anordnungen der Rungen nachbilden. Allerdings muss man auch zugeben, dass das Ganze dann ein wenig wabbelig ist - ich werde früher oder später dann wohl doch noch zum Modellkleber zur Fixierung greifen.

Und nun ganz wichtig: Für alle die jetzt Lust bekommen habendas Fahrzeug selbst zu drucken, habe ich die 3D-Druckdateien veröffentlicht und zusätzlich noch eine bebilderte Anleitung mit beigefügt wie der Bau zu machen ist.
Das Paket auf Thingiverse - Version 1 / Version 2
Das Paket auf Printables - Version 1 / Version 2


Gedruckt wurde mit einer 0,2mm Düse auf einem Creality K1 (dafür braucht es dort Modifikationen) mit PLA und 0,08mm Schichthöhe.

Bei Fragen, wie immer gerne fragen

Viele Grüße
patrick_kn


patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital

zuletzt bearbeitet 30.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#2 von dlok , 21.08.2026 19:32

Hallo Patrick_kn,

Sehr schön .

Dass du neben den Dateien auch noch eine Anleitung zur Verfügung stellst finde ich wunderbar .

Danke auch für die Referenzen zu den benötigten Zusatzteilen .

Ich habe kürzlich ein 3D-Drucker "adoptiert" und ich muss es noch sauber in Betrieb nehmen.
Über CAD und 3D-Zeichnung habe ich überhaupt keine Ahnung ... es wird aber "irgendeinmal" auch kommen.

Mit deine Realisierungen ermutigst du weiter Anfänger, wie ich, sich weiter zu bilden .


Mit besten Grüssen aus der Westschweiz.

Laurent

PS: Masstab 1:1 und 1:87 passen gut zusammen
- Gruss aus der Schweiz: Was wurde bisher/sonst getan?
- Anlageplanung
- Anlagebau


patrick_kn hat sich bedankt!
 
dlok
EuroCity (EC)
Beiträge: 1.186
Registriert am: 04.03.2021
Homepage: Link
Ort: Schweiz
Gleise Rocoline + Tillig-Elite
Spurweite H0
Steuerung Analog und ModellStellwerk
Stromart Digital

zuletzt bearbeitet 21.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#3 von Manuel K , 22.08.2026 02:27

Hallo Patrick,

ich bin eben auf deinen Bericht gestoßen und finde den Wagon sehr interessant. Ich hab mir das gerade mal auf Printabels heruntergeladen und werde einen Testwagen mal in PETG ( 0,2er Düse, 0,10mm Schichthöhe , Supports ) drucken.
Wenn das gut klappt, werde ich berichten und mir weitere 5-6 Wagen davon machen. Natürlich benötige ich dann auch eine Beschriftung

Die Beschriftungen gleich mit zu drucken, wird selbst mit einer 0,2er Düse erst ab einer gewissen Größe möglich. Kleinere Beschriftung, wie, z.B. Längenangabe etc. funktioniert nicht.

Extra für Beschriftungen zu machen habe ich mir vor längerem bereits einen Farblaserdrucker gekauft und habe auch die Möglichkeit in weiß zu drucken. Ich könnte Dir anbieten, wenn Du mir die Beschriftung ( am Besten fertig skaliert und in schwarz weiß. Du kennst den Wagen wahrscheinlich schon in und auswendig und weißt exakt welche Größen die Beschriftungen haben müssen. Zu beachten ist nur, das die Farben invertiert werden müssen. Heißt was weiß gedruckt werden soll ist in der Datei eben schwarz. ) liefern kannst, dann würde ich Dir für Deine Wagen, als Dank für die Bereitstellung des schönen Wagens gerne kostenlos Beschriftungen mitmachen. Theoretisch sollten 15 bis 20 Beschriftungssätze locker auf eine Din A4 Seite passen. Das sehe ich aber dann wenn es soweit ist.


Mfg Manu


Riogrande4, dlok und patrick_kn haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog

zuletzt bearbeitet 22.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#4 von Manuel K , 22.08.2026 15:27

Hallo Patrick,

ein erstes Feedback kann ich schon mal geben.

Die Bodengruppe und Drehgestelle haben eine wirklich großartige Qualität, trotzdem hätte ich 2 kleine Verbesserungsvorschläge.
Die Drehgestellpins zum stecken sind etwas ungünstig, wenn die Nut, in der die Rastnasen einhaken sollen nicht 100% sauber sind ( und das wird in den meisten Drucken so sein ), bekommt man die Steckpins nicht eingedrückt. Besser wäre hier tatsächlich eine Schraube mit Unterlegscheibe.

Die kleinen Nasen, um die Rückstellfedern einzuhängen, könnte man auch noch ein wenig stabiler gestalten und vielleicht wahlweise für z.B. die etwas längeren Maetrix Federn am Unterbau noch einen zweiten Pin einzeichnen. Je nachdem welche Federn man gerade zur Hand hat könnte man dann wählen und die vorderen Pin, welcher dann nicht gebraucht wird einfach wegschneiden.

Sehr gut gelöst ist die Knimatik, auch der Kupplungsschacht passt bestens.

Der Oberbau befindet sich gerade im Druck, bin gespannt, wie es weiter geht.


Mfg Manu


dlok, patrick_kn und DeMorpheus haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#5 von Manuel K , 23.08.2026 01:12

Hallo zusammen,

so, den ersten Prototyp mit unveränderten Dateien habe ich nun auf eigenen Rädern stehen. Das ist ein richtig tolles Modell, mit viel Potential, welches einem Serienmodell schon fast gleich kommt. Es gibt meiner Meinung nach ein paar Kleinigkeiten die man verbessern könnte. Aber eins nach dem anderen.

Ich habe bei meinem Prototyp auf Glätten verzichtet, daher gibt es hier und da leicht strukturierte Oberflächen, ich hab schlichtweg den Haken vergessen zu setzen . Beim finalen Druck, werde ich das aber natürlich einschalten.
Der Bausatz ist nicht unbedingt für 3D Druck Einsteiger geeignet, denn viele Teile sind sehr filigran, weshalb eine 0,2mm Düse und ein geschlossenes Gehäuse, sowie ein ausreichend getrocknetes Filament und ein optimal eingestellter Drucker notwendig ist. Ich bezweifele an der Stelle sogar, ob das mein Bambu A1 auch so sauber gedruckt hätte. Gedruckt habe ich es in dem Fall auf meinem Bambu P2S. Persönlich habe ich nun den Wagen komplett in PETG gedruckt. Den Druck habe ich auf drei Druckplatten aufgeteilt. Schwarze Teile, Rote Teile und die Rungen in Rot auf einer weiteren Platte. Die Druckzeit gesamt betrug knapp 11 Stunden. Supports ( Baumstruktur ) werden benötigt. Infill etc. habe ich unverändert gelassen. Nachdem die Druckplatten einwandfrei gedruckt wurden, habe ich mir die einzelnen Druckplatten auch gleich abgespeichert, um das Modell auch mehrfach drucken zu können, ohne das ich da groß was an den Einstellungen fummeln muß.
Letztlich also nur 0,2mm Düse rein, PETG in den richtigen Farben, Datei als *.mf öffnen und laß laufen.

Tipp:
Bodengruppe und Deckplatte habe ich auf einem Glastisch vollflächig verklebt, was dann erst richtige Stabilität ergibt. Durch das PETG ergibt sich auch langfristig gesehen eine bessere Stabilität, ohne das sich das Modell nach einer gewissen Zeit durchbiegen wird, außerdem kommt es den sehr filigranen Bauteilen zu Gute.

Bei Resin, oder in PLA Basic gefertigten Modellen hatte ich es nun schon ein paar Mal gehabt, das sich die Modelle nach einer Zeit, besonders im Sommer wenn es extrem warm ist leicht durchgebogen hatten. Allein aus dem Grund ist PETG inzwischen meine erste Wahl, vor Pla, oder Resin.

Als Radsätze habe ich Evemodel Nr. C8724-12, D=10,7mm, A=24,42 mm die ich gerade da liegen hatte verwendet und auch in der Beschreibung angegeben wurden. Wobei die Achslänge laut PDF 19,8mm Spitzenmaß betragen soll. Die angebene Nr. Lautet da aber auch C8724 ohne -12 dahinter. Kann sein das es verschiedene Spitzenweite gibt ? Wie auch immer, die von mir verwendeten Achsen passen in der Spitzenweite sehr gut da rein und der Raddurchmesser stimmt.

Abweichend zu den Bauteilvorschlägen verwendet habe ich Märklin Federn, die jedoch zu lang sind. Das ist aber kein großes Problem, ich habe die einfach halbiert, die Öse gebogen und dann auch mit genügend Vorspannung einhängen können. Damit die Feder nicht verloren geht habe ich sie auf der Bodengruppe mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber gesichert.



Sehr sauber und einwandfrei Funktionierend ist die Kurzkupplungsknimatik. Da hängt und hakelt nichts. Wobei die Stiftchen zum Einhängen der Feder ruhig stabiler ausgeführt werden könnte.



Jetzt kommen wir aber zu einem größeren Knackpunkt. Der Drehgestellpin ausgeführt zum Rasten mit zwei Nasen. Wenn ein minimaler Grat an der Bodenplatte oder in der Nut stehen bleibt ( und das bleibt nicht aus ), dann greifen die Rastnasen des Pins nicht richtig ein, oder brechen. Das finde ich sehr unglücklich gelöst. Das geht besser, wenn man da eine Drehgestellachse an der Bodengruppe zeichnen würde und dann das Drehgestell entweder mittels einer M2x5mm Schraube + Unterlagscheibe, oder einfach einem Messingstift, so wie ich das bei meinen eigenen Wagen gerne mache löst. Damit kann man das Drehgestell, welches übrigens auch sehr fein und detaliert ist, im Notfall auch problemlos tauschen.



Hier sieht man nochmal den Pin mit den Rastnasen.



Das Drehgestell, wie geplant mal befestigt, tritt ein weiteres Problem auf. Die Radkränze schleifen am Wagenboden. Hier fehlt noch etwas Freigängigkeit. Was ich nun noch nicht getestet habe ist die Kupplungshöhe, sollte die der genormten Höhe entsprechen, müsste man in der Bodenplatte für Freiheit sorgen Ist die Höhe aber zu niedrig, würde es ausreichen eine Unterlegscheibe zwischen Drehgestell und Bodenguppe zu verwenden. Mit der Schraubbaren Lösung wäre das perfekt und mehr als stabil genug. Der Pin mit der Rastnase ist keine gute Lösung.
Der Kupplungsschacht und die Deichsel haben genug Freigängigkeit und sind als solchen sehr gut ausgeführt.



Der erste Prototyp auf eigenen Rädern, macht auf der Bahn bereits jetzt schon eine sehr gute Figur und ist sehr schön detalliert. Mein Protoyp ist nur in Farbe gedruckt, nicht aber lackiert oder mit Farbe behandelt.



Mit entsprechender Beschriftung und vielleicht dezenter Patina wird das mal ein richtig cooles Modell





Besonders filigran auch die Griffstange und der Rangierauftritt.
Bei dem nächsten Modell werde ich jedoch die Rangiergriffe, Auftritte und die Puffer aus TPU drucken, damit wird es etwas unempfindlicher



Die Einsteckrungen sind ein Manko für den Betrieb. Schon bei der Montage hab ich bemerkt das die Teile sehr schnell brechen hier, wäre es besser, die Teile ca. doppelt so dick zu machen. Nur mit Kleber befestigen alleine wird das nichts. Das bricht direkt am Übergang Einstecknase - Runge



Meine Verbesserungsvorschläge zusammen gefasst:

- statt Drehgestellpin, lieber einen feststehenden Drehgestellbolzen und das Drehgestell entweder mit Stift, oder Schraube gesichert
- Freigängigkeit der Räder an der Bodenguppe einarbeiten, zusätzlich zwischen Drehgestell und Bodengruppe eine Distanzscheibe verwenden; Drehgestell Freigängigkeit in allen Richtungen, so das auch Gleisunebenheiten besser weg gesteckt werden können. 0,5mm Spiel reichen da aus.
- Einsteckrungen massiver ausführen, das ist zu filigran und instabil für Anlagenbetrieb
- Nasen für Rückstellfeder verstärken

- eventuell könnte man die Bodengruppe auch noch dahingehend ein wenig modifizieren, das man zwischen die Längsrahmen in dem hohen Bereich der Mitte noch eine 5mm starke Messingstange einlegen könnte, um das Gewicht des Wagens noch um ein paar Gramm zu erhöhen. Gefühlt hat er zwar schon ausreichend Gewicht, aber ein paar Gramm mehr, vor allem bei Leerfahrt können nicht Schaden.

Meine Vorschläge sind auch ohne mega hohen Zeitaufwand, schnell einzupflegen und würden sich auf jeden Fall rentieren. Die Einsteckrungen könnte man hierbei in zwei Versionen beibehalten, einmal die bestehende Version für die Vitrine und einmal eine verstärkte Version für den Anlagenbetrieb.

Ansonsten, ist das ein wirklich tolles Modell und die paar Kinderkrankheiten sollten in den Griff bekommen zu sein.


Mfg Manu


V8Cobra, dlok, patrick_kn und ERI_BE haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog

zuletzt bearbeitet 23.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#6 von patrick_kn , 24.08.2026 12:46

Hallo zusammen,

Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

Zitat von dlok im Beitrag #2
Über CAD und 3D-Zeichnung habe ich überhaupt keine Ahnung ... es wird aber "irgendeinmal" auch kommen.


Da kann ich dich nur ermutigen - ich habe meinen Drucker vor etwa einem Jahr bekommen und hab mich nach den ersten Druclen auch erst selbst ans konstruieren gewagt. Für den Einstieg kann ich Dir wärmstens TinkerCad empfehlen - das ist kostenlos, online und wirklich einfach zu erlernen. Und ja: alles geht damit nicht, aber der hier gezeigte Wagen ist eben dort vollständig erstellt worden.

Zitat von Manuel K im Beitrag #3

Die Beschriftungen gleich mit zu drucken, wird selbst mit einer 0,2er Düse erst ab einer gewissen Größe möglich. Kleinere Beschriftung, wie, z.B. Längenangabe etc. funktioniert nicht.


Das ist richtig - aber mal eben Farbdecals zu erstellen und aufzubringen wird vermutlich nicht funktionieren. Ich habe zwar noch keinen Versuch unternommen, aber ich bin mir noch nicht wirklich sicher, ob es sich ob der Würtchenthematik so einfach aufbringen lässt. Mit einem SLA-Druck wäre die Oberfläche vermutlich glatt genug, aber beim FDM-Druck sieht man in der Oberfläche trotz der feinsten Druckeinstellungen eben noch deren Herkunft an.

Vielleicht mag sich mal jemand melden der dazu Erfahrungen hat. Wenn das geht, erstelle ich natürlich gerne noch Vorlagen und teile diese ebenfalls mit euch. Danke auch für das Angebot der Hilfestellung bzgl. Ausdruck der Decals!

Zitat von Manuel K im Beitrag #5

[...] Als Radsätze habe ich Evemodel Nr. C8724-12, D=10,7mm, A=24,42 mm die ich gerade da liegen hatte verwendet und auch in der Beschreibung angegeben wurden. Wobei die Achslänge laut PDF 19,8mm Spitzenmaß betragen soll. Die angebene Nr. Lautet da aber auch C8724 ohne -12 dahinter. Kann sein das es verschiedene Spitzenweite gibt ? Wie auch immer, die von mir verwendeten Achsen passen in der Spitzenweite sehr gut da rein und der Raddurchmesser stimmt.



Ich habe soeben mal meine Bestelldaten durchgeschaut und du hast Recht: Das Spitzenmaß ist 24,3mm (ich hatte das im Bild auf AliExpress rechts oben übersehen). Worauf sich die 19,8mm ist mir beim Betrachten des Bildes gerade selbst nicht klar - da der Radsatz für . Wobei ich noch dazuschreiben muss, dass das Radsatzinnenmaß auf C-Gleisen nicht passt. Ich habe das Maß dann auf das für C-Gleis empfohlene Maß von 14,0mm zurechtgedrückt (schreibe ich mal besser dazu, da der Wagen bei mir auf dem C-Gleis steht - für andere Gleise dürfte das passen).

Zitat von Manuel K im Beitrag #5
Abweichend zu den Bauteilvorschlägen verwendet habe ich Märklin Federn, die jedoch zu lang sind. Das ist aber kein großes Problem, ich habe die einfach halbiert, die Öse gebogen und dann auch mit genügend Vorspannung einhängen können. Damit die Feder nicht verloren geht habe ich sie auf der Bodengruppe mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber gesichert.


Die von mir verwendeten Roco-Federn sin 5,8mm lang, 2,5mm im Durchmesser und haben eine Drahtstärke von 0,15mm. Die Märklin-Federn dürften ähnlich sein, allerdings mit 11,5mm deutlich länger sein. Ich könnte am Wagenboden dafür eine zweite Öse im entsprechenden Abstand hinkopieren - wer Märklin-Federn nutzen möchte, müsste dann die andere Aufnahme mit dem Bastelmesser entfernen, wer Roco-Federn nutzt kann beide belassen. Das werde ich so umsetzen, weil die Märklin-Federn deutlich günstiger zu haben sind (kosten nur 1/3 der Roco-Federn). Die Federnaufnahme muss man bei den richtigen Druckparametern eigentlich nicht umbauen - bei mir halten die Federn einwandfrei.

Zitat von Manuel K im Beitrag #5
Jetzt kommen wir aber zu einem größeren Knackpunkt. Der Drehgestellpin ausgeführt zum Rasten mit zwei Nasen. Wenn ein minimaler Grat an der Bodenplatte oder in der Nut stehen bleibt ( und das bleibt nicht aus ), dann greifen die Rastnasen des Pins nicht richtig ein, oder brechen. Das finde ich sehr unglücklich gelöst. Das geht besser, wenn man da eine Drehgestellachse an der Bodengruppe zeichnen würde und dann das Drehgestell entweder mittels einer M2x5mm Schraube + Unterlagscheibe, oder einfach einem Messingstift, so wie ich das bei meinen eigenen Wagen gerne mache löst. Damit kann man das Drehgestell, welches übrigens auch sehr fein und detaliert ist, im Notfall auch problemlos tauschen.


Bei mir hält das tatsächlich ziemlich gut (auch bei allen anderen Wagentypen die ich habe). Ich hatte die Rastnasen ja anfangs noch umgekehrt, aber wenn die einmal brechen, war der komplette Wagen für die Tonne - deshalb fürchte ich die Variante mit der Drehgestellachse auf Wagenbodenseite.
Gleichenfalls gibt der Pin dem Drehgestell auch ein wenig Spiel in der Horizontalen. Hast du denn ein Bild von deiner Version mit dem Messingstift? Das würde mich einmal interessieren.

Zitat von Manuel K im Beitrag #5
Das Drehgestell, wie geplant mal befestigt, tritt ein weiteres Problem auf. Die Radkränze schleifen am Wagenboden. Hier fehlt noch etwas Freigängigkeit. Was ich nun noch nicht getestet habe ist die Kupplungshöhe, sollte die der genormten Höhe entsprechen, müsste man in der Bodenplatte für Freiheit sorgen Ist die Höhe aber zu niedrig, würde es ausreichen eine Unterlegscheibe zwischen Drehgestell und Bodenguppe zu verwenden. Mit der Schraubbaren Lösung wäre das perfekt und mehr als stabil genug. Der Pin mit der Rastnase ist keine gute Lösung.
Der Kupplungsschacht und die Deichsel haben genug Freigängigkeit und sind als solchen sehr gut ausgeführt.


Ich habe mal eben nachgemessen: Nach NEM müsste der Kupplungsschacht ab der Schienenoberkante bis zur Mitte des Kupplungsschachts 8,5mm betragen. In meiner Zeichnung sind es 8,2mm - im realen Modell aufgrund der Toleranzen im Stand eher 8mm (grob mit dem Messschieber nachgemessen). Wir könnten den Wagen also noch um rund 0,3 bis 0,5mm anheben (Abstand zwischen Drehgestell und Wagenboden erhöhen) und damit die Freigängigkeit erhöhen. Bei mir im Modell ist da auch nicht viel Platz, aber es hat beim Fahrbetrieb keinerlei Probleme bereitet. Wenn ich mir im Nachgang aber die Konstruktion anschaue (habe mal zwei Achsen eingezeichnet), dann scheint da Kollisionsgefahr insbesondere im Bereich der Kulissenführung zu sein. Das muss ich mir tatsächlich noch einmal anschauen. Freigängigkeit wird sich aber widerum nur durch den Abstand von Drehgestell zu Wagenboden realisieren lassen - sonst müsste die Kulissenführung weg und das will ich ja auch nicht wirklich.

Zitat von Manuel K im Beitrag #5
Die Einsteckrungen sind ein Manko für den Betrieb. Schon bei der Montage hab ich bemerkt das die Teile sehr schnell brechen hier, wäre es besser, die Teile ca. doppelt so dick zu machen. Nur mit Kleber befestigen alleine wird das nichts. Das bricht direkt am Übergang Einstecknase - Runge


Nach deinen Bildern zu urteilen scheint hier aber was mit der Druckqualität nicht zu stimmen. Die unteren Taschen für die Runden sehen bei dir nicht gut ausgeformt aus und dürften damit besonders "gut" zum Brechen neigen. Nichtsdestotrotz ist das ganze natürlich trotzdem relativ filigran. Problematisch ist hier aber weniger die Stärke des Materials, sondern vermutlich eher die Ausformung an den Rändern. Vielleicht spendiere ich aber doch noch rundum ein paar Zehntel Millimeter mehr Material.

Viele Grüße
patrick_kn


dlok und Manuel K haben sich bedankt!
patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#7 von Manuel K , 24.08.2026 23:54

Hallo Patrick,

danke für Dein Feedback.

Thema Drehgestell Befestigung, hier mal einer meiner älteren Wagen. Die Achse des Drehgestells ist sehr massiv und hat oben nur eine Bohrung von 1,25mm. Ein Stück MS- Draht dient als Sicherung. Einfach und sehr effektiv. Meine Wagen ( aktuell knapp 100 Stück )sind schon seit mehr als einem Jahr im Einsatz und ihre Betriebstauglichkeit hat sich schon lange bewährt. Damals teste ich auch zuerst mit Rastnasen System, letztlich konnte mich das nicht überzeugen, Egal ob es jetzt der Pin mit Rastnasen, oder umgekehrt war. Die Bruchgefahr ist gleich hoch und dazu kommen Druckertoleranzen. Jeder Drucker hat so seine eigenen Toleranzen, dazu kommt dann noch ggf. andere Einstellungen im Druckprofil und schon passt es bei einem anderen Drucker nicht. Es dauert sehr lange bis gar nicht machbar um zwei unterschiedliche Drucker auf einander anzupassen. Ich selbst habe 3 Drucker, jeder arbeitet etwas anders, obwohl alle drei das selbe Druckprofil haben. Selbst wenn du zwei baugleiche Drucker hast und die exakt gleich eingestellt sind, hast Du unweigerlich Toleranzen.
Auch ein Grund, warum ich ein Projekt versuche immer nur auf einem Drucker zu fertigen.

Damals hatte ich leider nur einen Anycubic Kobra 2 Pro, der bei weitem nicht die Qualität meiner jetzigen Drucker liefern konnte. Da warste eher froh wenn überhaupt mal was brauchbares herauskam

Sollte bei der Stärke der Bolzen kaputt gehen, dann ist sowieso auch der Wagen hin. Ist kein Problem, wenn Du das so beibehalten möchtest, dann bearbeite ich für mich die Bodenplatte entsprechend. Zeichne selbst ja auch hauptsächlich mit Tinkercad.



Zu dem Thema Naßschiebedecals, das funktioniert auch einwandfrei, ich habe ja schon einige Modelle gemacht. Perfekt wird vor allem dann, wenn man MicroSol Mi-2 Weichmacher verwendet. Das funktioniert genauso gut, wie bei jedem anderen Plastikmodell. Bitte um Vorlage, dann erstelle ich Dir kostenlos welche mit und Du kannst Dich selbst überzeugen.

Thema Feder, hab auch sehr lange mit KKK experimentiert und lange passende Federn gesucht und landete dann bei der Märklin Feder, kostengünstig und gut Verfügbar. Was die Stärke angeht, ja tatsächlich halten die Näschen bei mir soweit auch, also Kopieren und eine weitere Nase reicht völlig

Thema Freigängigkeit, eine Unterlegscheibe hat im Prinzip die Maßtoleranz die Du geschrieben hast und tut der Sache grundsätzlich schon mal gut. Aber das reicht nicht wirklich aus. Am Wagenboden könnte man da noch locker oberhalb dem Bereich der Radscheiben Platz schaffen, die Kulisse kann ohne Veränderung beibehalten werden. Gerade wenn die Gleise etwas uneben sind, oder auch in der Wendel unter Belastung, schleifen die Räder am Unterboden. Bedeutet selbst wenn man es nicht sieht, oder hört, die Reibung ist da und die Loks werden unnötig belastet.

Thema Rungen Das Problem sind nicht die Taschen selbst, die sind völlig ok und stark genug. Auch sind die recht sauber gedruckt. Die Rungen. Die sind einfach zu filigran, genau genommen die Nase Übergang zur Runge selbst. Die Nase sollte die Stärke der Runge wie aktuell haben, die Runge selbst dann nochmal etwas dicker.
Ich würde die Nase der Runge vielleicht auf 0,75mm setzen und die Runge auf 1mm Stärke.

Die Taschen müssten dann natürlich auch nachbearbeitet werden. Damit diese nicht dicker auftragen könnte man die Aussparung nach innen setzen.

Das alles sind nur Vorschläge, ob Du es umsetzten möchtest bleibt natürlich Dir überlassen.


Mfg Manu


 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#8 von Manuel K , 25.08.2026 08:48

Guten Morgen,

inzwischen bin ich wieder einen Schritt weiter. Die von mir angesprochenen Punkte habe ich nun bearbeitet und die veränderten Dateien befinden sich bereits im Druck. Ich denke mal heute Abend oder Morgen kann ich dann wieder neues dazu berichten und Bilder zeigen.

Vorab schon mal als Info:

- Rungen nun stärker ausgeführt, Probedruck erfolgreich, die Teile sind nun wesentlich stabiler und für den Betrieb geeignet ( Endversion )
- Seitenteile , die Aussparungen für die neuen Steckrungen angepasst, Teile sind bereits Mehrfarbig ausgedruckt ( Endversion )
- Bodengruppe verändert, statt Pin mit Rastnasen jetzt mit Stehbolzen mit Loch für Sicherungsdraht ( ähnlich meiner anderen Wagons ) außerdem den Wagen etwas angehoben, um mehr Platz für die Achsen zu schaffen, ohne das die KKK verändert wird , Pin für Rückstellfeder Märklin 35080 ergänzt.


Mfg Manu


patrick_kn hat sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#9 von patrick_kn , 25.08.2026 18:22

Hallo zusammen,

ich habe mich ebenfalls nochmal ans Werk gemacht und den Wagen großflächig überarbeitet - einerseits passen die Maße nun exakt (LÜP ist jetzt 228,8mm - vorher 230,8mm - und damit in Realität immerhin 17,4cm zu lang gewesen). Die nicht ganz perfekte Länge hat sich auch im Abstand zwischen Stirnwand und erster Runde niedergeschlagen. Die Drehgestelle waren ebenfalls etwas zu weig auseinander und wurden korrigiert. Außerdem habe ich nun auch die Fahrzeughöhen (Fahrzeugboden über SOK, Gesamthöhe über SOK) angepasst und dabei dann auch gleich noch einmal die Pufferhöhe und Kupplung angepasst, so dass es etwas mehr NEM ist.
Ganz auf NEM ging allerdings nicht, weil dort die Puffer (mittig) auf 10,2mm über SOK und die Kupplung (ebenfalls mittig) auf 8,5mm über SOK liegen soll. Das beißt sich natürlich (den Puffer und Kupplungen sind ja auch nicht exakt 0mm hoch) und scheinbar tun sich auch die großen Hersteller damit offenkundig schwer (mal sind die Puffer etwas höher, mal die Kupplung niedriger, mal gibt es im Wagenkasten eine Aussparung die aber auch nicht volle Kurvengängigkeit garantiert usw.). Ich habe denke ich einen guten Kompromiss gefunden.

Die Rungen sind nun 0,8mm statt 0,6mm dick, die Taschen wurden ebenfalls etwas dicker. Das Konzept mit der Fixierung der Drehgestelle habe ich von Manuel K übernommen (dann auch Sicherung mit "Splint") und es gibt nun auch einen dritten Haken zum Einhängen von Zugfedern für die Kupplungskinematik.

Muss ich aber ebenfalls noch per Testdruck validieren ob das so alles funktioniert. Vorab schon einmal zwei Bilder (rot alt, grün neu):




Edit meint gerade, dass ich weiterhin nicht auf die Freigängigkeit der Drehgestelle zum Fahrzeugboden geachtet habe - und sie hat Recht. Ich muss also nochmal ran.

Gruß
Patrick_kn


Manuel K und dlok haben sich bedankt!
patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital

zuletzt bearbeitet 25.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#10 von Manuel K , 26.08.2026 02:46

Hallo Patrick,

ich hab zwar die Freigängigkeit beachtet, aber mit der Länge wusste ich natürlich nicht, da hab ich mich einfach auf Deine Künste verlassen. Ach, einmal mit Profis....Spaß!
Ich hab den Wagen leider erst halb zusammen, Drehgestell und Deichsel hab ich beim Support entfernen zerstört, manchmal hat man eben doch dicke Finger. Naja, zum Glück braucht man ja einfach nur noch mal den Drucker füttern. Bei der Bodenplatte habe ich nun zwei Varianten, einmal mit zwei Haken für kurze und lange Federn und da ich ja nur die langen Federn verwende habe ich natürlich für mich die Haken für die kürzeren Federn entfernt. Dafür habe ich die Seitenteile gleich mehrfarbig gedruckt, so spare ich mir ein weiteres Lackieren. Die Hebeösen gelb, die Flächen hinter den Stellhebeln weiß. Dauert zwar eine gute Stunde länger im Druck, ist aber egal, ich lasse das sowieso über Nacht laufen. Die Rungen hab ich auf 1mm Stärke umgezeichnet. Die Stecknasen der Rungen sind bei mir nun 0,75mm.

Was die Drehgestelle angeht, könnten wir noch um 0,2 mm verbreitern, damit die Achsen noch Leichtgängiger gehen, das ist zwar schon ok so, aber würde dem Ganzen noch besser stehen.

Und trotzdem, ich muss Dich jetzt mal echt Loben, habe ja schon einige Modelle aus dem Netz gedruckt, Dein Modell aber ist seit langem mal wieder eins welches richtig Spaß macht und sehr stimmig wirkt. Danke dafür. Wenn ich mit meinen Dateien fertig bin, schicke ich Dir die gerne, dann kannste selbst nochmal vergleichen und auch mal meine umgearbeitet Testen. Wie gesagt, das Angebot für die Beschriftung bleibt, das Modell muss perfektioniert werden, es hat echt Potential!


Mfg Manu


patrick_kn und dlok haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog

zuletzt bearbeitet 26.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#11 von patrick_kn , 26.08.2026 09:18

Hallo Manuel,

Zitat von Manuel K im Beitrag #10
ich hab zwar die Freigängigkeit beachtet, aber mit der Länge wusste ich natürlich nicht, da hab ich mich einfach auf Deine Künste verlassen. Ach, einmal mit Profis....Spaß!

Autsch - der tat weh. Ich muss zu meiner Verteidigung aber sagen, dass das Modell anfangs schon maßlich gepasst hat, aber durch die vielen Ummodeleien ist mir da tatsächlich der Blick für verloren gegangen. Ist aber jetzt korrigiert.
Ich habe nun auch für Beinfreiheit gesorgt - die (Unter-Bodengruppe) ist nun dünner geworden, hat aber dafür einen verstärkenden Rahmen außenrum bekommen. Auch der obere Wagenboden ist etwas dünner geworden - dafür habe ich jetzt zwischen Wagenboden und Radkranz gute 2mm Platz (vorher nur rund 0,2mm!). Auch habe ich die Kupplungskinematik etwas modifiziert, so dass das Drehgestell sich nun um gut 12° in jede Richtung drehen kann. Danach stößt der Radkranz dann naturgemäß an die Kupplungsdeichsel - wenn diese aber auch ausschwenkt (weil noch was dranhängt), dann geht es bis zu 15°. Das ist schon ziemlich ordentlich und wäre fast Märklin-Industriegleis würdig und sollte damit auf einem R1-Radius problemlos laufen.
Ich habe nun auch einen erneuten Druckversucht gestartet und werde berichten (der Unterboden wird nun auch bei mir mit PETG gedruckt).

Zitat von Manuel K im Beitrag #10
Und trotzdem, ich muss Dich jetzt mal echt Loben, habe ja schon einige Modelle aus dem Netz gedruckt, Dein Modell aber ist seit langem mal wieder eins welches richtig Spaß macht und sehr stimmig wirkt. Danke dafür.

Danke für das Lob. Ist ja auch mein erster komplett selbst konstruierter Wagen. Mir macht das Modell auch Spaß! Wegen der Beschriftungen muss ich mal schauen ob ich Vorlagen im Netz finde - die Bilder die ich gefunden habe sind alle von einem Roos T642. Wenn ich mal wieder Richtung Aschaffenburg komme, schaue ich mal am Güterbahnhof rum - da standen solche Fahrzeuge früher des öfteren. Ob das immer noch so ist wird sich dann zeigen. Wenn jemand aber halbwegs brauchbare Bilder hat, dann gerne her damit. Da ich diese sowieso selbst nachzeichne ist die Bildqualität und der Blickwinkel fast egal - es muss eben nur erkennbar sein was da so steht.

Gruß
Patrick_kn


Manolo, Manuel K und dlok haben sich bedankt!
patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#12 von Manuel K , 26.08.2026 11:02

Hallo zusammen,

einen Schritt weiter der zweite Wagen steht, der erste Prototyp kann ich damit wieder zerlegen, die Drehgestelle weiterverwenden, der Rest wird entsorgt ( weil so leider nicht einsatzbereit )

Links der Prototyp, recht der aktuelle Stand mit :
- Freigängigkeit der Drehgestelle 1mm Höher gelegt
- Seitenteile mehrfarbig gedruckt, Rungentaschen angepasst
- Rungen verstärkt



Hier zu sehen, mein Drehgestellzapfen, so wie bei meinen anderen Modellen auch, das hat sich einfach bewährt, ist robust und kostet nichts, außer ein Stück 1mm MS-Draht ( oder was anderes, hat man ja eigentlich auch immer in der Werkstatt ). Der Haken für die Rückstellfeder hab ich nun auf die Märklin Federn 353080 angepasst.
Jetzt muss ich nur noch die Achsen rückmeldefähig machen, dann wäre der Wagen für meinen Bedarf auch Einsatzfähig.



Im Vergleich zu einem Piko Wagen kann man die unterschiedliche Pufferhöhe recht gut erkennen. Ich habe halt bei dem Versuch den Abstand Drehgestell / Fahrwerk um gleich 1mm erhöht, damit ist der Wagen aber absolut Betriebssicher, wie sich nun bei einigen Testrunden herausgestellt hat. Ich werde die Bodengruppe nun nochmal umzeichnen und das Fahrwerk wieder 0,5mm tiefer legen, bei der Gelegenheit kann ich dann auch die Längendifferenz berichtigen. Das sollte eigentlich machbar sein und trotzdem die Bewegungsfreiheit der Drehgestelle nicht beeinflussen. Der Höhenunterschied ist aber auch wirklich nur dann zu sehen, wenn man auf die Wagenenden gekuppelt direkt drauf schaut.

Persönlich habe ich mich inzwischen schon daran gewöhnt, das die Pufferhöhe auch bei den Herstellern nicht passt, von daher stört es mich nun auch nicht. Zudem werde ich die Wagen wahrscheinlich sowieso nicht zusammen einsetzen, sondern einen Ganzzug aus den gedruckten zusammenbasteln. Der Piko Wagen kann dann in einem gemischten Verband mitfahren.

Von der restlichen Optik kommt das gedruckte Modell dem Herstellermodell schon recht nahe. Man könnte fast meinen es steht ein Roco Modell neben einem Märklin Modell, manchmal sind da die Unterschiede etwa ähnlich wie in dem Beispiel.



In Längsrichtung fällt der Höhenunterschied nicht mal groß auf. Die Rungen sind in meinem Fall nun 1mm dick, die Piko Rungen genau ein Zwischenmaß von Patrick und meiner Version.
Ich werde bei meiner Stärke bleiben, da sie doch um einiges robuster sind und damit etwas unempfindlicher beim Betrieb sind ( sollte der Wagen mal umkippen, warum auch immer )
Scale ist zwar schön, aber macht keinen Spaß, wenn es bei der kleinsten Rempelei abbricht, auch wenn ich die Dinger jederzeit nachdrucken kann.



Zwischenfazit:
Ich bin schon sehr zufrieden, auch wenn jetzt mein Modell etwas zu lang ist. Betriebstechnisch gesehen fährt der Wagen aber nun genauso gut, wie die teuren Kaufmodelle. Wenn da mal die Beschriftung ergänzt und eine Echtholzladung und ggf. noch eine leichte Patina drauf ist, dann hat man ein richtig gutes Modell. Auf jeden Fall werde ich wenn mal die finale Version erreicht ist einen Ganzzug bauen. Dann bin ich gespannt, was Patrick da als nächstes Modell zaubern wird. Fakt ist, bin jetzt schon ein großer Fan!


Mfg Manu


Manolo, V8Cobra, Enzolobert und dlok haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#13 von patrick_kn , 26.08.2026 12:00

Hallo Manuel,

das sieht wirklich sehr gut aus - wäre mir allerdings optisch zu hochbeinig.
Dateien anhängen (ZIP / STL) geht hier leider nicht - sonst hätte ich euch vorab meinen aktuellen Stand gesendet. Die Dateien sind sowieso noch nicht verifiziert (ich muss erst einmal selbst drucken und schauen wie gut das passt).
Sobald ich da Gewissheit habe, ersetze ich die Dateien auf Printables / Thingiverse.

Übrigens: Schöne Modellbahnanlage - das Umfeld gefällt!
Gruß
Patrick_kn


Manuel K und dlok haben sich bedankt!
patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital

zuletzt bearbeitet 26.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#14 von patrick_kn , 30.08.2026 17:53

Hallo zusammen,

entschuldigt die späte Antwort - es waren noch einige Dinge in Vorbereitung des nahenden Urlaubs zu erledigen die natürlich Priorität haben. Ich habe heute Version 2 hochgeladen (siehe die Verlinkungen im Eingangspost).

Version 2 bringt umfassende Optimierungen für mehr Stabilität und Vorbildtreue. Neben verstärkten Rungen und Rungentaschen (0,8 mm) sowie detailreicheren Kopfenden wurde die Drehgestellaufnahme auf eine robuste Zapfenmontage mit Drahtfixierung umgestellt (so wie es Manuel K vorgemacht hat). Zudem wurden alle Hauptmaße wie LÜP, Wagen- und Pufferhöhe sowie die NEM-Kupplungskinematik komplett korrigiert und ein zusätzlicher Zapfen am Unterboden zur Aufnahme längerer Märklin-Zugfedern (Art.-Nr. 353080) integriert.



Das Ganze hat sich auch u.a. deshalb hingezogen, da mein neuer Testdruck mehrere Anläufe gebraucht hat - ich hatte massiv mit Heat Creaping zu kämpfen (das Verstopfen des Extruders wenn das Material aufgrund der Wärme von unten schon dort aufschmilzt). Ich habe es nur dadurch in den Griff bekommen in dem ich oben einen kleinen Ventilator gegen den Extruder blasen ließ und zusätzlich zwischen den Druckteilen ein wenig Pause zum Abkühlen eingeplant habe.

Version 2 gefällt mir tatsächlich auch deutlich besser und ist wesentlich robuster - auch wenn es an Filigranität kaum eingebüßt hat.

Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen. Allerdings bin ich die nächsten 2 Wochen wie oben erwähnt im Urlaub und werde daher nur bedingt reagieren können (zumindest kann ich keine Veränderungen vornehmen). Version 1 habe ich mal im Netz gelassen falls jemand das dortige Konzept weiternutzen möchte.

Gruß
Patrick_kn


dlok hat sich bedankt!
patrick_kn  
patrick_kn
S-Bahn (S)
Beiträge: 22
Registriert am: 13.08.2018
Ort: Aschaffenburg
Gleise Märklin C-Gleis
Spurweite H0
Stromart DC, Digital


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#15 von dlok , 30.08.2026 20:37

Danke Patrick für diese Weiterentwicklung des schönen Wagens.

Danke auch an Manuel für die konstruktive Kommentare.

Ich freue mich, dann auch mein Exemplar drucken zu dürfen.

Es ist keine Bestellung, aber falls du einmal einen Kesselwagen mit der gleichen Sorgfalt und Qualität publizierst, dann werde ich mir auch gerade einen Ganzzug drucken.


Mit besten Grüssen aus der Westschweiz.

Laurent

PS: Masstab 1:1 und 1:87 passen gut zusammen
- Gruss aus der Schweiz: Was wurde bisher/sonst getan?
- Anlageplanung
- Anlagebau


Manuel K und patrick_kn haben sich bedankt!
 
dlok
EuroCity (EC)
Beiträge: 1.186
Registriert am: 04.03.2021
Homepage: Link
Ort: Schweiz
Gleise Rocoline + Tillig-Elite
Spurweite H0
Steuerung Analog und ModellStellwerk
Stromart Digital

zuletzt bearbeitet 30.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#16 von Manuel K , 31.08.2026 01:31

Hallo zusammen,

ich habe mich für meine etwas hochbeinige Variante entschieden, da die wirklich Betriebssicher laufen. Inzwischen habe ich bereits 3 der Wagen Einsatzfähig ( nur halt noch ohne Beschriftung und die meine Achsen hab ich noch nicht auf rückmeldefähig aufgerüstet ), zwei weitere Wagen sind bereits gedruckt und warten auf den Zusammenbau, weitere 2 Wagen muss ich noch drucken, so das mein Zug mit dem bestehenden Piko Wagen insgesamt 8 Wagen lang wird. Der braune Piko reiht sich schön zwischen den roten Wagen ein. Mal sehen vielleicht finde ich mal irgendwann noch so ein schön rot/braunes Filament, ähnlich dem Piko Wagen, dann würde ich noch 2 weitere in braun drucken.


Ich schließe mich der Meinung von dLok an und würde mich auf weitere Wagen von dir sehr freuen. Aber nun wünsche ich Dir erstmal einen Erholsamen Urlaub!


Mfg Manu


patrick_kn und dlok haben sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog

zuletzt bearbeitet 31.08.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#17 von cmn_train , 02.09.2026 18:10

Guten Abend zusammen

Ich dieser Wagen ist wirklich eine tolles Modell. Vielen Dank dafür und auch für die Verbesserungen.

Wo ich im Moment scheitere ist das Drehgestell zu drucken. Bei mir brechen sofort die Bremsbacken ab.
Ich verwende Sunlu PLA 2.0 mit einem Bambu A1 Mini

Habt Ihr vielleicht einen Tipp für die Einstellung oder das Material?

Danke und einen sonnigen Abend.

Stefan


cmn_train  
cmn_train
S-Bahn (S)
Beiträge: 24
Registriert am: 09.05.2006
Homepage: Link
Spurweite H0
Stromart AC, Digital


RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#18 von Manuel K , 02.09.2026 22:16

Hallo Stefan,

ja, statt PLA, probiere es mal mit PETG. Ich drucke solche Sachen inzwischen nur noch mit PETG ( ich bevorzuge SUNLU ) weil es einfacher stabiler wird.

Wenn Du eine 0,2mm ( 0,08mm Schichthöhe ) Düse hast, wird es nahezu perfekt. Mit 0,4er ( 0,12mm Schichthöhe )sollte es eigentlich auch gehen, aber halt nicht so fein, das ist schon ein riesiger Unterschied. Stützen aktivieren, Baumstruktur, Standard, oberer und unterer Z-Abstand + 0,05 damit sie auch einfacher abgehen.

@all

Insgesamt habe ich nun 5 Wagen gedruckt und zusammen gebaut. Jetzt warte ich erstmal auf Federn und dann kommen noch 3 weitere dazu. Feht nur noch die Beschriftung, aber gönnen wir erstmal Patrick seinen Urlaub


Mfg Manu


dlok hat sich bedankt!
 
Manuel K
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 375
Registriert am: 15.12.2022
Spurweite H0, H0e, N
Stromart DC, Digital, Analog

zuletzt bearbeitet 02.09.2026 | Top

RE: Rungenwagen Roos T645 im FDM-Druck

#19 von cmn_train , 08.09.2026 14:25

Hallo Manu

Mit SUNLU PETG und 50% Füllung hat es geklappt.

Danke und beste Grüsse
Stefan


Manuel K hat sich bedankt!
cmn_train  
cmn_train
S-Bahn (S)
Beiträge: 24
Registriert am: 09.05.2006
Homepage: Link
Spurweite H0
Stromart AC, Digital


   

Eigenbau-Weichenantrieb Märklin C-Gleis H0 – Servo + 3D-Druck (42.000 Schaltungen Test)
Mit CAD und BumpMesh zum Stützmauer-Element.

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz