Moin zusammen,
ich bin noch wirklich im jugendlichen Alter und beschäftige mich seit einigen Jahren mit Modellbahn. Ich stehe momentan an einem Punkt, an dem ich meine bisherige Anlagenplanung grundsätzlich hinterfrage und würde deshalb gerne einmal die Meinung von erfahrenen Modellbahnern hören.
Meine bisherige Anlage entstand ursprünglich, als ich etwa 10 Jahre alt war. Das war im Grunde ein Oval auf MDF-Platten, komplett ebenerdig und ohne vernünftige Landschaftsstruktur oder Schattenbahnhof. Vor etwa einem Jahr habe ich das Ganze deshalb abgerissen und aus den vorhandenen Platten eine neue Anlage aufgebaut.
Die aktuelle Anlage ist deutlich durchdachter: L-Form, zweigleisige Hauptstrecke, Hundeknochen mit kleinem Schattenbahnhof und DCC-Steuerung. Die Trassen bestehen aus Styrodur auf den vorhandenen MDF-Platten.
Allerdings bin ich inzwischen wieder an einem ähnlichen Punkt wie vor einem Jahr: Ich merke, dass das Konzept zwar funktioniert, aber nicht wirklich dem entspricht, was ich langfristig von einer Modellbahn möchte.
Der aktuelle Bauzustand ist glücklicherweise noch sehr früh:
- Trassen sind fertig
- eine DCC-Ringleitung ist teilweise verlegt
- noch kein Gleis verlegt
- keine Landschaft gebaut
- keine größeren Mengen Gleismaterial speziell für diese Anlage gekauft
Der größte Punkt, der mich stört, ist die eigentliche Geometrie. Die zweigleisige Hauptstrecke muss sich auf der relativ kleinen Fläche mit R2-Kurven und permanenten Steigungen über die Anlage bewegen, um den Schattenbahnhof unterzubringen.
Mein eigentliches Ideal ist inzwischen etwas völlig anderes:
Eine möglichst lange, zweigleisige Hauptstrecke durch eine sehr realistische, flache Landschaft.
Also eher norddeutsche Landschaft mit Feldern, Gräben, Wegen, Gehölzen usw. und möglichst wenig Gleis auf der Fläche. Keine große Gleiswüste mit 40 Weichen und riesigem BW. Wichtig ist mir mittlerweile extrem realistische Landschaftsgestaltung. Da lege ich am meisten wert drauf.
Dadurch bin ich auf die Idee eines komplett eigenen H0-Modulsystems gekommen.
Die Grundidee wäre:
- standardisierte Landschaftsmodule
- beispielsweise etwa 1.200 × 500 mm als Grundgröße
- immer derselbe Gleisübergang
- zweigleisige Hauptstrecke als Standard
- möglichst lange gerade Strecken
- große Kurven nur in speziellen Kurven-/Endmodulen
- zwei technische Endstücke
- an jedem Endstück eine Kehrschleife mit Schattennbahnhofsglesen
- die Schattenbahnhöfe müssen nicht „unsichtbar“ sein, weil sie außerhalb der eigentlichen Landschaft liegen
- dazwischen beliebig viele Landschaftsmodule
- dadurch könnte die Anlage mit der Zeit von wenigen Modulen auf 20, 30 oder irgendwann sogar 40 Module wachsen
Die Endstücke würden also die gesamte technische Infrastruktur übernehmen. Die Landschaft dazwischen wäre im Prinzip nur die sichtbare Eisenbahnstrecke.
Der große Vorteil wäre für mich, dass ich nicht heute eine komplette Anlage finanzieren und bauen müsste. Ich könnte beispielsweise alle paar Monate ein neues Landschaftsmodul bauen. Gleichzeitig könnte man die Anlage je nach Platz unterschiedlich groß aufbauen: einige Module einfach mal für nen Tag im Wohnzimmer und irgendwann vielleicht im Sommer sogar sehr viele Module draußen im Garten.
Mir ist bewusst, dass das im Grunde eine eigene Modulnorm wäre und dass es bereits etablierte Systeme wie FREMO gibt. Ich möchte zunächst allerdings nicht unbedingt einem bestehenden Betriebskonzept beitreten, sondern ein eigenes System für meine persönlichen Anforderungen entwickeln.
Meine eigentliche Frage ist deshalb:
Ist diese Grundidee aus Sicht erfahrener Modellbahner sinnvoll, oder übersehe ich dabei grundlegende Probleme?
Besonders interessieren würden mich Erfahrungen zu:
- sinnvollen Modulmaßen
- Modulübergängen und Gleisübergängen
- mechanischer Verbindung
- Transport und Lagerung
- elektrischer Verbindung
- zweigleisigen Strecken in Modulbauweise
- großen Kurven bzw. Kehrschleifen
- Schattenbahnhöfen in den Endmodulen
- Betriebssicherheit bei häufigem Auf- und Abbau
- und ganz allgemein Dingen, die man als Anfänger bei einer eigenen Modulnorm gerne erst nach 20 gebauten Modulen bemerkt.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, meine bisherige Anlage unbedingt zu retten oder unbedingt eine neue bauen zu müssen. Ich möchte zunächst herausfinden, welches Konzept langfristig sinnvoller ist.
Vielen Dank schon einmal für eure Erfahrungen!



