RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#1 von Kabtender , 05.01.2006 17:42

Hallo zusammen.

Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile im Hintergrund mitgelesen habe, möchte ich mich heute mit zwei Fragen bzw. Problemen an euch wenden. Die eine Frage habe ich hier in den Anlagenbau gestellt, die andere steht beim Thema digitales.

Zu meinem Problem:
Ich bin jetzt kurz davor, mit dem Aufbau einer Neuanlage zu beginnen. Der Gleisplan ist fertig, das Material für den Gerüstbau der Segmente bestellt.
Um meinen Lokomotiven zwischendurch etwas Auslauf zu gönnen, habe ich mir nebenher einen kleinen Testkreis aufgebaut. In diesem Testkreis habe ich eine "schlanke C-Weiche" integriert, weil die Neuanlage anstatt der alten 24,2°-Weichen soviel wie möglich schlanke Weichen bekommen soll.
Bei meinen Probefahrten über diese Weiche musste ich feststellen, dass einige Lokomotiven erhebliche Probleme mit dieser Weiche haben. (Ich fahre neben M* noch Roco und Piko, gesteuert wird mit IB.)
Die Köf von M* kommt problemlos über die Weiche, ebenso die große 01.5 von Roco. Selbst bei absoluter Schleichfahrt! Vorwärts wie rückwarts.
Die 01.10 von Roco und die 50 Kab von M* schaffen es mittelmäßig.
Die Br 44 von M* (37889, ganz neues Modell!) und die Br 95 von Piko sind dagegen absolute Katastrophen! Mit Langsamfahrt ist da nichts zu machen; ständig Kurzschlüsse.

Ich bin jetzt sehr verunsichert, weil in meiner Anlage in den Gleisvorfeldern des Bhf teilweise zwei oder drei schlanke Weichen hintereinander geplant sind.
Es macht mir einfach großen Spaß, die Lokomotiven bei langsamer Fahrt über die Weichenstraßen zu beobachten. Wenn ich sie aber, nur um Kurzschlüsse zu vermeiden, darüber "fliegen" lassen muss, kann ich auch bei den alten steilen Weichen bleiben.

Frage: Wie sind eure Erfahrungen mit der Befahrbarkeit der schlanken Weichen bei Langsamfahrt? Gibt es evt. einen Schleifer, der hier in weiten Bereichen betriebssicher ist? Oder liegt es an der Weiche selbst?

MfG Roland



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#2 von Michael Mertner , 05.01.2006 18:07

Hi,

das liegt an der Weiche selber. Kann man aber recht einfach lösen. Zwischen Weichenzunge und Herzstück laufen die Punktkontakte aufeinander zu. Wenn Du mal genau hinschaust, wirst Du sehen, daß die Innenseiten der Räder genau diese Punktkontakte berühren. Nicht bei allen Loks - wie Du gesehen hast - und auch nicht immer bei den Problemloks.
Und auch nicht bei jeder schlanken Weiche. Scheint so, als wär hier die Toleranz haarscharf auf Kante genäht.

Eine mögliche Lösung: Einfach die Punktkontakte kurz vor dem Herzstück mit einer Zange etwas von den Schienen wegbiegen. Wirklich nur minimal, so daß man es eigentlich gar nicht wahrnehmen kann. Die Teile können bei roher Gewalt natürlich abbrechen. Also Vorsicht!

Viel Erfolg

Michael



Karl-Werner G hat sich bedankt!
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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#3 von Kabtender , 05.01.2006 18:32

Danke für den Tipp!

Werde ich mal testen und demnächst berichten.

Falls noch jemand dieses Problem kennt und gelöst hat; gerne her mit einem Hinweis.

"auf Kante genäht" wird mit Sicherheit auch der Grund sein, warum es auf absehbare Zeit keine DKW u.ä. geben wird

MfG Roland



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#4 von KBS971 , 05.01.2006 18:57

Servus,
du kannst entweder kürzere Schleifer verwenden oder die Schleiferoberseite isolieren, somit entsteht kein Schluss mehr zur Masse/Fahrgestell der Lok.
Dies ist auch oft das Problem.
Gruß
olli



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#5 von Florian ( gelöscht ) , 05.01.2006 18:59

Hallo,

Zitat von Kabtender
"auf Kante genäht" wird mit Sicherheit auch der Grund sein, warum es auf absehbare Zeit keine DKW u.ä. geben wird


So wie aussieht wird es ab nächsten Jahr eine geben schau mal hier



Florian

RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#6 von silz_essen , 06.01.2006 09:40

Jetzt muß ich mal eine ganz doofe und zugleich provokante Frage stellen:
Warum müssen Pukos bei Weichen so nah an den Schienen angebracht werden, daß es potentiell zu einem Kurzschluß kommen kann?
Die Frage zu stellen, heißt natürlich auch eine Lösung anzubieten.
Wie bekannt, benutze ich Tillig Gleise und bei den Weichen habe ich die Pukos nur so hoch gebaut, daß der Schleifer auf der zu kreuzenden Schiene aufliegt! Die zu kreuzende Teilschiene wird mittels Umschalter, der an die Weichensteuerung gekoppelt ist, entsprechend auf Mittelleiterpotential gepolt. Letztlich analog der bekannten Herzstückpolarisierung bei Zweileiter-Systemen, und die funktioniert seit Jahrzehnten im DC-Bereich störungsfrei.
Kurzschlüsse? Fehlanzeige!
Kriechfahrt von Fahrzeugen mit kurzem Schleifer? Kein Problem!

Nur mal so als Idee.

Gruß
Martin



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#7 von Christian Lütgens ( gelöscht ) , 06.01.2006 11:48

Hallo.

Zitat von Martin
Nur mal so als Idee.



Warum diese Idee beim Serienhersteller nicht eingesetzt wird, weiß ich auch nicht. Auf die war ich auch schon mal gekommen, und das ohne intensive Beschäftigung mit dem Thema.

Was mich auch immens stört sind diese elenden Spurkranzkontakte in Verbindung mit Kunststoffschienen im Weichenbereich. Gab's beim M-Gleis bei den Dreiwegweichen und beim C-Gleis bei den Kreuzungsweichen: Märklin-Fahrzeuge mit klassichen Spurkränzen fahren unweigerlich auf und haben keinerlei Zugrkraft mehr, weil die Haftreifen abgehoben werden. Warum müssen da überhaupt Kunststoffschienen hin?


Bye,
Christian



Christian Lütgens

RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#8 von silz_essen , 06.01.2006 12:27

Hallo Christian!

Der Zugkraftschwund im Herzstückbereich liegt nicht i.A. am Kunststoffherzstück, sondern am sogenannten Spurkranzauflauf, wie Du ja auch schon bemerkt hast.
Während das Rad das Herzstück überfährt, ist ja ein kurzes Stück keine Schiene vorhanden (sogenannte Herstücklücke). Damit das Rad nicht in diese Lücke hineinfällt, ist "unten im Herzstück" ein Blech eingelegt (beim Original ist es ein entsprechend geformtes Gußstück). Wäre dies nicht der Fall so würde das Fahrzeug unschön wackeln. Frag' mal die RP25-Fraktion zu diesem Thema.
Wenn nun der Radreifen das "Schienenstück" des Herzstücks verläßt und nur der Spurkranz auf dem Blechstück der Herzstücklücke läuft, ist naturgemäß die Reibung (Metall auf Metall!) geringer als bei Haftreifen (Gummi) auf Metall bzw. Kunststoff. Die Zugkraft der Lok MUSS also in diesem Moment abnehmen.
Daher meine Bitte an die Modellbahnindustrie: Bitte immer ZWEI Haftreifen an einem Modell montieren.

Gruß
Martin



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#9 von Christian Lütgens ( gelöscht ) , 06.01.2006 12:52

Hallo.

Zitat von Martin
Der Zugkraftschwund im Herzstückbereich liegt nicht i.A. am Kunststoffherzstück, sondern am sogenannten Spurkranzauflauf, wie Du ja auch schon bemerkt hast.



Ich glaube, Du mißverstehst mich. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:



Du meinst vermutlich die rot eingekreisten Stellen. Ich dagegen meine den grün eingekreisten Bereich - allerfeinster Kunststoff, und darin liegt ein stabiles Metallblech. Es würde ja schon helfen, wenn hier nur ein nachgiebiges Kontaktblech wäre, so daß die Räder auf dem Kunststoff rollen und wirklich nur ein bissel Strom von unten kommt.

Zitat von Martin
Daher meine Bitte an die Modellbahnindustrie: Bitte immer ZWEI Haftreifen an einem Modell montieren.



Bei dem von mir geschilderten Problem nützt das leider gar nichts. Selbst Loks mit vier Haftreifen an einem Drehgestell bleiben da hängen, wenn das Drehgestell nicht sehr lang ist. Triebwagen machen wegen des größeren Umfangs der Spurkränze einen Satz, wenn sie über diese Stelle fahren.


Bye,
Christian



Christian Lütgens

RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#10 von silz_essen , 06.01.2006 14:18

Ein nachgiebiges Kontaktblech würde zwar die Zugkrafteinbusse minimieren, würde aber sofort wieder zum Problem der wackelnden Fahrzeuge führen. Letztlich hat man so die Wahl zwischen Teufel und Belzebub.
Kurz gesagt: die Spurkranzhöhe muß zum Spurkranzauflauf passen.
Wenn du aber unbedingt auf den Radreifen im grünumrahmten Bereich fahren willst, und die die DKW nicht geändert werden soll, gibt's noch eine andere Möglichkeit: Fahrzeuge mit niedrigeren Spurkränzen. Es muß ja nicht direkt RP25 sein, aber die heutigen Standardspurkranzhöhen von 1,1mm und mehr sind meiner bescheidenen Meinung nach auch nicht mehr ganz zeitgemäß. Da zeigt die Konkurrenz doch klar, daß man auch mit 0,8 bis 0,9mm hohen Spurkränzen ohne Entgleisungen fahren kann. Letztlich kommt es nämlich weniger auf die SpurkranzHÖHE als viel mehr auf die SpurkranzAUSRUNDUNG an. 2 bis 3 Zehntel machen im Bereich des Spurkranzauflaufs dagegen eine Menge aus.
Oder drittens: die langen Spurkranzaufläufe bei der DKW sind ja eigentlich nicht unbedingt nötig. Sie müßten ja eigentlich nur in den Bereichen sein, in denen wirklich eine Lücke zwischen den Schienen ist. Hier hat Märklin natürlich die Länge ausgedehnt, um nur ein einziges Blech (Gußteil?) in die DKW einlegen zu müssen und so Kosten zu sparen. Dieses allerdings in der Produktoinstechnik zu ändern und dann die DKW noch zu einem akzeptablen Preis anzubieten, dürfte allerdings fast der Quadratur des Kreises gleich kommen.

Gruß
Martin



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#11 von Christian Lütgens ( gelöscht ) , 06.01.2006 17:15

Hallo.

Zitat von Martin
Ein nachgiebiges Kontaktblech würde zwar die Zugkrafteinbusse minimieren, würde aber sofort wieder zum Problem der wackelnden Fahrzeuge führen. Letztlich hat man so die Wahl zwischen Teufel und Belzebub.



Natürlich nicht da, wo die Spurkränze zum "Festhalten" der Loks und Wagen benötigt werden. Aber auf der Kreuzungsweiche gibt es reichlich Stellen, an denen es einfach nicht nötig ist, daß die Loks auflaufen.

Zitat von Martin
Oder drittens: die langen Spurkranzaufläufe bei der DKW sind ja eigentlich nicht unbedingt nötig. Sie müßten ja eigentlich nur in den Bereichen sein, in denen wirklich eine Lücke zwischen den Schienen ist. Hier hat Märklin natürlich die Länge ausgedehnt, um nur ein einziges Blech (Gußteil?) in die DKW einlegen zu müssen und so Kosten zu sparen. Dieses allerdings in der Produktoinstechnik zu ändern und dann die DKW noch zu einem akzeptablen Preis anzubieten, dürfte allerdings fast der Quadratur des Kreises gleich kommen.



Vorschlag: Dünnes Federlech, das in die Plasikform eingelegt wird, wobei die Plastikform an den "kritischen" Stellen entsprechend geformt ist, so daß das Blech hier nicht nachgeben kann. Diese Stellen halten das Blech gleichzeitig in der passenden Höhe, so daß der Kontakt sichergestellt ist. Und das soll so viel mehr kosten...?


Bye,
Christian



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RE: Kurzschlüsse bei schlanker Weiche

#12 von Kabtender , 06.01.2006 23:33

Zitat von Michael Mertner

das liegt an der Weiche selber.
Eine mögliche Lösung: Einfach die Punktkontakte kurz vor dem Herzstück mit einer Zange etwas von den Schienen wegbiegen.
Michael



Hallo Michael!

Ich muss zugeben, ich habe mich zunächst nicht rangetraut, die Pukos "zu verbiegen".
Heute Abend denn aber doch! Resultat: Es klappt!
Die Lokomotiven fahren alle ohne mucken über die Weiche! Nochmals vielen Dank für den Tipp!

MfG Roland



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