RE: Lenz BR66

#1 von silz_essen , 16.01.2006 14:31

Hallo zusammen,

nachdem wir hier in letzter Zeit sehr viel lesen mußten, wie man ein neues Modell nicht baut, hier mal das Gegenbeispiel: die BR66 von Lenz.

Die Lok ist schon beim ersten Ansehen super detailiert. Wenn man die Lok dann auf die Schienen stellt, so setzt sich der positive Eindruck nahtlos fort.
- Warmweise LED-Beleuchtung
- Seidenweicher Lauf
- 5 Achsen angetrieben, davon 1 Achse mit Haftreifen ==> Zugkraft auf der obligatorischen 3% Steigung mehr als ausreichend
- als echte Innovation (in meinen Augen): Sound nicht nur digital, sondern auch voll analog nutzbar.
- in der Lok ist alles verschraubt und nicht etwa geklipst
- und, und, und ...

Natürlich kann man aus einem sehr guten Produkt ein optimales Produkt machen. Rote Schlußleuchten (natürlich schaltbar) wäre so ein Ding.

Ich will natürlich nicht verheimlichen, daß es auch Dinge gibt, die mir NICHT an der Lok gefallen. Hier ist vor allem zu nennen, daß der (DCC-)Dekoder fest in die Lok eingebaut ist, etwas was ich seit Jahren auch bei Märklin kritisiere. Hier gehört einfach ein Normstecker in die Lok, genau wie ein Normschacht zu den Kupplungen (bei der Lenz BR66 natürlich vorhanden) gehört.
Letztlich ist das für mich aber alles kein wirkliches Problem, da ich analog sowieso DC auf Mittelleitergleis fahre, und in puncto digital zurzeit alles auf DCC als System steht.

Für den "Standard-Märklinisten" dürften sich ein anderer Punkt negativer auswirken: die Lok hat nur 0,7mm hohe Spurkränze. Da dürften sich die Toleranzen in den Märklin-Weichen sehr störend bemerkbar machen. Aber ein vernünftiges Gleissystem (z.B. von Tillig) wirkt hier Wunder.

Auch auf eine Ungenauigkeit in der Betriebsanleitung der Lok möchte ich noch hinweisen. Dort steht sinngemäß, die Lok könne nur dann durch einen 360mm Radius fahren, wenn die Kolbenstangenschutzrohre und die vorderen Aufstiege entfernt würden. Dem ist nicht so. Man muß lediglich an der Befestigungs-"platte" der vorderen Auftritte etwas Material wegnehmen, damit die vorderen Schienenräumer und insbesondere der NEM-Schacht sauber ausschwenken können, und schon klappt's auch mit der Nachbarin, ähh dem 360mm Radius.

Kurz gesagt: Genau so stelle ich mir eine Neukonstruktion einer Lok vor. Und daß dabei der Preis incl. (serienmäßigem !) Sound weit unter dem einer entsprechenden Märklin-Lok liegt, ist noch das Sahnehäubchen oben drauf.

Wenn Lenz wirklich, wie hier spekuliert wurde in diesem Jahr eine BR56.2 anbieten sollte, dann wird die mit Sicherheit auch in meine Sammlung wandern.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#2 von Uwe Meybom , 16.01.2006 15:01

Hallo Martin,
hast den Schleifer schon drunter?
Dann schicke mir mal bitte ein Foto . Danke



 
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RE: Lenz BR66

#3 von silz_essen , 16.01.2006 16:04

Als Schleifer habe ich den längeren Roco Flüsterschleifer drunter gebaut. Das funktioniert auch ohne Fräsarbeiten. In Höhe der Treibachse habe ich von Innen eine M2-Kragenmutter eingesetzt. Im Innnern der Lok habe ich noch ein Stückchen kupfer-kaschiertes Pertinax (2 Pole) als Lötstützpunkte geklebt, neu verdrahtet und fertig. Bild folgt.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#4 von Frankenbahner , 16.01.2006 16:06

Hallo,

Diese Lok hat's mir auch angetan. Gibt's irgendwo schon jemand der sie auf AC-Digital umgebaut hat? Würde mich brennend interressieren!

Leider gibt es sie serienmäßig ja nur in 2L Gleichstrom. Ne AC Variante wär schon toll.

Gruß

Thomas



 
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RE: Lenz BR66

#5 von Florian ( gelöscht ) , 16.01.2006 16:11

Hallo,
zur der Lok kann ich nur sagen das sie mir optisch auch super gefällt.
Aber ich habe letztens mal bei einer Lok von Lenz mitbekommen, dass man dort die Lautstärke des Sounds nicht verändern kann ist dies bei der auch der Fall?



Florian

RE: Lenz BR66

#6 von silz_essen , 16.01.2006 16:15

Meine Digital-Ausstattung ist noch sehr rudimentär: Roco-Lokmaus aus Startpackung und das war's auch schon. Mit Umprogrammierungen habe ich mich da nicht befaßt, kann dazu also folglich nichts sagen. Für meine Ohren ist es eine angenehme Lautstärke, weder zu laut noch zu leise. Dank Flüsterschleifer hört man die Lok allerdings auch so gut wie nicht.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#7 von Uwe Meybom , 16.01.2006 17:03

Hallo "Fremdgeher",
die Lok gibt es direkt in 2 Varianten mit leichten baulichen Veränderungen - siehe MIBA.
Wie ich die Lenze kenne, wird es keine AC-Version geben.
Hier ist also Eigeninitiative gefordert.
Aber Martin hat ja schon gepostet, das es und wie es geht.
Insoweit freue ich mich immer wieder über meine IB



 
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RE: Lenz BR66

#8 von Gespenst ( gelöscht ) , 16.01.2006 18:28

Hallo,
hmmm, habe ich das jetzt richtig verstanden, es ist ein Sounddecoder eingebaut der den vollwertigen Dampfloksound wiedergibt? Die Lenz Website spricht ja eigentlich nur von Glocke und Pfeife?

...fragt sich das gespenst.



Gespenst

RE: Lenz BR66

#9 von Red3Blau ( gelöscht ) , 16.01.2006 19:49

Zitat von Gespenst
Hallo,
hmmm, habe ich das jetzt richtig verstanden, es ist ein Sounddecoder eingebaut der den vollwertigen Dampfloksound wiedergibt? Die Lenz Website spricht ja eigentlich nur von Glocke und Pfeife?

...fragt sich das gespenst.




Da hast schon richtig gelesen
Es ist keine richtige Soundlok

Gruß Horst



Red3Blau

RE: Lenz BR66

#10 von UlrichRöcher ( gelöscht ) , 17.01.2006 13:21

Hallo

Zitat von silz_essen
Für den "Standard-Märklinisten" dürften sich ein anderer Punkt negativer auswirken: die Lok hat nur 0,7mm hohe Spurkränze. Da dürften sich die Toleranzen in den Märklin-Weichen sehr störend bemerkbar machen.



Hätte man eine Chance, die Treibachsen an der Lok zu wechseln? Die beiden äußeren mit höheren Spurkränzen, also max. 1,4 mm, und den Inneren völlig abgedreht (Spurkranz=0)? Vor- und Nachlaufachsen sollten nicht das Problem sein.

Viele Grüße
Ulrich



UlrichRöcher

RE: Lenz BR66

#11 von Gast , 17.01.2006 14:16

keine Chance. Lenz sieht das nicht vor. Auch die Umrüster der V36 wurden von Lenz nicht mit Infos beliefert sondern sogar schief angesehen, weil die Lok dort auf eine Art und Weise bearbeitet wurde, die nicht vorgesehen war.

Lenz ist es letztendlich egal, ob du die Lok umbaust oder nicht, Unterstützung gibt es dafür keine.

Wolfgang




RE: Lenz BR66

#12 von silz_essen , 17.01.2006 14:24

An den Wechsel der Räder würde ich mich nicht heran trauen. Da fehlt mir einfach das entsprechende Werkzeug. Prinzipiell sind aber alle Achse gleich aufgebaut. Die Räder (Kunststoffstern, sehr fein) ist mit einem Metallradreifen vesehen. Die Achse ist laut beiliegender Explosionszeichnung an den Enden geriffelt. Ebenso sind die Zahnräder auf den Achsen auf Riffelungen aufgezogen. Die Achsen selbst laufen nicht direkt im Rahmen, sondern in Messingbuchsen, die wiederum im Rahmen sitzen.
Laut Vorbild sind die Treibräder 1600mm im Durchmesser (wie bei BR41), der Vorläufer 1000mm (ggf. von Märklin 3029? oder BR01 mit großen Vorläufern (Roco)) und die Nachläufer 850mm (Vorlaufachsen BR03 o.ä.). Vielleicht kann man da etwas benutzen, entweder aus dem Hause Märklin oder Roco.

Gruß
Martin

P.S. Ich versuche mal zwei Bilder von der Schleiferbefestigung und der zentralen Lötstützpunkte (vergleiche mein Eintrag von gestern) hinzuzufügen. Mal sehen ob's klappt. Übrigens: die Farbe des Rahmens ist nicht so violett-stichig, wie auf dem Photo. Da hat mir meine Digi-Cam einen Streich gespielt.



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RE: Lenz BR66

#13 von CR1970 , 17.01.2006 16:23

Und wie läuft die Lok bei dir, wenn der "Standard-Märklinist" Probleme mit den Rädern bzw. Weichen zu erwarten hat? Hast du keine Märklin-Schienen?



 
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RE: Lenz BR66

#14 von UlrichRöcher ( gelöscht ) , 18.01.2006 09:35

Hallo,

ich muss hier nochmals nachhaken, aber eins ist für mich klar: Ohne Rädertausch läuft das Ding niemals auf Märklin-Gleis, vielleicht auf C, aber insbesondere nicht auf M. Da die Radsatzgröße der Treibräder identisch mit der Baureihe 41 ist und es davon mehrere Modelle auf dem Markt gibt, heißt das, dass man entweder Radsätze von Märklin oder solche von Fleischmann kann. Bei letzteren hat man im übrigen auch eine Chance, sie auf M-Gleis laufen zu lassen.

Das zentrale Problem beim Radsatzwechsel sehe ich darin, dass der Abstand der Treibräder voneinander sehr klein ist, d.h., da ist kein Platz für die hohen Spurkränze, die wir Märklinisten nun mal brauchen. Martin, würdest Du bitte messen, wie groß der Abstand zwischen den Laufflächen der Treibräder ist und hier posten? Schon mal vielen Dank im voraus dafür!

Ich stelle mir folgende Lösung vor: man versucht, auf den äußeren beiden Treibradsätzen so viel Spurkranz zu lassen wie irgend möglich und dreht vom inneren Radsatz so viel Spurkranz ab wie nötig - ggfs. bis auf Null. Daher wäre es interessant zu wissen, wieviel Platz überhaupt vorhanden ist.

Das nächste Problem besteht darin, dass das Lenz Modell, wenn ich Martins Bild richtig interpretiere, keine Haftreifen auf den Treibradsätzen hat, sondern offensichtlich das Paar Haftreifen auf den Vor- oder Nachlaufachsen hat. Ist das so? Wenn ja, scheiden Fleischmann-Radsätze aus, denn Fleischmann-Loks haben keine Haftreifen auf Treibradsätzen - die haben Tenderantrieb und brauchen das nicht - es sei denn, man kann auch die Radsätze von Fleischmanns BR 65 verwenden - müsste mal jemand nachprüfen. Ich würde übrigens Fleischmann-Radsätze vor Märklin-Radsätzen bevorzugen, da deren Spurkränze von Hause aus niedriger sind.

Weiter würde mich auch der Durchmesser der Lenz-Achsen interessieren. Martin, darf ich Dich nochmals bemühen? Märklin-Achsen sind oft sehr dick, so dass sie nicht in die Lenz-Halterungen passen würden. Fleischmann-Achsen sind dünner und hätten eher eine Chance.

Radsatzwechsel ist werkzeugseitig kein größeres Problem für mich, ich habe Fohrmanns Abziehkralle und die Radsatzpresse zum Aufziehen (siehe hier: http://www.fohrmann.com/d/shop/art/2707.htm). Die Radsatzpresse war zwar teuer, ist aber auch ein wahrlich geiles Teil - sie hat eine Schutzvorrichtung, dass man beim Aufpressen auch empfindlicher Räder den Radstern nicht beschädigen oder zerstören kann. Ich glaube, selbst Märklins Radsatzpresse, die vom Fachhandel genutzt wird (das ist die mit einem langen Hebel nach oben), hat das nicht.

Viele Grüße
Ulrich



UlrichRöcher

RE: Lenz BR66

#15 von Uwe Meybom , 18.01.2006 10:15

Hallo Martin,

Auftrag:
Bitte die Lok zum nächsten MIST 4 mitbringen
Danke.



 
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RE: Lenz BR66

#16 von silz_essen , 18.01.2006 10:15

Hallo CR1970!

Zitat
Und wie läuft die Lok bei dir, wenn der "Standard-Märklinist" Probleme mit den Rädern bzw. Weichen zu erwarten hat? Hast du keine Märklin-Schienen?


Genau das!
Meine im Bau befindliche Anlage wird komplett mit Tillig-Gleisen und Selbstbau-Mittelleiter versehen. Das ist zwar eine Menge Arbeit, aber damit fallen die ganzen Probleme, die ich mir jahrelang mit den Märklin-Gleisen, insbesondere Weichen, eingefangen habe, mit einem Mal weg.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#17 von silz_essen , 18.01.2006 10:30

Hallo nochmal,

Zitat
Martin, würdest Du bitte messen, wie groß der Abstand zwischen den Laufflächen der Treibräder ist und hier posten? Schon mal vielen Dank im voraus dafür!


Wird gemacht! Incl. dem, was weiter unten steht, werde ich mal eine Vollvermessung des Fahrwerks vornehmen.

Zitat
Ich stelle mir folgende Lösung vor: man versucht, auf den äußeren beiden Treibradsätzen so viel Spurkranz zu lassen wie irgend möglich und dreht vom inneren Radsatz so viel Spurkranz ab wie nötig - ggfs. bis auf Null.


Das habe ich mal bei einer Proto2000 Lok gemacht. Das funktionierte da sehr gut, allerdings waren die Räder da aus Vollmessing.
Bei der Lenz BR66 ist nur ein relativ dünner Messing-Radreifen auf die Kunststoff-Radsterne aufgezogen. Auch da werde ich versuchen, mal die Dicke zu messen.

Zitat
Das nächste Problem besteht darin, dass das Lenz Modell, wenn ich Martins Bild richtig interpretiere, keine Haftreifen auf den Treibradsätzen hat, sondern offensichtlich das Paar Haftreifen auf den Vor- oder Nachlaufachsen hat.


Stimmt. Der Vorläufer ist nicht angetrieben, dafür beide Nachlaufachsen. Hier besitzt die letzte Achse zwei Haftreifen. Prinzipiell spricht nichts dagegen auf die vordere Kuppelachse Räder mit Haftreifen aufzuziehen und die Nachläufer ohne Haftreifen zu belassen. Allerdings dürfte dadurch die Zugkraft sinken. Auf die Treibachse oder gar hintere Kuppelachse würde ich keine Haftreifen aufziehen, da diese Achsen nur über das Gestänge mitgenommen werden. Das ist bei der Original-Lenz Lok kein Problem, da hier ja die Hauptantriebsleistung über den Nachläufer geschieht.
Fleischmannradsätze sind ja bekanntlich auch aus Metall, sodaß hier ohne weiteres eine Haftreifen-Nut eingestochen (im Notfall auch gefräst) werden kann. Dann könnte man auch ggf. wieder die Nachläufer mit Haftreifen versehen.

Zitat
Weiter würde mich auch der Durchmesser der Lenz-Achsen interessieren. Martin, darf ich Dich nochmals bemühen?


Das wird schwierig werden. Die Achsen als solche haben einen wesentlich größeren Durchmesser als die Riffelung, auf der die Räder aufgezogen sind. Ich werde versuchen, das zu messen, habe da aber wenig Hoffnung.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#18 von silz_essen , 18.01.2006 18:30

Hallo zum dritten Mal in Folge.

Ich habe das Fahrwerk der Lenz BR66, soweit es für einen möglichen Radtausch interessant ist, vermessen. Alle gemessenen Maße sind auf 5/100mm gerundet. Die Meßungenauigkeit dürfte in der gleichen Größenordnung liegen (Meßschieber-Ungenauigkeit).
Die 1/87-Sollmaße sind auf 1/100mm gerundet.

Die Bezeichnung ist immer
Originalmaß => soll 1/87 => ist 1/87

Durchmesser Vorläufer:
1000mm => 11,49mm => 11,50mm (Spurkranzhöhe 0,9mm !)
Durchmesser Treib- und Kuppelräder:
1600mm => 18,39mm => 18,35mm (Spurkranzhöhe 0,7mm)
Durchmesser Nachläufer:
850mm => 9,77mm => 9,75mm (Spurkranzhöhe 0,7mm)

Die (Metall-)Radreifendicke ist schwer zu ermitteln. Sie beträgt etwa 0,5mm bis 0,6mm. Da würde ich nicht versuchen, noch etwas wegzunehmen, nur um einen höheren Spurkranz zu erhalten.

Achsstand der Treib- und Kuppelachsen:
1850mm => 21,26mm => 21,30mm

Der lichte Abstand der Radreifen zwischen den Treib- und Kuppelrädern ist somit rein rechnerisch beim Modell 2,95mm, der Abstand der entsprechenden Spurkränze 1,55mm. Letztlich also noch ein bischen Platz. Prinzipiell sollten sich also Räder mit einem Durchmesser gemessen am Spurkranz von 21mm noch einbauen lassen.

Aber: ...
Die Dicke der Achswelle im Bereich der Räder ist nicht zerstörungsfrei (sprich ohne Entfernen der Räder) zu bestimmen.
Hier ist der nächste Umbaufreiwillige gefordert.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#19 von UlrichRöcher ( gelöscht ) , 19.01.2006 11:55

Hallo,

Zitat von silz_essen
Hallo zum dritten Mal in Folge.

Ich habe das Fahrwerk der Lenz BR66, soweit es für einen möglichen Radtausch interessant ist, vermessen. Alle gemessenen Maße sind auf 5/100mm gerundet. Die Meßungenauigkeit dürfte in der gleichen Größenordnung liegen (Meßschieber-Ungenauigkeit).
Die 1/87-Sollmaße sind auf 1/100mm gerundet.



Erst einmal ganz herzlichen Dank an Dich für diese Arbeit, die Du Dir hier gemacht hast. Das erspart mir einiges an Terz, denn ich glaube kaum, dass Lenz einem den Gefallen tun würde, an einer Ihrer Loks diese Werte abzunehmen!

Zitat von silz_essen
Die (Metall-)Radreifendicke ist schwer zu ermitteln. Sie beträgt etwa 0,5mm bis 0,6mm. Da würde ich nicht versuchen, noch etwas wegzunehmen, nur um einen höheren Spurkranz zu erhalten.


Das würde ich auch grundsätzlich nicht machen. Es müssen m.E. alle Achsen ausgetauscht werden, um ein einheitliches Bild zu bekommen. Ich habe gestern abend nochmals die Literatur gewälzt und dabei festgestellt, dass nicht nur die 41, sondern auch die 65 bei den Rädern große Ähnlichkeit mit der 66 hat. Bei der 65 sind die Kuppelräder gleich, der Kuppelradabstand etwas größer, der Vorläufer ist kleiner, aber die Nachlaufachsen sind identisch mit der 66. Die Vorlaufachse kann man von der 41 nehmen. Damit ist klar, dass die Ersatzachsen von Fleischmann kommen müssen. Problem ist hier, dass eine Rille in zwei Räder der Nachlaufachsen für die Haftreifen gedreht werden muss, denn Lenz wird sicherlich die Achse mit dem meisten Gewicht belegt haben, die die Haftreifen hat.

Zitat von silz_essen
Der lichte Abstand der Radreifen zwischen den Treib- und Kuppelrädern ist somit rein rechnerisch beim Modell 2,95mm, der Abstand der entsprechenden Spurkränze 1,55mm. Letztlich also noch ein bischen Platz. Prinzipiell sollten sich also Räder mit einem Durchmesser gemessen am Spurkranz von 21mm noch einbauen lassen.


Das lässt mich hoffen...

Zitat von silz_essen
Aber: ...
Die Dicke der Achswelle im Bereich der Räder ist nicht zerstörungsfrei (sprich ohne Entfernen der Räder) zu bestimmen.
Hier ist der nächste Umbaufreiwillige gefordert.


Ok, es ist klar, dass Dir das nicht zugemutet werden kann. Gibt es eine Explosionszeichnung von der Lok, bei der man sehen kann, ob die Achsen über die ganze Länge gleich sind oder ob sie unterschiedliche Dicken so ähnlich wie bei Rivarossi haben? Wenn man tatsächlich zwar Fleischmann-Räder verwenden kann, aber nicht deren Achsen und sich die Fleischmann-Räder auch nicht auf die Lenz-Achsen aufziehen lassen, bleibt nur übrig, neue Achsen drehen zu lassen. Das wird lustig - Drehbank habe ich keine und ich kenne auch aus dem Stand niemand...

Beim Nachdenken sind mir noch drei Fragen gekommen:
1. Wie ist die Steuerung an den Rädern befestigt? Beim Umbau müsste die Lenz-Steuerung ja dann irgendwie mit den Fleischmann-Rädern kooperieren. Siehst Du da eine Möglichkeit? Wenn die Kuppelstangen und auch die Steuerung angeschraubt ist, würden vielleicht Fleischmann-Schrauben passen. Sind das aber Steckverbindungen in der Art von Rivarossi, bleibt nur, die Steuerung neu an einen Hebel von Fleischmann zu nieten - yuppi!
2. Wie schwer ist die Lok und wieviel Metall ist dran? Zugkraft und Laufsicherheit hat nun mal auch etwas mit Gewicht zu tun, und wenn das Ding unter 400 Gramm wiegt, könnte es schon eng werden.
3. Du erwähnst, der Dekoder sei fest eingebaut. Wie ist das gemacht - wurde der Dekoder auf eine Hauptplatine in der Lok mit Drähten angelötet oder sind Hauptplatine und Dekoder eins? In letzterem Fall müsste man, wenn man eine MII-Dekoder einbauen will/muss, auch ggfs. die Hauptplatine ersetzen - was dann, wenn die Stromaufnahmefedern direkt daran befestigt sind, erneut zu einem Husarenstück werden könnte.

Ich hatte das schon befürchtet - ein wirklich kompatibler Umbau auf System Märklin wird wahrlich kein Kaffeeschlecken Nochmals ganz herzlichen Dank an Martin für seine substanzielle Hilfe.

Viele Grüße
Ulrich



UlrichRöcher

RE: Lenz BR66

#20 von silz_essen , 19.01.2006 13:23

Hallo nochmal,

Zitat
Gibt es eine Explosionszeichnung von der Lok, bei der man sehen kann, ob die Achsen über die ganze Länge gleich sind oder ob sie unterschiedliche Dicken so ähnlich wie bei Rivarossi haben?


Die Explosionszeichnng gibt es. Schick mir mal per PN oder Mail Deine EMail-Adresse.

Das Problem bei den Fleischmannachsen wird weniger die Achsdicke sein. Wie ich schon weiter oben schrieb, laufen (zumindest) die Kuppelachsen in Messingbuchsen. Du müßtest also auf alle Fälle die Räder von der Fleischmannschsen herunterziehen und hinterher wieder aufpressen. Außerdem mußt Du irgentwie die Zahnräder, die mittig auf den Achsen sitzen, aufziehen. Das wird sicher lustig.

Zitat
Beim Nachdenken sind mir noch drei Fragen gekommen:
1. Wie ist die Steuerung an den Rädern befestigt?


Diese ist mit kleinen Kunststoffsplinten oder -nieten befestigt. Diese habe ich aber nicht abgenommen, kann also nicht sagen wie fest die eingepresst sind. Auch die Gegenkurbel ist aus Kunststoff.
Wenn überhaupt, müssen die Kunststoffnieten irgendwie aus den Rädern heraus und hinterher in die entsprechenden Löcher in den Fleischmannrädern eingepresst oder eingeklebt werden.

Zitat
2. Wie schwer ist die Lok und wieviel Metall ist dran?


Das habe ich noch nicht gemessen. In der Ebene zog sie im 360mm Radius klaglos 8 Dreiachsumbauwagen, und es war noch genug Zugkraftüberschuß vorhanden. Aus versehen bin ich beim Test auf die Trix Ka aufgefahren. Diese wurde mit stehenden Rädern (der Ka natürlich nicht der BR66 ) auch noch weggeschoben.
Das eigentliche Fahrwerk ist komplett aus Metall und, soweit ich das feststellen konnte, auch der Kessel. Wasserkästen und Kohlekasten sind aus Kunststoff. Die meisten Zurüstteile sind aus Kunststoff, die Griffstangen am Aufstieg zum Führerstand dagegen aus Metall.

Zitat
3. Du erwähnst, der Dekoder sei fest eingebaut. Wie ist das gemacht?


Der Decoder ist letztlich zweigeteilt. Den Hautteil nimmt eine senkrecht stehende Platine ein, die vor der Rückwand des Kohlekastens über die gesamte Breite und Höhe eingebaut ist. Hier sind, wenn ich das in meinem noch etwas laienhaften Verständnis so sagen darf, die Hauptkomponenten untergebracht: vielbeinige "Käfer", ein Haufen SMD-Technik etc. Diese Platine trägt auch direkt aufgelötet die LEDs für die hinteren Lampen. Eine zweite Platine sitzt etwa in Höhe des Schornsteins oben im Kessel. Diese Platine sowie der Lautsprecher (von außen unsichtbar unter dem Führerstandsdach) sind über Kabel und Stecker mit der Haupplatine verbunden. Letztes Hauptbauteil der "inneren Elektronik" ist ein recht großer ElKo (ich schätze mal 470müF), der in der Rauchkammer untergbracht ist. Alzheimer oder so ist also nicht.
Die Stromabnahme von den Rädern ist über insgesamt 4 Kabel direkt an die Hauptplatine angelötet. Die Stromabnahmefedern für die Kuppelachsen sind an der Bodenplatte unter den Kuppelachsen angebracht, die der Nachläufer habe ich nicht kontrolliert. Der Vorläufer hat keine Stromabnahme.
Der Motor ist über zwei weiter Kabel mit der Platine verbunden. Diese insgesamt 6 Kabel aufzutrennen, ist kein Hexenwerk: Sie sind jeweils lang genug, um sie mittels Seitenschneider zu trennen und dann wie oben in meinem Photo zu sehen auf entsprechende Hilfslötpunkte zu legen. Platz genug dafür ist in der Lok. Wenn man die Hauptplatine herauswirft, paßt mit Sicherheit auch einer der üblichen Standarddekoder. Das hintere Licht bleibt dabei aber zunächst auf der Strecke.

Vielleicht liest ja auch jemand aus dem Hause Lenz hier (incognito?) mit und überlegt sich eine AC Version auf den Markt zu bringen. Möglich ist es schon mit der jetzigen Variante und Bedarf scheint ja zu sein.

Gruß
Martin



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RE: Lenz BR66

#21 von AnalogDriver ( gelöscht ) , 04.07.2009 07:29

Also viel geschrieben hier, eine zeit her.

Aber ist jemand es gelungen: BR 66 Lenz umbau auf 3leiter Märklin track+motorola digi?

Fleischmann BR65 und 41 teilen
Sleifer kein problem(?)
und wie dann electronisch?

Mfg,
Hajo


AnalogDriver

RE: Lenz BR66

#22 von ET 65 , 04.07.2009 09:30

Hallo zusammen,

Zitat von Martin
...- 5 Achsen angetrieben, davon 1 Achse mit Haftreifen ==> Zugkraft auf der obligatorischen 3% Steigung mehr als ausreichend ...


Lasst mich bitte nicht dumm sterben: Eine Lok mit Achsfolge 1' C 2' hat 5 angetriebene Achsen? Schreibfehler oder hat Lenz die beiden Nachlaufachsen mit angetrieben, wenn ich Ulrich richtig interpretiere?

Zitat von Ulrich
...Problem ist hier, dass eine Rille in zwei Räder der Nachlaufachsen für die Haftreifen gedreht werden muss, denn Lenz wird sicherlich die Achse mit dem meisten Gewicht belegt haben, die die Haftreifen hat. ...


Die Homepage von Lenz gibt darüber leider keine Auskunft.

Gruß, Heinz


Tried to reduce to the max Ich weiß, nicht immer einfach, aber einfach kann ja jeder.
Was noch fehlt? "Ein Sack voll Zeit"


 
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RE: Lenz BR66

#23 von head like a hole , 04.07.2009 09:53

Hallo Heinz,

Du hast richtig gelesen, die 66 hat fünf angetriebene Achsen denn das Drehgestell unter dem Führerstand wird mit angetrieben.

mfg
Michael


... manchmal ist ein Kuchen einfach nur ein Kuchen ...

Anlage: Fahren, Schalten und Melden mit Selectrix
Werkbank: ECoS I & CS II zum Programmieren
Mac OS X 10.14 / iPhone und iPad

Bügelkupplungsfreie Zone


 
head like a hole
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RE: Lenz BR66

#24 von Tim90 , 04.07.2009 12:04

Zitat von silz_essen
Genau das!
Meine im Bau befindliche Anlage wird komplett mit Tillig-Gleisen und Selbstbau-Mittelleiter versehen. Das ist zwar eine Menge Arbeit, aber damit fallen die ganzen Probleme, die ich mir jahrelang mit den Märklin-Gleisen, insbesondere Weichen, eingefangen habe, mit einem Mal weg.


Hallo Martin,

Darf man erfahren wie genau du die Schienen umgebaut hast?
Aus welchem Material und wie hast du den Mittelleiter hergestellt?
Kannst du evtl. ein Foto einer umgebauten Schiene einstellen?
Ich ärgere mich nämlich auch andauernd dass verschiedene meiner umgebauten Loks auf meinen C-Gleis Weichen aus dem Gleis fliegen.
Auch mit den Kurven scheint es Probleme zu geben: meine 42er von Liliput kommt nicht du den 360 mm Radius des C-Gleises. Gut, auf dem Waschzettel steht auch ''kleinster befahrbarer Radius 420 mm'', aber komischerweise durchfährt die Lok den 360 mm Radius auf den 30 Jahre alten Fleischmann Schienen (die mit Messing-Gleisprofil) von Opa ohne irgendein Problem, was ich doch etwas seltsam finde. Ich hatte auch kontrolliert ob der Schleifer sich vielleicht am Mittelleiter verhakt, war aber nicht der Fall. Ich kann mir also nicht erklären warum es auf C-Gleis nicht läuft. Vielleicht hat die Lok aus Prinzip was gegen das C-Gleis
Insofern würde mich der Umbau des Tillig-Gleises brennend interessieren.

Danke schon mal und schönen Gruß
Tim


 
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RE: Lenz BR66

#25 von silz_essen , 06.07.2009 10:07

Hallo Tim,

schau mal in diese Diskussion, da habe ich eigentlich alles Wissenswerte zum Umbau beschrieben.
Innerhalb dieses Threads haben auch noch andere Forumanen ihre eigenen Lösungen vorgestellt.

Gruß
Martin


silz_essen  
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