Ich möchte gerne Informationen, wie vor der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf einer Strecke, die Schulungsfahrten für das Personal angegangen werden.
Bei Bellingrodt "Eisenbahnromantik am Rhein" ist so eine Schulungsfahrt im Frühjahr 1958 zu sehen. Die E-Lok wurde dabei dem Regelzug mit Dampflok vorgespannt. Was passierte, wenn die E-Lok nicht weiter fahren konnte? Schob dann die Dampflok den Zug mit E-Lok voraus weiter? Wie lange dauerte solche Schulungsphase in den 50er und 60er Jahren? War der Fahrdraht dabei grundsätzlich unter Spannung? Wie wurde die Schulung z. B. auf der Strecke Hamburg - Lübeck durchgeführt?
Warum soll die E-Lok nicht weiterfahren können? Erst wenn der Bau des Fahrdrahtes abgeschlossen ist, alle dafür erforderlichen Signale stehn, kann es Schulungsfahrten geben. Schulungsfahrten sind für Lokführer, die sich mit einer neuen Lok vertraut machen und haben mit Meßfahrten nichts zu tun. Die Loks wurden den Regelzügen vorgespannt um eigene Fahrten zu vermeiden -> Streckenauslastung
Ich kann mich noch an die Aufnahme des elektrischen Betrieb zwischen (Frankfurt/M)-Niedernhausen- Limburg 1986 erinnern. Hier wurden keine Schulungsfahrten unternommen, obwohl der Fahrdraht mit dieser Strecke erstmals Limburg erreichte. Da die meisten Limburger Personale schon vorher E-Ausbildung hatten und vor 1986 schon diverse E-Lok Leistungen zwischen Frankfurt-Wiesbaden-Koblenz fuhren. Das einzigste was für manchem Lokf. etwas gewöhnungsbedürftig war, war der Bremsweg mit den Loks der BR 140/141 . Manche Zielbremsung endete hinter der H-Tafel im Gefälle , da die 216 doch wesendlich besser bremste als deren Ablösung.
ich kann mich noch daran erinnern als die Strecke Basel bad Bhf - Offenburg elektrisch befahren werden konnte.
In Offenburg wurde den aus Ri. Karlsruhe kommenden D - Zügen der am Zug befindlichen Lok der BR 01 eine E 10 vorgespannt. Der Lokführer von der 01 wechselte auf den Führerstand der E10, wo ihn bereits ein Lehrlokführer erwartete. Der Heizer verblieb auf der Lok, wenn er Reglerberechtigung hatte. Die 01 fuhr nicht arbeitend bis Basel mit. Auf der Rückfahrt spannte die E 10 in Offenburg ab und die 01 bleib am Zug.
Als ich mich damals in Offenburg aufhielt, hatte ich das erste Mal in meinem Leben eine E 10 live zu sehen bekommen und zufällig auch noch die erste E 10.1 der DB, nämlich die E 10 152.
Mfg. Christian ................................ Nur das Vorbild ist Vorbild fürs Modell!
Vielen Dank für Eure Antworten. Mir ist jetzt klarer, wie solche Schulungsfahrten ablaufen können. Mit dem Vorspann wegen der knappen Fahrplantrassen statt eingeschobenen Fahrten leuchtet bei der linken Rheinstrecke sehr ein.
Die Lokführer konnten dann ihre Dampflok verlassen und auf E-Lok umschulen, ohne zusätzliche Stunden zu machen.
Hier habe ich eine solche Schulungsfahrt auf der linken Rheinstrecke nachgestellt.