sicherlich sind unter Euch auch noch lebende Zeugen, die einst bei der Deutschen Bundebahn oder DR selber auf einer Dampflok arbeiteten. Ich bin Modellbahn Fan Epoche 2/3 und Dampflok Fan (+Ausreißer V 200 ). Meine Dampflok Vorlieben sind BR 89, BR 81, BR 41, BR 50, BR 45, BR 39, BR 56.
Ich bin bis heute leider nicht darauf gekommen, wie denn beim großen Vorbild Strom erzeugt wurde? Gab es so etwas ähnliches wie einen Generator, der mit Dampf angetrieben wurde?
Vielleicht klärt mir jemand mein letztes "Geheimnis" um die Dampflok Technik.
den elektrischen Strom muß die Dampflok natürlich selbst erzeugen. Dazu ist auf ihr der sogenannte Genearator vorhanden. Dieser sitzt bei deutschen Dampfloks im allgemeinen entweder auf der Rauchkammer links vom Schornstein, quer vor dem Schornstein oder (insbesondere bei Kriegslokomotiven der BR42 und BR52) auf dem Stehkesselrücken unmittelbar vor dem Führerhaus.
danke Martin. muss ich mir das dann so vorstellen, das im Rauchweg irgendeine Art Schaufel-Turbine vom auströmenden Dampf angetrieben wird, der den Generator antreibt? Vermutlich sind dann auch Batterien vorhanden die die Lok solange mit Strom versorgt, bis sie unter Dampf steht.
Ach so: Batterien waren da keine - eine Dampflok braucht keinen Strom. Sobald nach dem Anheizen genug Druck im Kessel war wurde damit gearbeitet. Egal ob für den Hilfsbläser oder eben den Generator.
Am besten du fährst mal am Vorabend eines Betriebstages zu einer Dampf-Museumsbahn in deiner Nähe und schaust mal beim Anheizen der Lok zu.
also das Teil heist Turbogenerator und besteht aus einer Turbine und einem Generator. Die Turbine ist einfach ein Rad und weit außen sind Schaufeln durch die der Dampf geleitet wird. Dadurch dreht sich das Turbinenrad, das auf der selben Welle wie der Generator sitzt. Über einen Fliegkraftregler wird eine annähernd konstante Geschwindigkeit gehalten. In der Regelbauart haben die Turbogeneratoren eine Leistung von 0,5Kw. Über Batterien weiss ich nicht allzuviel in Sachen Dampfloks, aber die hatten wohl keine, warum denn auch, denn mit dem Dampf hat man ja einen ausreichenden Energieträger mit dem man eben Elektrische und Bewegungsenergie erzeugen kann. Es gibt jedoch eine Dampflok (bald zwei) in Deutschland wo die Beleuchtung aus einer Batterie gespiesen wird, allerdings ist das notwenig, da die Petroleumlampen einfach schwach brennen, deshalb wird mit Halogen und LED beleuchtet. Noch so ne kleine Anmerkung nebenbei, der Hilfsbläser wird in der Regel nicht beim Anheizen verwendet, da sonst der Kessel ja viel zu schnell warm werden würde und das wiederum zu Kesselschäden, aber es gibt doch Vereine die das machen. wenn du möchtest könnte ich dir ein Bild von so nem Schaufelrad machen. Viele Grüße Christian
danke für die Aufklärung. Klingt logisch und ich weiß jetzt Bescheid. Da ich ausschließlich ältere Modellbahndampfloks besitze und viele dann modernisieren will, kommt mir natürlich jetzt dann die Überlegung, ob man solche Bauteile an Loks nachrüsten kann. Bei alten Loks ist die Detailierung ja nicht soweit gediehen. aber aufgrund deines Fotos Jörg kann ich ja mal bei weinert usw. nachstöbern, ob es solche Generatorenteile als Anbauteil gibt.
die Baureihe 10 hatte eine Pufferbatterie um bei Ausfall der Lichtmaschine Strom für die Beleuchtung. Die Lichtmaschinenleistung betrug 0,5 kW bei einer Drehzahl von 3.750 U/min und sie wurde mit Heißdampf betrieben. Für die Indusie war noch ein weiterer Dreifrequenz-Wechselstromgenerator angeflansch. Bei Lokomotiven mit Indusi lief die Lichtmaschine ständig.
Die Turbogeneratoren hatten immer um die 0,5KW. Es gibt aber auch stärkere, die wurden aber hierzulande nie eingebaut. Erst jetzt bei manchen Museumsloks kommen die zum Einsatz.
Die umgebauten Dampfloks bekommen in der Regel einen Batterieeinschub am Tender und einen Achsgenerator mit ca 5KW. Der Grund ist einfach: Die Loks brauchen heute eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für den Funk und die PZB90. Beides ist Netzzugangsvoraussetzung.
danke für die neusten Schilderungen. mit euch und bei Euch lernt man echt viel. übrigens habe ich schon bei weinert online herausgefunden, das es diverse generatoren HO als anbauteil zu bekommen gibt.