RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#1 von SpaceRambler , 22.10.2010 16:59

Hallo Anlagenbauer,

in einem anderen Thread hatten wir gerade das Thema Polystyrol vs. Lasercut, und das beschäftigt mich so, daß ich hierzu mal Eure Meinung abklopfen möchte. Ich verzichte dabei auf Kreuzel-Kästchen, denn ich vermute, daß ich die Vielfalt der Meinungen eh nicht werde abbilden können.

Derzeit ist ja Lasercut schwer auf dem Vormarsch, selbst altgediente Schlachtrösser der Szene wie Faller schwenken inzwischen auf diese neue Technik ein. Sieht man einmal von etlichen kleinen Firmen ab, die das Thema wohl hochgebracht haben, so waren es wohl Noch und Busch, die diese Fertigungstechnik in der Breite eingeführt haben.

Nun sehe ich dieses Thema recht zwiespältig. Einerseits gelingen damit recht hübsche Dinge, wie z.B. der Hochsitz von Busch:

http://www.busch-model.com/online/?rubri...=1&neuheit=2010

Andererseits greift der gleiche Hersteller meines Erachtens deftig daneben mit seiner Bahnhofsüberdachung Adorf:

http://www.busch-model.com/online/?rubri...=1&neuheit=2010

So etwas kann mich, auch wenn "aus Holz", nun überhaupt nicht überzeugen. Da wird die Holzkonstruktion, die ja im Original aus Balken besteht, einfach ohne Rücksicht auf die Faserrichtung aus einem Sperrholz herausgeschnitten. Bei den Ständern läuft damit die Faserrichtung quer zur Richtung der Balken, in anderen Fällen schräg zur Balken-Richtung. Auch daß man gegen die Stirnseiten des Sperrholzes schaut, finde ich unglücklich. Das fällt beim ersten Hinsehen auf und läßt sich nicht reparieren. Vermutlich hätte ein - farblich gut nachbehandelter - Spritzguß-Bausatz das Bauwerk besser wiedergegeben.

Mich interessiert, wie Ihr zu diesem Thema steht. Ist LaserCut das Non Plus Ultra, nur eine aus der Not geborene, kostengünstige Fertigungsmethode, haltet Ihr eisern fest an Kunststoff-Spritzguß, oder lieber Resin ... ?

Ich bin schon gespannt auf Eure Meinungen und Kommentare.

Grüße, Randolf



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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#2 von Cougarman ( gelöscht ) , 22.10.2010 19:20

Hallo Randolf,

ich denke mal, das die Zukunft den LaserCut Modellen gehört,
die Vorteile, vor allem für den Hersteller, sind Riesig !

persönlich mag ich auch Polystyrol.


Cougarman

RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#3 von Dirk Ackermann , 22.10.2010 19:52

Moin Randolf,

der klassische Kunststoffspritzguß wird auch künftig seinen Marktanteil haben, jedoch wird es künftig deutlich mehr Bausätze aus Karton oder Echt-Holz geben.
Die beiden Werkstoffe sind nun einmal aus nachwachsendem Zellstoff und sind deutlich umweltfreundlicher herzustellen als Kunststoffe.

Resin halte ich ebenfalls für einen nicht unbedingt umweltfreundlichen Werkstoff. Bei der Verarbeitung können u.U. ziemlich Gesundheitsschädliche Gase entstehen.
Für Klein(st)serien akzeptabel aber für Großserie halte ich den Kunststoff doch für besser geeignet.
Formen müssen bei beiden Werkstoffen erst einmal gebaut/erstellt werden.

Anders hier der Lasercut Karton Bausatz.
Hier wird farbiger Karton graviert und anschließend ausgeschnitten. Dafür sind zwei PCs und ein entsprechender Laser nötig.

Die Bögen (Jobs) werden auf dem einen PC konstruiert und werden dann an den Laser-PC zum abarbeiten gesendet.

Meiner persönlichen Meinung und Erfahrung nach wird Lasercut-Modellen die Zukunft gehören.


Grüße aus Dithmarschen
Dirk

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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#4 von kaeselok , 22.10.2010 19:58

Hallo Randolf,

leider gibt's mit dem Karton Kram noch keine Langzeiterfahrungen. Ich habe selbst ein paar kleinere Bausätze von Busch und Noch und bin bzgl. der Passgenauigkeit sehr zufrieden! Ohne zusätzliche Farbe ist aber auch hier kein Hofstaat zu machen, wie beim Plastik muss ich nachhelfen.

Mir liegen aktuell die Plastikbausätze mehr ... ops:

Von den größeren Gebäuden von Faller, NOCH und Busch habe ich allerdings nichts im Einsatz, daher kann ich da auch keine Erfahrungen zum Zusammenbau abgeben.

Aber ich werde in Köln extra diesbzgl. die Augen offen halten weil mich doch der ein oder andere Bausatz (insbesondere die Brücken von NOCH) interessieren ...


Viele Grüße,

Kalle


 
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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#5 von kalle.wiealle , 22.10.2010 20:31

Hallo zusammen....

Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit mehrere Gebäude aus Karton, aus dem Hause http://www.joswood.de, aus der Nähe zu betrachten.
Sie sahen sehr filigran aus.
Selbst feinste Geländer oder Gitterroste können wohl durch LaserCut in 1:87 gefertigt werden.
Teilweise muss man zwei Mal hin gucken, ob ein Gebäude aus Karton oder Holz ist.
Sieht sehr überzeugend aus.


Viele Grüsse, Kalle


 
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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#6 von kalle.wiealle , 22.10.2010 21:22

Zitat von kaeselok
Hallo Randolf,



Von den größeren Gebäuden von Faller, NOCH und Busch habe ich allerdings nichts im Einsatz, daher kann ich da auch keine Erfahrungen zum Zusammenbau abgeben.

Aber ich werde in Köln extra diesbzgl. die Augen offen halten weil mich doch der ein oder andere Bausatz (insbesondere die Brücken von NOCH) interessieren ...


Viele Grüße,

Kalle




Hallo Kalle....

Das habe ich auch noch zum Thema LaserCut gefunden.....


20.10.2010 - Neues über die Noch Laser-Cut Produktion
Noch informiert über den neuen Zeitplan zur Auslieferung der Laser-Cut Gebäudemodelle und Laser-Cut Brücken. Noch wurde von der grossen Nachfrage nach den Laser-Cut Neuheiten überrascht, so dass sich die Produktion ein wenig verzögert. Das Gros der Gebäudemodelle wird Ende Oktober ausgeliefert. Der Bahnhof Erbach, der Lokschuppen und die Kirche St. Nikolaus folgen im November.
Der ehemelige Partner von Noch, die Firma HMB, existiert nicht mehr. Noch hat die Produktionstechnologie in das Werk nach Wangen geholt und produziert die Laser-Cut Brücken jetzt bei sich im Allgäu. Die Argenbrücke in H0 und N wird Ende Oktober ausgeliefert. Das Stadtbrücken-System wird im Dezember folgen. Die Auslieferung der Schlossbachbrücke wird sich leider bis in 1. Quartal 2011 verzögern.


Noch bittet um Entschuldigung und hofft auf Ihr Verständnis.



Viele Grüsse, Kalle


 
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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#7 von Kurt , 22.10.2010 23:17

Kommt drauf an.
Wie an dem Beispiel Bahnsteig gezeigt, ist das zwar einfacher zu bauen, sind aber bei Holz bescheiden aus. Im übrigen sind die Teile auch viel zerbrechlicher als wenn sie wie im Orginal in Faserrichtung sind. Das sollte man auch berücksichtigen.
Wenn man den Bahnsteig oder andere Teile richtig stabil will, bleibt gar nichts anderes übrig, wie die Leisten zu zuschneiden und jedes Teil einzeln fest zu kleben.
Falls einer mal Schiffs- oder Flugmodelle gebaut hat weis er ja wie es geht. Ne mühsame Arbeit. Entschädigt aber, wenn man genau genug gearbeitet hat, durch den Anblick (Faserrichtung immer korrekt) und Stabilität.
Genau so ist es bei Holz ein grosser Unterschied ob z.B. eine Holzwand einfach am Stück geschnitten und und die Bretter "nur" graviert sind oder ob es wirklich einzelne Bretter sind, die zwar aus einem Stück gelasert wurden, aber gemischt verarbeiter wurden.
Wer auf solche Feinheiten Wert legt, muss mit reichlich Arbeit rechnen.

Hier mal ein paar Beispiele. Im Bild eine Hütte mit einer Wand die komplett gelasert und die Bretter nur graviert wurden. Etwas kaschiert durch zusätzliche Alterung.



Mal ne Wand von der Rückseite mit Fachwerkkonstuktion.


Die gleiche Wand von vorne.


Die Wand fertig.
[/URL]

Fällt der Unterschied auf?
Die Fenster bestehen aus 0,5mm starken Sperrholz wegen der Stabilität. Sonst würde man die Fenster kaum ohne zerbrechen einbauen können. Bei denen spielt aber die Faserrichtung auch keine Rolle mehr. Bei der Farbgebung und 0,5mm Rahmenstärke.
Klar könnte man das aus einem Stück lasern. Aber das wäre wie Kunststoff zusammenkleben.

Nehmen wir mal ein "einfaches" Fachwerkhaus. Kann man komplett aus Karton lasern und entsprechend bedrucken, kein Problem.
Man könnte das auch aus Karton oder Kunststoff lasern, das Fachwerk eingravieren, das Fachwerk aus Karton oder Kunststoff lasern und einsetzen. Aber wie sieht das aus. Bei Holz die falsche Faser und bei Kunststoff sage ich jetzt nichts.
Man kann das auch wieder wie oben lasern und das Fachwerk aus Holz aus vielen einzelnen Stücken einsetzen mit korrekter Faserrichtung.
Die letzte Alternative sieht am besten aus, aber erfordert die meiste Arbeit und können.
Die Frage ist nur, welche Alternative lässt sich am meisten verkaufen.
Man könnte auch alle 3 Möglichkeiten anbieten.


Kurt

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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#8 von SpaceRambler , 22.10.2010 23:52

Hallo Kurt,

die Wand, die Du auf den letzten drei Bildern zeigst, ist einfach die Wucht!!! Sowas verwahre ich mir aber für später , derzeit gibt mein Zeitkonto das nicht her ...

Welche Beize hast Du genommen? Die Verwitterung ist nämlich hervorragend getroffen. Da ich an einer Stelle selber etwas aus Holz bauen will (nicht so aufwendig wie Deins), könnte ich so eine Patina wunderbar gebrauchen.

Gruß, Randolf



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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#9 von Kurt , 23.10.2010 00:38

Hallo Randolf,

danke fürs Kompliment. ops:
Geht mir geradegenau so. Komme mit dem Bausatz auch nicht wirklich weiter.
Die Beize besteht aus handelsüblichen "Acrylwasserfarben". Ne Mischung von Schwarz, Braun, Gelb und Rot. Dazu wurden die Brettchen verschieden lang einfach ins Wasser gelegt und wieder getrocknet.
Mischungsverhältnis der Farben müsste ich auch erst nachlesen. Falls interesse besteht schick mir ne PN.


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#10 von rayman , 23.10.2010 08:59

Hallo Leute!
Ich denke beide Produktionsverfahren werden sich am Markt halten. Die Laser Cut Produkte werden sich bei den Modellen durchsetzen, wo beim Original wirklich Holz zum Einsatz kam. Bei Metall- Brückenkonstruktionen würde ich die Kunststoffvariante in Vorteil sehen. Dabei denke ich, daß sich hierbei die Technik noch soweit entwickelt, so das Feinheiten klarer herausgearbeitet werden können.
@ Kurt: schönes Modell...


Grüße Ray.
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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#11 von Kurt , 24.10.2010 01:17

Ich habe mir mal die Bilder von Busch genauer angesehen.
Nehmen wir mal den Hochsitz. Es ist ok die Leiter, den Unterbau und das Gebäude aus einem Stück zu lasern. Bei den filigranen Teilen fällt der Faserverlauf nicht so auf. Aber warum die Plattform aus einem dicken Sperrholz? Damit wäre das Teil für mich gestorben. Wenn schon aus einem Stück, dann aus normalen Holz. Dann stimmt schon mal der Faserverlauf und das an allen Seiten. Dann noch mit denm Laser die Fugen der Balken eingravieren. Und das Ganze darf durchaus auch etwas dünner sein. Bei der jetzigen Ausführung kann ich das auch aus Kunststoff machen.
Das ist ja der Nachteil der Lasertechnik. Man kann vieles einfacher machen ohne grossen Formenbau wie bei Kunststoff. Allerdings treten dann bei Naturstoffen wie Holz andere Probleme auf, wie z.B. die Faserrichtung. Schön zu sehen an dem Bahnsteig. Was soll da bitte Sperrholz? Wenn man wert auf die faser legt, wird so ein Bausatz doch eher in ein Puzzle verwandelt. X Teile die passend verklebt werden müssen. Dann kann ich das gleich wie bei meinem Bausatz mit ner passenden Zeichnung aus Leisten selbst zusammen schneiden. Da braucht man nicht mehr lasern. Aber wer hat dazu die handwerklichen Fähigkeiten und wer will sie dafür einsetzen?
Man kann zwar mit einem Laserbausatz angeben. Aber entweder hat man "gewisse" Nachteile wenn man nicht mehr Arbeit reinstecken will wie bei einem Kunststoffbausatz. Oder es erfordert ein mehr an Arbeit und handwerklichem Können wenn man möglichst vorbildgetreu bauen will. Und dabei das handwerkliche nicht unterschätzen. Wenn man mal die Teile mit Pinzette zusammenfügen muss weil die Finger zu groß sind, dann ist das nicht mehr jedermanns Sache.


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#12 von macbee , 24.10.2010 10:31

Hi

Ich arbeite seid 1989 mit laserbausätzen aus Holz. Bereits damals haben in den USA kleinserienherstellern die Vorteile durch stark reduzierte kosten entdeckt! Keines meiner gekauften Kitsch hat eine Serie Geiser 300 Exemplaren!

Durch die Jahre hat man viel Erfahrung gesammelt! Man klebt das Holz nicht mehr mit Weißmehl sonder das Holz hat oft hinten 3M klebefilm drauf die nicht verzieht und bombenfest klebt! Man beizt mit alkoholbasierten Beizen und nicht mit Wasserfarben! Karton wird selten verwendet weil es zu sehr feutigkeit aufnimmt!

Es gibt zahlreiche holzsorten die oft hauchdünn sind und die Laser schneiden schon Papier für häckelgardinen und Plastik für die begnadigt!

Casalux war der erste hier und nun sammeln die ersten grossserien Hersteller erfahrungen!

Ich sehe die Chance mit Laser grossbauten wie moderne Häuser aus der Epoche 3 oder Bahnhöfe erbaut 1950-60 oder Einkaufszentren oder eishockeyhallen zu bauen die oft nicht in Massen gekauft werden oder als Highlights oft Lücken schliessen! Wer hat nicht die Pola Stadthäuser und wünscht sich dazwischen eine typisches Karstadt gebäude erbaut 1960??? Es gibt keine modernen Bahnhof oder Krankenhaus!!!

Cheers


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#13 von Bodo , 25.10.2010 10:04

Hallo zusammen,

ich habe inzwischen viele kleinere Bausätze z.B. von http://www.joswoodgmbh.de und http://www.moebo.de montiert und bin ziemlich begeistert. Die Passgenauigkeit ist extrem hoch und die Verarbeitung ohne Lärm und Geruchsbelästigung möglich (es wird i.w. nur ein scharfes Messer und etwas Weißleim benötigt).

Mal ein paar Beispiele:


LKW-Waage von Jörg (joswood.de), Wandleuchte von Kluba.


Brücke von Jörg (joswood.de), Figur von Preiser, Draisinen-Umbau von Harald (bau187pkw.de) - und hier der "Nieten-Vergleich":


Zum Schluss noch das Trafohaus von Dirk (moebo), bei dem vor allem die fein gelaserten Lüftungsgitter überzeugen - da muss man zum Durchschauen schon wirklich scharf hinschauen:


Gerade für Kleinserien ist Laser-Cut ideal - in meinen Augen aber deshalb nicht die Universal-Lösung für alles. So sind z.B. Geländer oder ähnliche Teile mit sehr geringer Materialstärke als Ätzteile aus Metall stabiler. Und Großserienproduktion ist im Spritzgussverfahren wohl günstiger (die Preise für größere Laser-Cut-Bausätze ergeben sich i.w. durch die erheblichen Laserzeiten z.B. für Ziegelwände).

Unglücklich finde ich Ansätze wie von Faller, bekannte Bausätze mit neuen gelaserten Fronten "aufzupeppen" und zum doppelten Preis anzubieten. Das Sortiment dagegen mit entsprechenden (z.T. zugekauften) Produkten abzurunden (wie Noch es macht(e)), halte ich dagegen für sinnvoll.

Was die Farbgebung angeht gehen die Hersteller unterschiedliche Wege - die hier gezeigten Modelle sind alle farblich nicht nachbehandelt.

Ich kann nur jedem raten, sich selbst ein Bild von der Technik zu machen - bis zur Messe Köln ist es ja nicht mehr weit und die Fa.Joswood führt im November/Dezember auch Modellbau-Infotage bei Händlern durch.

Viele Grüße, Bodo


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#14 von Kurt , 27.10.2010 00:50

Darf ich mal kritisieren?
Die Mauerecken überzeugen nicht. Versetzte Steinebenen und Anfang mit halben Steinen? Zu Zeiten als man noch so gemauert hat, wurden die Fenster den Löchern angepasst und nicht die Löcher den Fenstern. Ganz einfach, weil Holz einfacher zu sägen war, als Steine in der Höhe zu dreivierteln.
Wenn schon lasern, dann doch einigermaßen richtig. So sieht das für mich nach Material sparen aus.
Warum sollte ich nicht mit wasserverdünnten Acrylfarben färben? Ich habe schon von Leuten gehört, die das Holz nicht beizen sondern die Farbe mit der Airbrush aufbringen.
Die Methode oder die Art der Farbe ist doch egal. Was zählt ist das Ergebnis.
Und der eine bevorzugt oder kommt besser mit der einen Methode zurecht, der andere mit der andern und der dritte kombiniert auch mal 2-3 Methoden.
Die 3M Folie hat auch Nachteile. Erstens kostet sie Geld und ist auf einem großteil der Fläche unnötig. Zweitens ist es nicht mein Fall auf diese Art z.B. Ecken zusammen zu fügen. Da ist mir Kleber den ich noch korrigieren kann lieber. Bei Fenster ist das aber wiederum ok.


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#15 von macbee , 27.10.2010 21:11

Hi

Alkohol verzieht das Holz nicht, Wasser sehr wohl! HMB ist übrigens pleite und Noch produziert nun selbst. Deshalb die Lieferverzögerungen! Noch hat einige sehr tolle Produkte in der Planung, lasst Euch überraschen!

Den Faller Ansatz finde ich auch problematisch, die neuen Häuser von Noch mit den Ecken sehen echt gut aus!

Der 3M Kleber ist einfach Spitze und auch dort gilt: kein Wasser kein verziehen!!


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#16 von Stahlbahn ( gelöscht ) , 27.10.2010 22:22

Zitat von SpaceRambler
Mich interessiert, wie Ihr zu diesem Thema steht. Ist LaserCut das Non Plus Ultra, nur eine aus der Not geborene, kostengünstige Fertigungsmethode, haltet Ihr eisern fest an Kunststoff-Spritzguß, oder lieber Resin ... ?


Zum Glück bin ich kein Hersteller, der sich für eine Methode entscheiden muß, sondern habe als Kunde das Privileg, mir das passende Angebot aus dem Sortiment herauszusuchen zu können.

Mittlerweile sind Resin (Artitec & Co) sowie LaserCut soweit gedienen, daß ich sie problemlos einsetzen kann.

Die meisten Gebäude auf meiner Anlage inkl. Umbauten und Selbstbauten beruhen auf klassischen PS-Spritzguß und ich arbeite gerne mit diesem Material (Evergreen, Slaters, etc). Und im Moment habe ich sehr filigran gelaserte Industrieteile von Joswood hier, einfach ein Gedicht. Das verbaue ich alles, ohne mit einen Kopf um ein völlig unnötiges "entweder-oder" zu machen.

Farbliche Bearbeitung, vorher:



Nachher:



Naß in naß mit wasserbasierten Acyrlfarben von Tamiya, besonders die hellen Fugen. Bei diesem Modell von WS-Lasercut sind die Ecken so geschickt gestaltet, daß die Steine ineinandergreifen und keine Gehrungskante entsteht.

Grüße, Frank


Stahlbahn

RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#17 von Kurt , 29.10.2010 00:56

Zitat
Bei diesem Modell von WS-Lasercut sind die Ecken so geschickt gestaltet, daß die Steine ineinandergreifen und keine Gehrungskante entsteht.



Genau das meine ich damit.
Aber dafür ist etwas mehr Gehirnschmalz erforderlich. Man muss eben die Materialstärke auf die"Steinmaße" und die Fenstermaße auf die Steinmaße abstimmen und nicht einfach xx cm x yy cm lasern.
Das geht selbst beim "klassischen" Kunstoffbau mit genauem arbeiten besser wenn der Hersteller das berücksichtigt, als bei den oben gezeigten Modellen.
Und Lasercut erzeugt beim Kunden einen gewissen Anspruch der nach meinem Empfinden etwas über dem normalen liegt.


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#18 von Cougarman ( gelöscht ) , 29.10.2010 01:36

Zitat von Kurt
Und Lasercut erzeugt beim Kunden einen gewissen Anspruch der nach meinem Empfinden etwas über dem normalen liegt.



warum das denn ?

ist das sowas wie NC-gefräst oder Premium-Bier.


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#19 von Bodo , 29.10.2010 08:15

Hallo,

Zitat von Kurt
Und Lasercut erzeugt beim Kunden einen gewissen Anspruch


also bei mir z.B. dass so ein "Papphäuschen" in einer knappen Stunde ohne Dreck und Gestank fertig ist .

Monatelang Holzleistchen zu schnippeln und zu beizen und zu verleimen ist eben nicht mein Ding. Aber jeder wie er mag ...

MfG Bodo


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RE: LaserCut, Resin - oder der gute, alte Kunststoff-Spritzguß?

#20 von Kurt , 29.10.2010 23:23

Zitat
also bei mir z.B. dass so ein "Papphäuschen" in einer knappen Stunde ohne Dreck und Gestank fertig ist .



Das sieht man.
Das ist doch das was Märklin und andern Herstellern immer vorgeworfen wird. Mit "geringem" Aufwand könnte man es doch gleich richtig machen. Und je nach Hersteller gehts ja auch. Gemeint sind die Ecken.
So siehts für mich einfach nach möglichst viel aus dem bedruckten Karton rausholen aus.

Zitat
ist das sowas wie NC-gefräst oder Premium-Bier.



Noch schlimmer. Als Werbefuzzi wäre das "die Zukunft". Für mich ist das nur eine Möglichkeit Material zu verarbeiten.
Nochmal zum Bahnsteig von oben. Da könnte man sehr viel mehr mit Laser rausholen. Aber warum? Wenn man das so stückelt, dass die Faserrichtung des Holzes immer stimmt, dann wird das eher ein Puzzle als ein Bausatz. Da kann ich das Holz auch gleich aus ner Leiste passend schneiden. Der Zeitaufwand ist nicht wesentlich höher.
Kommt nur darauf an, was man will. Einen Holzbausatz mit teilweise falscher Faserrichtung und von der andern Seite sichtbarem Sperrholz der schnell zusammengebaut ist oder das Ganze gleich aus Kunststoff oder die etwas aufwändigere Lösung als Puzzel?
Laser erweckt den Eindruck man kann etwas leicht ohne großen Aufwand herstellen. Also gerade wo z.B. Holz im Spiel ist. Aber dass das einfach gemacht nicht besonders aussieht und die aufwändigere Herstellung eben auch ein vielfaches an eigener Arbeit erfordert wird nicht gleich gesehen.
Stellt euch mal ein einfaches Fachwerkhaus vor. Bei einem Kunststoffbausatz habe ich 4 Wände, dann klebe ich 4-mal das Fachwerk in die Nuten ein und klebe die Wände zusammen. Jetzt ersetze ich das Kunststofffachwerk durch gelasertes Holz, genau das gleiche, nur das es eben etwas "komisch" aussieht, weil manchmal die Holzrichtung nicht stimmt. Damit es stimmig ausieht, muss ich eben wie im Orginal jeden "Balken" einzeln einsetzen. Ist natürlich gelasert einfacher als selbst zuzuschneiden. Aber eben ein größerer Aufwand als die beiden andern Methoden.

Zitat
Alkohol verzieht das Holz nicht....



Was ist da verzogen?


Im übrigen habe ich manchmal abweichende Ansichten zur amerikanischen Craftsmanlehre. Holz verzieht sich auch im Orginal durch Wasser und andere Einflüsse. Ich kenne jemanden, der baut Waggons so um 1900 aus Holz nach und zwar wie in Wirklichkeit verbogen. Dazu nimmt er Wasser.


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#21 von macbee , 30.10.2010 00:59

Hi

Super das bei dir wasserbasierte Beizen kein Problem machen! Ich habe nur meine Erfahrung von ca. 90 Master Creations, Banta Modelworks, Sierra Designs, Blair Line, American Modelbuildrr, Walthers und Builders in Scale Bausätzen gemacht habe! Jeder soll halt seine eigene Erfahrung machen und selbst die beste Methode herausfinden!

Ich für meinen Teil, Beize mit schwarzer Tinte gelöst in isopropyl Alkohol, Builders in Scale Weatherit und Rustall alkoholbasierter Rostfarbe! Zum Bemalen verwenden ich Modelflex und Polly Scale Farben für grossflächigen Flächen und Tamiya für Details!

Cheers


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#22 von Bodo , 30.10.2010 15:15

Hallo,

Zitat von Kurt
So siehts für mich einfach nach möglichst viel aus dem bedruckten Karton rausholen aus.


... was mir sagt, dass Du eigentlich gar keine Ahnung von dem Material hast - aber egal, darum ging´s in der Umfrage ja nicht.

MfG Bodo

PS: Die Kritik an der Mauerecke ist berechtigt. Daraus eine Grundsatzdiskussion zu machen lächerlich ... zumal die Technik verglichen mit Spritzguss ja noch ziemlich neu ist - und die (Kleinserien-) Hersteller momentan sicher schneller dazulernen, als die großen Anbieter. Für mich als Endkunde eine positive Entwicklung - die Auswahl wird fast täglich größer.


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#23 von Kurt , 31.10.2010 01:57

Zitat
PS: Die Kritik an der Mauerecke ist berechtigt. Daraus eine Grundsatzdiskussion zu machen lächerlich ...



Sorry falls ich widerspreche, aber als Hersteller mache ich mir erstmal Gedanken über die "neue" Technik und das Modell das ich machen will.
Oder bin ich schon zu alt?
Macht man heute erstmal ein Lasercutmodell und sich anschließend Gedanken wie man diese Mauerecke verbessern kann oder noch schlimmer, könnte.
Ich habe mal vor 20 Jahren ein Haus im Maßstab 1:1 gebaut. Da habe ich mir damals z.B. Gedanken über den Balkon im ersten Stock gemacht. Er wurde genau so groß, das man A. genügend Platz drauf hat und B. im Erdgeschoss die Sonne im Winter zum heizen reinscheinen kann und im Sommer der Balkon als "Sonnenschirm" dient. Der Architekt hat mich für diese Idee fast für verrückt erklärt. Und das war nicht die einzige verrückte Idee von mir. Weißt du über was sich die Mieter nach 9 Jahren beschwert haben? Da wurde auf der andern Straßenseite ein Haus gebaut. Seitdem scheint im Winter die Sonne erst ab ca. 9.00 ins Wohnzimmer. Dadurch müssen wir mehr heizen. Nur bei den Heizkosten konnte ich einen Mehrverbrauch dank großzügiger Isolierung noch nicht feststellen.
Gut, ein paar Fehler habe ich damals auchgemacht. Zum glück hat die noch keiner bemerkt. ops:


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