Hallo,
nach meiner Erfahrung gilt, dass R1 und Fahrzeuge um 30 cm Länge und mehr nicht miteinander harmonieren. Es ist nicht völlig unmöglich, aber man muss mit einer Menge Pferdefüße rechnen, mal abgesehen davon, dass es einfach _würg_ aussieht! Und wer nun mal noch Blechgleis einsetzt, sollte sich über die Gegenheiten dieses Materials im klaren sein. Es sind ja nicht nur die regelmäßigen Probleme mit den Weichenlaternen, sondern auch die Empfindlichkeit dieses Materials gegenüber nicht-normkonformen Achsen oder die Anfälligkeit gegenüber Verbiegungen. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen, dass ein Umstieg auf C-Gleis einige Verbesserungen vor allem in der Betriebssicherheit mit sich bringt, zugegebenermaßen auch ein paar Nachteile (Brüchigkeit, ausfallende Weichenantriebe), denen man begegnen muss. Die Gesamtbilanz ist aber eindeutig positiv.
Noch ein paar Ratschläge zum R1: Auch wer normalerweise keine 30 cm Waggons einsetzt, sollte zumindest zum Testen ein Fahrzeug dieser Länge haben. Damit probiert man dann bei Neubauten von Strecken, bei Oberleitungsmasten oder Tunneleinfahrten aus, ob's passt. Wo der durchgeht, gehen dann i.d.R auch alle anderen Fahrzeuge durch. Mein Testfahrzeug ist ein Mittelwagen aus einem Lima-Eierkopf (hätte ich damals vor langer Zeit nicht gekauft, wenn mir zu dem Zeitpunkt bewusst gewesen wäre, dass das 30cm Wagen sind), der die Eigenschaft hat, dass die Drehgestelle weit außen liegen, wodurch der Wagen nach innen viel, nach außen wenig Überhang hat. Was den Überhang nach außen angeht, hat sich der Roco Kran 4316 als problematischstes Fahrzeug erwiesen. Mit den beiden Fahrzeugen kann ich zuverlässig jede Strecke auf ihren Lichtraum testen.
Natürlich ist das so, dass man bei Modellbahnen Kompromisse machen muss. Der Trick besteht darin, sie so zu machen, dass es einen nicht allzusehr umhaut. Wenn ich also schon R1 fahre, nehme ich nur max. 27cm Wagen, damit es sich nicht zu heftig beißt. Und wenn ich Steigungen über 3% habe, brauchen meine Loks dringend Lastregelung, weil man damit das Maß der Steigung nicht als so heftig empfindet als wenn sich die Lok mit starken Geschwindigkeitseinbrüchen mühevoll nach oben quält.
Viele Grüße
Ulrich