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RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#1 von taunusbahn ( gelöscht ) , 05.09.2011 16:06

Hallöle allerseits!

Momentan stocke ich meinen Wagenpark wieder einmal auf und suche modernisierte Silberling-Steuerwagen (n-Wagen mit Führerstand und Gepäckraum).

Meine Vorbildrecherche hat ergeben, dass die ältesten Modernisierungsbauarten CityBahn-Wagen waren. Diese entstanden schon vor Verabschiedung des neuen Farbschemas und hatten blutorangefarbene Sitze in der zweiten und blaue in der ersten Klasse. Außerdem waren die Sitze nun in teilweiser Reihenanordnung angebracht; dies gilt zunächst über alle Waggonausführungen (Steuerwagen, gemischtklassiger und zweitklassiger Mittelwagen) und Wagenklassen hinweg. Bei jüngeren CityBahn-Bauarten sowie den später noch folgenden Modernisierungsbauarten wurde auf eine Änderung der Sitzteilung verzichtet, um den Umbau nicht unnötig zu verzögern und zu verteuern. Ein echtes déjà-vu, denn auch der 25 Jahre zuvor gebaute "Hasenkasten"-Prototyp unterschied sich durch seine vorwiegende Reihenbestuhlung von den mit durchgängiger vis-à-vis-Anordnung gebauten Serienwagen.

Der Gepäckraum wurde im Laufe der Zeit in einen Mehrzweckraum umgebaut und die Laderaumtüren meist entfernt. Teilweise wurde der daneben befindliche Einstieg auch von einflügeliger Drehfalttür auf Doppeltür umgestellt. Es gibt jedoch immer noch Wagen mit unveränderten Türen. Das einzige mir bekannte Exemplar ist ein Citybahn-Steuerwagen.

Im Zuge der Modernisierung änderten sich auch die Bauartbezeichnungen. Da die Bahn ungefähr gleichzeitig mit der Bahnreform den Gepäcktransport aufgab und nur noch Fahrräder transportierte, wurden die Gattungskennzeichen aktualisiert. Zur Präzisierung wurde das Gattungskennzeichen D (für Gepäckwagen) gestrichen und alle für den Fahrradtransport geeigneten Wagen mit dem neuen Nebengattungskennzeichen d versehen. Ein großes D steht nun für Doppelstockwagen und findet sich an erster Stelle der Bauartbezeichnung entsprechender Fahrzeuge. Lediglich reine Fahrradtransportwagen (Dduu und Dmsdz) führen im Gegensatz zu Fahrradtransportwagen mit Großraum zweiter Klasse (Bduu) noch den Großbuchstaben D, damit sich eine gültige Bauartbezeichnung ergibt. Außerdem haben die Modernisierungsbauarten viel niedrigere Bauartnummern.

Ich habe nun nach Steuerwagen in meiner bevorzugten Größe (LüP um 268 mm bei allen 23,3-26,8 m langen Vorbildern) gesucht und nur Karlsruher Köpfe gefunden, diese auch nur mit unveränderter Fenster- und Türanordnung. Auch sind ausschließlich Übersetzfenster vorhanden. Das ist kein Problem für mich, jedoch sollten die Fahrzeuge einigermaßen vorbildgerecht sein.

Einigermaßen auf der sicheren Seite wäre ich natürlich mit einem CityBahn-Steuerwagen, weil diese sehr früh auftauchten und (mit dem genannten Wagenkasten) auch sehr lange im Bestand blieben. Diese wurden von Märklin unter den Artikelnummern 4260 (mint) und 42571 (verkehrsrot) angeboten.

Alternativ gab es von Roco einen "Mintling" mit preußischblauen Sitzen in der alten Sitzteilung ohne Mehrzweckraum. Dass hier einfach einem alten Modell neue Farben verpasst wurden, ist auch an der Bauartbezeichnung (müsste BDnrzf 784 sein, also Gattungszeichen und Bauartnummer klar erkennbar schon älter) erkennbar. Ein Exemplar dieses Wagens besitze ich seit längerem. Auch einen roten Karlsruher Kopf hatte Roco unter der Artikelnr. 44942 im Programm; aussagekräftiges Bildmaterial habe ich noch nicht gefunden. Es fällt allerdings auf, dass beim Roco-Wagen auch die Türen lichtgrau sind, während Märklin sie verkehrsrot streicht.

Nun fuhren auf "meinen" Strecken ohnehin keine CityBahn-Wagen, sondern lange Zeit unmodernisierte Silberlinge und dann etwas jüngere Modernisierungsbauarten (Hannover und OFV). Die Wagen dürfen also gern blaue oder blau-grüne Sitze in vis-à-vis-Anordnung haben. Nur sollte es sich um Bauarten handeln, die auch in natura noch mit der alten Fenster- und Türanordnung unterwegs sind, und der Mehrzweckraum muss korrekt eingerichtet sein.

Die Frage ist, was mache ich nun? Den Roco-Mintling in Richtung Hannover oder OFV supern (wie mache ich das?) und einen CityBahn-Rotling kaufen? Einen Citybahn-Rotling unter Verwendung der Roco-Inneneinrichtung auf Hannover oder OFV umbauen und supern und dem Mintling die Citybahn-Inneneinrichtung verpassen? Den Rotling ebenfalls mit bläulichen Sitzen kaufen und ggf. supern?

Noch etwas, gibt es beim Bduu 497 sowohl das Design Hannover als auch das OFV-Design?

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Freundliche Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#2 von Robert Bestmann , 05.09.2011 17:39

Hallo Jimmy,

wenn Du auf einen Mintling aus bist, würde ich nach dem Märklin 4260 Ausschau halten. Der hatte noch die Gepäckraumtüren und auch eine Inneneinrichtung mit teilweiser Vis-a-vis-Bestuhlung. Vorbild waren meines Wissens die Citybahn-Züge Hamburg-Neugraben - Stade, wie sie ab 1987 fuhren (die Märklin-Wagen 4258 - 4260 plus orientrote Fleischmann-141, am besten noch mit Knallfrosch-Sound, geben diese Züge schön wieder )

Viele Grüße

Robert


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RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#3 von taunusbahn ( gelöscht ) , 05.09.2011 18:28

Danke, Robert!

Einen Mintling habe ich allerdings schon und suche einen Rotling. Vor allem suche ich nach einer Möglichkeit, den Wagenpark so hinzubekommen, dass er als vorbildgetreu durchgeht. Sollte DB Regio keine durchgehend mit Übersetzfenstern versehenen Wagen mehr haben, dann fährt mein Zug eben unter der Flagge der DB Erlebnisreisen AG, vorzugsweise auf der Linie Wiesbaden - Bad Kreuznach - Wurstfroschingen, an der Erlebnis-Bäckerei vorbei. (Die Bäckerei gegenüber dem Bad Kreuznacher Bahnhof nennt sich tatsächlich so. Ich will aber mit meinem Gebäck nichts erleben, ich will es einfach nur essen, Herrgott nochmal! )

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#4 von 218112-1 , 05.09.2011 19:58

Moin!

Die abweichende Bestuhlung hatten eigentlich nur die Kölner und Stader City Bahn Wagen. Danach wurde die Inneneinrichtung unter Beibehaltung der Sitzanordnung nur noch aufgehübscht. Inwieweit noch andere Steuerwagen die Gepäckraumtüren behalten haben,weiß ich nicht (übrigens waren die Gepäckräume bei den Stader Wagen bereits als Mehrzweckraum ausgeführt). Es gab auch durchgehend beide Ausführungen mit durchgehenden Übersetzfenstern und mit "Mischung". Im Bremer Raum habe ich sogar einen original Silberling gesehen, der lediglich verkehrsrot umlackiert wurde.
Bei den n Wagen gibt es also reichlich Varianten. Fleischmann hatte mal ganz passable, aber verkürzte Wagen im Angebot.

Gruß Jörg



Nachtrag: Mitte der 90'er Jahre wurden für Schleswig Holstein Silberlinge aufwändig modernisiert, inclusive geänderter Bestuhlung.




Mein Projekt:
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=24&t=187588


 
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RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#5 von taunusbahn ( gelöscht ) , 06.09.2011 13:38

Hallo Jörg!

Zitat von taunusbahn
Der Gepäckraum wurde im Laufe der Zeit in einen Mehrzweckraum umgebaut und die Laderaumtüren meist entfernt. Teilweise wurde der daneben befindliche Einstieg auch von einflügeliger Drehfalttür auf Doppeltür umgestellt. Es gibt jedoch immer noch Wagen mit unveränderten Türen. Das einzige mir bekannte Exemplar ist ein Citybahn-Steuerwagen.


Ich habe das noch einmal überprüft. Es handelt sich um einen Bnrdzf 463.1 mit der Nummer 50 80 82-34 176-1. Er hat noch durchgängig Übersetzfenster, und die Ladetüren sind rot, alles wie beim Märklin-Wagen (vom Hersteller als BDnrzf ohne Angabe der Bauartnummer eingestuft). Im Gegensatz zu diesem verzichtet das Original allerdings auf eine Neuanordnung der Sitze, weil es sich um eine jüngere Bauart handelt. Sie wurde ab 1989 für die Großräume Hannover, Saarbrücken und Rhein-Ruhr gefertigt, was eher auf das Design Hannover als auf eine jüngere CityBahn-Bauart schließen lässt. Eine mittlerweile nicht mehr existierende Internet-Seite brachte dann die Gewissheit. Der Wagen hat einen Großraum im Design Hannover und einen (bis auf die Farben) unveränderten Laderaum. Dies soll sogar der letzte im Planbetrieb befindiche Silberling-Steuerwagen mit unveränderter Türanordnung sein.

Eigentlich sollte die Bauart Bnrdzf 463 eine Toilette haben, aber dieses Exemplar hat offenbar keine mehr. Auf der Toilettenseite ist eine Klarglasscheibe mit einem Zuglaufschild dahinter. Auch der Märklin-Wagen hat keine Toilette. Wurde diese beim 50 80 82-34 176-1 etwa ausgebaut? Wann war das?

In meinem Originalbeitrag stand ursprünglich: "Alternativ gab es von Roco einen "Mintling" mit leuchtend blauen Sitzen in der alten Sitzteilung ohne Mehrzweckraum, was natürlich vorbildwidrig ist." Hier muss ich etwas zurückrudern. Laderäume mit originalem Zuschnitt gibt es, wie wir gerade gesehen haben, bis in die jüngste Vergangenheit. Ich habe mich ohnehin schon gefragt, wie ein Mehrzweckabteil mit Ladetüren an Stelle der zwei zusätzlichen Fenster aussehen soll. Der Roco-Wagen entspricht also in dieser Hinsicht dem 50 80 82-34 176-1 (Bnrdzf 463.1) im Lackkleid der frühen Epoche V. Auch die Einrichtung der Großräume stimmt überein. Die Inneneinrichtung ist, dem allgemeinen Standard folgend, einfarbig und nur einigermaßen an den Farbton der Sitzbezüge angelehnt. Die Bauartbezeichnung erscheint mir nach wie vor falsch, aber auch das stört nicht wirklich.

Unter Berücksichtigung all dieser Punkte tendiere ich dazu, den Märklin-Steuerwagen zu kaufen und ihm eine Inneneinrichtung im Design Hannover zu verpassen. Vermutlich werden der Märklin- und der Roco-Wagen dann ihre Inneneinrichtungen tauschen, obwohl auch der Originalzustand des Roco recht lange (die Bauart entstand immerhin noch in den Achtzigern) in natura anzutreffen war und auch ein Rotling mit blutorangefarbenen Sitzen seinen Reiz hat. Jedenfalls kann ich so einen sehr langen Zeitraum mit nur zwei Steuerwagen korrekt darstellen.


Zitat von taunusbahn
Noch etwas, gibt es beim Bduu 497 sowohl das Design Hannover als auch das OFV-Design?


Bei erneutem Quellenstudium stellte ich fest, dass diese Bauart, übrigens wie die Dduu und Dmsdz aus Fernverkehrswagen entstanden, erst nach dem jüngsten Silberling-Modernisierungsdesign (PFA) aufkam. Vermutlich folgt die Inneneinrichtung keiner der Silberling-Varianten. Die Sitze sollen graugrün sein, aber Farbangaben sind nicht zuletzt beim Autor des mir vorliegenden Buches mit Vorsicht zu genießen. Bei den Gepäckablagen wurden vermutlich keine großen Experimente gemacht und einfach auf die in der Mehrzahl der Buntlinge vorhandene Variante zurückgegriffen. Wenn hier jemand Genaueres weiß, nur zu!

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Karlsruher Kopf Redesign (Steuerwagen Modernisierungsbauart)

#6 von taunusbahn ( gelöscht ) , 22.05.2012 15:44

So, das Rätsel ist jetzt gelöst. Hier gibt es mehr Informationen zum Bduu 497 und seiner Spenderbauart. Im Prinzip findet man hier dieselbe Inneneinrichtung wie in der Baureihe 628 und in älteren Dostos, also türkise "Baureihe-628-Sitze" mit grauen Kopfstützen und dunkelvanillejoghurtgelbe Seitenwände.

Unter den einstöckigen Wagen bildet dieser Typ also einen ziemlichen Sonderling, auch insofern, als er aus einer auseinander gerissenen Verwendungsgruppe stammt. Die anderen Bauarten dieser Verwendungsgruppe waren durchweg für den Umbau in Interregio-Wagen vorgesehen, mit denen der Bduu 497 nichts mehr zu tun hat. In farblicher Hinsicht besteht jedoch durchaus eine Ähnlichkeit zur gänzlich verschiedenen Interregio-Inneneinrichtung, denn auch hier hatte man Sitze mit der Grundfarbe türkis und dunkelvanillejoghurtgelbe Wandverkleidungen verbaut. So schließt sich der Kreis.

Meines Wissens wurde jedoch die Sitzanzahl stärker erhöht, als es mit dem Umbau von Abteilen in einen Großraum erklärbar ist. Wurde das Personalabteil mit dem Großraum zusammengefasst? Und welche Sitze zeigen zum Wagenende und welche zum Fahrradabteil?

Grüße

Jimmy


taunusbahn

   


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