Lieber Christian,
eigentlich bin ich im Moment nur ganz sporadisch zum Mitlesen im Stummiland unterwegs - der übliche Zeitmangel halt. Was ich aber aktuell bei Dir lese, bringt mich dazu, ein paar Worte zu schreiben. Ich hoffe, das ist in Ordnung für Dich.
ops:
Es tut mir wirklich von Herzen leid, was innerhalb Deiner Familie passiert ist und welche Konsequenzen im Raum stehen. Ich glaube und hoffe, dass Du den ersten Schock ein wenig überwunden hast und Trost in Deiner MoBa findest. Man kann nicht wirklich nachvollziehen, was mit einem passiert, wenn sich Eltern trennen und dadurch Familien zerstört werden. Man dachte, es sei alles in Ordnung und dann kommt sowas wie ein Schlag mit dem Hammer. Ich kann leider in etwa nachvollziehen, wie Du Dich gerade fühlst, denn auch meine Eltern haben sich vor gut 2 Jahren getrennt. Die Umstände waren mehr als unschön, aber das würde jetzt zu sehr ins Detail gehen und es geht hier nicht um mich. Sowas kann niemals schön sein - für keinen der Beteiligten. Man sagt immer, dass eine Trennung für Kinder und Jugendliche schlimm ist. Für "erwachsene Kinder" ist das aber nicht weniger schlimm, finde ich.
Ich möchte Dir deshalb gerne einen Spruch ans Herz legen, den meine (leider mittlerweile schwerst an Alzheimer erkrankte) Oma früher immer sagte: "Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist." Das kann Dich vielleicht momentan nicht trösten oder sonderlich aufmuntern, aber lass' Dir gesagt sein, es wird weiter gehen und mit der Zeit wirst Du damit Deinen Frieden finden. Das Leben geht immer weiter, egal wie hart die Schicksalsschläge sind, mit denen man sich auseinander setzen muss. Es gibt für alles immer eine Lösung - wenn auch nicht immer die, die man sich wünscht oder vorgezogen hätte. Ich neige dazu, zu glauben, dass solche Dinge nicht ohne Grund passieren und meist für irgendetwas gut sind. Auch wenn man das im Moment noch nicht sehen oder glauben kann.
Das sind jetzt alles Sachen, die man leicht daher sagen kann. Manches magst Du sicherlich gerade nicht hören, aber vielleicht helfen sie Dir, das Licht am Ende des Tunnels nicht aus dem Blick zu verlieren.
Es wird ganz sicher auch eine Lösung für Geislingen geben, wenn Du erstmal andere Dinge für Dich selbst geordnet hast. Vielleicht wird es im Nachhinein gar nicht mehr so schlimm sein, dass Du quasi zu einer Entscheidung gezwungen wurdest. Denn ich könnte mir vorstellen, dass es keine Dauerlösung ist, die MoBa immer im Elternhaus zu haben. Ich bin da leider etwas pragmatisch. 
Christian, ich wünsche Dir von Herzen alles erdenklich Gute für die kommende Zeit. Und wenn es Dir zu viel wird, dann hast Du immer noch die Stummis, die Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich ziehe an dieser Stelle mal virtuell den Hut vor den vielen lieben und gut gemeinten Beiträgen, die Dir hier hinterlassen wurden. Das ist wirklich bemerkenswert.
In diesem Sinne, Kopf hoch!
Liebe Grüße
Andrea