Hallo, habe hier einen alten Motor vom Märklin-Metallbaukasten (den kleinen roten). Soweit ich sehe, entspricht er vom Aufbau her den großen Scheibenkollektormotoren der HO-Loks der 30XXer Serie. Aber er läuft nur ganz langsam, nur nach Anstoßen oder gar nicht. Außerdem wird er schnell ziemlich warm und "riecht nach Strom". Nach dem Zerlegen war zu sehen, daß dicke verkrustete Kohlespuren auf dem Kollektor waren, wahrscheinlich von einer Überlastung her. Die Spulen haben alle Durchgang. Nach Reinigung, Zusammenbau und Ölen drehte sich alles federleicht, aber er lief trotzdem nicht. Neue Kohlen und verschiedene Andruckstärken haben auch nichts gebracht. Kann eine Spule trotz Durchgang irgendwie defekt sein? Ich vermute, es liegt an den Feldwicklungen. Wer hat eine Idee :
Gruß, Gernot. ___________________________________ Märklin HO (M-Gleis, analog), Liliput HOe. Hier geht's zu meiner Anlage
Wie groß ist denn der Widerstand der einzelnen Spulen? (Anker und Stator) Es gibt irgendwo eine Seite wo die Wicklungswiderstände zu finden sind aber die finde ich wiederum gerade nicht. Ein paar Ohm sollten es je Spule aber schon sein. Wenn die Wicklungen mal zu heiß geworden sind, dann könnte der Kupferlack am Draht zerstört sein. Dann ist von der Spule physiklaisch nur noch eine halbe Windung übrig und der Motor funktioniert nicht. Durchgang würde man trotzdem Messen.
Zitat von hamptonEs gibt irgendwo eine Seite wo die Wicklungswiderstände zu finden sind aber die finde ich wiederum gerade nicht. Ein paar Ohm sollten es je Spule aber schon sein.
Zitat von DipsyTeletubby 3-pol-Anker: jede der drei Wicklungen ca. 11 Ohm Feldspule: jede der beiden Wicklungen ca. 8 Ohm
die Läuferwerte (11Ohm) betreffen nur einen Typen. Auf meinen Ankerseiten findest Du die relevanten Angaben: Dropdownliste mit den Bezeichnungen/ET-Nummern und eine Handvoll Checkboxen. Relevant: oberste Zeile linsk außen (Beschreibung mit Bildern) und Dritte in der Zeile (elektromechanische Eigenschaften). Der hier beschriebene Motor ist einer der LFCM-Typen (wahrscheinlich Nr. 1). Also Auswählen 202930. Der Rest wird dann angezeigt: 5,2 Ohm (erste angezeigte Tabelle Durchschnitt). Die Feldspulenwerte werden (noch) nicht angezeigt. Durchschnitt hier: ebenfalls ca. 5 Ohm.
Hallo Leute, jetzt muß ich den alten thread doch noch mal auspacken. Inzwischen habe ich die richtigen Bürsten samt Federn, auch den Anker und jetzt sogar die Feldspule getauscht, aber das Ding will nicht laufen! Manchmal macht er ein paar zaghafte Umdrehungen mit Anschubhilfe, aber eigentlich zittert der Anker bloß rum und alles wird tierisch warm. Keine Ahnung, was da los ist. Wenn man die Bürsten rausnimmt, dreht sich alles federleicht...
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Neulich hatte ich das gleiche Problem. Beim Reinigen des Ankers und der Kollektorspalten habe ich den Kollektor auf der Welle offenbar verdreht . In diesem Beitrag ist die korrekte Stellung beschrieben. Evlt. löst das auch Dein Problem mit dem Brawa-KLV? Viel Erfolg!
Na das sind ja Neuigkeiten: Spezialanker, Kollektor verdreht... was es alles gibt! Heute krieg ich nix mehr gebacken, aber sobald ich Zeit habe, schau ich mir das Teil noch mal unter diesem Aspekt an. Das Brawa-Modell hat (wie dort schon berichtet) wirklich einen Schaden an einer Ankerwicklung. Da gibt's leider auch keinen Erstatz mehr. Vielleicht finde ich mal einen passenden Motor, an den sich das Getriebe anflanschen läßt.
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So, nach längerer Ausgrabungsarbeit liegt der alte Anker wieder auf dem Tisch. Und siehe da: Die Kollektorschlitze stehen auf der selben Uhrzeit, wie die Ankerwickklungen, während sie bei dem Anker, den ich einbebaut habe, eine Stunde vorgehen! Super, das schließt ja dann eine Reparatur aus. Wie man einen Kollektor absichtlich oder auch aus Versehen verdrehen kann, ist mir allerdings schleierhaft bei den kurzen und starren Lötverbindungen! Sonst würde ich nämlich einfach mal...
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Das ist kein Fehler und es ist auch nichts verdreht: Der Anker des 1071 muss anders angeschlossen sein als der eines Lokmotors. Es ist auch durchaus machbar einen Lokomotivanker umzulöten. Dazu muss man die Feldwicklungen ablöten und versetzt wieder anlöten. Die eigentliche Stellung des Kollektors zu den Ankermagneten ist bei beiden Ankern gleich. Bei einem normalen Lokomotivmotor stehen die beiden Bürsten in einem Winkel von 90° zum Feldmagnet. Bei einem 1071 ist die Achse der Bürsten parallel zum Feldmagnet. Daraus ergibt sich, das der Strom zu anderen Zeiten ein- und ausgeschaltet werden muss, um einen kontinuierlichen Lauf des Motors zu erzeugen.
Inzwischen habe ich in der Bucht einen Schrottmotor geschossen. Der Anker war noch top in Schuß. Eingebaut - läuft! Warum nicht gleicht so. Wenn jemand mal ein altes Ersatzteilblatt auftreibt, bitte immer her damit. Vielleicht läßt sich der andere Motor dann auch noch mit der Zeit wieder komplettieren.
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Ein veröffentlichtes Ersatzteilblatt gibt es nicht. Das einzig wirklich kritische Teil ist das Zahnrad auf der Hohlwelle, je nach Serie aus Pertinax oder POM. Dieses Teil ist am weitaus häufigsten defekt (Karies), Ersatz bei Märklin gibt es schon lange nicht mehr. Alle anderen Teile kann man aus Motoren mit defektem oder fehlenden Zahnrad gewinnen. Die Teile der verschiedenen Serien lassen sich teilweise nicht kombinieren, achte auf die Anzahl der Schrauben.