RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#1 von reppi , 20.11.2006 14:57

Hallo,
ich habe eine Delta Lok 89 010 aus einer Startpackung mit automatischer Erkennung Analog/Delta.
Wenn ich analog fahre, ist die Lok deutlich leiser als im Delta-Betrieb. Ich habe auch schon die Boardsuche verwendet und festgestellt, dass dieses hier öfter festgestellt wird, die Antwort warum dies so ist konnte ich allerdings nicht finden.

Woran genau liegt das eigentlich?

Jan



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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#2 von SAH , 21.11.2006 07:45

Hallo Jan,

Zitat von reppi

ich habe eine Delta Lok 89 010 aus einer Startpackung mit automatischer Erkennung Analog/Delta.
Wenn ich analog fahre, ist die Lok deutlich leiser als im Delta-Betrieb. Ich habe auch schon die Boardsuche verwendet und festgestellt, dass dieses hier öfter festgestellt wird, die Antwort warum dies so ist konnte ich allerdings nicht finden.
Woran genau liegt das eigentlich?



Im Analogbetrieb wird der Motor mit pulsierendem Gleichstrom betrieben (ca. 100 Hz). Im Digitalbetrieb (zumindest bei den von mir ausprobierten Modellen mit älteren Dekodern) haben wir eine Pulsfrequenz von 70 Hz, jedoch eine Impulsfrequenz (1/Impulsdauer) von mindestens 75Hz. Diese Impulse werden mit 18-20V Amplitude an den Motor gejagt und haben jede Menge Oberwellen. Im Analogbetrieb ist die Amplitude maximal 11,6V aber ohne Oberwellen. Da diese Oberwellen eine höhere Frequenz haben kommen sie recht schnell in den Bereich besser hörbarer Signale.

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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#3 von reppi , 21.11.2006 08:15

Vielen Dank, SAH.

Jetzt muss ich nur noch kurz die Physikbücher meiner Kinder wälzen ops:



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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#4 von Heinzi , 21.11.2006 16:47

ehrlich...

Zitat
Im Digitalbetrieb (......) haben wir eine Pulsfrequenz von 70 Hz, jedoch eine Impulsfrequenz (....) von mindestens 75Hz.

versteh ich auch nicht ganz



 
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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#5 von wlommi , 21.11.2006 17:40

Hallo,

ich würde SAH so interpretieren, das im anlogen Berieb die Wechselspannung nur gleichgerichtet wird. Ohne Kondensator haben wir dann positive Halbwellen von 100 Hz. Die Spannung bestimmt dann die Geschwindigkeit.

Im Delta(Digital)betrieb liegt ja immer volle Spannung am Dekoder an. Da ein einfaches analoges schalten der Transistoren im Linearbetrieb zu viel Verlustleistung erzeugt, benutzt mal die Impulsbreitensteuerung. So wäre z.B. bei FS(5%) der Transistor z.B. 5% einer Zeitscheibe an, 95% aus. Bei FS (50%) demanch 50% der Zeitscheibe an und 50% der Zeitscheibe aus. Usw.
Für Analogfahrer: Schalter in die Zuleitung zu Gleis. Trafo auf max.
Schalter dann 1 sec.an 9 sec aus, 1sec an, 9 aus. Das wäre dann FS1.
Schalter 5 sec an, 5 sec aus wäre FS5.usw
Zugegeben das ruckt, aber man achte auf den zurückgelegten weg.

Ähnlich macht das der Dekoder dann auch, nur halt etwas öfters pro Sekunde. Da diese Halbleiter u.a. beim schalten etwas Krach machen (hört man auch bei gedimmten Dimmer für die normal Beleuchtung) und der Motor immer einen kurzen "Vollgasimpuls" erhalten werden sie etwas lauter.
Bei modernen Dekoder nimmt man in der Zwischenzeit wohl bis 40 Khz für die Zeitscheibe.

Ich hoffe, das ich jetzt die Fragenden nicht noch mehr verwirrt habe.

Gruß
Wolfgang



 
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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#6 von SAH , 22.11.2006 07:47

Hallo Heinzi und Andere,

gemeint war:
Pulsfrequenz = 1/Zeitdauer einer kompletten Impulsfolge bis sie wiederholt wird 70 Hz = 70 mal in der Sekunde.

Impulsfrequenz = 1/Impulsdauer, wie lange also der Strom- bzw. Spannungsstoß dauert.
Dies sind im Digitalbetrieb Rechteckimpulse. Rechteckimpulse sind die Summe aus Sinuswellen (Fourier-Transformation) nach
Summe über alle n von 1/(2n-1) * sin ((2n-1)*Zeitbruchteil vom Impuls)

Um das als Graphik sichtbar zu machen eine Tabellenkalkulation nehmen,
Winkel von 0 bis 180 Grad vorgeben und in der zweiten Spalte nach obiger Formel für n = 1 bis 5 ausrechnen lassen (Der Winkel ist anstelle "Zeitbruchteil vom Impuls" einzusetzen).
Also Summe = 1/1*sin(1*1Grad) + 1/3*sin(3*1Grad) + 1/5*sin(5*1Grad) + ... und das dann auch jeweils für 2 Grad, 3Grad, ... bis 180 Grad.
Abschließend ein Diagramm erstellen lassen x = Winkel y=Funktion. Es kommt hier ziemlich exakt ein Rechteckimpuls heraus. Macht man n immer größer rechnet der Computer immer länger und das Rechteck wird immer besser.

Die 75Hz Impulsfrequenz haben wir bei FS 14 (16/15 * 70 Hz).
Bei FS 7 sind wir schon bei 140 Hz. Bei FS 1 sind es 560 Hz, aber da fährt bei mir kein Delta.

HTH
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RE: Lautstärke von Märklin Delta Loks

#7 von SAH , 22.11.2006 07:50

Hallo Wolfgang,

Zitat von wlommi

Bei modernen Dekoder nimmt man in der Zwischenzeit wohl bis 40 Khz für die Zeitscheibe.



Für typische Märklinläufer (Eisenblech) bis 2 kHz, bei eisenlosen Motoren wie Faulhaber bis über 60 kHz. Wobei die hohe Frequenz IMHO nicht so toll ist: bei 100 Hz kann meine BR 18.1 180g bei 12V ziehen, bei 16kHz nur noch 100g.

mfG.
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