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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#1 von klein.uhu , 11.12.2012 11:45

Moin,

Frage an die Elektronik-Profis:
In einem Verstärker sind Elektrolyt-Kondensatoren EL eingebaut.
Laut Bestückungsliste des Herstellers sollen dort Tantal-Kondensatoren TA sein.

An die Bestückungsliste hatte ich mich gehalten und TA besorgt.
Alle haben die gleichen Werte 22uF / 35V.

Kann ich die EL durch TA ersetzen? Oder muß ich sonst noch was beachten?

Mit bestem Dank für die Hilfe
klein.uhu


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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#2 von K.Wagner , 11.12.2012 12:23

Hallo Klein.Uhu,

theoretisch sollte es kein Problem geben - nur verwende ich lieber Elkos als Tantal Kondensatoren. "Früher" - so im letzten Jahrtausend - hat man gelernt, daß man beim Tantal immer einen Widerstand zur Strombegrenzung davo schalten soll - nach dem Motto: Hoher Einschaltstrom, schneller Tod durch Explosion (ist etwas übertrieben - aber es knallt ganz gut). Inzwischen gibt es impulsfeste Tantals - aber das was aus Fernost kommt, hält nicht immer, was das Datenblatt verspricht. So verzögern wir bei unseren Testsystemen den Spannungsanstieg beim Einschalten, damit es nicht zum Knall kommt. Erkläre mal einem Kunden die schwarzen Rußflecke auf einem ansonsten sehr sauberen ICT - Adapter (haben Sie Bauteilprobleme? Kann sich das auf unsre Fertigung auswirken? etc.).
Nach wie vor sind Tantal relativ empfindlich, wenn mal die Spannung etwas höher ist als ihre Maximalspannung - und das kann auch schon bei etwas energiereicheren Spikes der Fall sein.

Bei den Elkos muß man auf jeden Fall den ESR (Ersatzserienwiderstand) beachten.

Also - wenn im Verstärker schon Elkos eingebaut waren , diese im Fehlerfall durch Elkos ersetzen - dann ist die Funktion schon beim Hersteller verifiziert worden. Wir verwenden Tantals nur, wenns die Bauhöhe (bzw. Flachheit) erfordert - ansonsten werden dem Elko die Vorzüge gegeben.


Gruß Klaus


 
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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#3 von H007 , 11.12.2012 20:55

Hi klein.uhu,

wie Klaus schon sagte haben Tantals so Ihre Tücken....wenn Sie aber mal funktionieren, leben Sie theoretisch ewig. Gerade in der Automobilbranche werde diese in Massen verbaut. Wichtig bei einem Tantal ist es, das Spannungsderating zubeachten.D.h. alle seriöse, namhaften Hersteller (wie z.B. AVX, Kemet, Vishay,...) empfehlen den Kondensator maximal mit 50% der angegebenen Nennspannung zu belasten. D.h einen Tantal mit 35V Nennspannung, soll man nur mit ca. 17,5V beaufschlagen. Tantals gibt es überlicherweise nur bis 50V Nennspannung, aufgrund der 50% Regel würde ich vom Einsatz bei Moba-üblichen Spannungen(einfach mal von mir angenommen) daher eher abraten. (Der Vollständigkeithalber: Es gibt seit kurzem auch Typen mit 75V-125V, diese sind aber (noch) eher selten und sehr Teuer).

Fazit: Ich würde bei den Elkos bleiben und dafür bei diesen in gute Qualität investieren. Gute Qualität heißt hohe Kategorietemperatur und lange,angebene Lebensdauer. Gute SMD-Kondensatoren erreichen hierbei 5.000h bei 105°C, während es billige Produkte auf z.B. nur 1000h bei 85°C bringen. Für den Fall das du denkst 5.000h ist nicht viel, sei gesagt das mit guter Näherung die "10°C Regel" gilt: D.h. alle 10° weniger verdoppelt sich die Lebensdauer, alle 10°C mehr halbiert Sie sich. Beispiel: Ein Kondensator mit 5.000h@105°C erreicht 10.000h@95°C, 20.000@85°C, 40.000h@75°C, usw.....
Gute Elkos gibt es u.a. von Panasonic, wobei hier die FC-Serie oder noch besser die FK-Serie zu empfehlen ist.
Aja: Elkos dürfen übrigens bis zur aufgedruckten Nennspannung belastet werden, wobei etwas Reserve auch hier nicht verkehrt ist....

Gruß,
Andi


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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#4 von Martin Lutz , 18.12.2012 06:46

Zitat von H007
Tantals gibt es überlicherweise nur bis 50V Nennspannung, aufgrund der 50% Regel würde ich vom Einsatz bei Moba-üblichen Spannungen(einfach mal von mir angenommen) daher eher abraten. (Der Vollständigkeithalber: Es gibt seit kurzem auch Typen mit 75V-125V, diese sind aber (noch) eher selten und sehr Teuer).


Nur nebenbei bemerkt:
Nahezu alle Decoderhersteller bauen Tantals auf ihre Decoder. Soll sich hier mal jemand melden, bei dem die Tantals auf dem Decoder geplatzt sind.


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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#5 von klein.uhu , 18.12.2012 10:45

Danke, das Thema hat für mich erledigt.
Dank an alle, die sinnvolles beigetragen haben!

Gruß klein.uhu


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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#6 von Jörg L. , 18.12.2012 19:52

Zitat von Martin Lutz

Zitat von H007
Tantals gibt es überlicherweise nur bis 50V Nennspannung, aufgrund der 50% Regel würde ich vom Einsatz bei Moba-üblichen Spannungen(einfach mal von mir angenommen) daher eher abraten. (Der Vollständigkeithalber: Es gibt seit kurzem auch Typen mit 75V-125V, diese sind aber (noch) eher selten und sehr Teuer).


Nur nebenbei bemerkt:
Nahezu alle Decoderhersteller bauen Tantals auf ihre Decoder. Soll sich hier mal jemand melden, bei dem die Tantals auf dem Decoder geplatzt sind.


Hallo Martin,

solche Decoder habe ich bereits gelegentlich zu Gesicht bekommen ...


Viele Grüße Jörg

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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#7 von klein.uhu , 18.12.2012 20:26

Meine Frage bezog sich auf Kondensatoren in einem Verstärker (@ Martin Lutz: übrigens aus einem Schweizer Markenfabrikat).

Aber macht Ihr hier ruhig mal weiter mit Kondensatoren in einem Dekoder.

Gruß klein.uhu


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Gruß von klein.uhu
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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#8 von Martin Lutz , 19.12.2012 08:56

Zitat von klein.uhu
Meine Frage bezog sich auf Kondensatoren in einem Verstärker (@ Martin Lutz: übrigens aus einem Schweizer Markenfabrikat).

Aber macht Ihr hier ruhig mal weiter mit Kondensatoren in einem Dekoder.

Gruß klein.uhu


Soweit ich weiss, baut in der Schweiz niemand Kondensatoren.

Wie gesagt:
Nahezu alle Decoderhersteller bauen Tantal Kondensatoren auf ihre Decoder. Dass diese häufiger ausfallen ist eigentlich eher zu den Märchen einzuteilen.

SMD Tantals sehen etwa so aus:
http://www.all-electronics.de/upl/images...0x800/18697.jpg oder auch so:
http://www.conrad.de/medias/global/ce/40..._FB.EPS_150.jpg
Ich überlasse jetzt mal jedem selbst, seine Decoder mal auf solche Teile zu schauen.

Bei Audioverstärker kommt es auf die Anwendung an. Im direkten Audiokanal werden besser Alu-Elektrolytkondensatoren oder zum Beispiel Polystyrol Kondensatoren: http://kn-electronic.de/shop/images/shp020-10_1,2n-25V.jpg Es gibt spezielle Alu Elektrolytkondensatoren für Anwendungen im Audiobereich. Aber die sind auch teurer.

Im besagten Verstärker würde ich das wieder einbauen, was schon vorher drin war. Letztlich kommt es darauf an, welchen Schaltungsteil es betrifft und welche Funktion dieser Schaltungsteil hat.


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RE: Kondensatoren: Tantal - Elektrolyt ?

#9 von H007 , 19.12.2012 19:22

Sorry klein.uhu das dein Thread hier zweckentfremdet wird....
Aber die Betrachtungen für Tantals gelten auch in Verstärkerschaltungen Ist nur die Frage wo im Verstärker diese eingesetzt werden sollen

@Martin


Ich sage ja nicht das Sie prinzipiell nicht auf Decoder sollen, z.B. zum Puffern der 5V sind Tantals sicher ok. Richtig betrieben leben Tantals praktisch ewig. Aber für den Einsatz als Stützkondensator direkt nach dem Gleichrichter an einer niederohmigen Quelle würde ich diese nicht einsetzen. Jeder seriöse Hersteller empfiehlt Tantals nur bis zu 50% der Nennspannung zu belasten. Natürlich kann jeder seine Schaltung entwickeln wie er will und die Kondensatoren auch bis zur vollen Nennspannung belasten, allerdings geht das definitv auf Kosten der Zuverlässigkeit.... (siehe auch div. Mil. Handbücher oder auch EN61709)

Gruß,
Andi


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