RE: nur ein Bahnhof ?!

#1 von bahn1950 ( gelöscht ) , 21.01.2013 17:53

21.Jan. 2013

Hallo, mein Name ist Wolfgang.
Mit 6 Jahren bekam ich meine erste elektr. Eisenbahn, eine Märklinlok Br.89.
Damit spielen konnte ich wegen beengter Wohnverhältnisse recht selten und wenn dann nur im fliegenden Aufbau auf den Fußboden.
Mit 10 habe ich im Werkunterricht der Schule meine ersten Erfahrungen mit dem Modellbau gemacht: ich habe einen Tunnel für einen 1/4 Parallelgleiskreis auf eine Grundplatte von 50*50 cm in Spantenbauweise gebaut.
Erst nach meiner Heirat und Umzug in eine größere Wohnung mit großem hellem Kellerraum habe ich meine erste stationäre Anlage in der Größe 2,00*1,70 Meter bauen können. Sie wurde nie fertig, da weitere Umzüge mich zum Demontieren zwangen. Nach dem Erwerb eines eigenen Hauses ergab sich wieder die Möglichkeit unter der Dachschräge auf der Fläche von 350*300 cm ein Anlage in U-Form zu planen. Der Besuch eines Volkshochschulkurses „Vom Spielzeug zur Modelleisenbahn“ und das Lesen diverser Fachliteratur haben mir dabei geholfen mich auf „Weniger ist Mehr“ einzulassen. So richtig in Gang gekommen ist der Anlagenbau jedoch nicht; außer den Gleisen sind nur Teile der Landschaft begonnen worden.
Nach Jahren weniger als „Bauer“ sondern mehr als „Sammler“ und zwischenzeitlich auch Mitglied im Modellbahnclub Pulheim-Frechener-Eisenbahnfreunde habe ich die Fragmente meiner stationären Anlage abgebaut und was noch brauchbar war eingemottet; die alten Blechschienen konnte ich günstig verkaufen.

Im Zeitalter des Computers habe auch ich angefangen meine Modellbahn virtuell zu bauen in der Hoffnung, später als Rentner; sie mal in die Tat umzusetzen.
Anbei der Gleisplan:

Der sichtbare Teil der Anlage.



Gesamtplan

Ich wurde 60, aber leider stand der Raum nicht mehr zur Verfügung und so hatte ich dann die Idee: wenn ich nicht die ganze Anlage realisieren kann, warum dann nicht Teile davon. So nahm ich aus dem virtuellen Gleisplan den Bahnhofsbereich heraus um ihn als Segmentanlage umzuplanen.

Im Nachfolgenden habe ich die Planung und den Bau festgehalten.

Hier einige Bilder von den Plänen:
(Bilder Pläne)
http://www.abload.de/gallery.php?key=jLoavtf5


In der nachfolgenden Galerie seht ihr Bilder von den Anfängen der Segmentanlage.
Zuerst den Bau der Segmente aus Holz.
Sie dienen als Grundplatte für die Gleis und das Gelände.
(Bilder Grundelemente)
http://www.abload.de/gallery.php?key=jBZGwWpd

Erste Versuche die Gleise auf den Segmenten zu platzieren:
(Bilder Erste Versuche)
http://www.abload.de/gallery.php?key=xGTkDhbV

Nachdem das vorhandene Gleismaterial soweit möglich provisorisch ausgelegt war und die Machbarkeit erkennbar wurde, galt es fehlendes Material aufzulisten und zu beschaffen. Um die Gleisradien möglichst großzügig zu halten habe ich von Märklin K-Gleis die „schlanken“ Weichen und überwiegend Flexgleis verwendet. Als „Bahndamm“ habe ich aus dem Baumarkt 4mm starkes Styropor-Dämmmaterial besorgt. Die Verlegung der Gleis erfolgte in der üblichen Methode: Einschottern und mit „verdünntem Weißleim mit Pril“ befestigen.

(Bilder Baubeginn)
http://www.abload.de/gallery.php?key=uky08gln

Nach und nach wurden die Gleise auf den Segmenten verlegt und mit der Landschaftsgestaltung begonnen.

(Bilder erste Fortschritte)
http://www.abload.de/gallery.php?key=qr5KKdPa

Der Bau einer Modellbahn beinhaltet nicht nur Gleis und Landschaft, auch „unten drunter“ ist einiges zu beachten. Als gelernter Fernmeldetechniker war es kein Problem für mich mit der Elektrik klar zu kommen. Ursprünglich hatte ich vor konventionell und digital zu steuern. Die Loks digital mit der IB und den Rest analog. Nach gelernter Manier hatte ich in der Planung die Stromversorgung für die Fahrspannung in einzelnen Gleisabschnitten vorgesehen - was bei analogem Betrieb auch sinnvoll ist-. Diese sollten eventuell einzeln abschaltbar bez. auch teilautomatisiert geschaltet werden (z.B. Haltestrecken vor Signalen oder Rückwärtsfahrt bei Signalen –bei Märklin-System nicht so einfach-). Die Einspeisungen habe ich dann aber, da sowieso kein Automatikbetrieb geplant ist, zusammengefasst. Als Weichentriebe habe ich die preiswerte Conradlösung gewählt. Mit etwas geringerer Spannung angetrieben sind sie nicht so laut und auch etwas langsamer (ein bisschen probieren hat geholfen). Die Verbindung vom Segment zum Stellpult erfolgt mittels fertig konfektionierter Computerkabel (25 pol. D-Sub). Jedes Segment wird separat angeschlossen. Untereinander haben sie keine elektr. Verbindung. Die Verdrahtung erfolgt mit Klingeldraht (den hatte ich noch ausreichend in verschiedenen Farben aus meinem Berufsleben). Die Adern der einzelnen Verbraucher sind auf Doppelschraubklemmen geführt, von da geht’s gesammelt durch Ringösen auf die Computerstecker.

Bilder vom „Untergrund“
http://www.abload.de/gallery.php?key=rvldBgPR

Damit bei einem Fehler in der Elektrik (soll schon mal vorkommen, irgendein Draht löst sich immer) die Sucherei nicht allzu lange dauert habe ich vorsorglich die Stromläufe schriftlich festgehalten; die Mühe hat sich schon in der Bauphase bewährt!
Anbei ein Eindruck wie ich es gemacht habe:



Die Gleise liegen, der Untergrund ist soweit fertig, nun kann die Landschaft entstehen.

Bilder „es geht weiter“
http://www.abload.de/gallery.php?key=plEvpvWf

So für heute war’s das erstmal, wie es weitergeht später.

Auf Kommentare freue ich mich.
Bis demnächst
Lg Wolfgang


bahn1950

RE: nur ein Bahnhof ?!

#2 von -me- , 21.01.2013 19:48

Hey! Bin ich der erste? Cool!

Hallo Wolfgang,
super Einsteig, dein Segment macht was her.

Manchmal sollte man nachdenken, bevor man irgendeine Tast drückt. Nicht Absenden, sondern Vorschau war gewünscht!

Mir gefällt die Sache mit deinem Segment und wie es aussieht, ist es ja auch schon recht weit fortgeschritten. Anders als bei mir, wo momentan wegen diverser anderer Bauprojekte Baustopp ist. Aber das kann nicht mehr lange dauern.

Du scheinst dir ja wirklich viele Fragen zu technischen Details zu machen, wenn man schon mit der Stromzufuhr der Weichenantriebe experimentiert! Wie ich sehe, hast du auch shon an der Landschaft gebaut, hier gibt es ber zwei Dinge, die mir aufgefallen sind.
Punkt 1 ist die Schotterung deiner Gleise. die wirkt mir irgendwie zu clean. Ich äußere mal die Vermutung, dass du Faller Schotter genommen hast. Den habe ich auch beim ersten Mal genommen und inzwischen mit Farbe etwas nachbehandelt. Inzwischen habe ich einen anderen Schotter der gleichen Firma gefunden, der eine leicht rötliche Färbung hat und authentischer wirkt.
Das zweite ist diese Straße am Anlagenrand. Diese Klebefolien von Busch, Faller und Co. sind zwar verlockend, aber sie wirken auch sehr steril. Ich habe meine, nachdem ich sie unabsichtlich mit Gips eingesaut hatte, mit einer Gipsschlämpe überzogen und gleich wieder abgewischt. Sieht wesentlich besser aus.

Nun ja: ich hoffe, die Kritik ist nicht negativ angekommen, sie sollte konstruktiv sein.

Aber ich sage auf jeden Fall: willkommen bei den Verrückten und viel Spass beim Bauen!


Schöne Grüße vom Ponyhof.

Michael

Und hier geht es von Immental zum Ponyhof

Und hier gibt es Bilder vom Ponyhof

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-me-
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RE: nur ein Bahnhof ?!

#3 von bahn1950 ( gelöscht ) , 21.01.2013 20:51

Hallo Michael,
danke für deine Anregung, Kritik ist immer angebracht, wenn sie kontruktiv ist und deine ist so.

Bezüglich der Schotterung habe ich Naturbasalt genommen, der nach dem Kleben nachgedunkelt ist, außerdem bin ich noch nicht fertig; die Schienenprofile sollen noch gealtert werden.

Bei der Straße sind in der Zwischezeit, die gezeigten Aufnahmen stammen aus 2010, Flecken nicht ausgeblieben, aber der Tip mit dem Gips werde ich ausprobieren.

In den nächsten Tagen werde ich weitere Bilder vom Landschaftbau einstellen und auch die Gesamtansicht der Anlage. Da ich zuhause nicht alle Segmente gleichzeitig aufbauen kann, habe ich nur auf Börsen oder Ausstellungen die Möglichkeit. Bisher habe ich 4 mal ausstellen können. Bilder davon folgen.

Bis dahin
Gruß Wolfgang


Fortsetzung 2. Teil 24.Jan. 2013

Der Landschaftsverband Rheinland hat eine Ausstellung zum Thema Verkehr in der Brauweiler Abtei geplant. Über den Modellbahnclub „Pulheim-Frechener-Eisenbahnfreunde“ bin ich gefragt worden, ob ich meine Segmentanlage dort ausstellen könne als Beispiel für den ländlichen Bahnbetrieb Mitte der 50er bis 60er Jahre. Selbstverständlich wollte ich, war es doch die Gelegenheit alle Segmente mal als Ganzes zu sehen, zuhause konnte ich immer nur 2 Segmente zusammen aufstellen.
Deshalb war ich fleißig und habe einiges an der Landschaft getan.

Bilder die Landschaft wächst

http://www.abload.de/gallery.php?key=c6pjPdT3

Bilder der Ausstellung

http://www.abload.de/gallery.php?key=e5YHLNUU

Weiter Bilder von der Schrebergartenkolonie

http://www.abload.de/gallery.php?key=i4Xm5RKv

Details der Landschaft um das Bahnhofsgelände herum.

http://www.abload.de/gallery.php?key=dVdLLoo2

Ein Fahrbetrieb war bisher nur innerhalb des Bahnhofs im Pendelbetrieb möglich. Um auch mal im „Kreis“ fahren zu können musste eine Ergänzung her. Eine Art Schattenbahnhof: einfache Holzplatten passend zu den Segmenten –nur Gleise- ohne Landschaft.

Bilder Schattenbahnhof

http://www.abload.de/gallery.php?key=uCcquqka

Zum Steuern habe ich mir ein Gleisstellwerk selber gebaut. Anbei ein Ansicht von unten.




Die weiteren Bilder sind von Ausstellungen:

Die nachfolgen Bilder sind aufgenommen worden auf der Börse der Pulheim-Frechener-Eisenbahnfreunde am 2.10.2011 in Pulheim.







Die nächsten Bilder entstanden am 11.03.2012 in Niederaußem ebenfalls auf einer Börse.






Zum Schluß noch einige Kleinigkeiten:

Details von der Anlage:

http://www.abload.de/gallery.php?key=jOdp1vNa

Soweit die vorerst letzten Bilder.
Im Sommer 2012 habe ich den Modellbau etwas schleifen lassen, ich hoffe aber im Frühjahr 2013 weitermachen zu können. Dann soll ein Hintergrund den Schattenbahnhof zumindest teilweise abdecken und das bisher nur teilfertige Bahnübergang-Segment auch endgültig „bebaut“ werden.

Bis dahin


bahn1950

   


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