Ich habe da noch eine Frage zum Aufbau. Wieso hast Du Teil B und C getrennt gebaut, man hätte es doch aus einem Teil machen können?
Hast Du für Teil C wirklich ein Rohr in Teil B eingesetzt, wie ich es auf dem Foto erahnen kann (kleiner Kragen)?
ja, die Frage ist völlig berechtigt. Ich schreibe einfach mal auf, was aus meiner Sicht dafür und dagegen spricht:
dafür: je mehr Teile, desdo einfacher ist die Herstellung jedes einzelnen Teiles
dafür: sollte bei der Herstellung eines Teiles ein Fehler auftreten, dann ist nur dieses Teil Ausschuss
dafür: das Ausfräsen der Griffmulden wird umso präziser, je kürzer das Werkstück gespannt werden kann. Es entstehen keine "Rattermarken"
dafür: der Übergang zwischen Griffring und Zylinder des Ölers wird scharfkantig (Radius Null)
dagegen: Mehraufwand - das präzise Ausdrehen innen ist aufwendig
dagegen: Mehraufwand - ein Teil mehr, dass verbunden werden muss
Ich bin ein wenig pinselig und habe mich für den Mehraufwand entschieden.
Zitat von A_Haack Kann es sein, daß Du die ganzen Teile als Urmodell für den Feinguß angefertigt hast ? Es sieht zu mindesten für mich so aus, wegen der ganzen Ansätze für einen Gußkanal.
Richtig, es sind eine handvoll Modellvarianten geplant. Selbst paarig benötigte Teile baue ich dann (auch gern aufwendiger) nur einmal !
das mit dem mehrteiligen Aufbau und Ausschuß kann ich leider nur aus eigener Erfahrung bestätigen.
Das Größte Problem dürfte aber das Umspannen zwischen drehen und fräsen der Griffmulden sein. Es sein den Du hast eine Uhrmacherdrehbank und kannst auch fräsen ohne das Teil umzuspannen zu müssen.
Hast Du den Ring innen wirklich ausgedreht? Was für eine Drehmaschine hast Du? Ich hätte ihn eher gebohrt/gerieben.
Ich kenne ja die wirklich fuzzelig kleinen Innendrehmeißel von Horn (Bohrung ab 0.3mm), aber die sind für meine Maschine nichts.
Das ganze Interesse an diesem Teil ist nicht ohne Grund, ich muß für meine ZL105 auch einen Deckel mit Griffmulden machen.
Können Teile die als Urmodell dienen sollen, auch mit Loctite (anaerobe Klebstoffen) geklebt werden?
Das Größte Problem dürfte aber das Umspannen zwischen drehen und fräsen der Griffmulden sein.
ich versuche das entgültige Trennen des Werkstückes vom Rohling so spät wie möglich zu machen, so habe ich immer die Möglichkeit des Umspannens. Ein Kreuztisch und ein 4-Backen-Futter und geeignete Meßmittel sind nützliche Helfer.
Zitat von A_Haack Hast Du den Ring innen wirklich ausgedreht? Was für eine Drehmaschine hast Du? Ich hätte ihn eher gebohrt/gerieben.
Ja, ich habe das Teil innen exakt ausgedreht. Das Innendrehen wird ja beim Fahrzeugbau auch bei der Bearbeitung von Radreifen benötigt und ist deshalb nicht so ungewöhnlich. Etwas Erfahrung sollte man schon haben, um mit einem Drehmeißel für Innendurchmesser zwischen 3 und 1 mm verlustfrei umzugehen. Eine Uhrmacherdrehbank ist für Teile dieser Größe sicherlich noch nicht nötig, die Geräteklasse, wie sie beispielsweise mit der PROXXON PD250 vertreten ist, reicht hierfür aus.
Zitat von A_Haack Ich kenne ja die wirklich fuzzelig kleinen Innendrehmeißel von Horn (Bohrung ab 0.3mm), aber die sind für meine Maschine nichts.
Das ganze Interesse an diesem Teil ist nicht ohne Grund, ich muß für meine ZL105 auch einen Deckel mit Griffmulden machen.
Können Teile die als Urmodell dienen sollen, auch mit Loctite (anaerobe Klebstoffen) geklebt werden?
Ja, Loctite ist hierfür geeignet und der kleinste von mir verwendete Innendrehmeißel hat 1 mm, kleinere hatte ich bislang (beim Maßstab 1:87) noch nicht benötigt. Die Kopflupe ist hierfür Plicht!
auch wenn der Ansatz noch am Werkstück ist, ist das Ausrichten trotz guter Meßmittel nicht immer so leicht bei den kleinen Teilen machbar.
Wenn Du Deine Teile mit der Proxxon gemacht hast, einfach toll.
Meines Wissens nach sind die Proxxon Maschinen ja nicht so präzise, das man einfach ohne Nacharbeiten an der Maschine Teile im 1/100mm Toleranzbereich fertigen kann.
Kannst Du mir bitte mitteilen in welchem preislichen Segment sich so die Aufträge der Feingußteile bewegen, bzw. mit welchen kosten ich rechnen muß für die Teile meiner ZL105. Gern auch per PN.
Mein Tankdeckel mit den Griffmulden wird einen AD von 0.8mm haben. ops:
Zitat von A_HaackHallo Joachim, Meines Wissens nach sind die Proxxon Maschinen ja nicht so präzise, das man einfach ohne Nacharbeiten an der Maschine Teile im 1/100mm Toleranzbereich fertigen kann.
Ich hatte ja von der Geräteklasse vergleichbar mit Proxxon PD250 gesprochen, hier ist die Rundlaufgenauigkeit so, dass ein Drehteil mit einem geforderten Durchmesser auf 1/100 m genau hergestellt werden kann.... Messen .... Drehen ..... Messen usw.
Zitat von A_Haack Kannst Du mir bitte mitteilen in welchem preislichen Segment sich so die Aufträge der Feingußteile bewegen, bzw. mit welchen kosten ich rechnen muß für die Teile meiner ZL105. Gern auch per PN.
PN folgt.
Zitat von A_Haack Mein Tankdeckel mit den Griffmulden wird einen AD von 0.8mm haben. ops:
Klein ! ... aber nicht zu klein als dass man sie nicht herstellen könnte
um die Aussparungen am Tankdeckel zu machen brauche ich einen 0.5 oder besser 0.4mm Fräser.
Ich habe mir auch überlegt die Aussparungen durch bohren herzustellen und danach erst auf den Enddurchmesser herunter zudrehen. Kleine Bohrer habe ich, den Fräser müßte ich erst kaufen und die sind gerade nicht billig.
Hab gerader erst gesehen, das Dein Tröt nun wieder im "Schmalspurbahn, Feldbahn" Bereich ist. Dort sollte er viel besser hin passen und zu finden sein.
mit dem bohren werde ich es bestimmt zuerst probieren, da der Fräser doch 10x so teuer, wie ein Bohrer ist.
Mit der Positioniergenauigkeit bin ich mal gespannt, bei meinem Puffer hatte ich eine Toleranz von 0.02mm und das ohne Meßuhr an den Achsen.
Allerdings nutzt einem die beste Genauigkeit nichts, wenn man das Teil (mein Puffer) zum fräsen falsch herum in den Schraubstock spannt und dann fräst. flaster:
heute habe ich wieder endlich etwas aus der Praxis zu berichten. Ganz langsam nimmt die Lok Nr. 1 Gestalt an. Für mich ist es immer wieder schön, wenn man dann endlich das, was man sich als Zeichnung ausgedacht und vermessen hatte, in der Realität zu sehen bekommt. Hier habe ich die Blechteile begonnen zu verlöten. Das Gehäuse ist locker aufeinander gelegt, es wird natürlich noch verputzt, gebogen und genau zusammengefügt. Der Zusammenbau war bis hierher einfach, weil kleine Aussparungen und "Nasen" an und in den Blechen die Position bestimmen.
Das SB-Fahrwerk wird, wie ich schon beschrieben hatte, eine Baugruppe mit Zylindern, Steuerungsträgern und Steuerung werden. Die nächsten Bauschritte bestehen in der Fertigstellung der auf diesem Foto abgebildeten Baugruppen und dem Urmodellbau für die Stehkesselbestückung. Dann kann es auf die Zielgerade gehen.
nach einer kleinen Urlaubspause geht es mit dem Bau von Kleinteilen weiter. Nun fehlen nur noch die vorbildgerechten Kupplungen, dann sind alle Teile komplett und der zeitbaubende Teil dieses Projektes ist beendet.
Hierfür brauchts 18 Einzelteile, die verlötet werden wollen. Am besten ist, die Teile passen vor dem Löten gut zusammen, damit nicht alles voneinanderfliegt.
Bei diesem Teil sind es exakt auch 18 Teile. Besonderes Kopfzerbrechen hat mir der Sockel gemacht. Für die Nachbildung der Federn habe ich die Gewinde kleiner Messingschrauben verwendet.
Ich glaube ich hätte das Teil aus 2 Teilen gemacht, zum einem aus einer Grundplatte mit den 4 Befestigungen und dem Oberteil mit den beiden Rundungen. Das Oberteil dann noch mit einer Aussparung für die Grundplatte in der Mitte. Die Rundungen am Oberteil hätte man dann mit einem Viertelkreisfräser erstellen können.
Wie lange hast Du für das gesamte Unterteil gebraucht?
Ich hoffen nur, das ich bald wieder fräsen kann, da gestern meine Fräse explodiert ist (zu mindestens hat sich der Geräteschutzschalter lautstark des integriert ) Bin aber schon am zerlegen.
Zitat von 7-Kuppler Ein derart vielteiliges Bauteil, zumal in diesem Maßstab, daß nötigt Respekt ab!
Hallo Dirk,
da ich ja Deine Teile zur Preußischen T0 in H0 kenne, weiß ich Dein Worte besonders zu schätzen. Ist mir ehrlichgesagt ein Rätsel, wie einige Deiner Urmodelle entstanden sind.
Zitat von A Haack Ich glaube ich hätte das Teil aus 2 Teilen gemacht, zum einem aus einer Grundplatte mit den 4 Befestigungen und dem Oberteil mit den beiden Rundungen. Das Oberteil dann noch mit einer Aussparung für die Grundplatte in der Mitte. Die Rundungen am Oberteil hätte man dann mit einem Viertelkreisfräser erstellen können.
Respekt - Andreas - Du hast alles richtig analysiert. Nur die Rundungen an der Seite sind Drehkörper, die in das passende Mittelstück gelötet wurden. Ansonsten alles richtig!
Ach ja, dieses Teil hat mich einen vollen Tag gekostet, aber das könnt ihr als Praktiker sicherlich nachvollziehen.
mit neuer Energie geht es mit dem Bau der Lok 1 des FFM Spur 0 weiter. Der Stehkessel ist probeweise bestückt. Die Teile aus Messingfeinguss müssen noch ausgerichtet und fixiert werden. Der Grundkörper besteht aus geschliffenem Weißmetall, er wird noch durch gedrehte Mikroniete ergänzt. Das Bohren der Löcher für die Mikroniete ist nichts für schwache Nerven. In Messing hätte ich das nicht erleiden wollen, in Weißmetall kann man es gerade so aushalten (vom Verlust eines 0,4mm Bohrers mal abgesehen). Eine niedrige Drehzahl und Geduld sind gefragt. Der Stehkessel ist innen ausgefräst, damit der Digitalbetrieb als Option möglich ist.
für alle, die nicht unbedingt in den Nachbarforen unterwegs sind, ist mein Arbeitsnachweis doch interessant. Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Sie bekommt langsam ein Gesicht. Der (noch) sichtbare Motor wird nach der vollständigen Bestückung nicht mehr so ins Auge fallen. Die Nachbildung der Schrauben und Niete ist immer so eine aufwändige Sache. Bei den Nieten hat man ja immer die Wahl: Decals, Bestückung mit gedrehten Nieten aus Messing, die Benutzung einer Prägeeinrichtung oder eben der Abguss vom Urmodell. Teilweise habe ich mir die Arbeit auch erleichtert, indem ich die Bestückung nur beim Urmodell machen musste. Im Foto sind beide Varianten zu sehen: Messingfeinguss und Einzelfertigung der bestückten Teile. Ich finde die Nachbildung der Schrauben und Niete bei den Abgüssen können sich sehen lassen. Die im Kreis angeordneten Schrauben mit Bolzen am Zylinder vorn sollen ein Beleg dafür sein. Nietbänder (Decals) habe ich nicht verwendet, die Trägerfolie fällt bei einer guten (sprich dünnen) Lackierung auf. Die Treib- und Kuppelstangen sind aus 2 Lagen geätzten Blech entstanden, an den Innenseiten sind kleine Kanäle halb geätzt, in die die Schafte der Modellbauschrauben gelötet sind.
So, genug gefachsimpelt, über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Wunderbar zu sehen was in diesem Maßstab möglich ist! Wenn es nur Leute gäbe die meinen Horb Kran in Spur 0 wollen würden ... Würde bestimmt wahnsinnig Spaß machen das Ding zu zangeln!
Gruß in die Runde aus der "halben Rotunde" ! ....... natürlich in TT !
Joachim, dies wird eine wunderschoene Lok (aber das weisst Du ja selbst). Als alter Hase (allerdings neu hier im Forum) zwei Anmerkungen: 1. Messing laesst sich gut bohren, wenn man etwas Schneidoel verwendet. Ich habe meine Gasduesen (fuer Echtdampf) mit 0.2mm gebohrt und regelmaessig die Spitzen abgebrochen. Seitdem ich Schneidoel verwende, ist mir das nicht mehr passiert. 2. Deine tolle Lok verdient einen ebenso excellenten Antrieb. Du solltest ueberlegen, einen kleinen Dekoder mit Kondensatorunterstuetzung einzubauen. Damit faehrst Du absolut ruckfrei und extrem langsam, auch ueber Plastikherzstuecke und Schmutzstellen auf den Schienen. Es gibt inzwischen 1F Kondensatoren, die in solch eine Lok passen koennten (Du brauchst 5 in Reihe). Die kleinsten sind 6mm Durchmesser x12mm gross. Leider sind meine Augen inzwischen nicht mehr so gut fuer solchen "Fummelkram" wie an Deiner Lok, deshalb werden meine Masstaebe groesser und groesser (von 1:87 ueber 1:20,3 auf inzwischen 1:8). Regards
1. Messing laesst sich gut bohren, wenn man etwas Schneidoel verwendet. Ich habe meine Gasduesen (fuer Echtdampf) mit 0.2mm gebohrt und regelmaessig die Spitzen abgebrochen. Seitdem ich Schneidoel verwende, ist mir das nicht mehr passiert.
Hallo Henry,
Ja, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht! Bei der Produktwahl habe ich aber keine Erfahrungen, ich habe da einfach zugegriffen, oder kannst Du hier eine Empfehlung geben ?
Zitat 2. Deine tolle Lok verdient einen ebenso excellenten Antrieb. Du solltest ueberlegen, einen kleinen Dekoder mit Kondensatorunterstuetzung einzubauen. Damit faehrst Du absolut ruckfrei und extrem langsam, auch ueber Plastikherzstuecke und Schmutzstellen auf den Schienen. Es gibt inzwischen 1F Kondensatoren, die in solch eine Lok passen koennten (Du brauchst 5 in Reihe). Die kleinsten sind 6mm Durchmesser x12mm gross. Leider sind meine Augen inzwischen nicht mehr so gut fuer solchen "Fummelkram" wie an Deiner Lok, deshalb werden meine Masstaebe groesser und groesser (von 1:87 ueber 1:20,3 auf inzwischen 1:8). Regards
Mit den digitalen Antrieben und einem elektrischen Speicher könnte ich in der Vergangenheit schon einige Erfahrungen sammeln. Das Platzproblem für die Caps steht selbst bei Spur Null Modellen im Raum. Ich meine die höchste Energiedichte erreicht man mit dem Goldcaps, die aber leider wegen ihrer geringen Durchschlagsspannung mit einem StepUp-Converter betrieben werden müssen. Die Produkte nennen sich dann Powerpacks, sie sind etwas teuerer aber in der kleinsten Ausführungen können sich räumlich durchaus neben der von Dir vorgeschlagenen Reihenschaltung aus 5 mal 1F mithalten. Ich ordne deshalb diese Lösung mit den Powerpacks ganz nach oben. Kleiner Wehrmutstropfen: nicht jeder Decoder versteht sich auf Anhieb mit diesen USP's.