Moin Forengemeinde, nun sind auch die beiden Halterungen für den Kardanantrieb gedreht. Nur die Motorhalterung habe ich noch nicht gelöst.
Um die ausreichende Kraft zu testen habe ich den kompletten Antrieb in die DL 800 eingebaut. Ergebnis: es reicht. Sie fährt langsam an und vermutlich auch ausreichend schnell. Die Stromaufnahme liegt bei ca. 120 mA.
Das Gehäuse passt knapp auf den Rahmen. Der Motor wird allerdings oben ans Gehäuse kommen. Für die Motorhalterung bedeutet dies, dass nur eine seitliche Klemmung möglich ist.
Moin, nun habe ich die Lok fest mit dem Decoder verdrahtet und sie auf der Anlage ohne Gehäuse laufen lassen.
Sie fährt ohne Probleme über alle Weichentypen.
Leider gibt es zwei Probleme. Zum einen flackert das Licht (ist auch noch zu hell eingestellt) und das Licht geht erst an an, wenn ich einmal die Fahrtrichtung geändert habe. Die LEDs sind jeweils mit geld/blau und weiß/blau angeschlossen. Hat jemand eine Idee, woran das liegen kann? Die LEDs haben einen integrierten Vorwiderstand und sind parallel geschaltet.
Sie hat einen Decoder von Lenz (Silver). Muss ich für den Faulhabermotor eine besondere Einstellung vornehmen?
Viele Grüße Wolfgang
Nachtrag: habe mit den CV Werten ein wenig gespielt: - wenn CV57 > 0, dann ist das Lichtflackern weg, allerdings wird dann die Lichtdimmung aufgehoben - bei CV50 = 37 hört sich der Motor besser an, es ginge aber auch 33 oder 35. Bei 37 sind Bit 2, 5 und 7 gesetzt. - wenn ich in CV50 anstelle von Bit 2 nur Bit 1 aktiviere, dann klingt der Motor sehr sanft, aber die Lok fährt erst bei höherer Reglereinstellung an und dann mit höherer Geschwindigkeit.
Die Lampen muss ich noch überarbeiten. Zum einen andere Leuchtkörper einsetzen und zum anderen wohl einen zusätzlichen Widerstand vorsehen, damit das Licht nicht so grell ist.
Die Lok ist um 76g leichter geworden und zieht ca. 230g. Eventuell kommt noch ein Gewicht dazu. Muss dann mal testen, wie sich dies auf die Zugkraft auswirkt. Die Stromaufnahme liegt zwischen 80 mA und 490 mA (Drehregler voll aufgedreht).
Moin Stummianer, der Umbau ist nun vorerst abgeschlossen. Die DL 800 ist digitalisiert, kann aber in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Es wurde nichts abgefräst, keine Löcher gebohrt und nichts weggeworfen.
Letzte Aktionen waren LEDs montieren, damit die Gesamtstromaufnahme gering bleibt. Verwendet habe ich je Seite 3 LEDs bis 19 Volt mit integriertem Vorwiderstand. Je drei Lampen sind in Reihe geschaltet. Damit bleibt die Stromaufnahme gering.
Als Decoder habe ich einen Zimo, vermutlich MX630R, verwendet, der mit dem Faulhabermotor sehr gut zurecht kommt.
Originalmotor
Man kann zwar auch den alten Motor (DL800, CCS800, ST800) ohne Veränderungen verwenden, dann liegt die Stromaufnahme aber zwischen 500 mA und 1.500 mA. Der von mir verwendete Faulhaber zieht mit Licht bis zu 200 mA.
ESU wird nach meinen Erfahrungen bei diesem Umbau so schnell keinen Dauermagneten herausbringen (bestellt habe ich trotzdem einen). Sie müssen aus meiner Sicht zwei zusätzliche Probleme lösen: 1. einen kleinen (Abmessungen) Decoder herausbringen, der bis zu 2 A Dauerstrom liefern kann 2. ein Zusatzmodul entwickeln, dass die Stromspitzen abfängt, damit der Decoder keinen Schaden nimmt
Der Umbau auf den von mir verwendeten Faulhaber hat ein kleines Problem: er ist etwas zu dick. Der Durchmesser beträgt 22 mm. Besser wären 20 mm. So schließt das Gehäuse nicht ganz bzw. liegt oben auf dem Motor auf. Durch abfräsen des Gehäuses oben habe ich nur noch einen Spalt von 1 mm. Man hört trotzdem beim Fahren die Resonanzen des Motor über das aufliegende Gehäuse. Die Kardanwellen erfordern leider eine bestimmt Höhe über den Querstegen des Gehäuses, da sonst die Gabelenden der Welle dort aufschlagen und blockieren. Alternative habe ich mir den Bau eines neuen Kardangelenks auf der Motorseite überlegt, dies aber vorerst zurück gestellt. Damit könnte ich ca. 2 mm den Motor samt Antrieb tiefer legen
Zur besseren Gewichtsverteilung habe ich der 2. Lokhälfte, die keinen Motor trägt, noch ein kleines Gewicht von 82 g verpasst. Damit sind beide Lokhälften fast gleich schwer.
Nun noch einen kleinen Film von heute mit Waggons, nachdem die Sonne das Dach erwärmte.
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht und herzlichen Glückwunsch für die erfolgreich zuende geführte Umbauarbeit! Einzig bleibt noch zu klären, wie stark die Stromaufnahme des Motors bei Belastung zunimmt; denn das kann u.U. zum Knackpunkt werden, wenn das Modell wie das Original von damals überschwere Züge ziehen soll. Es sei denn, Du beschränkst Dich freiwillig auf nicht ganz so schwere Züge, dann ist dies nicht notwendig (davon gehe ich mal aus).
Guten Abend Stephan-Alexander, ein paar gemessene Werte kann ich nennen, wobei es (für mich nicht zu erklären) Unterschiede zwischen Lok alleine an der ECOS und auf der Anlage mit vielen anderen Verbrauchern gibt.
Lok alleine an der ECOS (alle Werte vom Strommonitor) Grundstrom Decoder: 23/27 mA Licht an: 27/36 mA geringe Fahrstufe: 40/55 mA hohe Fahrstufe: 55/155 mA
Lok mit 13 x 4-achsern auf der Anlage Grundstrom aller Loks: 2.077/2.115 mA Licht DL800 an: 2.080/2.122 mA geringe Fahrstufe: 2.088/2.142 mA hohe Fahrstufe: 2.199/leider kein Wert notiert
Eben habe ich die Zugkraft gemessen. Dazu die Lok an die Federwaage gehängt (nur sie wird von der ECOS mit Strom versorgt) und mit Stufe 20 von 126 (ESU Skala) bis zum Schleudern anfahren lassen. Ergebnis 270 g Zugkraft bei einem Stromverbrauch von 168/236 mA (incl. Grundlast des Decoders).
Der Motor scheint so kräftig zu sein, dass er nicht stehen bleibt.
Nachtrag: eigentlich sind Umbauten nie fertig. Es gibt immer was zu verbessern.
Die Abstände der Räder habe ich bei meiner DL 800 mal nachgemessen, da sie bei Weichen (C-Gleis) immer so besoffen schaukelte. Sie lagen zwischen 13,62 und 13,88 mm. Also habe ich die Räder etwas auseinander gezogen, besser die Achse auf einer Seite hineingedrückt. Dazu musste ich ein kleines Werkzeug basteln, dass einen sensiblen Druck auf die Achse ausübte. Die Achse trägt ja ein Zahnrad mit einem Durchmesser von 7,6 mm, also musste dass Gegenstück eine Öffnung von 8 mm haben.
Moin Stummianer, nun habe ich doch noch die Kardanantriebe vom Motor gegen kleinere getauscht. Dadurch konnte ich den Motor um 1,3 mm tiefer legen und das Gehäuse passt jetzt ohne auf dem Motor aufzuliegen.
Diese Kardanwellen habe ich ersetzt:
Dazu habe ich zwei Teile hergestellt: eine Achse und die Verbindung zum alten Kardangelenk.
Zusammengeschraubt sieht es dann so aus:
Zusätzlich habe ich ein Kardangelenk gekauft, dass 9 mm Durchmesser hat (und damit 1,5 mm kleiner ist):
Die Längsverschiebung findet jetzt nur noch auf der alten Kardangelenkseite statt. Es reicht bei R1 Kurven gerade so.
Am Motor links der alte und rechts der neue Kardanantrieb:
das bei etwa 50 s zu sehende hintere Drehgestell wackelt irgendwie rhytmisch auf und ab. Wirkt sich das nicht negativ auf das sonst gute Fahrverhalten aus?
Hallo Moritz, ist mir noch nicht so aufgefallen. Das ist der Haftreifen. Sie hat zwei davon. Es wirkt sich aber nicht negativ aus, zumindest nicht bei C-Gleisen. Bei Weichen schaukelt allerdings jedes Drehgestell. Vermutlich läuft dann der Radkranz auf der ebenen Fläche des Herzstücks.
Moin, das rhytmische Auf und Ab habe ich mir nochmal genauer angesehen.
Zitat von DeMorpheusHallo Wolfgang,
das bei etwa 50 s zu sehende hintere Drehgestell wackelt irgendwie rhytmisch auf und ab. Wirkt sich das nicht negativ auf das sonst gute Fahrverhalten aus?
Viele Grüße, Moritz
Ursache ist tatsächlich der Haftreifen, der kleiner im Durchmesser ist als der alte. Dadurch kommt der Radkranz auf die Schwellen und wird rhytmisch nach oben gedrückt. Bei schneller Fahrt macht sich das durch ein Rattern dieses Drehgestells bemerkbar und stört. Bei M- und K-Gleisen passiert nichts, da ist das Gleis höher.
Hallo Stummianer, eigentlich wollte ich nicht mehr an die DL 800 gehen, aber der geringe Abstand zwischen Gehäuse und Motor sowie die fehlende Motorhalterung (der alte war geklebt) hat mich dazu bewogen, nochmal alles neu zu machen. Nur das Konzept ist unverändert. Der Grundsatz, dass die Lok in den Ursprungszustand zurück gebaut werden kann, ist auch geblieben.
Grundplatte für Antrieb und Motor Die Grundplatte mit großem Zahnrad und Motor ist etwas längerer geworden, sodass die Stege des Lokrahmens (blauer Rahmen im Bild) nicht mehr sichtbar sind und damit auch nicht die Schraubverbindung des Kardengelenks behindern.
Die Grundplatte hat jetzt versenkte Schraubenlöcher zur Befestigung am Lokrahmen und eine Ausfräsung für den Motor ohne Spiel nach vorne und hinten. Zusätzlich sind vier Gewinde (M2) für die Motorhalterung angebracht.
Das große Zahnrad ist in seinen Abmessungen unverändert. Es wird von einer 3 mm Welle geführt und an den Enden der Grundplatte sind wieder Kugellager für die Welle eingeklebt.
Motorhalterung Der Motor soll ohne großen Aufwand abgenommen werden können. Also habe ich Nylonrundmaterial verwendet und dort ein Loch mit dem Durchmesser des Motors (22 mm) hineingedreht. Der Motor soll darin nur leicht beweglich sein.
Dann wurden zwei Hälften daraus gefräst, die seitlich den Motor halten. Zur Befestigung habe ich bei jeder Hälfte zwei Bohrungen (2 mm) vorgesehen. Durch die Rundung innen hat der Motor keinen direkten Kontakt mit der Grundplatte. Eine Übertragung von Vibrationen des Motors auf den Lokrahmen ist damit minimiert.
Das Material ist steif genug um den Motor in seiner Position zu halten. Und so sieht die zusammen gebaut Einheit aus:
Die Höhe der Motorhalterung gewährleistet, dass Ritzel und Zahnrad nur geringes Spiel haben.
Kardanantrieb Als Verbindung zwischen Antriebseinheit und den beiden Drehgestellen habe ich Kugelzapfenwellen und Hülsen mit Führungsschlitz für die Zapfen gedreht (so wie es heute bei Lokmodellen üblich ist).
Durch einen geringeren Durchmesser der Hülsen und Überdeckung der Querstege des Lokrahmens konnte ich die Grundplatte 1,2 mm tiefer legen. D.h., jetzt habe ich mehr als 1,2 mm Luft zwischen Motoroberkante und Gehäuseoberkante innen.
Die Kardanwelle besteht aus 2 mm Messingrundmaterial und zugekauften Messingkugeln, die bereits ein 2 mm Loch hatten. Alle Teile sind mit Loctite 648 verklebt. Für die beiden Drehgestelle habe ich einen anschraubbaren Flansch mit einem kurzen Zapfen in der Mitte gedreht. Der Zapfen ist zur Zentrierung notwendig.
Der Flansch wird mit zwei M3 Schrauben an der Welle des Drehgestells befestigt.
Zusätzlich habe ich jetzt eine 8-polige Schnittstelle für den Decoder eingebaut und alles neu verkabelt.
Moin Stummianer, beim nochmaligen Lesen dieses Threads ist mir aufgefallen, dass der Abschluss noch fehlt. Leider habe ich keine Fotos vom letzten Zusammenbau gemacht. Deshalb jetzt nur noch ein paar Ergänzungen.
Die Beleuchtung besteht aus zwei einfachen Platinen mit aufgelöteten LEDs, die in Reihe geschaltet wurden, um die Leuchtkraft zu verringern.
Das Zwischenlager der nicht mit einem Motor versehenen Antriebseinheit habe ich durch einen Messingblock mit Kugellagern ersetzt (im Bild unten der linke Teil).
Damit konnte ich auch hier meinen Eigenbau an Kardangelenken einsetzen. Ergebnis: leiserer Lauf der Kardangelenke (obwohl das typische Klackern der Ursprungsgelenke gar nicht so unangenehm war).
Die Kardanwellen haben ausreichend Spiel für Kurvenfahrt und fallen nicht heraus.
So sieht es im Betrieb aus. Leichter Lauf ohne viel Widerstand durch die Kugellager und kleinen Kardangelenke.
Zum Schluss habe ich eine Kiste für Transport und Aufbewahrung gebaut, denn die Originalverpackung war schon in den 70iger Jahren kaputt und weggeworfen worden.
Die Kiste hatte ich schon in einem anderen Tread vorgestellt, hier nur noch die drei Bilder dazu.
Die Lok steht und die Schleifer hängen in der Luft.
Ende Sommer diesen Jahres kam dann die DL 800 wieder zurück zu meinem Bruder.
nur zufällig habe ich dieses Forum im Internet gefunden und habe mit großem Interesse die Wiederherstellungsgeschichte der DL800 gelesen. Für alle Anderen: Ich bin der neue Besitzer (also der Bruder von Wolfgang) dieser wunderschönen Lok.
Ich habe Dir die Lok in einem Zustand übergeben, der jämmerlich war. Die Lok war technisch nicht mehr fahrbereit, sie war bei unseren kindlichen Spielen unsachgemäß behandelt worden und ist nicht nur einmal von der Platte "geflogen".
Du hast die Lok wieder in den Originalzustand hergestellt, wobei das Innenleben mit vielen Versuchen mit verschiedenen Varianten"modernisiert" wurde. Jetzt liegt sie in dem von Dir extra hergestellten Kasten und wird von mir gepflegt. Sie fährt wunderbar, langsam wie keine andere meiner Loks, ohne zu ruckeln etc.
Ich finde es toll, wie Du das hinbekommen hast, vielen vielen Dank.
Ich denke, mit meine Zeilen ist der Thread jetzt wirklich abgeschlossen.