RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#26 von Arno , 06.06.2013 16:09

Zitat von Laenderbahner
Hallo Arno,
entschuldige, verrätst Du uns auch noch, wie Du die Lok-Tender Kupplung verkürzt hast?
Den Zapfen an der Lok versetzt?




Hallo Thomas,

nein der Zapfen an der Lok wurde unverändert gelassen.

Gerne werde ich die Kupplungsverkürzung ausführlich beschreiben. Ich fürchte, daß diese Beschreibung etwas länger werden wird, weil ich eine ausführliche Anleitung abgeben will.

Bitte laß mir dazu etwas Zeit. Heute reicht es leider nicht mehr.

Morgen ganz bestimmt.

Viele Grüße
Wilhelm


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RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#27 von Arno , 07.06.2013 16:07

Zitat von Laenderbahner
Hallo Arno,
entschuldige, verrätst Du uns auch noch, wie Du die Lok-Tender Kupplung verkürzt hast?
Den Zapfen an der Lok versetzt?



Hallo Thomas,
hallo Forum,

jetzt folgt der versprochene Bericht über die Herstellung der Kurzkupplung zwischen Lok und Tender. Ich denke, er ist vielleicht auch für andere Forumsmitglieder interessant, sodaß ich ihn nicht nur als PN direkt an Thomas gesandt, sondern allgemein zugänglich eingestellt habe.

Es gab schon verschiedene Modelle, bei denen mich der zu große Abstand zwischen Lok und Tender gestört hat. Beispielsweise fallen mir im Moment ein : die 05 003 und die Vorserien-45 von Liliput/Wien, die S 3/6 von Rivarossi und die Märklin Dampfschneeschleuder.
Bei einigen anderen Modellen habe ich mit Symoba-Kinematiken gute Erfolge erzielt. Allerdings konnte ich mit den Symoba-Kinematiken nie den Idealfall, nämlich „Null“-Abstand erreichen. Ein geringer Abstand zwischen Lok und Tender verblieb immer.
Den gewünschten (fast) vorbildgerechten Abstand habe ich aber bei den oben aufgezählten Modellen und der BR 53 kond. mit der Methode erreicht, die ich nachfolgend schildern werde. Ich habe dabei die neue Lok-/Tender-Verbindung auf den kleinsten Radius abgestimmt, der bei mir verwendet wird, das sind 424,5mm.




Das habe ich mit der nachfolgend beschriebenen Methode erreicht



Zunächst werden alle vorhandenen beweglichen Verbindungsteile zwischen Lok und Tender ausgebaut.
Im Idealfall kann man nun Lok und Tender ohne Abstand auf das Gleis stellen.
Nun gilt es an beiden Fahrzeugen möglichst glatte Berührungsflächen von mindestens 5 mm Höhe anzubringen, die über einen möglichst großen Anteil der gesamten Fahrzeugbreite reichen und sich an beiden Fahrzeugen in der Höhe genau gegenüber liegen.
Bei der hier besprochenen BR 53 mußte lokseitig nichts gemacht werden : das hintere Ende des Fahrwerkes unter dem Führerstandsboden hat genau gepasst und bildet damit die erforderliche lokseitige „Gleit- und Berührungsfläche“.
Am Tenderfahrwerk wurden die Ecken des vorderen Endes (also zur Lok hin) mit der Feile abgerundet. Nun berührt das Tenderfahrwerk aber die genannte lokseitige Gleit- und Berührungsfläche nicht, weil es deutlich tiefer liegt. Aus diesem Grund wurde es mit einem Kunststoffteil nach oben aufgefüttert, bis es die Höhe der lokseitigen Gleitfläche erreicht hat.




Hier sieht man was mit "Gleit- und Berührungsflächen" gemeint ist und wie die Frontseite des Tenderfahrwerkes nach oben aufgefüttert wurde



Beide Fahrzeuge sollten sich nun in allen erdenklichen Gleisfiguren nur mit diesen beiden Gleitflächen berühren und sollten zur Erprobung auch über diese Gleisfiguren mehrfach geschoben werden. Man sieht, daß sich die Fahrzeuge gerade in Weichenstraßen abhängig vom Gleisradius doch erheblich seitlich gegeneinander verschieben ! Daher sollten die Berührungsflächen auch recht glatt sein .

Die eigentliche Verbindung der Fahrzeuge erfolgt mit einer Spiralfeder. Diese zeiht die Fahrzeuge zueinander, sodaß die zuvor hergestellten Gleit- und Berührungsflächen leicht aneinander gepresst werden. Diese Spiralfeder wird an beiden Fahrzeugen in Häkchen eingehängt, die an geeigneter Stelle angebracht werden müssen. Bei der 53 hab ich für das lokseitige Häkchen einen Ring aus 0,8mm Messingdraht gebogen, der genau den Durchmesser des Kupplungsbolzens der ursprünglichen Lok-/Tenderkupplung hat und so über diesen geschoben werden kann. An der Nahtstelle dieses Ringes wurde der restliche Messingdraht zu dem Einhängehaken für die Spiralfeder gebogen. Dieser Einhängehaken sollte eine Länge von ungefähr 4 mm haben, weil in ihn nicht nur die besagte Feder, sondern auch noch ein weiteres Teil eingehängt wird, auf das wir noch kommen werden.




der Ring mit dem Haken ist hier gut zu erkennen. Auf den verbliebenen Original-Befestigungszapfen wurde unter dem Ring ein Stückchen Messingrohr geschoben, das ihn auf dem Zapfen oben halten soll


Am Tenderfahrgestell ist an geeigneter Stelle eine M2-Schraube eingedreht welche ca. 6 mm nach unten herausragt. Darauf wurde wiederum ein aus Messingdraht gebogener Ring mit Häkchen für die Spiralfeder geschoben.




Nun kommt der schwierigste Teil der Aktion: Es gilt eine Spiralfeder zu finden, die

- stark genug ist, die Berührungsflächen von Lok und Tender aneinander zu halten, auch wenn am Tender ein schwerer Zug hängt

- andererseits aber nicht so stark ist, daß die Federkraft zum Entgleisen des Tenders oder der Lok führt wenn diese ohne Zug unterwegs sind

Das klingt zunächst mal schwierig, ist es aber nicht! Ich habe festgestellt, daß die Spiralfedern, die Märklin früher zum Geraderichten und zu der Verbindung der Kupplungen unter Güterwagen mit dem alten Blechfahrgestell verwendet hat, genau die richtige Federkraft aufweisen. Wenn man sie auf die richtige Länge kürzt, funktioniert das Ganze ideal.

Bevor jetzt Einwände kommen:
In diesem Zusammenhang gab es schon mehrere Skeptiker unter meinen Modellbahnfreunden, die ich aber wirklich restlos von der einwandfreien Funktion mit und ohne Zug überzeugen konnte

Im Extremfall kann es aber beim Anfahren mit einem schweren Zug dazu kommen, daß sich die Feder (und damit auch Lok und Tender) leicht auseinanderziehen. Um dies auf das unbedingt nötige Maß zu begrenzen hab ich ein weiteres Teil vorgesehen, das zusammen mit der Feder in deren Einhängehaken mit eingehängt wird. Ich habe bei der 53 aus einem 0,6mm Messingdraht eine Verbindungsdeichsel gebogen, die an einem Ende einen Ring erhielt, der mit wenig Spiel in den lokseitigen Einhänghaken über der Feder eingehängt wurde (so verhindert die darunter liegende Feder das Herausfallen des Ringes aus dem Einhängehaken).
Am tenderseitigen Ende der Deichsel wurde kein Ring sondern ein etwa 3 mm langes „Langloch“ gebogen, dessen vorderes Ende es zulässt, daß die oben erläuterten „Gleit- und Berührungsflächen“ von Lok und Tender in der Geraden spaltfrei aufeinander liegen. Das andere Ende des „Langloches“ wurde mit einem Abstand von ca. 3 mm so gewählt, daß es Lok und Tender gerade noch den Bewegungsspielraum lässt, der für das Ausschwenken im kleinstmöglichen Gleisbogen und in Weichenstraßen nötig ist. Dieses Langloch wurde in die M2-Schraube auch hier über der Feder eingehängt.





Diese Verbindungsdeichsel wird aber wirklich nur als „Notnagel“ benötigt. Selbst wenn man einen sehr schweren Zug anfährt, führt das in der Regel nicht zu einer Vergrößerung des Lok-/Tenderabstandes wenn man die Federkraft richtig gewählt hat. Nur, wenn man einen Kavalierstart hinlegt kann das passieren (Aber sowas tun ja ordentliche Modell-Lokführer nicht). Ich habe mit der so umgebauten 53 Probefahrten mit einem Kesselwagen-Ganzzug mit 84 Achsen gemacht und die Verbindungsfeder hat keinen Abstand zwischen Lok und Tender zugelassen. Auch nicht beim Anfahren!!
Aber selbst bei einem Kavalierstart dehnt sich die Verbindung nur um die besagten 3 mm des Langloches und das auch nur für einen kurzen Augenblick. Das ist aber immer noch deutlich weniger Abstand, als mit der Originalkupplung .



Abschließend noch einmal das Ganze von unten im gekuppelten Zustand. Die sichtbare Kabel-Steckverbindung dient der Übertragung des Mittelleiter-Potenziales vom Tender-Schleifer zum Lokmotor und den LED`s

Zum Schluß noch die Bemerkung, daß die Feder zur elektrischen Verbindung der Fahrzeugmasse geeignet ist, da sie ja mit dem lokseitigen Kupplungsbolzen elektrisch leitend verbunden ist. Die M2-Schraube, an der ihr anderes Ende eingehängt wurde, kann man ohne Problem, beispielsweise mittels einer Lötöse ebenfalls dazu nutzen, sodaß die Feder infolge der Federkraft einen sehr sicheren elektrischen Kontakt herstellt .

Die Fotos hat ein guter Bekannter und Mitstreiter beigesteuert. Er hat ein ähnliches Projekt in Arbeit und hat die Fotos für sich als Vorlage und Gedächtnisstütze erstellt. Jetzt könnt auch Ihr davon profitieren. Ohne Fotos wäre meine Beschreibung sicher kaum verständlich.
(Nochmals Danke ! Michael.)

Viele Grüße
Wilhelm


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RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#28 von Dr Koma , 07.04.2014 21:29

Hallo, Wilhelm

sehr, sehr schön, deine 53er!! Ich bin zwar eher der Mann für grobe Loks, aber an so feinen Teilen, vor allem, wenn sie so schön aufbereitet sind wie Deine, kann ich mich nicht satt sehen. Was mit bei Deiner ebenso wie bei meiner Foto-53er aber negativ auffällt ist die unbefriedigende Lackierung der Kesselringe. Hast Du da noch vor, etwas zu verbessern oder macht man da eher was kaputt?

LG

Hauke


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RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#29 von Arno , 08.04.2014 09:45

Zitat von Dr Koma
Hallo, Wilhelm

sehr, sehr schön, deine 53er!! Ich bin zwar eher der Mann für grobe Loks, aber an so feinen Teilen, vor allem, wenn sie so schön aufbereitet sind wie Deine, kann ich mich nicht satt sehen. Was mit bei Deiner ebenso wie bei meiner Foto-53er aber negativ auffällt ist die unbefriedigende Lackierung der Kesselringe. Hast Du da noch vor, etwas zu verbessern oder macht man da eher was kaputt?

LG

Hauke




Hallo Hauke,

der Punkt hat mich auch schon gestört.

Ich hab dann letztendlich nichts daran geändert. Wie Du schon sagtst besteht die große Gefahr, daß es danach noch schlimmer aussieht. Einmal mit dem Pinsel daneben und das fällt stärker auf, wie der jetzige Zustand.

Eentuell könnte man versuchen passende schwarze Linien in Form von Abziehbildern zu bekommen (bei Nothaft oder TL-Models ?) und aufzubringen. Ist aber nicht ganz einfach.

Viele Grüße
Wilhelm


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RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#30 von Laenderbahner ( gelöscht ) , 24.09.2014 13:24

Hallo,
wozu sind gute Anregungen da: zum Nachmachen



die beiden sind zwar noch nicht ganz fertig - die Rauchkammertüre soll noch ihren Zentralverschluß verlieren und ein paar Nachlackierarbeiten sind auch noch fällig, aber so stelle ich mir eben die KDL3 vor.


Laenderbahner

RE: Erste Fotos der neuen BR 53 Kondens

#31 von Arno , 24.09.2014 15:46

Hallo Thomas,

die beiden sehen toll aus!

Gefallen mir ganz ausgezeichnet!

Gruß
Wilhelm


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