ich frage mich schon länger, weshalb die großen 1:87er-Wagen-Hersteller aus dem DC-Bereich es der AC-Kundschaft beim Umrüsten ihrer Wagen so unnötig schwer machen?
Wenn ich z.B. an einem Roco-Wagen einen Roco-Schleifer montieren will, dann geht das unter anderem dadurch, dass ich mir bei Conrad Blechschrauben besorge, im Drehgestell ein Loch auf 1 mm aufbohre und dann den Schleifer montiere.
Was mich wundert: Wieso bereiten Roco, Piko und Co. ihre Wagen nicht ab Werk für das einfache Anklipsen eines hauseigenen Schleifers vor, sondern muten der AC-Kundschaft das Gebastel zu? Ich bastel gerne, also ist das verschmerzbar, aber es wundert mich in Zeiten von ESU-Clipschleifer-Loks schon, dass man bei den großen Herstellern von Wagen im 1:87er-Maßstab dermaßen desinteressiert an diesem Markt zu sein scheint.
Wären die Wagen entsprechend vorbereitet, dann wäre doch die Montage einer AC-fähigen Innenbeleuchtung oder eines Decoders für AC-Fahrer um Längen einfacher. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das dem Umsatz der DC-Hersteller schaden würde. Vielmehr glaube ich, dass sich die 1:87er im AC-Bereich deutlich besser verkaufen würden.
Daher meine Frage an Euch: Habt Ihr eine Erklärung für dieses Verhalten? Oder wisst Ihr vielleicht mehr als ich und ich habe gar nicht gemerkt, dass Roco, Piko, Hobbytrade, ACME und wie sie alle heißen, bereits diesen Schritt vollzogen haben?
Du hast natürlich Recht, vieles könnte einfacher sein. Natürlich könnten die Hersteller ihre Modelle so konstruieren, daß es ein Leichtes wäre, sie umzubauen, egal ob von AC auf DC oder DC auf AC. Gerade heute, wo durch die Digitaltechnik die Gerenzen zwischen den Systemen anfangen, sich aufzulösen. Und hier, so vermute ich, liegt der Punkt. Zu früheren Zeiten waren die Systeme strikt getrennt. Mir kommt es fast so vor, als gäbe es eine Art "Gentlemen agreement" daß man auch heute noch zumindest so tut, als wäre die Trennung der Systeme nach wie vor sehr strikt. Offenbar erhofft man sich so, den Kunden "in seinem System" zu binden. Anders kann ich mir es nicht erklären, daß man nicht offensiver den Kunden aufklärt, was möglich ist/wäre, insbesonders in der Digitaltechnik.
Nun, ich vermute mal, das Produkt Innenbeleuchtung ist nicht so der Renner und Umsatzmagnet, weder in DC noch in AC. Nicht jeder Besitzer von Modellen stattet seine Fahrzeuge mit Innenbeleuchtung aus. Früher mit den Glühlämpchen waren es sehr wenige, jetzt mit den Möglichkeiten der LED eher mehr. Aber viele basteln sich das selbst mit Bauelementen, die nur Cent kosten, statt noch mal den halben Wagenpreis auf den Tisch zu legen, nur um ein "Originalteil" des Herstellers zu erwerben.
Statt über Schleifer kann man die Beleuchtung auch über stromführende Kupplungen mit Strom versorgen. Das ergibt dann x Varianten für jedes Wagenmodell, mal DC | AC, mal Schleifer | Kupplung. Das ist schlicht eine Frage der Kalkulation, ob das Gewinn abwirft.
Meines Wissens gab es aber mal für irgendeine Wagenart (Fleischmann?) solche AC-Schleifer zum Anstecken.
Und: ein wenig Basteln fördert das motorische Geschick und regt die Gehirnzellen an, bevor sie zu Schmalz werden !
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
Eine kleine Vermutung hätte ich: Durch die nicht vorhandenen Kompatibilitäten hat man natürlich immer schon eine gewisse Absicherung, was einen möglichen Systemwechsel der Kunden betrifft. Man kann halt nicht von heute auf morgen mal die komplette Anlage auf Mittelleiterbetrieb umstellen (oder andersrum). Genauso bei anderen Dingen, wie z.B. Digitalprotokolle.
Man könnte deine Frage ja auch genauso gut andersrum stellen (aus Sicht von Roco, Pico und Co.): Warum macht Märklin immer ein eigenes Ding? Es ist wohl auch die Frage, wer im Markt den Ton angibt und wer sich nach wem richtet. Ein gewisser Unternehmensstolz ist ja legitim!
Für mich scheidet im Fall der 1:87er-Wagen das Argument des Systemwechsels schon deshalb aus, weil Märklin meines Wissens nach keine 1:87-Wagen anbietet.
Natürlich lässt sich - wie Ihr richtig angemerkt habt - mit stromführenden Kupplungen ein ganzer Zug mit einem Decoder und einem Schleifer steuern.
Andererseits ist mir schleierhaft, worin die Mehrkosten liegen sollen, wenn man ein Schnellzug-Drehgestell formtechnisch gleich so gestaltet, dass es einen Klickschleifer einfach aufnehmen kann. Anders gesagt: Selbst wenn die Kundschaft mehrheitlich ohne Beleuchtung bzw. echten Lichtwechsel im Steuerwagen herumfährt, so würde das doch - mal abgesehen von einer einmaligen Änderung bzw. Neukonstruktion einer Form des Drehgestells - keine weiteren Kosten verursachen.
Ich denke eben nach wie vor, dass die AC-Kundschaft ein solches Entgegenkommen mit höheren Verkaufszahlen goutieren würde. Aber vielleicht bin ich da auf dem Holzweg?
Ich denke auch, dass Ihr mit Eurer Meinung richtig liegt und man der AC-Kundschaft signalisieren möchte: "Wenn Ihr die Wagen richtig betreiben wollt, dann steigt gefälligst auf DC um."
Schade eigentlich, dass dieser idiotische AC gegen DC-Krieg noch immer und gerade in H0 geführt werden muss. Dabei sollte es doch langsam wirklich egal sein, ob eine Lok ihren Digitalstrom über eine Schiene oder über Pukos bezieht. Ich behaupte nach wie vor, dass beide Schienensysteme Vor- und Nachteile haben. Andererseits ist auch nicht zu verstehen, wieso die Tante immer noch an ihrem mfx-System festhält. Ich sehe da bezüglich DCC mit Railcom keine Vorteile und werde auf mittlere Sicht meinen Märklin-Loks samt und sonders ESU-Loksound-Decoder einpflanzen und komplett auf DCC fahren. Meine Weichen und Magnetartikel steuere ich übrigens - ECoS sei Dank - schon längst über DCC.
Vielleicht sollte man mal so etwas wie einen offenen Brief an Roco und Co. schreiben, weshalb ein so einfaches Entgegenkommen scheinbar unmöglich ist.
Zitat von ck2703 ... Vielleicht sollte man mal so etwas wie einen offenen Brief an Roco und Co. schreiben, weshalb ein so einfaches Entgegenkommen scheinbar unmöglich ist.
Dann schreibe Du denen doch mal einen netten Brief.
Gruß klein.uhu
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
Von Roco gibt es Zugpackungen mit Mittelschleifer und Beleuchtung ab Werk.
Die Teile gibt es also - zumindest für manche Modelle. Ich weiß aber nicht, wie man die entsprechenden Artikelnummern herausbekommt, um unbeleuchtete Wagen selber umzurüsten.
sehe ich das richtig? Man bräuchte nur die Teilenummer eines der genannten Drehgestelle und könnte das Ersatzteil dann einfach umstecken? Das wäre ja grandios.
Vielleicht hat ja jemand einen Roco-ab-Werk-AC-Wagen?
Beleuchten würde ich dann eh im Selbstbau, aber so ein Schleifer-Drehgestell fände ich unglaublich praktisch.
#10 von
Andreas M.
(
gelöscht
)
, 22.09.2013 00:07
Zitat von ck2703Hallo zusammen, ... Für mich scheidet im Fall der 1:87er-Wagen das Argument des Systemwechsels schon deshalb aus, weil Märklin meines Wissens nach keine 1:87-Wagen anbietet. ...
Die Personenwagenwelt besteht doch nicht nur aus UIC-X-Wagen, bei denen Märklin auf 1:100 bzw. 1:93,5 setzt.
Wer sagt denn, dass ich einen beleuchteten Wagen kaufen will.
Mir reicht ein unbeleuchteter Wagen mit einem für die Schleiferaufnahme vorbereiteten Drehgestell völlig.
Und wer heutzutage irgendwas zur UVP kauft, der hat noch nichts vom Internet gehört oder hat gegenüber der MoBa-Industrie ein ausgeprägtes Helfersyndrom.
Natürlich besteht die Welt nicht nur aus UIC-X-Wagen. Was Märklin im korrekten Maßstab produziert und was mir gefällt, das hole ich mir in der Regel auch (z.B. die Dreiachser in exakt 1:87 - gibt's gerade für nen Appel und en Ei als Auktion bei ebay, NEU und OVP).
Ähm, dann versteh ich das Problem nicht. Radschleifer sind beim jeweiligen Beleuchtungssatz dabei, tw haben die Wagen Metalllagerschalen mit Abnahme. Den Schleifer gibts extra. Mit Schräubchen dabei ( oder bei den Eilzugwagen liegt ein Halter bei) Kabel anlöten, anstecken, mit Schraube sichern, fertig. Oder mit Draht ankrallen. Geht auch.
Das "Problem" ist nicht wirklich ein großes Welches, sondern eher die Unannehmlichkeit, dass ich bei Roco-UICs erstmal bohren muss, bevor das Schräubchen den Schleifer festhalten kann. Das nervt und das könnte eleganter gelöst werden.
Einen fertigen Beleuchtungssatz habe ich ja auch nicht gefordert.
die Produktpalette der Modellbahnhersteller wie Roco, Piko, etc. sind heute so breit, heute ist ein Neuheitenprospekt ja schon dicker als vor 10 Jahren ein Gesamtkatalog, wenn dann noch alle Wagen als AC extra dazukommen könnte das etwas überhand nehmen, die Wagen unterscheidet ja auch nicht sooo viel voneinander. Die Radsätze sind leicht wechselbar, für die Märklin-Kurzkupplung haben andere Hersteller keine Lizenz und eine Innenbeleuchtung will auch nicht jeder ab Werk.
Außerdem machen die meisten Hersteller noch ein Geschäft mit AC-Radsätzen da sie nicht jeder Händler kostenlos tauscht, das sind nochmal 8-10€ pro Wagen. Beispiel: Roco hat bei fast allen DC-Wagen nur einseitig isolierte Radsätze eingebaut obwohl beidseitig isolierte in der Herstellung billiger wären, für die Werkseigene Innenbeleuchtung soll mann sie dann tauschen oder muss die Anschlüsse weglassen das man nur Strom von zwei Rädern pro Drehgestell hat was meist zu Flackern führt, für die Radsätze mit geteilter Achse soll man dann 6,90€ pro Paar also knapp 14 € für einen Wagen bezahlen.
Am sinnvollsten wäre es sicher wenn Drehgestelle von DC-Wagen so konstruiert wären das ein Schleifer aufgesteckt werden kann und die Stromabnahme Problemlos auf 3-L umgepolt werden kann.
Zitat von Baureihe 103Außerdem machen die meisten Hersteller noch ein Geschäft mit AC-Radsätzen da sie nicht jeder Händler kostenlos tauscht, das sind nochmal 8-10€ pro Wagen.
Da möchte ich den Modellbahnshop Lippe mal loben. Oft haben die Sonderaktionen wo man die Rocos deutlich günstiger bekommt und das beste daran ist: AC-Achsen werden auf Wunsch ohne Aufpreis eingerüstet.
Kennt ihr noch andere Versender, die diesen Service anbieten?
auch OT: ich kenne sogar 3 miteinander verwandte Versandhäuser, die keinen Radsatztausch bieten, egal welcher Hersteller, sondern bei denen die Tauschradsätze mit Preisen im Katalog / Internet angeben sind. Einer mit 'nem großen Zeh, einer mit 4 Buchstaben, und ein dritter in der Verwandtschaft.
klein.uhu
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
Moinsen, Off topic: Das Problem mit dem Schleifereinbau in Drehgestelle gibt es auch bei Mätrix. Habe gerade einen Eaos 106 (Art. Nr.4690) mit Schlusslicht ausgerüstet, und weiß noch nicht wie ich den Schleifer darunter bauen soll. Die Zapfen zur Aufnahme der DG sind bei den Güterwagen am Wagenboden, während die bei den Personenwagen am Drehgestell sind.
@ Chris: Das mit den Schrauben werde ich mal probieren.
Bis neulich! Alex BR 218: Da weiß man, was man hat!
Hallo, der Radsatztausch ist schon ein Problem, aber man muss ja bei diesen vier genannten gar nicht erst kaufen, die Preise sind eh jenseits von irgendwas, i.d.R. empfohlener Verkaufspreis.
Aber nun noch etwas zu den Anbietern, weshalb keine schnelle Umrüstung angeboten wird: Bei jeder Neuvorstellung von Modellen werden diese in den diversen Fachzeitschriften begutachtet und bewertet. Immer öfter finden sich dann auch Aussagen zu den ausschliesslich von unten zu sehenden Bauteilen, Drehgestellen und deren Anlehnung an das Original. Vielleicht stehe ich alleine da, aber mich interessiert es in erster Linie, dass die Modelle störungsfrei laufen und NICHT, dass der Bereich im Drehgestell zwischen den Rädern zu 100% dem Original entspricht. Leider werden die Modellbahnhersteller durch Kritik in den Modellbahnzeitschriften dazu gedrängt, intern und extern auch noch dieses und jenes Detail (nur sichtbar, wenn das Modell auf dem Rücken liegt) im Modell umzusetzen. Da ist dann halt kein Platz mehr für AC Akzeptanz. Leider geht dieser Original-Wahn auch ins Geld.
Vielleicht schaffen es ja doch einige Hersteller, z.B. Piko hier auf dem Teppich zu bleiben und die ganzen obigen Ideen umzusetzen. Bei Roco/Fleischmann sehe ich da wenig innovative Ideen.
In diesem Sinne einen schönen Gruss, Bernd
zu Hause: H0 Wechselstrom gesteuert mit EasyControl und von mir auf K-Gleisen unterwegs: H0 Module mehrheitlich nach Fremo-Puko RE: Module nach FREMO-Puko - ein Baubericht auf Tillig-Elite Gleisen