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Meine Teppichbahn

Weihnachtsbahn 2021: Wunsch und Wirklichkeit - Lummerland in flach.

 von netztier , 13.01.2022 22:15

Hallo zusammen

Eine Chaos-Aktion und ein Umfang wie im Vorjahr würden die WifeAcceptanceFactor-Schwelle niemals schaffen, sagten die Rahmenbedingungen. Also nein, sagte die Frau, die Rahmenbedingungen schaffend. Also war etwas strukturierte Herangehensweise (...aber immerdoch!) gefragt, und kleiner sollte das ganze auch werden (... ja wenn's denn sein muss...). Bisschen hübscher, freundlicher, nicht so plattenbau-mässig, dekorierbar. Da wär' doch sowas wie Lummerland grad richtig.

In den Isolations- und Quarantäne-Tagen (eher: -Nächten) im November war eine R2/R3-Version von BJB's Lummerland entstanden, weil wir in unserer "Kernzone" ja etwas mehr Platz haben würden als auf dem klassischen 2x1m Türblatt. BJB möge mir die nicht ganz so stilsichere Linienführung nachsehen, und erneut verneige ich mich tief vor dem Meister des "kein cm Gleis parallel zur Anlagenkante".

Mit so einem ausgefeilten (naja...) Plan würde nix schiefgehen können, das würde richtig cool werden. Christbaum auf dem einen Berg, Schloss und Geschenke-Berg auf dem anderen. Dazwischen Brücken und alles was dazu gehört - gespiegelt zu BJB's Original-Plan.





Jawohl. Papa war zufrieden, es konnte losgehen. Keine Ahnung woraus die Brücken dann gebaut würden, das improvisiert sich dann schon. Sicher. Schliesslich sind wir Teppichbahner, und wir sind bemüht, den Spirit von http://www.extrem-teppichbahning.de/ weiterzupflegen.

Auch das das Fahrgeräusch leiste ab und an auch einen nachteiligen Beitrag zum WAF, wurde im Vorfeld zu verstehen gegeben, und so musste Papa auf Abhilfe sinnen. ... Im Baumarkt würde sich sicher 'was finden

Aber wie jedes Jahr: erstmal abräumen und staubsaugen



Die Lösung für den Lärm war dann eine Anti-Rutsch-Unterlage für Teppiche; die wurde an den Ecken leicht beschnippelt und fand perfekt Platz in der Kernzone, und die Ebene 0 war recht schnell verlegt. Die Unterlage erwies sich zugleich als praktisch (und betriebssicher), weil die Gleise sich nach dem Verlegen fast nicht mehr verrutschen können - und gleichzeitig als suboptimal, weil die gegebene Klebrigkeit der Teppichunterlage den Kids auch ordentlich Staub von den Socken zupft. Lange blieb die Unterlage daher nicht schneeweiss - macht nix ist ja durchaus realitätsgetreu zu den Wintern hier im Alpenvorland.



Papa guckte sich die Sache konsterniert an, Ernüchterung machte sich breit und die Erkenntnis setzte sich durch, dass "Nei, das wird nüüt!"

BJB hatte sich die Sache mit den Höhen wohl nicht ohne Grund recht raffiniert ausgedacht.
... und dann die Rampen - bis die aus Wellpappe geschnitten und mehrlagig verklebt wären.
... und die Stunden mit den Legos, bis die Pfeiler alle gebaut wären!
... nd die schrumpfenden Intervalle zwischen den "Papaaa, chan i jetz fahre?"

Es musste ein Entscheid her. Die Abkürzung lag nahe, die Ansprüche mussten dran glauben und wir würden uns der Wirklichkeit eines (fast) flachen Verlaufs der Lummerland-Bahn stellen müssen.

Papa fasste sich ein Herz und fischte mit langen Fingern einige R1 (iiiik!) aus der Kiste, und die Gegen-Kehrschleife war geschlossen.



Anders als bei früheren Teppichbahnen hatten wir hier Weichen in den Tunneln, Handbetrieb würde hier nicht mehr gehen. Entsprechend wollten Decoder und Antriebe unter die Weichen montiert werden - wieder Stunden, die für den Bau der Bergstrecke und oberen Ebene gefehlt hätten. Ein Glück, dass die Mäuseklaviere der jüngeren Weichendecoder ihr Adresse schön "binär" anzeigen und dass Papa binär einigermassen "lesen" kann. Das Motorisieren und Digitalisieren der Weichen ging so zunächst flott voran; wenn man dann aber die extra-langen Anschlusskabel für die R3-Bogenweichen erst in sämtlichen Kisten suchen muss, ist der Zeitvorteil bald dahin. Irgendwas ist ja immer.

Dem Lokführer-Aspiranten war innert kürzester Zeit klar, wie das mit dem Antippen der Weichen funktioniert, und Papas Hilfe brauchte er erst recht nicht mehr, als ein Gleisbild zu sehen war. Zuvor gab es immer unsicherheiten, wie die Weichenstellung zu lesen war. Schon erstaunlich, was so ein "GUI" alles ausmacht...

Unbedingt musste die CS3 natürlich ans LAN angeschlossen werden (Berufskrankheit: Wenn's einen Ethernet-Anschluss hat, gehört der auch benutzt) und so konnte das Neben-Gleisbildstellpult auf dem Tablet in Betrieb genommen werden. Die Webapp der CS3 ist um Längen besser als alles, was es bisher als native App zu sehen gab auf den Mobilgeräten.

Folgerichtig und wenig erstaunlich die Frage des Lokführer-Aspiranten: "Cha mer da nöd gseh, wo dä Zug grad isch?" (... diese digital Eingeborenen, ehrlich! ).



Etwas Austattung der Landschaft musste dann doch noch sein, und nach und nach entstanden so die Pseudo-Brücke und die Tunnelportale aus Karton-Schachteln, verziert mit Filzstift, in Kooperation von Jung und Alt.





Ganz ohne Lego-Steine geht natürlich nix, dieses Mal aber im Verborgenen als Brückenpfeiler.



Schachteln, Kisten, Sockel - was es halt so braucht für einen Unterbau:



Und dann kam der Schnee und sogar "das Elektrisch" fand nach Lummerland. Gehalten wir der Schnee übrigens von kleinen Neodym-Magneten.







Wie jedes Jahr an Heiligabend, pflegten wir dann das Ritual des Christkind-Suchens, in der Hoffnung, es vielleicht dieses Mal zu erblicken, wenn es draussen vom Wald her kommend vorbeifliegt oder die Geschenke ins Wohnzimmer bringt. Es war begesiternd, wie viele und welch raffinierte Christkind-Jagd-und-Entdeck-Taktiken so ein 6-jähriger pro Stunde entwickeln und dreimal abändern konnte, und wie er uns auf die Posten um's Haus stellte, damit das Haus von allen Seiten beobachtet sei. Indes, seine Massnahmen waren alle zu langsam - irgendwann schien überraschend das Licht des Christbaums durch's Balkonfenster und die Spitze de Christbaums wackelte noch ein wenig... Bei der Rückkehr gab es dann das hier zu sehen:

Schöne Bescherung!



In den Tagen danach wurde natürlich viel gefahren, und wieder war das halbe noch nicht schulpflichtige Quartier zu Besuch. Einige Highlights (das meiste blieb auch dieses Jahr in den Kisten):

Das Christkind war noch nicht in der Lage gewesen, den roten Churchill-Doppelpfeil zu besorgen (wie auch...), und so durfte der alte ramponierte Rote Pfeil (wieder repariert seit Parkettherbstferien) seine Runden drehen. Für eine kleine Inselbahn ist er nachgerade prädestiniert, natürlich.



Und es fehlt natürlich nie der Städteschnellzug mit der Re4/4 II und den Märklin Blechwagen. Im Hintergrund schemenhaft schon etwas Neues:



Einer von Papas Bubenträumen: Die Re 6/6 (hier ein Exemplar von Roco). Für Märklinisten-Ohren ist sie wunderbar leise, recht schnell (da muss dann wohl auch ein mLD/3 rein), aber vor allem ist sie sehr, sehr rot.



Der Städteschnellzug war schon eine halbe Runde weiter, und hinten auf der Brücke zeichnete sich eine noch grössere alte Neuigkeit ab:



Der Onkel des Lokführer-Aspiranten hatte sein Lager geräumt, und es fand ein eine mittelschwere Ausstattung von Märklin Alpha (Gleisoval, Karton-Kulisse, Zusatzwagen, Zusatzpackung mit Weichen etc) Eingang in unseren Bestand. Die Lok war vor Jahren schon auf einen LoPi3 umgerüstet worden und der Trafo wich einem Delta-Fahrgerät.

Und so hatten wir ein neues schnellstes Ding auf der Weichnachtsbahn, das oft fliegen gelassen wurde :-)






Der Fahrbetrieb wurde aufrechterhalten, bis zur letzten Minute, als Berge schon abgetragen waren und nur noch "Spuren im Schnee" übrig geblieben waren.





Und wie war das jetzt mit Wunsch und Wirklichkeit? Der Wunsch wurde halt der Wirklichkeit angeglichen. Lummerland-ähnlich geht auch in flach :-)

Cheers
Marc




PS: Und wer jetzt kleine Unstimmigkeiten im Ablauf der Bilder entdeckt (Tunnelportale, Brücke, Abstellgleise im Vordergrund) - darf sie gern behalten :-). Lieber versuche ich eine Geschichte zu erzählen als einen perfekt akkuraten Report abzuliefern.

PPS: Wie die CS3 ihr Aussehen im Laufe dieser Teppichbahn-Phase ändern konnte... das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. :-)

netztier
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