Modul- und Segmentbau

Bahn ohne Plan >> Abenteuer in DCC-Decoderselbstbau

 von Irgendwannwirdswas , 03.01.2021 20:50

Ein großes Hallo in die Runde,

Nach Jahren des Modellbahntheoretisierens und vielen Modellen im Schachtel- und Vitrinenlockdown hat jetzt endlich ein Modellbahnsäugling das Licht der Welt erblickt

Doch erstmal der Reihe nach.
Im Kindes- und dann wieder im Jugendlichenalter gab es mal eine Spur-N (Fleischmann Piccolo) Bahn, die zwar viele Gleise und Betriebsmöglichkeiten hatte, aber über das Stadium "auf Platte genagelt und ein paar zusammengeklebte Häuser dazugestellt" niemals hinausgekommen ist. Lag vielleicht auch daran, dass Spur N in den 80ern von den Fahreigenschaften nicht so übermäßig grandios war. Viele meiner Loks stammten noch aus den 70ern, der ET420 in Blau-Weiß mit Innenbeleuchtung, den es mal zu Weihnachten noch vor der Einschulung gab, war mein ganzer Stolz. Beliebteste Handbewegung damals: Lok, die auf der Weiche hängengeblieben ist, weiterschubsen.
Ein Traum von H0 schlummerte schon damals im Hinterstübchen. Dort gab es so faszinierende Modelle wie einen 1m langen Bahnhof Bonn, da wurden schon Schwungmassen in die Loks eingebaut....und so tolle Artikel wie 'Herunter von der hohen Schiene' Ende der 80er im EM gab es. Dagegen sahen die Piccolo-Gleise wie Spielzeug aus.

Also irgendwann ein völliger Neuanfang in H0? Richtung Abi und Studium fehlten Zeit und finanzielle Mittel, Ebay zum Verhökern des Spur N-Materials gabs damals ebefalls noch nicht. Und in einer Studentenbude ist natürlich auch kein Platz für eine Modellbahn; mit einem halbwegs ernstgenommenen Studium auch nicht wirklich die Zeit/Motivation (ich ziehe den Hut vor allen die hier das Gegenteil beweisen). Erster Job (herrlich unbeschwerte Zeit, mit vielen Kollegen, die auch grad erst ihre ersten beruflichen Schritte machen, das Rhein-Main Gebiet unsicher gemacht..) Zusammenziehen, Haus ausbauen, Töchterchen großziehen... wo ist die Zeit hingeflossen?

Nun, immerhin hat sich in den letzten 20 Jahren eine ansehnliche Sammlung an H0-Rollmaterial eingefunden, nachdem auf einer Modellbahnbörsel ein spontaner Anfang mit 2 unverkürzten Roco Schnellzugwagen gemacht worden war. Nach Anfangsenthusiasmus (ein Fach im Vitrinenschrank der Frau abverhandelt, dann eine Mobavitrine, dann eine größere Mobavitrine...) nimmt aber die Grenzfreude mit jedem neuen Modell doch merklich ab, weil... passt eh nicht mehr in die Vitrine. Und ehrlich gesagt, sind die Preise für kaufen, anschauen, in den großen Karton packen viel zu hoch. Immerhin befindet sich die Vitrine nun im Corona Homeoffice, für langwierige Meetings per Telefon kann das schon ganz schön entspannend wirken.


Ein bisserl Basteln lief in den letzten Jahren nebenbei ... ein kleines Testdioarama mit Begrasung, Baumbau usw. Aber aller Anfang ist schwer im Vergleich zu den Profis, die sich hier und im Nachbarforum tummeln. So toll die ganzen Projekte mit tollen Fotos und super-detaillierten Beschreibungen sind, so setzen sie die Einstiegshürde verdammt hoch. Egal, auch wenn da noch viel Luft nach oben ist.

Wobei ich zwischenzeitlich beinahe beim Kartonmodellbau hängen geblieben wäre. Das ist, muss man zugeben, ein super familienkompatibles Hobby. Das wichtigste Werkzeug passt in einen Schuhkarton und ist binnen 1 Minute auf den Küchentisch geräumt und auch wieder zurück. Vermutlich sind für die echten Kartonmodellbaukünstler die gebauten Schreiber-Bogen so ein Zwischending zwischen Brio-Holzeisenbahn und Märklin-Gleiswarze, immerhin gibts da keine Teile zum Aussticheln, die nur Haaresgröße haben – in jedem Fall ist der Preis / Beschäftigte Zeit -Quotient beim Kartonmodellbau ist phänomenal im Vergleich zu Schachtelbahning: 3 Monate schneiden/sticheln/falzen/kleben für 15EUR im Vergleich zu 1 Stunde bewundern für 200EUR). Wenn da nicht das viele angesammelte Rollmaterial gewesen wäre....

Straßenbahnmodell ist etwas gesupert mit Nieten, Federn, Lyrabügel, Haltestangen, Fahrschalter aus Draht usw.


Irgendwann hat ein Kollege mal was von Haussteuerung via Arduino erzählt .. da lassen sich auch Servos mit steuern..?. In der Tat sind ja schon viele lange vor mir auf diese Idee gekommen und so tun sich vollkommen neue Welten auf. Mit DCC++ und den Moba Tools gibt’s schon tolle, super dokumentierte Projekte, und mit ganz viel Wiederauffrischen (Elektro gabs irgendwann mal in der Schule), Kurzschlüssen und angebrannt müffelnden Arduinos funktioniert inzwischen am Basteltisch auch schon einiges was funktioniert und in einer Moba seine Heimat finden soll. Aber vor dem großen Schritt, endlich richtig loszulegen, konnte ich mich nie durchringen.

Mit Corona gabs dann endlich ein Aufraffen, weil was im Osterurlaub tun? Flugs beim örtlichen Holzhändler angerufen und Tischlerplatte und Sperrholz klargemacht und frisch ans Werk. Bis zum Sommer waren dann die Segmentkästen fertig und bereit das zbV-Zimmer (zur besonderen Verfügung - vulgo Bastelzimmer) zu beleben. Das bischen bad Vibrations, weil dann auch der Schneidertisch meiner Frau, der sich inzwischen im zbV-Zimmer eingestellt hat, keinen Platz mehr gefunden hätte, war da schon einkalkuliert ("Wie - so groß sind die Dinger? Wo sollen die denn hin? Da passt dann doch gar nichts mehr ins Bastelzimmer)
Doch kaum gingen die Segmentkästen der Vollendung entgegen, kam es ohnehin ganz anders: unsere Tochter kam auf die Idee, dass das 'freie' Zimmer im Dachgeschoss doch viel besser wäre als ihr bisheriges Kinderzimmer. Na ja, und was tut ein in diesem Moment mal ausnahmsweise "liebster Papi" in so einem Fall -- klar, Zimmer wird für die Tochter ausgeräumt, renoviert, Möbel gekauft und aufgebaut. Bloss dass nun irgendwie kein Raum mehr vorhanden war, in das die Kästen reingepasst hätten.

Ein Asyl fand sich dann in einem inzwischen aufgelassenen Teil des Taubenschlags von Schwiegervater. Nun ist ein Taubenschlag per se eine ziemlich lebensfeindliche Umgebung für eine Modellbahn - dabei ist die Tatsache, dass solche Viecher echte Kackmaschinen sind, noch nicht mal das Schlimmste, sondern der Federstaub ist total übel. Aber mangels Alternativen und ziemlich guter Bausubstanz (Zitat Besuch: "und das ist das Haus Eurer Nachbarn?") also mit einer Grundrenovierung (Entkernen, Dämmen, Rigipsdecke, Ausflug durch Fenster ersetzt, Verputzen, Bodenverlegung, Streichen, Elektroinstallation) losgelegt. Tür muss halt gut abdichten, um den Staub draussen zu halten.
Optimal und endgültig ist der Standort sicherlich nicht, neben Federstaub auch fehlende Heizung mal als Stichwort und auch viel zu klein, die 4 gebauten Segmente passen um 4 cm nicht rein, aber im Moment die einzige Möglichkeit.

An dieser Ecke scheiterts. Bin noch unentschieden, ob ich einfach die Wand in Segmenthöhe um 5 cm ‚verschlanke‘

Sicherheitstechnisch auch nicht das Gelbe vom Ei, weil separates Gebäude. Also eher eine Bastelwerkstatt. Hoffe dass die mit Herzblut gebauten Segmente nicht irgendwann durch Temperaturunterschiede leiden!

Da auf der Arbeit im zweiten Halbjahr einige kritische Themen akut wurden, musste das alles am Wochenende stattfinden und mit 2 linken Händen geht das auch alles nicht so schnell. Aber jetzt gut 9 Monate nach der Holzlieferung ist es soweit -- jetzt kann es endlich weitergehen mit der Modellbahn.

Von meiner Frau gabs auch gleich noch eine Arbeitskluft zum Start:

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Warum Bahn ohne Plan: Zwar gibt es im Haus viele Räume, aber auch viele Bewohner. Ein richtig großes Eisenbahnzimmer ist im Moment noch nicht frei. Aber sicherlich wird das Töchterchen mal ausziehen. Oder der Schwiegervater seine Tauben noch weiter reduzieren. Und der eigentlich optimale Raum ist immer noch Bügel- /Lager und einfach Mulitfunktionsraum der Schwiegereltern. OK, geht im Moment nicht... Also aus der Not eine Tugend gemacht: die Anlage soll einfach aus Segmenten bestehen, so dass es Möglichkeiten zum Größer werden gibt. Hauptsache es kann losgehen.

Ziel ist jetzt erstmal
- die ersten Bautechniken anzuwenden
- in überschaubarer Zeit einen Zug fahren lassen zu können.
- die Elektronikbasteleien (DCC++, selbstgebaute Moba-Tools Decoder aus diesem Forum hier, selbstgebastelte Rückmelder, RFID Leser) live auszutesten. Am Basteltisch läuft das ja alles, aber in freier Wildbahn mit langen Kabelwegen und allen möglichen elektromagnetischen Störungen? Ich bin gespannt.
- Rocrail als Modellbahnsteuerung auszuprobieren (Blöcke, Aufstellblöcke, automatischer Zugbetrieb..)
Mit den Nebenbedingungen:
- Gleissystem Peco Code 75, das ist direkt in GB bestellt auch nicht teurer als Piko, hat aber leitende Herzstücke usw. Verbaue ich auch im Untergeschoss, zum Sammeln von Erfahrungen. Wirds dann wohl auch obenrum mal werden, auch wenn Tillig schon sehr verlockend ist. Dem Rolf sein Gleis ist mir ehrlich gesagt zu teuer, so überragend schätze ich meine Baukünste dann nicht ein
- Groszügiger Mindestradius: ich habe den einfach definiert als den Mindestradius der Peco-Bogenweiche (762 mm). Angemessene Radien auch im Untergrund, um die schönen DB-Eierköpfe vielleicht auch mit nur leicht befeilten Schürzen durch die Gegend fahren lassen zu können? Schade eigentlich, dass es nur Kato (ET 25) und auch Lima (Blauer Enzian) geschafft haben, diese tollen fast unsichtbaren schwenkbaren Schürzen zu fabrizieren.

Daher werden zunächst Segmente gebaut, die später zu den Schattenbahnhofsebenen gehören sollen. Was "obendrauf" kommt weis ich noch nicht wirklich. Es gibt zwar einen gehorteten Bausatz des Trix-Dammtor Bahnhofes (faszinierende große Bahnhöfe halt), aber bis dahin braucht es sicherlich noch etwas Bastelerfahrung mehr. Der vorhanden Fuhrpark mit einigen Schnelltriebwagen und vielen Hauptstreckenloks, meistens angenährt Epoche 3, es darf aber von der Beschriftung auch mal was anderes reinrutschen, passt auch zu einem solchen Thema, aber wie es ganz genau aussehen wird ist noch völlig unklar. Und bezüglich einer glaubwürdigen platzbeschränkten Anbindung eines Güterteils bei Dammtor habe ich auch noch nichts wirklich überzeugendes gesehen. Aber all das ist auch noch weit entfernte Zukunft, vor den Landschaftsbau wird sicherlich noch eine Episode 3D Druck eingeschoben; was manche hier im Forum zeigen ist schon spannend. Das Thema juckt mir auch in der Nase.

Also
- die Segmente sollten 90 Grad Eckmodule sein, damit es auch schnell was zum Fahren im Kreis gibt
-Schattenbahnhof soll dabei sein, damit die Elektronik ihre Bewährungsprobe erleben kann -- Auffächerung Schattenbahnhof also im 90 Grad Bogen
Unter diesen Parametern ergab den platzsparend schnellstmöglich auffächernden (um möglichst zügig auf breite Gleisabstände zu erhalten) Plan die Verwendung von mittleren Peco Weichen + Bogenweiche im ersten Abweig, nur mittleren Peco Weichen im zweiten Abzweig und langer Peco-Weiche im dritten Abzweig. Das gab ein gutes Verhältnis von Länge zu Breite.

Toller Nebeneffekt: aus einer Sperrholzplatte können genau 2 solcher Segmente gesägt werden + noch ein 1,70m Erweiterungssegment für den Schattenbahnhof: Platte zu 95% ausgenutzt.

Nach den Gleisen habe ich die Spanten geplant, und zwar so, dass beim Weichenantrieb keine Spanten liegen. Spantenlängen mehrfach nachgerechnet bis es endgültig gepasst hat -- Xtrakcad ist da einigermaßen beschränkt, aber für ein Segment reicht die Funktionalität vollkommen aus. Nach dem endgültigen Plan wurden dann die Spanten verschnittoptimiert geplant (ein kleines XLS hilft dabei ungemein), gesägt und gebohrt.

Von dem Plan wurden 4 Elemente gebaut, d.h. die Runde ergibt eine Fahrt von Schattenbahnhof zu Schattenbahnhof. Im endgültigen Plan kommen die jetzt nebeneinander angeordneten Segmente einfach untereinander mit einem Wendelmodul dazwischen, d.h. die Anlage soll mal 3-stöckig werden mit 2 übereinanderliegenden Schattenbahnhöfen.

Vor dem Bau noch ein Realitätscheck:

Durch diese hohle Gasse muss er kommen – der Zugang zum Stockwerk mit dem zBV-Zimmer. Altbau halt. Das das Segment durchpasst, habe ich mit einem 1:1 Pappmodell sicherheitshalber mal ausprobiert. Erfahrung macht klug: unser neues Sofa haben wir vor ein paar Jahren nur ins Wohnzimmer bekommen haben, indem wir im Bad die Duschkabine ausgebaut haben. Sicher ist sicher. Na gut, hatte sich dann mit dem Umzug der Tochter eh erledigt.

Das Sperrholz ist 10mm Pappelsperrholz, die Spanten sind 16mm Tischlerplatte, in 11cm breite Streifen geschnitten direkt vom Holzhändler. Die Füsse sind 54x54 Kanthölzer, alles mit M8 Schrauben miteinander verbunden. Wie schon oft geschrieben, es lohnt sich, die unterschiedlichen Preisgestaltungen zu vergleichen. Der eine Holzhändler wollte 5EUR pro Meter Schnitt, der andere Händler hat für pauschal 10EUR die ganze Tischlerplatte in 11cm Streifen geschnitten. Kanthölzer (die Füsse) waren dagegen beim Holzhändler viel teurer als im Baumarkt.
Orientiert habe ich mich bei der Materialauswahl sehr an den Seiten von Frank Forsten (Stahlbahn.de), der den Bau seiner Anlage toll beschrieben hat. Lediglich die Dimension der Schrauben zum Verbinden der Spanten (5x50) sind nach meiner Empfindung etwas überdimensioniert (der Holzleim hält die Spanten zusammen, die Schrauben ziehen eigentlich nur an), mit Vorbohren liessen sie sich aber trotzdem sehr gut verbinden, ohne dass es die Spanten auseinanderreisst. Die Spanten sind wie beschrieben verleimt, das Sperrholz obendrauf aber nur geschraubt. Das hat sich auch schon ausbezahlt, an einer Ecke war das Sperrholz etwas dünner und es ergab sich ein kleiner Versatz zum danebenliegenden Segment - da lies sich schnell unter dem Sperrholz ein Ausgleichspappstreifen einlegen. Hoffe, das sich das nicht wg. der Temperaturunterschiede mal rächt.
Das ganze Konstrukt ist extrem stabil, d.h. die Innenspanten hätten sicherlich auch eine Dimension kleiner sein können.



Als Werkzeug hat sich als unverzichtbar hat sich neben Minikreissäge (Zuschnitt Sperrholz, bin absolut kein Freund von Stichsägen) , Kappsäge (Zuschnitt Spanten), Schwingschleifer (für die Kanten), div Alulatten als Anschlag und natürlich Winkel (messe oft und immer!) zum Zusammenschrauben ein Eckwinkelspanner herausgestellt. Damit ließen sich die Spanten beim Zusammenschrauben sehr gut fixieren und der Ansatz wurde sehr präzise für meine beschränkten handwerklichen Fähigkeiten. Es braucht aber einen richtig stabilen Eckwinkelspanner, die Kleinen haben sicherlich auch ihre Berechtigung, gegen 5x50er Schrauben richten sie aber nicht viel aus.

Gebaut habe ich das Lattengerüst kopfüber, d.h. die zukünftige Oberseite auf die unterlegte Sperrholzplatte aufgelegt– auch vom Holzhändler hatte der Zuschnitt leichte Toleranzen und so sind die alle unten. Genauso eine Latte an die Kanten anlegen um zu entscheiden was Oben und Unten werden soll -- macht vermutlich am Ende nix aus, ergibt aber das Gefühl alles Mögliche getan zu haben. Auch ein Bohrständer zum Löcherbohren war mir wichtig, mit dem Akkuschrauber freihändig gebohrt wird bei mir IMMER schräg.

Hier mal die erste Zusammenstellung.

Die Segmentkästen sind (Vorsicht Falle!) unabhängig voneinander gebaut, wenn auch immer 2 übereinandergelegt beim Bauen, daher Mist! passt es an den schmalen Kanten um 1-2 mm nicht. Besser wäre es sicherlich gewesen, alle Rahmen erstmal zusammenzuschrauben und dann die Sperrholzplatte zu montieren -- mangels Räumlichkeit aber keine Alternative.


Nächstes Grübelthema: Justiermöglichkeit der Segmente. Höhenverstellbare Beine alleine nützen nichts wenn die Segmente in mehreren Ebenen übereinander angebracht werden sollen. Sie müssen auch gegeneinander, d.h. jedes Segment für sich, justierbar sein. Ich habe das dann gelöst mit
- einem abgeflexten Eckwinkel als Auflage am Bein
- einem Quermutterbolzen M6 in der Spante
- eine M6 Schraube zum Justieren
die Bohrungen in den Spanten sind 10er Bohrungen, die Schrauben zum Befestigen der Beine genauso wie für die Segemente gegeneinander sind M8 -- somit ergeben sich insgesamt 2mm Spiel. Die Beine selbst werden durch angesetzte Holzleisten wie in Schienen gehalten, damit sie sich nicht in Längsrichtung bewegen können.


Bin mit dieser Konstruktion bislang sehr zufrieden, die Höhenlage der Segmente gegeneinander lässt sich damit sehr gut justieren..


Den Gleisplan habe ich ausgedruckt -- Achtung unbedingt die Größe des Ausdrucks kontrollieren. XTRKCAD einfach über Windows ausgedruckt war 5% zu klein und lies sich auch nicht überreden in richtiger Größe zu drucken. Musste extra ein separates PDF-Programm runterladen, das hat es dann in korrekter Größe ausgedruckt! Die DIN A4 Blätter habe ich auf große Wandkalender geklebt, die es im Büro in Massen gibt. Vorteil: auf dem Kalender ist ja bereits ein Gitter gedruckt, das präzise Ausmessen und Aufkleben der DIN A 4 Blätter ist sehr einfach. Nur sollte man es nicht wie ich auf einem Teppich machen, das gibt gleich mal 1mm Ungenauigkeit.
Die Spanten habe ich im Ausdruck auch gelassen, das ist später beim Bohren sehr hilfreich!

Der Plan kam dann provisorisch auf das Segment, als erster Arbeitsschritt werden die zukünftigen Trassen grob durchgepaust – mit dem richtigen Spezialwerkzeug geht das wunderbar.

Die Schalldämmung ist 3mm Ladungsmatte (15cm Streifen gekauft und in 5 cm Streifen geschnitten). Ganz naiv einfach mal Pi mal Daumen mit der Schere angefangen draufloszuschneiden – sah absolut zum Gruseln aus. Auch der erste Ansatz, Einzelstücke zu schneiden war nicht der Knaller. Ich habe dann einfach durchgehende 5cm Streifen geschnitten, die lassen sich wunderbar in den notwendigen Radius biegen. Aufgeklebt mit Pattex, ich war überrascht dass die 650g Dose (da kam ich mir fast schon vor wie Loriot beim Senfkauf in Papa ante Portas, aber der Preisunterschied zur Tube ist schon phänomenal) dafür fast vollständig draufging.


In diesem Zustand endete dann erstmal die direkte Bautätigkeit, weil Tochterzimmer- und Entkernungsaktivitäten anstanden:


Nur mal ein Testtrassenbrettchen gebaut, um zu checken wie die Gleisbefestigung funktionieren wird, ob sich Kabel auch an die Schienen löten lassen und ob die Segmentübergänge via Schraube auch funktionieren.

Aufs Anlöten von Stromeinspeisungen an den beweglichen Zungen habe in nach einer ersten Testlötung, die gleich eine Zunge festgesetzt hat, verzichtet, das wird aber sicherlich eine Überlegung im oberirdischen Bereich.

Zeitsprung -- 6 Monate später – Einzug in die neuen Räumlichkeiten:



Jetzt wurden die ausgedruckten Pläne genau ausgerichtet und der Gleisbau geht los. Die zukünftigen Modulübergange habe ich dabei als erstes fixiert, die Schräubchen positionieren den Gleisplan nochmal sehr gut


Wie ich den Plan aufs Brett bringe habe ich lange gegrübelt, aber Youtube hat dann weitergeholfen: Ich mache das so, dass ich für die Weichen einfach die Anschlüsse als Fixpunkt nehme und großzügig wegschneide, für die Flexgleise die Trassen mit dem Bastelmesser genau ausscheide und daran die Schienen ausrichte. Festschrauben alle paar cm mit einer 2.5 *16 Schraube + Unterlegscheibe – noch unsicher ob endgültig, weil die Schalldämmung ist dann hin..


Und so weit ist jetzt:

Die Peco-Bogenweiche (Aussenbogenseite) ist in XTRCAD nicht korrekt getroffen – daher schwenkt das untere Gleis aus dem ausgeschnittenen Bett etwas ab.
Löten ist noch ausbaufähig:

Unters Gleis zu fummeln klappt noch nicht, daher erstmal aussen angelötet. Ist noch in Übung

Mit der Gleislage bin ich ganz zufrieden:



Als Hilfsmittel zum Verlegen der Gleise habe ich mir noch eine Gleisklammer und eine Abstandslehre gebastelt – 16mm Tischlerplatte + 2* Peco WeichenVerpackungsplastik aufgeklebt ergibt genau x16,5mm – da wackelt nix. Aussen den Rest vom Eckwinkel dran und schon ergibt sich eine super Gleisklammer. Wenn der Lockdown vorbei ist, gibt’s noch ein Upgrade 2.0 mit Flügelmuttern statt normaler Muttern, dann wird’s richtig komfortabel.


So, das waren jetzt erstmal 9 Monate in Kurzform. Der Thread wird bestimmt keiner der extrem frequentierten, dafür ist die Baugeschwindigkeit einfach zu langsam. Und ab morgen ist leider auch der Weihnachtsurlaub vorbei. Aber hin- und wieder will ich mal von meinen Erfahrungen berichten und auch mal ein paar Fragen stellen.

Eine erste Frage die mich gerade beschäftigt habe ich schon – Im Moment grübel ich über die Temperaturunterschiede, so richtig warm ist es im Moment ja nicht. Im Sommer wird das ganz anders aussehen. Wie geht Ihr mit der Längenausdehnungsdifferenz zwischen Holz und Gleis um? Habe für ein Modul relativ zueinander ca . 1mm ausgerechnet auf die maximale Gleislänge von 2,5m. Lasst Ihr bewusste Lücken zwischen den Flexgleisen, damit die durch die Temperaturausdehnung„zusammenrutschen“ können?

So richtig Sinn macht das für mich nicht, denn wenn ich die Gleise im sichtbaren Bereich an den Flanken anmale, würden beim Zusammenrutschen ja unweigerlich die blanken Stellen von den Schienenbefestigungen sichtbar werden.. davon habe ich noch nie gehört.

Irgendwannwirdswas
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