Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

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KLVM
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Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#1

Beitrag von KLVM » So 14. Apr 2019, 15:16

Sorry für den etwas direkten Titel... :roll:

Es gibt zwei Sachen, die mich dazu bewegen:

1.) Bin letztens auf
https://www.youtube.com/watch?v=JcVAY1MQhEw

gestoßen.

Dieses Jahr jährt sich die Gründung des Bauhauses in Weimar zum 100. mal. Herzlichen Glückwunsch! 8)

Die Einflüsse auf Architektur, alber auch Alltagsdesign waren unbestritten revolutionär. Hätte es das Bauhaus nicht gegeben, würden wir wahrscheinlich heute noch hinter historisierenden Schmuckfassaden leben und das ganze Umfeld, viele Alltagsgegenstände würden anders aussehen.

2.) Schon lange stört mich, dass es bei den einschlägigen Zubehörherstellern diesen Retro-Trend gibt. Moderne Architektur fand zuletzt in den 60er und 70er Jahren statt.
Unglaublicherweise gab es dazu sogar kürzlich eine Ausstellung im Frankfurter Architekturmuseum:
https://www.youtube.com/watch?v=VyG5xV0beBU
(war hier irgendwo auch schon Thema)

Stattdessen dominieren heutzutage bei Faller Gründerzeit, Siedlungshäuschen, Schwarzwaldhäuser. :?

Jetzt dachte ich, mal gucken, was es zum Bauhausjubiläum so von den Zubehörherstellern gibt.

:arrow: Von Faller einen peinlichen Typen mit Sonnenbrille und Schwarzwaldhaus, Viessmann legt ein N-Fachwerkdorf von Vollmer auf und von Noch kommt die Ferienpension Edelweiß. :pflaster:

ich fasse es nicht, wie sowas an einer kompletten Branche vorbeigehen kann! ich vermisse z.B. schon länger moderne Reihenhäuser. Reihenhäuser aus der Gropius-Siedlung Dessau-Törten wären 2019 perfekt gewesen: Verwendbar ab Epoche II, auch gut in Ep. VI zu gebrauchen, kit-bashbar und pünktlich zum Bauhaus-Jubiläum. Oder verkürzte/verkleinerte Gebäude nach dem Vorbild Stuttgart-Weißenhof. Sowas hätte vielleicht auch jenseits der Moba-Kundschaft Käufer gefunden....

Oder was meint ihr? Wieso hat es die Moderne in 1:87 so schwer?
Ich mag kein Streumaterial.


Schwanck
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#2

Beitrag von Schwanck » So 14. Apr 2019, 16:47

Moin KLVM,

fast ebenso wie du sehe ich das auch und doch mache ich der Fa. Faller und Kollegen keinen Vorwurf dafür. Die müssen dem allgemeinem Zeitgeschmack ihrer Kundschaft entsprechen, wenn sie im Markt bestehen wollen. Gerade der Otto Modellbahner ist sehr romantisch veranlagt, dem entsprechend findet sich dann auch wenig moderne Architektur (z.B Bf Horrem) statt und klassische Moderne gerät dabei schon gern ins Abseits. Viele im übrigen hervorragend gestaltete Schauanlagen bestätigen das doch.
Tschüss

KFS

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BernhardI
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#3

Beitrag von BernhardI » So 14. Apr 2019, 16:56

Hallo,

wie ich schon öfter gehört habe in diesem Zusammenhang, verkauft sich vor allem Idylle bis hin zum Kitsch. Man sieht doch auch in diesem Forum, wie oft früher einfach alles besser war. Die Zubehörhersteller leben von den Käufern, nicht vom Lob der Schöngeister. Würde sich Bauhaus verkaufen, gäbe es viele Bausätze davon.

Es ist ja auch eine Frage des Themas der Modellbahn: Wie oft liest man "Dorf" und "ländlich" bei den Wünschen zur Anlagenplanung hier? Wie selten ist es Stadt oder Vorstadt? Und wenn es Stadt sein soll, dann ein monströses Empfangsgebäude aus der Gründerzeit ("Bonn" ist bereits zusammengebaut) mit passender Altstadt. Eine Reihenhaussiedlung habe ich noch nie gesehen auf einer Anlage, schon gar nicht eine Bauhaus-Mustersiedlung. Faller und Konsorten wissen was sich verkauft, und bieten es an.

Grüße,
Bernhard
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#4

Beitrag von Schlauch » So 14. Apr 2019, 17:43

Hallo Modellhäuslebauer,
mag sein, dass auf der Modellbahn nur eine verklärte, heile Welt im kleinen Massstab dargestellt werden soll - die ewige Suche nach dem Ideal der Welt - aber warum muss es dann immer dörflich sein? Ich würde es auch begrüßen, wenn ein paar modernere Gebäude angeboten würden. Ein paar wenige Ausnahmen gibt es doch, nur leider fehlte der Mut, den Weg weiter zu gehen. Siedlungshäuser sehe ich des öfteren auf Modellbahnanlagen, dann auch mit sehr stimmigen Szenen im Hinterhof oder auf der Straße davor - alles ist möglich. Daher bitte nicht immer nur Vorbildhäuser aus dem Klassizismus, Historismus, Ziegelbauten von Zeche und Bahn oder Fachwerk und Dorf - für die Epochen IV-VI gibt es noch viel zu wenig - abgesehen von einer riesigen Containerbrücke und passenden Industriebauten. Mehr Abwechslung täte gut - auch so manchen Anlagen. Da würden sich auch ein paar Häuser im Stil des Bauhaus hervorragend ins Stadtbild einfügen - in meiner direkten Umgebung gibt es so einige Exemplare aus dieser Zeit und ich bin froh, dass sich diese Siedlungshäuser aus dem Einheitsbrei positiv hervorheben. Vergleicht man so manches neues, modernes Haus mit den Bauhaus-Entwürfen aus den 3oer-Jahren stellt man sehr schnell fest, dass die klaren Linien und Kubaturen von einst heute wieder stark in Mode sind. Zum Glück gibt es wenigstens einige Lasercut-Hersteller, die modernere Häuser anbieten. Ansonsten bleibt nur der Selbstbau übrig oder intensives umbauen von Bausatzhäusern und die Verwendung von Komponenten aus dem Auhagen-Baukasten.
Ein oder zwei Häuser im Bauhaus-Stil wären bei guter Vorbildauswahl sicherlich auch am Markt hervorragend abgesetzt worden - da bin ich mir ziemlich sicher. So gesehen muss ich KLVM recht geben - diese Chance wurde vertan.


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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#5

Beitrag von JoWild » So 14. Apr 2019, 18:16

Hallo,
dann studiert halt das Programm der Hersteller. Dort finden sich auch moderne Bahnhöfe, Bahnnebengebäude, Industrie- und Gewerbebauten und auch Wohnhäuser.
Wenn man aber das Umfeld der Eisenbahn genauer betrachtet, dann fanden und finden sich in der Wirklichkeit erst nach den Kriegszerstörungen und mancher "Sanierung" schlichte Neubauten. Der vorherige Bestand stammte halt zu einem großen Teil aus der Zeit vor der Gründung und den Anfängen des Bauhauses, wo dieses noch nicht so wirksam war. Das sich die Hersteller mehr nach der Realität in den jeweiligen nachgefragten Epochen richten, ist doch wohl verständlich.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim
von mir gibt es keine Bilder, da ich keine zweifelhaften Upload-Seiten nutze.


BernhardI
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#6

Beitrag von BernhardI » So 14. Apr 2019, 19:04

Schlauch hat geschrieben:
So 14. Apr 2019, 17:43
Daher bitte nicht immer nur Vorbildhäuser aus dem Klassizismus, Historismus, Ziegelbauten von Zeche und Bahn oder Fachwerk und Dorf - für die Epochen IV-VI gibt es noch viel zu wenig - abgesehen von einer riesigen Containerbrücke und passenden Industriebauten. Mehr Abwechslung täte gut - auch so manchen Anlagen.
Ja, das sehe ich auch so, von dem, was oft im unmittelbaren Bahnumfeld steht, gibt es wenige Bausätze. Das liegt aber auch daran, daß das tatsächliche Umfeld wenig nachgebaut wird, selbst auf den schönen Anlagen hier im Forum.

Daher verkauft es sich nicht gut, und das gleiche würde für die Bauhaus-Häuser gelten. Könnte man die "hervorragend absetzen", wären sie zu haben. Die Hersteller betreiben Marktforschung, sie wissen was läuft uns was liegenbleibt.

Grüße,
Bernhard
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#7

Beitrag von suffix » Mo 15. Apr 2019, 01:31

Moin,

schau dir doch mal die Durchschnittsepoche im Katalog der üblichen Fahrzeughersteller an.. Epoche II und III. Und noch eine Dampflok und noch eine und noch eine und dann nochmal dieselbe mit Öltender. Schau dir mal die Threads hier an, wie viele im Titel irgendwas mit BR und dann eine ZWEIstellige Zahl haben.

Es ist schlicht marktorientiertes Angebot. Traurig aber wahr.
Viele Grüße, Florian

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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#8

Beitrag von Holger_D » Mo 15. Apr 2019, 01:46

Hi,

ich denke, das Problem ist weder die Einfalt des notorisch rückwärts gewandten, leicht minderbemittelten Modellbahners, noch die chronische Renitenz der ignoranten Hersteller.

Vielmehr sehe ich die eigentliche Crux im allgemeinen Platzmangel der Hobbyisten. Städte können wohl die Allerwenigsten errichten. Aber genau die Stadt ist die Domäne der typischen Bauhaus-Architektur.

Für mich ist besagter Platzmangel auch ein Grund dafür, dass in Sachen "Stadthäuser" seit Ewigkeiten nichts mehr erschienen ist, egal ob Neu- oder Altbau. Der Not gehorchend, ist "der" Modellbahner in aller Regel wohl eher dörflich bis allenfalls kleinstädtisch unterwegs. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber von Ausnahmen können sich Faller & Co. nun einmal nicht ernähren.

Liebe Grüße

Holger (den das Bauhaus übrigens ebenfalls völlig fasziniert)
Schädigt Märklin - kauft Minitrix!


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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#9

Beitrag von oligluck » Mo 15. Apr 2019, 03:15

Moin,
dem mag ich geneigt sein, mich anzuschließen.

Aus Platznot kann ich eher eine Almwiese mit Hütte darauf darstellen, als eine Stadtszene.
Auch wenn mir die 47. Almhütte irgendwann zum Halse raushängt... :D

Pola hatte Einiges an urbaner Architektur, und als dann alles zu Faller kam, hätten sie damit weiter machen können.
Entweder passte es nicht ins Portfolio oder die Almhäuschen wurden einfach mehr nachgefragt?
Ich weiß es nicht.

Das Baukasten-System von Auhagen war eine wunderbare Idee, lebt auch glücklicherweise noch immer.
Es scheint aber ein Nischenprodukt zu sein, weil eine halbwegs realistisch umgesetzte Fabrik mehr Platz benötigt, als der Familienpapa im ehemaligen Jugendzimmer zur Verfügung hat.

Die Glückseligkeit bei der Moba besteht seit vielen Jahren aus der 2x1m-Platte, auf der möglichst viel unterzubringen ist.
Auch wenn ich nicht mehr im 60er-Jahre-Wohnklo lebe, so habe ich auch heute nicht Raum im Überfluss.

Und die Idee von der "Modellbahnplatte" scheint irgendwie ins Hirn eingemeißelt zu sein - ich nehme mich da nicht aus.
Hier umzudenken, ist jedoch unbequem, wenn auch gelegentlich nötig.

Wer weiß, vielleicht habe ich ja irgendwann die Möglichkeit, meine Pola-Häuschen aufzustellen, und du deine Bauhaus-Siedlung?
Die dann aber vermutlich nicht vom "Marktführer" kommt, sondern von einem Visionär.
Marktführer sind ja bekannt dafür, Marktverschläfer zu sein - das hatten wir doch schon - mir fällt nur gerade der Name nicht ein...

Viele Grüße,
Oliver


Throge
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#10

Beitrag von Throge » Mo 15. Apr 2019, 10:14

Hallo,
es wird genau das hergestellt was auch verkauft werden kann.Bauhaus ist bestimmt wichtig aber verkauft sich wohl nicht.

Gruß
Thomas


Y-Weiche
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#11

Beitrag von Y-Weiche » Mo 15. Apr 2019, 10:35

Tach,

nur mal am Rande: Eigentlich sollte sich die Bauhaus-Architektur ja bestens für den Einstieg in den Gebäudeselbstbau eignen...
youtu.be/t2_er1AVYTY

Hier noch ein zweiteiliges Tutorial generell zum Thema Architekturmodellbau (es gib noch einiges dazu auf Youtube, was auch für Modellbahner inspirierend sein kann):
youtu.be/Kfj2-A5rJoQ
youtu.be/rGRIAIVEMzs

:wink:
Andreas

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Bodo
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#12

Beitrag von Bodo » Mo 15. Apr 2019, 11:21

Hallo zusammen,

also die Firma Joswood hat das Thema "100 Jahre Bauhaus" durchaus thematisiert. Zitat aus dem Neuheitenflyer 2019: "Zum anderen feiern wir in diesem Jahr „100 Jahre Bauhaus“. Das haben wir zum Anlass genommen um ein Baukastensystem zu entwickeln, dass sich in der Gestaltung an dem Konzept der Neuen Sachlichkeit orientiert. Das ist mit Sicherheit unser diesjähriges „Lieblingskind“! Es ermöglicht unendliche Möglichkeiten im Industriebau der Moderne und war gleichzeitig schon seit langem Wunsch unserer Kundschaft."

Viele Grüße, Bodo
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#13

Beitrag von K.Wagner » Mo 15. Apr 2019, 11:43

Hi,

auch wenn ich bez. Wohnhäuser als absolut Außenstehender argumentiere, hier einige meine Gedanken....
Auf meiner Anlage gibt es exakt 0 Wohnhäuser in 3D - nur auf den MZZ Hintergrundkulissen sind Häuser vorhanden (Stil Gründerzeit + 50-er / 60-er Jahre für Baulücken im Mittelgrund. Grund ist der eingeschränkte Platz. Damit habe ich mich auf ein EG, ein Stellwerk, einen Güterschuppen, Baywa + Post beschränkt - alles Gebäude, die in direktem Zusammenhang mit Gleisen stehen. Dazu kommt noch ein Schrankenposten und ein Haltepunkthäuschen.

Bildet man die unmittelbare Umgebung der Bahn nach, dann sind /waren noch weit in die Epoche 6 hinein die Bahnanlagen im Bereich der Bahnhöfe mit Bausubstanz aus der Gründerzeit (z.B. Erlangen) geziert - erst in den Außenbereichen kam denn die 60-er Bebauung dazu. Nürnberg in weiten Teilen genauso, dt. Bayreuth, Fürth etc.

Klar, wenn man den Platz hat, mehr unterzubringen, dann wird die Varianz (in er betrachteten Fläche) deutlich größer und dann kommen die verschiedenen Baustile zum Tragen - aufgrund der Vernichtung der Bausubstanz im 2. Weltkrieg finde ich aber da überwiegend die Bauten der 50-er und 60-er Jahre. Außerdem kommen zumindest die bahnnahen Bauten (z.B. EGs) bei den Kommentaren der (Modell)Bahnfreunde nicht unbedingt gut weg, wenn sie verbal mit der ursprünglichen Substanz verglichen werden.

Schade finde ich nur, dass anscheinend mehrere Zubehörhersteller gemeint - in der Überschrift aber nur einer genannt ist.

Mein erster Eindruck beim Lesen der Überschrift war, dass explizit Faller gemeint ist. Ist ja, wenn man die Beiträge liest, nicht so gemeint.
Meine erste Assoziation war, dass Faller auf das Jubiläum im Vorfeld angesprochen wurde und nicht auf diese Anregung reagiert hat - oder die Realisierung eines solchen Gebäudes erst dann kommt, wenn keiner mehr an das Jubiläum denkt. (lethargisch eben).
Das nur als kurzes Feedback zur Titelzeile.
Gruß Klaus


maybreeze
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#14

Beitrag von maybreeze » Mo 15. Apr 2019, 11:59

Hat wer schon mal nachgedacht, dass es auch Lizenzgebühren geben könnte?

Abgesehen davon hat doch Walthers eine Anzahl "bauhaus"-verdächtiger Bausätze im Programm.
Liebe Grüße aus Wien
Klaus


BernhardI
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#15

Beitrag von BernhardI » Mo 15. Apr 2019, 12:26

Holger_D hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 01:46
Für mich ist besagter Platzmangel auch ein Grund dafür, dass in Sachen "Stadthäuser" seit Ewigkeiten nichts mehr erschienen ist, egal ob Neu- oder Altbau. Der Not gehorchend, ist "der" Modellbahner in aller Regel wohl eher dörflich bis allenfalls kleinstädtisch unterwegs.
Die Almwiese, von der im Folgebeitrag die Rede war, würde halbwegs maßstäblich allein ein Zimmer belegen. Landschaft, die nicht zur Karikatur im Sinne von Noch-Fertiggeländen wird, braucht viel Platz.

Natürlich kann auch niemand eine ganze Großstadt nachbauen, aber einen Vorortbahnhof im städtischen Umfeld, der braucht nicht mehr Platz als ein Kleinstadt- oder Dorfbahnhof. Die modellbahntypische Häufung von Strecken und Gleisen ist im Ostviertel authentischer als auf dem Land. Wie bei der Landschaft kann man nur einen kleinen Ausschnitt darstellen, der für's Ganze stehen soll. Das ist städtisch nicht schwieriger oder mehr Platz brauchend als ländlich.

Es ist also doch eine Entscheidung der Modellbahner, für die "Kleinstadt im Mittelgebirge", mit möglichst vielen Bahnsteiggleisen, Groß-BW und allenfalls "Rangiermöglichkeiten", oder Alpendorf wie im Urlaub oder beim Bergdoktor. Die Zubehörsteller bedienen diese Wünsche.

Grüße,
Bernhard
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#16

Beitrag von WolfiR » Di 16. Apr 2019, 00:35

Hallo,

weil hier über die Größe von Städten auf der Modellbahn diskutiert wird: Der verstorbene Wolfgang Frey hat über Jahrzehnte Teile einer Großstadt in 1:160 nachgebaut und das hat unvorstellbare Ausmaße angenommen.

https://www.stellwerk-s.de/

Gruß
Wolfgang


uhx
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#17

Beitrag von uhx » Di 16. Apr 2019, 07:03

Throge hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 10:14
es wird genau das hergestellt was auch verkauft werden kann.Bauhaus ist bestimmt wichtig aber verkauft sich wohl nicht.
Das, oder die Hersteller wissen einfach noch nicht, dass es sich verkaufen würde, weil sie es nie probiert haben. Hat denn schon mal einer der hier Schreibenden einen Hersteller direkt (per Mail oder z.B. auf der Messe) auf Bauhaus aungesprochen? Ich würde mich jedenfalls nicht darauf verlassen, dass sie zufällig hier mitlesen und dann ungefragt auf das Lamento reagieren.
Schöne Grüße,
Ulli

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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#18

Beitrag von E-Lok-Muffel » Di 16. Apr 2019, 08:47

Hallo Leute,
Schlauch hat geschrieben:
So 14. Apr 2019, 17:43
Daher bitte nicht immer nur Vorbildhäuser aus dem Klassizismus, Historismus, Ziegelbauten von Zeche und Bahn oder Fachwerk und Dorf - für die Epochen IV-VI gibt es noch viel zu wenig - abgesehen von einer riesigen Containerbrücke und passenden Industriebauten. Mehr Abwechslung täte gut - auch so manchen Anlagen.
Genau das ist aber auch ein Verkaufs-Argument gegen moderne Architektur: Diese Gebäude sind eben nicht auf jeder Anlage (sprich: epoche-übergreifend) einsetzbar, sondern eben nur für moderne Anlagen. Die Anhänger der modernen Bahn scheinen aber wegen der langen Züge hauptsächlich ( zumindest habe ich hier im Forum den Eindruck ) auf den Boden auszuweichen, um größere Streckenlänge zu generieren, bei den Anlagen-Bauern sind sie eindeutig eine Minderheit!

Ja, warum gibt es sie nicht, die phantastischen Zweckbauten der 60-iger, siebziger, 80-iger und das Beste von Heute, diese "Schuhkartons mit Fensterhöhlen"? Faller ist da in der Vergangenheit durchaus vorgeprescht und hat da was "modernes" auf den Markt gebracht...sogar preisgekröntes Design wie die Vorlage für das "Haus im Tessin", ein gern gesehener Klassiker... und wieder eingestampft, weil es offenbar zu wenig Abnehmer für "Waschbeton-Platte" der Siebziger gab...
  • Warum haben die Frankfurter ihre Altstadt nachgebaut, warum schützen wir jahrhunderte-alte Bausubstanz und renovieren akribisch alte Häuser?
  • Warum ziehen historische Altstädte wie Heidelberg, Tübingen, Nürnberg oder Rothenburg o.d.T. jährlich Millionen von Touristen aus dem In- und Ausland an.
  • Wieso steht auf fast jedem MoBa-Hügel eine Burg?
Wahrscheinlich verkauft sich Kibris Feldschlösschen-Brauerei zehnmal häufiger als Fallers DHL-Speditions-Bunker (Annahme meinerseits).

Moderne Architektur polarisiert, sie ist meist glatt und zweckmäßig (form follows function. das ist es ja, was Bauhaus als erstes propagierte), es gibt nichts, was das Auge zum Verweilen einläd, das Ornament ist mit dem Bauhaus aus der Architektur verschwunden und damit so ziemlich alles, was wir "hübsch" finden könnten...

Ich glaube ja, viele von uns sind Idylle-Bahner (Ich auch), die die Romantik der vergangenen Epochen (heißt nicht so eine bekannte Fernseh-Sendung? :wink: ) wiederaufleben lassen wollen, deshalb die Hinwendung zu den historischen Modellen (Dampflok + Fachwerkhaus). Für Realismus ist auf den meisten Mobas kein Platz, möglicherweise die ein- oder andere verträumte Hinterhof-Idylle oder etwas augenzwinkernde Sozial-Romantik mit angedeutetem Rotlicht-Viertel oder Punkern oder was weiß ich...

Das Gute für die Realisten unter den Anlagen-Bauern ist: Bauhaus-Architektur ohne Fassaden-Schmuck ist viel leichter selber zu bauen als Gründerzeit-Häuser! :lol:

Gruß
uLi
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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#19

Beitrag von Erich Müller » Di 16. Apr 2019, 08:52

Hallo Ulli,

es ist nun nicht so, dass man in Gütenbach noch nie modernere Gebäude und auch modernere Fabrikgebäude hergestellt hätte. Da gab es die Druckerei George Robert, vor langen Jahren auch das Gebäude der Firma Faller selbst, und einige moderne Bahnhöfe.
Ich nehme an, dass diese Sparte ausgebaut worden wäre, wenn sie von der Kundschaft nachgefragt würde.

Einmal mehr ist vielleicht die Sicht der Stummis nicht repräsentativ für die Wünsche der Mehrheit der Kunden...
Freundliche Grüße
Erich

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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#20

Beitrag von Schwanck » Di 16. Apr 2019, 10:59

Moin zusammen,

bisher hat Faller doch noch nicht alles vermasselt! Es stehen noch 6 Monatsmodelle offen! (Wenn ich den Neuheitenprospekt richtig verstanden habe. Oder?)
Tschüss

KFS

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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#21

Beitrag von uhx » Di 16. Apr 2019, 13:26

E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 08:47
Ja, warum gibt es sie nicht, die phantastischen Zweckbauten der 60-iger, siebziger, 80-iger und das Beste von Heute, diese "Schuhkartons mit Fensterhöhlen"?
Simple Antwort meinerseits: Warum sollte ich mir etwas, was ich in der Realität schon hässlich finde, auch noch im Kleinformat in den Keller stellen?
E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 08:47
Moderne Architektur polarisiert, sie ist meist glatt und zweckmäßig (form follows function. das ist es ja, was Bauhaus als erstes propagierte), es gibt nichts, was das Auge zum Verweilen einläd, das Ornament ist mit dem Bauhaus aus der Architektur verschwunden und damit so ziemlich alles, was wir "hübsch" finden könnten...
Meine (nicht ganz ernst gemeinte) Theorie zur modernen Architektur: Wenn Architekten bei allen Entwürfen mit dem Anspruch antreten etwas neues, noch nie da gewesenes zu kreieren, alles Hübsche aber schon mal da gewesen ist, dann bleibt halt nur das Hässliche übrig ;-)
Schöne Grüße,
Ulli


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Re: Lethargische Zubehörhersteller (Faller) vermasseln "100 Jahre Bauhaus"-Jubiläum?

#22

Beitrag von uhx » Di 16. Apr 2019, 13:27

Erich Müller hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 08:52
Einmal mehr ist vielleicht die Sicht der Stummis nicht repräsentativ für die Wünsche der Mehrheit der Kunden...
Das mag durchaus so sein.

Ich wollte aber auf etwas anderes hinaus: Ich finde es immer ein wenig verwunderlich, wenn hier Diskussionen in die Richtung "Warum tun die Hersteller dies und das?", "Die Herstellen sollte/müssten..." oder "Ich wünsche mir, dass die Hersteller..." zu führen, ohne jemals an den Adressaten des Begehrens selbst herangetreten zu sein.

Daher war meine Frage, ob jemand schon mal mit einem der Hersteller zum Thema des Threads korrespondiert und möglicherweise sogar eine Antwort bekommen hat!
Schöne Grüße,
Ulli

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