Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

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Bemawil
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Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#1

Beitrag von Bemawil »

Hallo Modellbahnfreunde

Anbei ein Bericht über die Fertigung (Adaptierung der Befestigung der Signale) und Montage von Formsignalen sowie deren Servoansteuerung.

Habe vergangene Wochen mit der Montage von Formsignalen auf der Anlage, sind nur für einen Bahnhof gedacht (über 30 Stk. insgesamt – die anderen Bahnhöfe haben Lichtsignale -) begonnen. Es sind Viessmann-Bausätze (Hauptsignale mit HP1(+HP2), Vorsignale, Gleissperrsignale), gekauft bei Conrad, die mein Kollege und ich vor Jahren schon zusammengebaut haben – ja es war eine mühsame und filigrane Angelegenheit, aber nach den ersten 2 Signalmustern ging es dann mit der „Serienproduktion“ recht gut von der Hand.

Die Steuerung der Modellbahnanlage ist jetzt soft- und hardwaremäßig auf solch einem techn. Stand, dass nun fortlaufend auch die Signale, Entkuppler etc. aktiviert werden können. Da die Einbaumontage mit dem (störungsanfälligen) Stellmotor nicht mein Ding war (+ dem Preis), ich mit Servos die Signale ansteuern wollte, suchte ich in den verschiedenen Foren nach Lösungsansätzen anderer Modellbahner. Hier im Forum fand ich einige sehr gute Anregungen, die ich dann für mit anpasste und ergänzte, ein Dankeschön an die Einsteller.

Besonders für Modellbahner, die sich überlegen, ob sie sich mit einem Bausatz auseinandersetzen sollen oder nicht, hat im Forum Hr.„MicroBahner“ den Zusammenbau und die Besonderheiten dazu gut dokumentiert.

Heute würde ich statt dem beigelegten schwarzen Draht einen dünneren verwenden.

einige Links zum Bau und der Montage/Antrieb von Formsignalen:

http://www.stummiforum.de/viewtopic.php ... 2&start=50
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php ... &start=100

Inhalt dieses Berichtes:

Es wird der komplette Arbeits- und Fertigungsablauf für die Umrüstung der Formsignale für einfachere Montage, Bauteilefertigung und Beschreibung für Servohalterung und Signalansteuerung, sowie der Einbau und der Probelauf dokumentiert. Neben der Textbeschreibung helfen die eingestellten Fotos (bitte nicht über die Qualität der Fotos lästern – hab nur auf Automatik bei z.T. sehr schlechten Lichtverhältnissen drauflos geknipst) bei der Umsetzung des Vorhabens. Daß es sicherlich noch bessere Lösungen gibt bin ich sicher, aber habe keine gefunden.

1. Werkzeuge und Materialien

Hier beschreibe ich die Montage eines Hauptsignals (einflügelig oder gekoppelten) in Kombination mit Sperrsignal.
Für die Arbeit und Auswahl der Materialien wurde geachtet, dass gängiges Rohmaterial und Werkzeuge verwendet werden kann.

a) Werkzeuge:

Kleinbohrmaschine (Proxxon, Dremel oä.)
Bohrer Durchmesser 2,5 + 1,5 + 1 mm; (verwende HM-Platinenbohrer )
Gewindebohrer M 2 (mit Knarre)
Proxxon Sägeblatt + Trennscheibe
Akkubohmaschine für Gewindebohren und Entgraten
feine Handsäge für Messingrohre zuschneiden
Lötkolben
Sekundenkleber

b) Materialien:

Messingrohr 3 x 0,5 (je Antrieb für Führungshülse 5 mm)
Messingrohr 2,5 x 0,5 (je Antrieb für Montagerohr, Länge = Trassenstärke + 3 mm lt. Montagebild)
Stecker 2,6 (abschneiden, es wird nur der Schraubnippel benötigt)
Kunststoffwinkel 20 x 30 x 2,5 (hab diesen vom Hornbach, 1 m für ca. 2,60 €)
Schrauben M 2 x 8 - 4 Stk. je Antrieb

Ansicht der benötigten Materialien

Bild

2. Signale für die Montage vorbereiten (gilt für alle Signale)

- die Signalfüße von Signal entfernen (wenn bereits angebracht)
- mit Sägeblatt den Antriebhalter (Klippsaufnahme für Viessmannantrieb) am Signalfuß bündig abnehmen, ev. mit Handfeile eben
feilen
- für die Aufnahme der Montagehülse 2,5 mm – Bohrer von der Rückseite (bearbeiteten Fläche) bei Hauptsignalen ca. 3 mm,
bei Sperrsignalen nur 1,5 – 2 mm tief vorsichtig, am besten mit Bohrständer, winkelig aufbohren
- ich habe aus Platzgründen auf einer Bahnhofseite die Signalfüße verkleinert – ursprünglich waren Lichtsignale vorgesehen -
(10 x 10 mm),
- Messingrohr 2,5 x 0,5 auf notwendige Länge absägen, wobei Länge ermittelt sich aus den 2 bzw. 3 mm im Signalfuß, ca. 1 mm
in der Montageplatte und der Länge dazwischen (Trassenbrett + Böschung)
- MS-Rohr in Akkubohrmaschine (wenn man eine Drehmaschine hat dort besser) entgraten
- auf einer Seite ist ein Gewinde M 2 mind. 8 mm tief zu schneiden, ev. vorher auf 1,7 mm aufbohren, beim Eindrehen der
M 2 x 8 Schraube auf leichte Gängigkeit prüfen
- vom anderen Ende des MS-Rohres (gegenüber dem Gewinde), ca. 8 –10 entfernt, ist eine Öffnung für den Kabelaustritt
notwendig,
diesen mit schräggesteller Trennscheibe ausführen, damit dann die beiden Kabel leichter herausgezogen werde können,
maximal bis zum halben Querschnitt tief, die Länge des Schlitzes sollte etwa 4 mm haben (für ev. Pinzetteneingriff) –
anschließend diesen entgraten und die Restspäne vom Gewindeschneiden entfernen.
- nach dem Entfetten des Messingrohres und der Signalfußplatte können beide miteinander mit Sekundenkleber verklebt
werden, dabei ist zu achten, dass die Kabelaustrittsöffnung ca. 90° versetzt gegenüber dem Stelldraht des Signals ist, jedoch
auf der gleichen Seite (hinter dem Signal). (siehe Bild)

Bild zeigt fertige Signalfüße , gebohrte Montageplatte und Servohalterung sowie die fertigen Führungshülsen (links oben vorherige Variante mit Epoxydplatte mit angelötetem Messingrohr – funktioniert auch, Platte wird auf Signalfuß aufgeklebt – habe bei 4 Signalpaaren so verwendet – wegen den Bohrungen von 13 mm – bei Umbauarbeiten einmal bei einem Signal eingehängt, nichts passiert, Klebestellen gegangen, diese gereinigt – bei ausgehängtem Stelldraht neu geklebt, eingehängt und alles nach ca. 10 Minuten wieder ok.)

Bild




3. Fertigung der Servohalterung

- Kunststoffwinkel 20 x 30 auf 40 mm Länge abschneiden (habe Kappsäge verwendet – geht aber mit Proxxon-Sägeblatt
auch – Achten auf winkeligen Schnitt wegen einfacheren Maßübertragung
- Bohrungen und Ausklinkung auf Kunststoffwinkel anzeichnen (lt. beigefügter Skizze)
- Bohrungen lt. Zeichnung (d=1,5 für M 2, d=2,5 für Befestigung des Winkels mittels
Holzschrauben 2,9 x 8 auf Trassenbrett, D=2,5 in den Ecken für das Ausklinken (siehe Bild oben rechts)
- Gewinde M 2 für die Servobefestigung schneiden
- Mit dem Proxxon-Sägeblatt den Mittelteil herausschneiden, ev. noch mit Feile entgraten.

Bild zeigt die Abmessungen, Bohrungen und Einbauanordnung für die Servos

Bild



4. Fertigung der Montageplatte:

- aus dem Abfallstück (oder eigens zugeschnittenem) wird die Montageplatte gefertigt
- aufzeichnen der Maße und Bohrungen
- Bohrungen für Signalbefestigung d= 2,5 (besser 2,6 – Messingrohr muss leicht in die Montageplatte passen – dient nur
zur Justierung des Montagerohres – dadurch leichteres Anschrauben möglich)
- Bohrungen für Stelldraht mit d= 1 mm, alle Bohrungen auf der Oberseite (von der Seite, wo die Stelldrähte und
Montagerohre eingeführt werden) ansenken – leichtere Montage (Zentrierung)
- Microservos 9g mittels jeweils 2 M 2 x 8 Schrauben befestigen, dabei gegeneinander montiert, ev. darauf achten, dass für
den kürzeren Stelldraht der erste Servo verwendet werden kann.
- 2 Stück Holzschrauben 2,9 x 8 für Vormontage eindrehen (leichtere Montage dann, da Schrauben bereits von Hand
angesetzt werden können und selbst halten).
Auch auf die Breite der Montageplatte achten, ich habe jeweils eine Bohrung mit 8 mm in
die Trassenplatte gebohrt (verkleinerter 10 mm bzw. sonst nornale 16,5 mm Abstand) entsprechend von der Gleisachse. Die
Kabel müssen neben der Montageplatte noch aus der Bohrung Platz haben – wegen leichterer Montage und Vorfertigung
von Stecksystemen.

5. Fertigung der Führungshülse und Einbau in Servo:

- Messingrohr 3 x 0,5 - 2 Stk. auf 5 mm ablängen
- mit Akkubohrmaschine (Drehmaschine) innen und außen entgraten
- Stecker 2,6 nach der Schraube abschneiden (ca. 3 – 4 mm lang), Isolierung entfernen
- diesen Schraubnippel an Führungshülse so anlöten, dass die Schraube 90° zur Hülsenachse ist – dient zur Fixierung
des Stelldrahtes (siehe Bild)
Grund: hatte früher Führungshülse länger, mit geschlitztem Gewinde, sodass in Achsrichtung
die Fixierschraube war, sind jedoch mehrere Signale auf gleicher Höhe, so kommt man nicht mehr gut zur Schraube und bei
beengten Platzverhältnisse konnten (geringer Gleisabstand) berührten sich die Antriebe.
- Es wird ein Loch des Hebels vom Servo (Servohorn) mit 1,5 mm aufgebohrt, dann ein M 2 Gewinde geschnitten, wichtig ist hier
der Abstand. Sollte der Signalfußplatte nicht verkleinert worden sein, so sind bei 2 Signalen (Hauptsignal und Sperrsignal)
ein Abstand von ca. 16,5 mm einzuhalten – aufgeteilt auf beide Hebel gleichmäßig, bei nur einem Signal würde ich das
zweitäußerste Loch zum Aufbohren nehmen.
- Die M 2 x 8 Schraube wird dann bis zum Anschlag eingedreht (bitte mit Gefühl), sie dienst dann als Führungszapfen für
die Führungshülse

Fertig vormontierter Signalantrieb und fertigen Signalen (beachte bitte den Auslaß der Kabel – Signalrückseite, am anderen Eck vom Stelldraht). Habe gleich die Drähte mit dem notwendigen Vorwiderstand (habe 12 V Gleichspannung ) und den Schutzdioden bestückt, angelötet jeweils an 2-poliger Buchsenleiste – müssen dann nur mehr in vorbereitete Verteilerplatine eingesteckt werden.

Bild

6. Probeeinbau

- Die entsprechenden Bohrungen ( 8 mm Durchmesser reichen – hier kann man dann noch ca. 2 mm verfahren) gebohrt –
Abstand 16,5 bzw. 10 mm – bei alleinstehenden Signalen wird nur ein Servo in die Halterung montiert, Die Montageplatte
kann auch halbiert werden (- sollte es einem bei der Montage von 2 gemeinsamen Signalen ärgern, ebenfalls
Monatageplatte halbieren und einzeln einbauen)
- Kabeln und Stelldraht vorsichtig in die jeweilige Trassen-Bohrung einführen
- Stelldraht durch die 1 mm-Bohrung der Montageplatte führen, Kabel auf der freien Seite herunterhängen lassen – jetzt wäre es
fein, wenn ein Kollege (– darf auch im Notfall die Ehefrau sein –) während der Vorjustierung die Signale - diese vorsichtig
am besten am Signalfuß leicht halten - , damit lässt sich das Montagerohr besser in der Montageplatte einführen, dann wird eine
M 2 x 8 Schraube angesetzt und das erste Signal mit ein paar Umdrehungen sichern. Bitte erst wenn das zweite
Signal vorjustiert ist, vorsichtig anziehen – das Montagerohr hält nicht so fest im Signalfuß, darum muss auch das
Innengewinde leichtgängig sein – auf der anderen Seite ist damit auch wieder ein Schutz vor Zerstörung des Signals, da es
dann aus der Halterung gerissen wird, was relativ einfach wieder ohne größeren Schaden zu reparieren ist.
- Bevor die Signale "fest angezogen" werden, muss die Leichtgängigkeit der Stelldrähte (darum auch die Kabelaustrittsöffnung
um ca. 90° versetzt) und die Ausrichtung der Signale auf der Anlagenseite überprüft bzw. nachgerichtet werden.

Zeichnung mit Bemaßung für Einbau

Bild


7. Servo ausrichten und einbauen:

- Die Servos sind vor dem Einbau an den jeweiligen Decoder anzuschließen,
- Mittelstellung des Servos anfahren
- Jeweiliger Hebel (Signalhorn) in etwa waagrechter Position zur Halterung aufstecken und befestigen
- beiden angesteuerten Endlagen sollten dann nur ein wenig von der Mittelstellung abweichen (1-2 mm) – gegebenenfalls ist der
Decoder so umzuprogrammieren
- jetzt kann der (die) Servo auf der Anlage eingebaut werden, die Stelldrähte werden durch die Schraubennippel (Führungshülse)
eingefädelt, die beim Einbau bereits auf die Führungszapfen gesteckt sind.

Bei der Position des Antriebes darauf achten, dass die Stelldrähte bei Mittelstellung (= waagrecht) des Hebels etwa im Lot sind
(das entspricht etwa dann dem Abstand der Signale), das gleiche gilt für die seitliche Ausrichtung (Gleisachse), wobei hier die
Führungshülse ausgleichende Wirkung hat (also lieber 1 mm weiter weg als zu nahe dran). – eingesteckte Holzschrauben 2,9 x 8
jetzt reinschrauben und der Signalantrieb ist fertig montiert
.
- Einstellen der Stellbewegung.
Die Stelldrähte müssen sich im Schraubnippel frei bewegen können, dann wird der Servo über den Decoder in die Haltstellung
gefahren – diese wird so eingestellt, dass der Hebel nur ca, 1 – 0,5 mm vom Servohalterungswinkel entfernt ist – dient dadurch
auch als Anschlag, wenn Servo mal übersteuert wird und 1 mm gleicht sich durch die Biegung des Stelldrahtes aus, ebenfalls
lässt sich noch eine Feinjustierung mittels Software (Decoder) später in beide Richtungen zu, ohne dass man die Nippelschraube
öffnen muß.
Der zweite Servo wird so ausgerichtet, dass beim Haltbegriff der Hebel ca. 1 mm vor der Nabe des Stellhebels des ersten Servos
positioniert wird (Übersteuerungsschutz), die Geometrie der Stellhebel lässt dies zu.
- In diesen Positionen wird jetzt der Stelldraht leicht nach oben gedrückt (Anschlag der Signalschilder), dann mit der
Nippelschraube fixiern und damit ist die Haltposition auch gegeben
- Dann wird der Servo in die andere Position gefahren, hier wird dann der Decoder so eingestellt, dass der Freibegriff am Signal
richtig angezeigt wird, dabei vorsichtig nachjustieren, wenn richtig fein justiert wurde, wird der Stelldraht nicht verbogen bzw.
überspannt. Man sieht dies nicht nur am Signal, sondern hört es auch am Servo, ob er unter Last über die Endlage des Signals
steuern will.
- Mit der Einstellung der gewünschten Geschwindigkeit (ev. mit Nachwippen) sind dann die Arbeiten beendet.

Diese Einstellungen lassen sich am besten mit Decodern durchführen, die mit der externen Programmiereinheit ein Prgrammieren
direkt beim Signal zulassen - feinfühliger einstellbar ist (wie z.B: JoKa-elecronic, mbtronik, WDec04)

- Die Kabel habe ich mit Steckerpins versehen, die ich dann in einer Lochrasterplatine mit Stecker und Klemmverbindung nur noch
verbinden muß.

Warum die billigen Microservos 9g?

Ich verwende für die Weichen und Signale billige Servos. In den Foren gibt es sehr viele Gegner von solchen Produkten. Ich verwende seit über 5 Jahre solche und könnte nichts gravierend Negatives sagen. Klar ist ein Servo um 15,-- € besser als einer um 2,-- €, aber bei über 150 Stück ist der Qualitätssprung bei weitem nicht so groß wie die Preisdifferenz – denn nach umfangreichen Tests (mit billigen bis teureren Servomodellen) mit verschiedensten Decoderanbietern (fertig gekaufte, komplette Bausätze und für mich ganz wichtig, die Selbstbaudecoder, stellte ich fest, dass durch einfache externe Ergänzungen gewisse Unzugänglichkeiten minimiert werden konnte – und auch teuere Servos können kleine Probleme haben.

Für Signale – später auch bei Austausch von Weichendecodern - verwende ich Servodecoder, die Hr. Holger Wagenlehner als Selbstbauprojekt ins Netz gestellt hat. Dieser „WDec04 - Servodekoder für digitale und analoge AnsteuerungVersion B“ hat neben vielen Anschluß- und Einstellmöglichkeiten den Vorteil, dass beim Einschalten zuerst der Prozessor startet, dann zweitverzögert die Servos über einen eigenen Spannungsregler die Stromversorgung bekommt. Damit werden die Servos beim Einschalten auf die zuletzt gespeicherte Position gehalten bzw. gefahren. Es erfolgt dadurch auch kein Übersteuern und unkontrolliertes Verhalten der Servos.

Nicht nur dass ich dadurch einen sehr guten Decoder habe, diesen selbst fertigen kann (komplett mit Platinenerzeugung, Brennen des Prozessors, etc.), so kann ich wenn mal was defekt ist, problemlos reparieren, ebenfalls läßt sich dieser als Schrankendecoder einsetzen. Dazu schlägt sich der Preis pro Decoder bei mir je nach Ausstattungsvariante nur zwischen 12,--€ und 16,-- € zu Buche. Somit rechne ich pro Signal mit allen oben genannten Bauteilen (Servo, Halterungen etc. sowie Decoder anteilig – ohne Signal selbst) mit ca. 7,-- €.

Zum Abschluß möchte ich noch mit einigen Bildern Bildern den Bericht abrunden.


Fertiger Einbau und Probebetrieb (kurzer Signalabstand, Gleisseite und Unterbauseitig)

Bild Bild


Bild zeigt Signalservo fertig eingebaut, im Vordergrund die Lochrasterplatine mit den Steckverbindungen, am rechten Bildrand ist ein Teil des Versuchaufbaues eines neues Weichenantriebes mit Optionen - ein Endschalter für Weichenherzpolarisation, zwei Endschalter für die richtige Polarisierung mit Mittelleiter und noch in Entwicklungsphase die Ansteuerung von Weichensignalkkörpern mit/ohne Beleuchtung – wird vielleicht später ein Bericht geben.

Bild

Bild meines Servodecoder (WDEC 04b von Hr.Wagenlehner) - Layout abgeändert mit Minimalbestückung, über die Modularbuchse wird mittels Netzwerkkabel (gleiches Stecksystem verwende ich auch für die Lichtsignaldecoder - auch adaptierter "LED-Dekoder" von Hr. Brandt von http://www.digital-bahn.de) die notwendigen Anschlüsse hergestellt (DCC, +12V), wenn Probelauf beendet ist, wird die +12V Stromversorgung von der Ringleitung zusätzlich eingespeist.

Bild


Und zum Schluß noch ein Bild vom eingebauten Signal auf der Anlage

Bild


Viel Spass
Hans

Rio
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#2

Beitrag von Rio »

N'abend Hans
Besten DAnk für die tolle Beschreibung und Anregung. Werde ich mir markieren und später auch mal selbst bauen.
Vorerst bin ich noch dabei meine Weichen zu digitalisieren und die Anlage auf Computersteuerung umzubauen...

Gruss,
Klaus

WIKO
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#3

Beitrag von WIKO »

Hallo,
prima Anleitung :gfm:

Gruß
Wko

ucdfo
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#4

Beitrag von ucdfo »

Hallo Hans!
Vielen Dank für den vorbildlichen Bericht. Hatte mich bisher noch nicht mit Servoantrieben für
Formsignale beschäftigt, weil ich noch mit den Weichen zu tun habe. Aber da ich auf einer
Nebenstrecke ebenfalls Flügelsignale aufstellen will, kommt Dein Bericht wie gerufen.
Viele Grüße
aus Bochum
Heinz
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supermoee
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#5

Beitrag von supermoee »

Hallo Hans,

besten dank für die tolle Anleitung. Sehr ausführlich und regt zum Nachbau an.

Eine kleine Bemerkung über die Position der Signale auf deiner Anlage. In der Realität darf vor dem Signal nichts im Weg stehen, wegen der freien Sicht auf das Signalbild. Der Oberleitungsquerträger hindert komplett die Sicht auf dass Signal. Dieser müsste vor dem Querträger montiert werden.

Gruss

Stephan
MM freie Zone, während DCC sich bei der Steuerung von Loks immer breiter macht. Sonst mfx.
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michl080
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#6

Beitrag von michl080 »

Hallo Hans,

Super Plan, wie Du Deine Signale einbaust.
Die Signale haben ja einen sehr kurzen Stellweg (ca 2mm). Kann es sein, dass sich Dein Servo dann nur um ein paar Grad bewegt? Ich finde, eines der Probleme mit Servos ist die schlechte Winkelauflösung, so dass ich mir denken könnte, dass es bei Dir zu rucklern kommt.

Michael

Reinhard Heckmann
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#7

Beitrag von Reinhard Heckmann »

Die Signale haben ja einen sehr kurzen Stellweg (ca 2mm). Kann es sein, dass sich Dein Servo dann nur um ein paar Grad bewegt? Ich finde, eines der Probleme mit Servos ist die schlechte Winkelauflösung, so dass ich mir denken könnte, dass es bei Dir zu rucklern kommt.
Hallo Michael,

Selbst bei ein kleinen Drehwinkel von ca. 20 Grad ist das "Ruckeln" oder Zittern optisch fast nicht wahrnehmbar. Dies hängt natürlich auch von der Qualität der eingesetzten Servos ab. Deshalb verwende ich überwiegend sogenannte Standardservos der 20mm (Breite) Klasse. Nur wenn es aus Platzgründen erforderlich ist, werden Miniservos verwendet. Bei dem Video sind Miniservos im Einsatz, da bei den beidem mehrbegriffigen Signale 4 Servos verwendet werden


https://www.youtube.com/watch?v=YVuo3wR ... e=youtu.be


Ich habe mal ein Bild von einem Standard Servoantrieb für ein Vorsignal auf meiner Anlage Igling II angefügt.


Bild


Viele Grüße aus Igling

Reinhard
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Harald
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#8

Beitrag von Harald »

Hallo Reinhard,

mit welchen Mini-Servos hast Du gute Erfahrungen gemacht ?

Viele Grüße von Harald

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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#9

Beitrag von Bemawil »

Hallo Modellbahnfreunde

ich freue mich, daß der Artikel bei euch ankommt und bedanke mich.

Zur Frage von Miichael betreffend ruckeln bei diesem kurzen Stellweg hat Reinhard mit seinem Video gezeigt, daß dem nicht so ist.

Gegenüber Reinhard vertrete ich zwar einwenig eine andere Meinung betreffend Servos (wie schon oben festgehalten). Ich bin der Meinung, daß neben der besseren Qualität des Servos die Auflösung des Decoders eine entscheidendere Rolle spielt. Der Stellweg eines Formsignals H0 liegt bei ca. 4,5 mm, mein verwendeter Decoder WEDec 04b hat eine Gesamtauflösung von 8000 Einzelschritten, der Stellvorgang dauert bei mir ca. 1 Sekunde und dabei ist fast kein Ruckeln sichtbar.

Bin dabei einen "Testbericht" über verschiedene Servos mit unterschiedlichen Decodern zusammenzustellen und ev. als Video zu dokumentieren. Das wird aber noch ein wenig dauern.

Hallo Stephan

ja du hast recht, die oberen Signalflügel sind genau auf Höhe des Querträgers und dadurch vom Lokführer nicht gut sichtbar (da wurde wieder einmal keine "Signalstandortevaluierung" durchgeführt). Ein anderer Standort war jedoch nicht möglich, die weiteren 4 Signale auf diesem Bahnhofkopf werden jedoch richtig platziert sein.


Danke
Hans
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garti62
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#10

Beitrag von garti62 »

Hallo Hans,

sehr hilfreicher und detailierter Baubericht, den Du da eingestellt hast. Vielen Dank auch von mir dafür. Ich finde, im Gegensatz zu Weichen ist es bei den Formsignalen doch etwas diffizieler, einen stabil funktionierenden Servoantrieb hinzukriegen. Ich hab mich vor einiger Zeit auch damit beschäftigt und kann Dir bezüglich des "Ruckelns" bestätigen, daß man mit ein paar mm Stellweg eine weitestgehend ruckelfreie Bewegung gut hinbekommt. Allerdings ist es unerheblich, wie groß die mögliche Auflösung der Steuerung ist. Ich hab erst auch gedacht, in je mehr Schritte ich auflöse, desto flüssiger wird die Bewegung (ging damals um "flatternden" Schrankenantrieb). Ich mußte mich jedoch eines Besseren belehren lassen. Egal in wie viele Schritte man den Servoweg intern zerlegt hat, der Servo bekommt nur alle 20ms ein Signal für die anzufahrende Position von der Steuerung, also 50 pro Sekunde. Damit hast Du bei einer Stellzeit von 1s genau 50 Schritte. Mehr werden es in dieser Zeit nicht. Die hohe Auflösung der Steuerung kommt erst bei sehr langen und sehr langsamen Stellwegen zum Tragen. Aber das ist nicht schlimm, wie gesagt, diese 50 Schritte reichen völlig aus. Ich hab noch ein Video gefunden, so sah das damals bei mir aus (das etwas dilettantische "Nachruckeln" in den Endstellungen bitte ignorieren, das waren damals meine ersten Versuche)



Das mit dem Testbericht, den Du erstellen willst, ist eine gute Idee. Ich kenne dazu nur diesen und die dort empfohlenen Servos gibt es zum Teil schon gar nicht mehr. Ich werde dein Projekt auf jeden Fall weiter interessiert verfolgen.

Schöne Grüße

Ulli
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Reinhard Heckmann
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Re: Formsignale mit Servoantrieb - Fertigung und Montage

#11

Beitrag von Reinhard Heckmann »

mit welchen Mini-Servos hast Du gute Erfahrungen gemacht ?
Hallo Harald,

ich verwende keine Miniservos sondern Standart-Servos (20mm Breit)

Empfehlen kann ich z.B.

Hitec (112311) Standard-Servo HS-311 mit Gleitlager und Polyamid Getriebe. Preis etwa 9 EUR. Kleinere Servos werden nur dann verwendet, wenn der Einbauplatz knapp ist.

Ich habe diese Servos (8o Stück) seit 4 Jahren im Einsatz und habe im Verbindung mit den MB-Tronik Servodecoder null Probleme. :D

Viele Grüße aus Igling

Reinhard
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