Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

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Der Krümel
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Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

#1

Beitrag von Der Krümel »

Hallo zusammen,

Scotti war der Anstoß für meinen jetzt endlich in Angriff genommenen Umbau.
Die sehr preiswert erstandene Lokomotive (rund 70,- €) lag schon seit Monaten herum und wartete darauf, endlich auf Märklin C-Gleisen fahren zu dürfen.

Hier der Umbaubericht, den man stellvertretend auch für AC-Umbauten anderer Roco-Drehgestell-Loks sehen kann.
Das Prinzip ist immer das gleiche.
Auf dieselbe Art habe ich auch mehrere Roco BR 110 (Bügelfalten- und Kasten-Version) sowie meine BR 150 umgebaut.
Außerdem habe ich eine Reihe von Piko-DC-185er für mich und Freunde auf ähnliche Art und Weise umgerüstet.
Bei Piko ist ein Drehgestell üblicherweise schon für die Schleiferaufnahme vorgesehen. Dort muss dann nur eine Blende abgeschraubt werden.

Aber zum Bericht ...

Die Bilder werden nach dem Anklicken der Vorschau vergrößert angezeigt.
Ein nochmaliges Anklicken der auf die jeweilige Bildschirmgröße skalierten Bilder vergrößert sie auf Originalgröße.


Zum Umbau benötigt wurden neben der Lok und dem verwendeten Werkzeug ein AC-Getriebeboden (2,- bis 3,- €), dessen Bestellnummer dem passenden Roco-Ersatzteilblatt zu entnehmen ist, sowie ein Schleifer (hier: ein Flüsterschleifer, Roco 40500, ca. 7,- €), außerdem ein Decoder nach eigener Wahl und Vorliebe.

Der Umbau an sich ist kinderleicht. Seht selbst ... :D

Hier zunächst der Umbau-Kandidat:
Bild

Nach dem Abnehmen des Gehäuses bietet sich dieses Bild:
Bild

Zunächst fasse ich die von allen Radschleifern kommenden Kabel auf einer Seite der Platine zusammen:
Bild

Die Lok von unten vor dem Umbau:
Bild
Bei der 111 sind (wie bei fast allen Roco-Drehgestell-Loks) alle Achsen angetrieben
Die Geriebeböden bieten zu wenig Bodenfreiheit zur Unterbringung eines Schleifers für das Mittelleiter-System.
Da die Getriebeböden aus Metall sind, mir zum Fräsen das passende Werkzeug fehlt und es das Modell außerdem auch ab Werk für AC gibt, besorgte ich mir den passenden AC-Getriebeboden mit der Aussparung für den Schleifer.
Dieser ist in diesem Fall identisch mit dem AC-Getriebeboden der Roco BR E40/140 und E10/110 Kasten- sowie Bügelfalten-Version der "Exclusive"-Serie und hat für diese Modelle die Bestellnr. 100622.

Ich habe für den Umbau das Drehgestell gewählt, das keine Haftreifen trägt.
Hier wurde zunächst der Getriebeboden entfernt, der auch den Schienenräumer hält.
So wird das Getriebe sichtbar:
Bild

Der neue Getriebeboden (diesmal aus Kunststoff) liegt bereit.
Deutlich zu erkennen sind die Unterschiede.
Die merkwürdigen Reflexionen auf dem AC-Getriebeboden kommen vom Blitz.
Bild

Hier habe ich schon mal beide Achsen herausgenommen:
Bild
Eine der Achsen wird ihres Zahnrades beraubt werden, bei allen Achsen wird das Radsatz-Innenmaß angepasst werden.

Hier liegt zum Verändern des Radsatz-Innenmaßes schon meine Fohrmann-Spurmaß-Lehre bereit.
Da alle vier Radsätze im Innenmaß geändert werden, wird auch von dem vom Umbau verschonten Drehgestell der Getriebeboden abgeschraubt.
Bild Bild
Profis benutzen natürlich zum Ändern des Innenmaßes eine Abzieh- und Aufpress-Vorrichtung, mit der sich Beschädigungen und Eiern der Radsätze vermeiden lassen.
Die Roco-Räder sind aber eigentlich nie so fest auf die Achsen aufgepresst, dass man sie, auf der Lehre aufgestekt, nicht auch durch vorsichtiges Zusammendrücken mit den Fingern auf das entsprechende Maß bringen könnte, ohne dass die Räder anschließend eiern.

Noch ein Hinweis an dieser Stelle:
Will man die Lok M-Gleis tauglich umbauen, müssen die Radsätze gegen AC-Radsätze getauscht werden, die es für viele Loks von Roco als Ersatzteile gibt.
Ein Anpassen des Radsatz-Innenmaßes reicht dann nicht aus.

Bei mir liegen ausschließlich C-Gleise und ich habe mit dieser Methode nie (Entgleisungs-)Probleme gehabt.
Bei K-Gleisen scheinen die Erfahrungen unterschiedlich zu sein. Mangels entsprechender Gleise fehlt mir selbst hier die Erfahrung.

Die innen liegende Achse des umzubauenden Drehgestells muss ihres Zahnrades beraubt werden.
Bild
Hier habe ich sie mit einfachen Mitteln bereits bearbeitet.
Dazu diente mir ein scharfes Bastelmesser.
Etwas rabiat, das gebe ich gern zu. :oops:
Die Zahnräder lassen sich oft aber ohne eine Abziehvorrichtung kaum entfernen.
Dies ist also die Variante der Umbau-Amateure, zu denen ich mich zähle.

Hier habe ich bereits die beiden weiteren Zahnräder des Getriebes entfernt, die unter dem neuen Getriebeboden keinen Platz haben:
Bild
Bei den Roco 150ern ist dies deutlich einfacher, da die Zahnräder auf einer kurzen Achse stecken, die lediglich in die entsprechenden Getriebelager eingelegt sind.
Hier sind die Achsen der Zahnräder Teil des Getriebes
Da ich nicht das ganze Getriebe demontieren wollte, habe ich hier ebenfalls die "Messer-Methode" angewendet.
Dazu habe ich zunächst Segmente aus dem zu entfernenden Zahnrad herausgeschnitten, dann (nicht im Bild) die Lok umgedreht und die Platine abgeschraubt und den Motor ein paar Umdrehungen weiter gedreht, bis ich den Rest des Zahnrades von der Achse entfernen konnte.
Durch das Schneckengetriebe lassen sich die Zahnräder des Getriebes nicht mit der Hand drehen.

Zur weniger gewalttätigen Variante zur Entfernung der störenden Getriebezahnräder gehört der Ausbau des betreffenden Drehgestells (von oben verschraubt, verdeckt durch die Kardanwelle) und das Öffnen des Getriebeblocks durch lösen der Rastnasen der Kunststoffabdeckung oben auf den Getriebeblöcken.

Nun wurde die verbliebene angetriebene Achse des zukünftigen Schleifer-Drehgestells wieder eingesetzt:
Bild

Schleifer und neuer Getriebeboden liegen zum Einbau bereit:
Bild

Durch die vorgesehene Bohrung wird das Schleiferkabel geführt ...
Bild
... und anschließend durch das Getriebe geführt - natürlich so, dass es nicht in der Nähe der verbliebenen Getriebe-Zahnräder liegt.
Normalerweise kann man erkennen, wo das Getriebe eine passende Aussparung bzw. Öffnung in Richtung Oberseite der Lok hat.
Bild Bild

Nachdem man das Kabel durchgezogen hat, kann der Schleifer angeschraubt werden:
Bild

Nun wird das Kabel abgelängt und an einem der freigewordenen Kontakte auf der Platine angelötet:
Bild Bild

Jetzt kann der Schnittstellenstecker entfernt und für die Probefahrt ein Decoder eingesetzt werden:
Bild Bild
In meinem Fall war einer der Gründe, dass ich den Umbau noch nicht in Angriff genommen hatte der, dass noch ein ESU LokPilot zu besorgen war.
Hier muss ein alter LoPi 1.1 für den Test herhalten.

Hier nochmal der Blick auf die neue Unterseite der Lok, bei der für die Unterbringung des Decoders noch der Unterbau zwischen den Drehgestellen durch den beiliegenden Kasten ersetzt wurde:
Bild Bild Bild Bild
Der Kenner dieses Loktyps von Roco sieht außerdem sofort, dass ich vor dem Anschrauben der Getriebeböden die Schienenräumer falsch herum aufgesteckt hatte, daher hebelte sich die Lok bei der Probefahrt an einer Weiche aus.
Nachdem die Schienenräumer richtig eingesetzt wurden, gab es aber keine Beanstandungen mehr.

Zum Abschluss darf das Gehäuse auch wieder drauf:
Bild
Im Bild außerdem das verwendete Werkzeug. Lediglich das Bastelmesser ist nicht zu sehen.

Und nun viel Spaß beim Selber-Basteln ... :wink:
Zuletzt geändert von Der Krümel am Mo 16. Jul 2012, 19:09, insgesamt 4-mal geändert.
Viele Grüße
Hendrik

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Muenchner Kindl
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#2

Beitrag von Muenchner Kindl »

Hallo Hendrik,

ich habe sehr lange ueberlegt, ob Ruhmeshalle oder Grundlagen! Ein toller Beitrag und ganz sicher hilfreich fuer viele! Danke dafuer :D

In "Grundlagen" fand ich es passender, in der Ruhmeshalle waere auch noch Platz... ich lasse mich da gerne ueberzeugen ;)

Danke danke danke, sowas wertet das Forum ungemein auf :idea:
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Der Krümel
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#3

Beitrag von Der Krümel »

Hallo Thomas,

danke für die Blumen! :)

Bei den Grundlagen finde ich mich schon ganz gut aufgehoben.
Die Intention meines Beitrags war ja auch zu zeigen, wie einfach ein solcher Umbau ist.
Vielleicht nimmt es dem einen oder anderen die Scheu davor.

Gerade bei den Roco DC-Modellen kann man immer wieder Schnäppchen machen.
Wenn es dann ein entsprechendes AC-Modell gibt oder gab (da hilft dann oft Helmut Kernund die passenden Ersatzteilblätter), dann schnell den passenden AC-Getriebeboden besorgt und los geht´s ... 8)
Viele Grüße
Hendrik

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Manana107
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#4

Beitrag von Manana107 »

Hallo Hendrik,

toller Bericht, vielen Dank dafür!!!

Gruß Dirk
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UlrichRöcher
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#5

Beitrag von UlrichRöcher »

Hallo,

denkt bitte daran, dass diese Art von Umbauten nur dann funktioniert, wenn kein M-Gleis eingesetzt wird (insbesondere keine Bogenweichen oder DKWs). Die Radprofile zwischen den von Roco im DC verwendeten Standard-NEM-Radsätzen und den für AC verwendeten Rädern sind unterschiedlich - die gezeigte sehr nützliche Spurlehre hilft zwar etwas, löst das Problem aber nicht völlig.

Will man die Lok M-Gleis tauglich umbauen, müssen auch die Radsätze gegen AC-Radsätze getauscht werden, die es für viele Loks von Roco als Ersatzteile gibt.

Viele Grüße
Ulrich
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#6

Beitrag von Der Krümel »

UlrichRöcher hat geschrieben:Will man die Lok M-Gleis tauglich umbauen, müssen auch die Radsätze gegen AC-Radsätze getauscht werden, die es für viele Loks von Roco als Ersatzteile gibt.
Hallo Ulrich,

das ist natürlich richtig.

Ich werde, Deine Erlaubnis vorausgesetzt, gleich mal meinen Beitrag um diesen Satz ergänzen. :wink:
Viele Grüße
Hendrik

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Re: Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

#7

Beitrag von Der Krümel »

Hallo zusammen,

>hier< habe ich mal einen neuen Umbaubericht angefertigt zu einem im Prinzip baugleichen Modell.

Roco hat zwar inzwischen den Rahmen und die Platine geändert.
Grundsätzlich ist die Vogehensweise in dieser Form aber bei vielen Roco Drehgestell-Loks möglich, insbesondere dann, wenn sich DC- und AC-Modell nur durch einen anderen getriebeboden (für Schleiferaufnahme), den Schleifer selbst natürlich noch die Radsätze unterscheiden.

Wenn man also auf Märklin-Gleisen fährt, eBay voll von DC-Loks in Wunschausführung für 70,- bis 100,- € ist, die entsprechende AC-Version (gut, Decoder ist dann dabei) aber 200,- € kosten soll, kann man auf die Idee kommen, sich Decoder, Getriebeboden und Schleifer für vielleicht 40,- € zu besorgen und den Umbau zu wagen ... :wink:
Viele Grüße
Hendrik

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Der Raffinerist
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Re: Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

#8

Beitrag von Der Raffinerist »

Hey Krümel,
ich hab mir ne Roco 43413 zugelegt und möchte die auf Ac umbauen. Allerdings weiß ich nicht was für ein Getriebeboden ich brauche, da die Nummer im Ersatzteilblatt irgendwie nicht angegeben ist. Könntest du mir diesbezüglich helfen ?
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Re: Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

#9

Beitrag von Der Krümel »

Hallo Flo,

das ist eine alte Lok der (inzwischen so genannten) "Classic"-Variante, die noch auf der Altkonstruktion von 1976 beruht.
Für dieses Modell gibt es keinen AC-Getriebeboden.
Hier ist die Drehgestellblende ein Teil mit dem Getriebeboden.
Es gab auf dem gleichen Fahrgestell basierend auch ein paar AC-Modelle der BR110 (Bügelfalte), deren Drehgestellblende man prinzipiell verwenden könnte, nur passen dort die dargestellten Feder/Dämpfer nicht zur BR111.

Als Ersatzteil sind diese Teile aber sowieso schon lange nicht mehr seitens Roco lieferbar.

Bei Deinem Modell hilft daher leider nur Selbstbau.
Der Liliput-Schleifer L938991 dürfte der Schleifer sein, der am wenigsten Platz beansprucht und vielleicht unter dem DC-Getriebeoden genug Platz zum einfedern hat.
Da müsstest Du Dir natürlich noch etwas zur Befestigung einfallen lassen.

Ich selbst habe keine Roco "Classic"-Loks und kann Dir daher nicht wirklich weiter helfen.

Mein Bericht bezieht sich auf die Neukonstruktion der 111 (ab 1999), die auf dem Fahrgestell der erstmals 1992 als "Exclusive"-Modell erschienenen BR110 basiert.
Viele Grüße
Hendrik

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Re: Umbaubericht Roco DC-Lok 111 038-6 (63641) für Märklin

#10

Beitrag von Der Krümel »

Hallo zusammen,

die Bilder sind leider auf meinen Festplatten nicht mehr vorhanden.
Einen gleichartigen Umbau habe ich jetzt aber >hier< beschrieben.
Ich denke, ich werde den ursprünglich hier gezeigten Umbau mit den Bildern aus dem anderen Thread überarbeiten.
Da ich aber auch noch weitere Modelle mit gleichem Fahrgestell zum Umbau von DC auf AC hier liegen habe, fertige ich evtl. auch davon neue Bilder an und füge sie hier ein.
Viele Grüße
Hendrik

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