Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

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Ralf Büker
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Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#1

Beitrag von Ralf Büker »

Hallo Modellbahner,
folgend zeige ich eine Möglichkeit, wie man die Stirnbeleuchtung der Roco V 200 verbessern kann. Es geht dabei um die Loks, welche bis ca.. 2011
gebaut wurden. Hierin ist eine Stirnbeleuchtung mit Glühlampen über Lichtleitkörper (LLK) eingebaut.
Das so erzielte Licht ist absolut nicht der Hit. Austretendes Streulicht sorgt dafür, das bei weißem Licht auch die Linsen für das rote Licht mit
leuchten und anders herum. Auch das Führerhaus, die Fenster, der Maschinenraum und sogar die Gleisbettung werden diffus mitbeleuchtet.
Die Lichthelligkeit lässt auch sehr zu wünschen übrig ...
Mein Sohn Niko und ich haben uns nun Gedanken gemacht, wie das zu verbessern ist. Dabei wurde so einiges probiert und getestet, aber alle
Versuche SMD LED unter Beibehaltung der original eingebauten Lichtleitkörper einzubauen frustriert abgebrochen. Die oben genannten Probleme
reduzierten sich zwar, aber vor allem das störende Licht in den Stirnbeleuchtungslinsen für die jeweils andere Fahrtrichtung war nicht zu verbessern.
Zudem ist das Einpacken der LLK gegen Lichtaustritt mit z.B:: Alufolie ein Krampf.
Wir haben uns deshalb entschlossen die LED direkt auf die Stirnlinsen setzen. Zum Einsatz kamen dabei :
für das weiße Licht:
reinweiße Everlight LED 0402 16-213-T3D-QR2T1N-3T von Conrad mit 360mcd Leuchtkraft, Bestellnummer #180078
und für das rote Licht:
rote SMD LED #0603-360 RT von Reichelt mit ebenso satten 360 mcd
Weitere Zielsetzungen waren Kupferlackdrähte zu verwenden, die LED in Autoknetmasse einzubetten und diese damit gleichzeitig zu fixieren. Bei
einen Defekt kann man sie so wesentlich einfacher und schneller tauschen, als wenn sie mit UHU o.ä. bombenfest geklebt wären ...

in Bild 1 sind bereits zwei rote LED provisorisch auf die entsprechenden Stirnlinsen gesetzt (erst einmal nur vorsichtig mit Autoknetmasse an Ort und
Stelle gehalten) Da sie noch nicht mit der Masse abgedeckt sind, leuchten sie natürlich noch überall hin. Wichtig war in diesem Moment nur der erste
Eindruck, und der zeigte sehr, sehr gleichmäßiges und helles rotes Licht. Und genau da wollen wir hin ...
In Bild 2 sind die beiden roten LED mit ein wenig Autoknetmasse eingebettet und man sieht, das ist schon richtig gut ...
(die eingestellte Versorgungsspannung war niedriger wie in Bild 1, deshalb leuchtet es etwas dunkler)
1 Bild 2 Bild
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weiter ging es mit den Versuchen. Bild 3 zeigt wie es gleichzeitig unter der Haube aussieht, die roten LED sitzen erst einmal nur provisorisch in der
Knetmasse. Man sieht dort auch, das der am Frontfenster sitzende Lichtleitkörperteil bereits direkt am Fenster abgeknipst wurde. Lediglich ein kurzes
Stück davon mit ca. 5mm Länge wurde als nächstes oben wieder eingesetzt (leider ist das Foto dazu nichts geworden. Deshalb zeige ich jetzt schon
Bild 4, obwohl es den fast fertigen Zustand eigentlich vorweg nimmt) In Bild 4 ist dieses Teil bereits eingebaut, mit einer LED versehen und eingebettet
3 Bild 4 Bild
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wie oben bereits erwähnt werden die Leuchtdioden ausschließlich mit Autoknetmasse eingebettet. Um sie vorher exakt zentrieren zu können, wurden
die LED anfangs nur am Kupferlackdraht ganz in der Nähe der Linse oder des Lichtleitkörpers fixiert. So kann man die LED erst einmal leicht hin- und
herbewegen. Auf Grund ihrer Größer ist das nötig, man findet die Mitte des LLKs oder einer Linse meist nicht auf Anhieb ...
Ist die Mitte gefunden, deckt man jede LED selber ganz vorsichtig mit einer dünnen Knetmassenhaube ab und fixiert auch sie damit. Man sollte nun
und bei weiteren Lagen aber immer mal wieder schauen, ob die LED richtig zentral sitzen, jetzt zu korrigieren ist ein Leichtes ...
Insgesamt werden drei, vier dünne Lagen aufgebracht. Ist das fertig, sauber geschlossen und die Funktion noch einmal getestet, wird die Knetmasse
mit beiger Acrylfarbe gestrichen. Die Farbe stabilisiert dabei die Masse dabei zusätzlich in der Oberfläche (diese wird zäher) und dichtet eventuell
vorhandene Abdichtungsritzen ab.
Das Ganze hält übrigens problemlos, ich verwende die Knetmasse schon seit langen bei solchen Umbauten und hatte noch nie Probleme damit.
Die Abwärme der LED ist für die Masse auch kein Problem. Bei diesem Umbau fließen nur wenige Milliampere, die LED arbeiten also bei weitem nicht
in ihren Maximalbereichen. Es lässt sie sozusagen förmlich kalt, und zwar fühlbar ...
--------------------------------------------------------------------------------
folgend zwei Bilder beim Test der weißen LED = so wird das in Zukunft leuchten, links nur unten / rechts komplett verdrahtet:
das ist doch mal ein Licht, oder ?
Wenn man genau hinsieht, erkennt man, das die unteren Lichter eine Art Korona haben. Das liegt daran, dass das obere Stirnlicht über den Rest eines
Lichtleitkörpers strahlt und das Licht für unten über die original eingebauten super dünnen Linsen. Dies wird sich durch weiteres dimmen mit
Sicherheit weiter abschwächen oder gar verschwinden.
Zudem sind die Bilder absolute Nahaufnahmen und die Kamera übertreibt etwas. Real mit den Augen gesehen wirken die Lichter nahezu gleich hell,
kein Vergleich mehr zum ursprünglichen Zustand ...
5 Bild 6 Bild
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Bild 7 zeigt noch einmal die Einbettung der LED in Autoknetmasse und die Verlegung der Kupferlackdrähte Bei genauem Hinsehen erkennt man,
das sie direkt unter den Seitenfenstern nach hinten verlegt wurden. Die Drähte sind so dünn, das ist überhaupt kein Problem.
Die Vorwiderstände betragen 10 KΩ für die zwei roten und 5,6 KΩ für die drei weißen LED. Sie wurden einfach auf nicht mehr benötigte und
entsprechend umgearbeitete Leiterbahnenbereiche der Platine in der Lok gesetzt. LED und Widerstände bilden jeweils eine Reihenschaltung
und sind an f0 vom Decoder (bei uns Kühn T 145) angeschlossen. Die Werte der Widerstände sind natürlich nur ungefähre Richtwerte.
Wem die Beleuchtung so noch zu hell ist, der kann entweder die Widerstandswerte noch erhöhen, oder / und auch zusätzlich über den CV Wert
des Decoders dimmen. In unserem Falle Kühn T 145 haben wir zum Beispiel für diesen Versuchsaufbau erst einmal die CV 49 + 50 je auf "16" und
CV 55 auf "5" gesetzt. Wir werden aber bestimmt noch etwas mehr dimmen.
Bitte dran denken, das man für den Servicefall die Kupferlackdrähte lang genug lassen sollte ...
7 Bild
--------------------------------------------------------------------------------
und das Ergebnis ...
Bild Bild

Mfg
Ralf.
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lokhenry
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#2

Beitrag von lokhenry »

Nicht schlecht, gute Arbeit, aber es ist mir zu viel tam, tam, wen ich an den Umbau der BR 290 denke, man o man was ein gefummel, hier gab leider nichts fertiges zu kaufen, ich habe fünf Stück umgebaut, es reicht.

Bild
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Bild
Bild
Bild
Bild


Warum nicht so was??

http://www.epocheiii.de/42651/42545.html

MfG

Henry

:lol:
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Ralf Büker
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#3

Beitrag von Ralf Büker »

Hallo Herny,
Epoche III Lichtmodule kannte ich noch nicht, sehr interessant, vielen Dank für den Link.
Aber:
dass einem die Arbeit bei meinem Aufbau nicht geschenkt wird ist schon klar. Dafür kostet
meine Version auch eine ganze Menge weniger, wie bei Epoche III Lichtmodule. Und geringe
Kosten waren in erster Linie für mich entscheidend. Ebenso entscheidend war aber auch, das
rote und weiße Licht unten einwandfrei zu trennen, eben ohne das die anderen Lampen mit
am leuchten waren.
Ist denn die Lichttrennung unten bei der Platine von Epoche III absolut einwandfrei? Gibt es
Bilder?
MfG
Ralf.
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lokhenry
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#4

Beitrag von lokhenry »

Hi Ralf, deine Arbeit ist echt super, nur ich habe sehr wenig Zeit, man sollte nicht Sachen machen die man evtl., Professionell kaufen kann, bei der Fa Epoche III ist nicht nur das Licht sehr wichtig sondern die Platine ist schon mit Decoder Schnittstelle, Innenbeleuchtung Anschluss, Ausgang für evtl. Stromkupplung für Wagen und die Lötstellen für die Digital Kupplung schon fertig vorgesehen und dazu noch vorbereitet mit Anschluss für einen Funktionsdecoder. Wenn Du das alles selber machen möchtest ist das auch nicht sehr viel billiger, die Zeit will Ich garnicht erst erwähnen. Trotzdem, ich werde eine BR 220 umrüsten und darüber berichten, die Umbau Platinen für die BR 110 ist auch nicht schlecht, hier ist gerade die Stirnbeleuchtung kaum zu sehen, oder für die BR 181 und 151, hier ist die Beleuchtung so mickrig da würde sich ein Umbau schon lohnen.

MfG

Henry
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Ralf Büker
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#5

Beitrag von Ralf Büker »

Hallo Modellbahner,
da ich sehr interessiert war, habe ich den Tipp von Henry aufgegriffen und mir inzwischen bei Epoche III direkt mal einen Platinensatz "R-220.01-B LED-Modul BASIC BR 220/200" bestellt. Das Ganze wurde ruck zuck geliefert und der Einbau konnte von Statten gehen. Ausgerüstet wurde damit eine Roco 43929 Am 4/4
Bild Bild

Aus meiner Sicht ist diese Alternative sehr gut und absolut überzeugend, sie kann sich wirklich sehen lassen !!! Natürlich ist auch hier einiges zu basteln und ein wenig Geschick erforderlich. Hält man sich aber an die gut beschriebene und bebilderte Anleitung von Herrn Hofmann geht alles gut von der Hand. Zudem bietet dieser auch einen ausgezeichneten Support.

MfG
Ralf.
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lokhenry
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#6

Beitrag von lokhenry »

Hi Ralf,

ich greife das Thema nochmal auf, weil meine V 200er in der Versenkung waren, heute habe ich mich durchgerungen und werde 3 X die Platine bestellen, dein Umbau gefällt mir, ich werde meine 2 BR 220 und die Am 4/4 umrüsten.

MoBa Gruß

Henry
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#7

Beitrag von Baureihe 103 »

Hallo Ralf,
sieht super aus, auch die verlegung der Kabel - Lob!
Gruss Matthias
Bild

xflow79
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#8

Beitrag von xflow79 »

Hallo Ralf!

Ich hol mal Deine schöne Anleitung hoch!
Meinst Du mit Autoknete diese Lackreingungsgummis?

Grüsse

Flo
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Ralf Büker
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#9

Beitrag von Ralf Büker »

Hallo Flo.
nein. Es handelt sich um eine prima knetbare und obendrein leicht klebende (und damit auch mal wieder gut zu
entfernende) Dicht-Masse wie z.B.: von A.T.U = HX Dichtband – 20 x 3000 mm – BUTYL - Preis 2011/12: 11,49€ die
Rolle ,--))
Lade mal ein Foto hoch...

Gruß
Ralf
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power
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#10

Beitrag von power »

Danke Ralf

Gruß Ralf
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Ralf Büker
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#11

Beitrag von Ralf Büker »

....und hier noch das Bild
Bild

Gruß
Ralf

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Re: AW: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#12

Beitrag von xflow79 »

Super, danke!
Dann werd ich mal bei unsrem ATU nachschauen!
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lokhenry
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Re: Verbesserung der Roco V 200 mit SMD LED Beleuchtung

#13

Beitrag von lokhenry »

Hi,

ich hole diesen Thread wieder hoch, der Grund die Fa Epoche III scheint es nicht mehr zu geben?

Also geht das pfriemeln wieder los.

Nachdem die ESU und die Piko BR 220 eine ordentliche Beleuchtung haben und ich keine Lust habe meine Roco Kraftprotze abzugeben, müssen diese in eine Revision, bedeutet neuer Zimo Decoder und LED Beleuchtung einbauen.

Die Methode sehr ähnlich wie die Vorgehensweise von Ralf aber ich probier noch einiges aus und benutze mini SMD LEDs, werde meine fertige Methode die Tage zeigen.

Wichtig, die LEDs werden in der Front fest montiert und mit Ministecker beim Abnehmen des Gehäuses verbunden, dabei sollte so wenig wie möglich fräs oder säge Arbeiten stattfinden, ohne wird es, wenn die Lokführerkabine frei bleiben soll leider nicht gehen, aber es ist sehr wenig was bearbeitet werden muss.

Das mal nur um zusehen ob es inzwischen neue Methoden vorhanden sind, bitte um Info, ich muss
mit der SBB Am 4/4 zusammen vier Maschinen Umbauen und möchte nicht sehr viel Zeit Investieren.

MoBa Gruß

Henry
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