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Hafenbahn, Gleise einpflastern

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 12:36
von Jumbo-44
edit: "Inhaltsverzeichnis" eingefügt:
1. Ideensammlung
2. Gipspflaster, Nägel
3. Styrodurpflaster (Faller), verzinnter Kupferdraht ("Silberdraht")
4. Styrodurpflaster (selbst geprägt), Goldleistenstifte, verzinnter Kupferdraht
5. "Rillenschienen" aus PS-L-Profilen

Hallo zusammen,

im Bereich meiner "Speicherstadt" möchte ich die Anschlußgleise auf Straßenniveau einpflastern.

Hat jemand Erfahrung mit den Swedtram-Gleisen in Verbindung mit Märklin-Radsätzen?
Oder sonstige Erfahrungen zum Einpflastern (insbesondere für 3L-Gleise!)?

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 12:59
von lokbi_son
Hallo Jumbo-44,

schau mal z.B. in der Ruhmeshalle, 21.03., bzw. Seite 7.

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 16:19
von 216
Ich habe z.B. bei meinem Schrottplatz Gipsplatten gegossen und diese eingesetzt.
Bild

Gruß Martin

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 18:38
von CR1970
Schieb mal den Wagen weg, ich möchte den Mittelleiter sehen :shock:

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 20:04
von HNull-Bahner
Ich habe mir gerade eine dünne Blechplatte gekauft und will die passgenau zurecht schneiden. Ich hoffe, dass aus dieser Konstruktion dann eine verlässliche Stromzufuhr im Hafen wird. Den Fahrstrom werde ich von unten an die Bleche löten und dann sollst werden.

Bin gespannt - freue mich aber ganz ehrlich gesagt jetzt schon über jede Anregung, die eher zum Ziel führen könnte.

Torsten grüßt

Einpflastern

Verfasst: Mo 16. Nov 2009, 21:27
von Walter Zöller
Hallo Freunde,

Dreileiter zum Einpflastern eignet sich gut das alte TRIX-Express-Gleis.

Gruß
Walter

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 08:20
von Samy1981
ich habe letztens irgendwo mal einen Tipp gelesen, man solle graue stromleitende Farbe in diesen Bereichen verwenden, ich kenne da nur Silberleitlack, welcher leitet, da viele Metallic-Splitter in der Farbe sind.

Weiß jemand ob es sowas auch in grau oder anderen Farben gibt?Kann ich mir nur schwer vorstellen.......

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 09:05
von K.Wagner
Hi,

wenn Ihr die Suchfunktion benutzt, dann findet ihr meine Lösung mit Kibri-Pflasterplatten + dünnem Ms-Draht, denn ich ähnlich Pukos als Mittelleiter benutze. Wrr ihn noch mehr tarnen will, kann ihn noch brünieren - dann fällt er so gut wie überhaupt nicht mehr auf....
Dünnes Blech habe ich auch schon genommen, es aber bald wieder ausgebaut, da die Zentraleinheiten (nach dem Digitalisieren der Anlage) kürzeste Kurzschlüsse mit Abschalten quttierten. Wenn ein Radsatz nur kurz an dem Metall "anschlug", stoppte der ganze Betrieb. Die alten Fahrregler ignorierten das großzügig...
Natürlich kann man das Blech seitlich isolieren, aber Lack nützt sich mit der Zeit ab, Tesa löst sich und das Ganze mit dünnem Kunststoff einzufassen (z.B. Folie etc.), befriedigte mich vom optischen Ergebnis her nicht so ganz.

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 11:27
von Jumbo-44
Hallo Klaus,

habe Deinen Beitrag gefunden und bin von der Variante mit dem "durchgefädelten" Kupferdraht begeistert.
Allerdings habe ich irgendwo gelesen, daß die Reibung sehr hoch sein soll, wenn das Rad nicht zwischen zwei Schienen läuft.
Ich könnte mir deshalb gut vorstellen, ein 2L-Gleis um zwei zusätzliche Schienen zu ergänzen - verspricht aber sehr aufwendig zu werden.

Was sagt Deine Rangiererfahrung dazu? Hast Du irgendwelche Nachteile durch den Verzicht auf eine "echte" Rille?

Gruß,
Mark

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 12:21
von K.Wagner
Hallo Mark,

zum Thema zusätzliche Reibung kann ich nur so viel sagen, dass ich meine Anlage exakt in der Waage aufstellen muß, damit die abgestellten Wagen nicht in die eine (Ri Bhf - besonders unfallträchtig) oder andere Richtung rollen. Mein Roco- und Brawa Köf, die wirklich keine Zugkraftprotze sind, haben mit den 3-4 Güterwagen, die sie da zu rangieren haben, keine Probleme.
Ich habe allerdings auch im Vorfeld versuche gemacht - auch bei meinen Bahnübergängen - und die "Rille" entsprechend angepasst, auch wenn sie mir etwas zu breit ist.....aber mit dem Kompromiss muß man leben.

Noch was zu den Abständen der Drähte: Heute würde ich sie nicht so "lang" machen - nur so 2mm statt der damaligen 4-5mm, und auch den Abstand untereinander etwas vergrößern - das sich z.B. beim "kleinen" Märklinschleifer immer 3 Kontaktpunkte ergeben - das reicht völlig, zumindest im Bastelkeller-Laborbetrieb, auch wenns etwas Sägemehl und sonstigen Staub hat.

Wichtig ist, die Innenkanten der Schienenprofile schön sauber zu halten - dann gibts auch bei den kleinen Rangierteckeln keine Masseprobleme...auch eine Erfahrung, die ich erst noch machen mußte.

Verfasst: Fr 27. Nov 2009, 08:19
von Jumbo-44
Leider war ich einige Tage aus dem Verkehr gezogen, deshalb erst jetzt:
Danke @all für Eure Beiträge!

Mein Modellbahnhändler hat mir aus der Sicht des "Straßenbahners" Faller Pflasterfolie empfohlen. Sieht gut aus und ist auch vom Preis her eine sehr interessante Alternative zu den Kibri-Platten.
Allerdings ist die Folie auf der Unterseite mit einem Schaumstoff kaschiert. Ist dieses Zeug alterungsbeständig, oder zerbröselt mir die gesamte Straße nach ein paar Jahren? Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

Verfasst: Fr 27. Nov 2009, 09:10
von K.Wagner
Hallo Jumbo,

wenn Du am Pflaster mehr als 5 Jahre Freude haben willst, nimm die Kunststoffplatten oder geprägtes Papier. Ich mußte ALLE meine Straßen umstellen, da es zum Einen eine Verfärbung gab (früher war meine Anlage im Wohnzimmer und sah Tageslicht) und der Schaumstoff dann auch das Bröseln anfing. Es war eine Heidenarbeit!

Verfasst: Do 3. Dez 2009, 13:06
von Jumbo-44
Nochmals danke für Eure Beiträge.
Ich habe mich nun entscheiden, erst einmal mit Karton-Pflaster (Vollmer 6041) zu beginnen. Die Ergebnisse meiner Versuche werde ich dann in meinem Anlagenbericht vorstellen.

Gruß,

Mark

Verfasst: Fr 18. Dez 2009, 23:19
von Der Hamburger
Moin Mark,

trifft sich prima, genau mein derzeitiges Thema. Ich habe einige Versuche gestartet, habe auch die Swedtrans-Gleise im Auge gehabt. Habe es dann aber doch nicht eingesetzt, da es Probleme mit der Höhe der PUKOS geben kann. (s.u.).
So schön wie die Gleise aussehen: Für 3-Leiter-Anlagen ist es nicht wirklich praktikabel.
Grund:
Die modernen Loks haben sehr tief liegende Schleifer und relativ weni Spiel. Wenn Du also die Swedtram-Gleise (oder 2-Leiter-Gleise) nimmst und PUKOS nachsetzt, wirst Du den gleichen Effekt haben wie ich: Der Mittelleiter, egal in welcher Art, DARF nicht zu hoch sein. Sonst kann es sein, dass die Schleifer die Lok schlicht aus der Spur drücken.

Unsereins hat also die Wahl: Entweder im Hafenbereich / Pflasterbereich auf 2-Leiter zu wechseln oder einen Kompromiss einzugehen bzgl. tieferem Kofpsteinpflaster in den Schienen.

Für meine Kaianlagen habe ich letztlich das K-Gleis genommen und das Kopfsteinpflaster vom MKB genommen.
Gab am Anfang zwar etwas Probleme, dann der klasse Unterstützung durch Herrn Brenneis aber gut geklappt.
Vorteil: Das Kopfsteinpflaster sieht sehr gut aus, wirkt sehr realistisch und ist ausreichend profiliert, dass man es auch gut altern kann.
Nachteil:
1.) Das K-Gleis hat recht flache Mittelkontakte. Ergo ist das Kopfsteinpflaster zwischen (in) den Gleisen tiefer als neben den Gleisen.
2.) Das Kopfsteinpflaster ist gelaserter Karton und zugeschnitten für GRADE Strecken. Also keine Elemente für Kurven, Weichen oder so.

Vioelleicht hilft es Dir ja.
Und sag Bescheid, wenn Du andere / weitere Erfahrung gesammelt hast.

Gruß,
Sven

Verfasst: Sa 19. Dez 2009, 17:29
von hans hirsch
hallo hafenbahner,

ich habe meine gleise ja auch "zugepflastert"
<a href="http://www.abload.de/image.php?img=img_ ... .jpg"><img src="http://www.abload.de/thumb/img_6689hryr.jpg"></a>.
das problem bei mir ist das nun die pukos ein bisschen oxidieren, da ich sie mit schleifpapier gereinigt habe.
wenn ich nun das pflaster vom baumbauer im ivar-regal ansehe, könnte ich mir vorstellen, dass es auch so ginge. die schienen sollte man einfach mit einem lapen oder stück holz reinigen.

mfg ueli

Verfasst: Mo 21. Dez 2009, 19:55
von Jumbo-44
Der Hamburger hat geschrieben: Und sag Bescheid, wenn Du andere / weitere Erfahrung gesammelt hast.
Moin Sven,

neue Erfahrungen habe ich nur insofern gemacht, daß mich Karton-Pflaster (in meinem Fall von Vollmer) nicht überzeugt. Deswegen bin ich nun auch in die "Gipsfraktion" gewechselt, meine Spörle-Formen warten bereits auf die nächste Arbeitsphase nach dem Weihnachtsurlaub. Erfahrungsbericht und Fotos stelle ich dann ein.

Bis dahin ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr !

Mark

Verfasst: Di 22. Dez 2009, 07:27
von puls200
Der Hamburger hat geschrieben:Der Mittelleiter, egal in welcher Art, DARF nicht zu hoch sein. Sonst kann es sein, dass die Schleifer die Lok schlicht aus der Spur drücken.
Die Obergrenze ist klar definiert: ca. 0,5 - 1mm über Schienenhöhe. So hoch muß der Schleifer definitiv kommen um z.B. bei Weichen die kreuzende Schiene zu überqueren.
Es ist eher so daß die Federkräfte die den Schleifer nach unten drücken zunehmen und das Triebfahrzeug deshalb weniger Traktion hat, je stärker diese Feder gespannt ist.

Verfasst: Di 22. Dez 2009, 15:17
von Railstefan
Hallo Jumbo-44,

in unserem Verein tritt die gleiche Problematik auf, da die Vereinanlage komplett mit Märklin-K-Gleis gebaut ist. Bereits an Bahnübergängen tritt deine Problematik ja auch schon auf, wenn man nicht eine deutliche Stufe im Straßenverlauf haben möchte.... Wir füttern den Gleiszwischenraum bis knapp unter das Schienenprofil mit geeignetem Material (Holz bei Bohlenübergöngen / Pflasterplatten / Gips) auf und spannen einen feinen verzinnten Kupferleiter über diese Stelle. Wir führen ihn einfach vor und hinter der Stelle leicht schräg in den Untergrund und wickeln die Enden je um eine Spax-Schraube, mit der man den Draht vorsichtig spannen kann. An einer der Schrauben wird auch noch eine elektrische Verbindung zum 'normalen' Mittelleiter hergestellt. Und das Ganze funktioniert bei uns seit gut 20 Jahren ohne größere Probleme (dank der Schrägen gleitet der Schleifer ohne Probleme rauf und wieder runter).

Mit dieser Technik haben wir auch Untersuchungsgruben und Schlackegruben im BW-Bereich überspannt. Hier sollte man allerdings alle paar Zentimeter eine Unterstützung in Form einer Wegplatte (bei B&K sind diese sogar Bestandteil des Bausatzes gewesen).

Viel Erfolg
Railstefan

Verfasst: Mo 8. Feb 2010, 13:12
von Jumbo-44
Moin Stummis,

so plante ich das Einpflastern umzusetzen:
- der Unterbau ist aus 10mm Birke Multiplex und 4mm Kork aufgebaut
- die mit Spörle-Formen gegossenen Pflasterplatten werden so weit abgeschmirgelt, daß sie nicht über Schienenoberkante ragen
- durch vorgebohrte Löcher werden Nägel gesteckt (die Kopfgröße entspricht ziemlich genau einem Pflasterstein)
- die Nägel werden mit einem zwischen Pflaster und Schwellen verlaufenden Draht verlötet und dann abgezwickt
- der Draht erhält in regelmäßigen Abständen einen Fahstromanschluß

Die Vorbereitung:
Segmentrahmen mit Trassenbrettern und Korkauflage (im unteren Bereich ein Fleet mit Ziegelwandung, über den großen Löchern kommen die Speicherblöcke zu stehen, ganz oben wiederum ein Fleet)
Bild

Die Umsetzung:
Beim Abziwcken der Nägel ist der Pfalsterstreifen zu Bruch gegangen :cry:, einzelne Nägel sind sogar aus den Lötstellen herausgerutscht :shock: .
Bild

:arrow: So geht es also schon mal nicht. Im nächsten Versuch werde ich mich an der von Klaus Wagner beschriebenen Methode versuchen und einen Draht durch das Pflaster "weben". Ich denke, ich werde hierfür 0,2mm oder 0,3mm versilberten Kupferdraht nehmen.

to be continued...

Verfasst: Mo 8. Feb 2010, 14:22
von catlighter
Hallo Mark,

vor den gleichen Problemen/Überlegungen stand ich auch und habe einiges probiert. Falls Du meinen Erfahrungsbericht bisher überlesen haben solltest:

http://www.stummiforum.de/viewtopic.php ... eises.html

Ich bin nun sowohl optisch, als auch funktional gut bedient.

Gruß Kai

Verfasst: Mo 8. Feb 2010, 14:56
von Jumbo-44
Hallo Kai,

Deinen Bericht habe ich mit großem Interesse verfolgt.

Diese Gründe lassen mich bislang nach einer anderen Lösung suchen:

- ich traue den geschäumten Produkten nicht, wegen der fraglichen Alterungsbeständigkeit
- Dein ursprünglicher Ansatz mit den Schrauben erschien mir nicht unauffällig genug

...
Habe jetzt die neueren Beiträge durchgeschaut. Mit Stahlstiften entspricht das exakt meinen Vorstellungen - ganz ausgezeichnete Arbeit !!!
Also werd ich es doch nochmal auf diese Art probieren.
Übrigens bin ich vom PIKO-Gleis sehr angetan - schöne Geometrie (schlanke Bogenweiche, Y-Weiche!) und keine störenden PuKos, die mache ich ja ohnehin selbst.

Danke für Deinen Hinweis, ich laß Euch wissen wie es weitergeht.

Gruß,
Mark

Verfasst: Mo 8. Feb 2010, 21:49
von catlighter
Mark schrieb:
ich traue den geschäumten Produkten nicht, wegen der fraglichen Alterungsbeständigkeit
Da hab ich weniger Sorge, das Faller-Zeugs ist geschäumtes Polistyrol ohne Weichmacher! Allerdings ist es etwas druckempfindlich :roll:
- Dein ursprünglicher Ansatz mit den Schrauben erschien mir nicht unauffällig genug
Mir dann auch nicht mehr, nachdem mich Dwimbor auf die Idee mit den Drahtstiften brachte 8)

Ich bin gespannt wie Du es für Dich löst. Dieses Forum ist und bleibt einfach spannend :wink:. Manchmal nur schade, das eine bessere Lösung erst dann erscheint, wenn man selber schon damit fertig ist :roll: -

Laß uns teilhaben...
Gutes Gelingen!
Gruß Kai

Verfasst: Di 9. Feb 2010, 07:46
von Jumbo-44
catlighter hat geschrieben: Dieses Forum ist und bleibt einfach spannend
Das kann ich nur voll und ganz unterstreichen. So viele Ideen, so viel Wissen kann man alleine gar nicht wuppen. Und nicht selten findet sich in einem manchmal uralten Beitrag genau die Lösung, die man suchte.
Manchmal nur schade, das eine bessere Lösung erst dann erscheint, wenn man selber schon damit fertig ist.
Da hilft nur ständig weiterbauen :wink:


Grüße,

Mark

aus alt mach neu

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 10:41
von Jumbo-44
Nach vielen Um- und Irrwegen glaube ich nun "meine" Lösung gefunden zu haben. Im wesentlichen baut diese auf
Ralf Bükers Beitrag http://stummi.foren-city.de/topic,26817 ... tml#374565 auf.
Klaus Wagners Variante http://stummi.foren-city.de/topic,7908, ... .html#70754 des durch das Pflaster hindurchgewobenen Mittelleiters erscheint mir zwar weniger aufwendig, ist aber wohl nur mit Kunststoffplatten als Straßenbelag realisierbar. Jedenfalls schneidet der Mittelleiter-Draht durch das weiche Faller-Pflaster glatt durch.

Das zur Umsetzung erforderliche Zubehör zeigt das folgende Foto:
Bild

Im einzelnen:

Gleise von Piko
- bei 2L-Gleise braucht der nicht benötigte Mittelleiter nicht entfernt zu werden
- Piko-Gleise sind mit Märklin-K-Gleisen problemlos kombinierbar
- das Gleis ist angenehm zierlich und trotzdem mit allen NEM-Radsätzen befahrbar
- die "schlanke" Weiche ist hier Standard; Bogenweichen gibt es in zwei Radien; zusätzlich auch eine Y-Weiche

Faller-Pflaster
- die verschiedentlich zitierte Druckempfindlichkeit ist mehr Vorteil als Nachteil:
1. knifflige Schnitte (Weichen!) können durch Aufpressen vom jeweiligen Gleis etc. übertragen werden
2. die zwischen 2mm und 3mm variierende Stärke des Pflasters kann durch Pressen der Einbausituation angepaßt werden
- Schnitte lassen sich mit einem scharfen Messer (Skalpell) einfach und sauber ausführen; Kunststoffplatten sind da insbesondere bei krummen Kantenverläufen (Kurven und Weichen!) eine ganz andere Herausforderung
- das Pflaster ist so flexibel, daß der gem. NEM 340 max. 13,6mm breite Pflasterstreifen zwischen den Schienen gerade ausgeschnitten und dann dem Gleisverlauf nachgebogen werden kann

versilberter Kupferdraht, 0,4mm:
- meiner stammt von C*; einen preiswerteren habe ich nicht gefunden, ich lasse mich aber gerne belehren


Und so geht's:

Aus dem Silberdraht werden 2 bis 3cm lange Stücke (hängt vom Abstand der PuKos ab) abgetrennt und mittig umgebogen (Flachzange ist hier hilfreich). Der Abstand der PuKos soll nach NEM nicht mehr als 2 Schwellen betragen, was elektrisch bei mir auch keine Probleme bereitet. Allerdings läuft der Schleifer bei doppeltem Schwellenabstand holperiger, d.h. lauter und der mechanische Widerstand ist höher, was die M*-V60 im Auslieferungszustand vor unlösbare Probleme stellt. Die weiteren Abschnitte werde ich deshalb mit einfachem Schwellenabstand bauen.
Die Spitze der PuKos wird exakt auf Höhe Schienenoberkante gebracht. Das erlaubt Betrieb auch mit kleinen Loks (z.B. Köf).

Diese PuKos muß ich noch justieren:
Bild

Die 13,6mm breiten und nach Bedarf gepreßten Füllstreifen werden dann mit viel Gefühl auf die PuKos aufgedrückt und die PuKo-Spitzen nochmals justiert.
Im letzten Schritt werden die unten herausstehenden Dräht umgebogen und miteinander verlötet - fertig ist das eingepflasterte 3L-Gleis.
Bild

Die Weichen sind etwas kniffliger, hier
- muß erstens der Schleifer über die kreuzenden Schienen gehoben werden
- besteht zweitens die latente Gefahr, daß Schleifer und Schiene oder Rad und PuKo in Kontakt kommen - Kurzschluß!
Die kritische Stelle - Schleifer kreuzt Schiene - ist hier rot mariert:
Bild

Zunächst zur Kurzschlußgefahr: M* hat die beiden innenliegenden Schienen elektrisch isoliert und so Kurzschlüsse konsequent ausgeschlossen. 2L-Weichen müssen naturgemäß komplett stromführend ausgelegt sein, sonst fehlt dem Motor eine Phase. Nach Entfernen der Kupfer-Brücken sind auch bei der Piko-Weiche die innenliegenden Schienen ohne eigene Stromanbindung.
Bild

Jetzt der Clou: Während die an einer Außenschiene anliegende Innenschiene (auf dieser rollt das Rad weiter) über die Außenschiene mit Masse versorgt wird, bleibt die vom Schleifer zu kreuzende Schiene weiterhin stromlos Kurzschluß ade! Als Text kaum nachzuvollziehen, am besten Ihr nehmt eine Weiche in die Hand, dann wird es deutlicher. Für den möglichen Kontakt Rad - PuKo helfen nur ganz viele Probefahrten (aber dafür bauen wir ja schließlich unsere Anlagen) und nachbiegen der problematischen PuKos.

Nachdem die Kurzschlußgefahr gebannt ist reicht es, die PuKos zur kreuzenden Schiene hin gerade um so viel länger auszuführen, daß der Schleifer über die Schiene geführt wird. Aber bitte ganz sachte, sonst hakt der Schleifer.

Die durch Aufpressen markierten Pflasterteile können dann ausgeschnitten und eingepaßt werden, was ungefähr so aussieht:
Bild


Die bisherigen Probefahrten zeigen, daß es so funktioniert. Wobei zusätzliches Gewicht bei der einen oder anderen Lokomotive die Kontaktsicherheit erhöhen kann.
Weitere Fotos werde ich Stück für Stück in den Baubericht meiner Anlage einflechten.

Gruß,
Mark

aus alt mach neu

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 10:43
von Jumbo-44
Nachtrag:

Vor meinem letzten Beitrag hatte ich wohl zu wenige Probefahrten unternommen, jedenfalls ist doch noch ein Fehler aufgetreten.

Zur Vermeidung von Kurzschlüssen müssen die Schienen zusätzlich zu der Trennung von der Unterseite her (Kupferbrücke) an den im folgenden Bild rot eingemalten Stellen getrennt werden. Ansonsten werden die Innenschienen (gelber Bereich) quasi "von hinten" mit Masse versorgt.

Bild

Für besseren Massekontakt der Lokomotiven sollten außerdem beide Außenschienen an Masse angeschlossen werden - dann klappt's auch mit der Köf.
Für eine evtl. über die Außenschiene realisierte Gleisbesetzmeldung müßt Ihr eben die Schienen jenseits des Weichenbereichs nochmals unterbrechen.
Bei dieser Lösung ist es auch nicht notwendig, den Schleifer mit den PuKos über die Schiene zu heben. Wenn alle PuKos auf Höhe Oberkante Schiene enden ergibt sich ein schöner ruhiger Lauf und der Schleifer flutscht auch gut über die kreuzende Innenschiene.

Gruß,
Mark


Damit ist auch dieses Thema im neuen Forum angekommen.