Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part VII: Novosibirsk und Wodka aus Flaschen

Bereich für Berichte von Reisen und Besuchen von Events unserer Forenmitglieder.

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d3lirium
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part VII: Novosibirsk und Wodka aus Flaschen

#1

Beitrag von d3lirium »

Guten Abend allerseits!

Inhaltsverzeichnis:
Hier: Part I
Hier geht es zu Part II
Hier geht es zu Part III
Hier geht es zu Part IV
Hier geht es zu Part V
Hier geht es zu Part VI
Hier geht es zu Part VII

PROLOG: Im "103 Türkis Thread" hatte ich bereits darauf hingewiesen: 2018 habe ich mit einem meiner besten Freunde eine Tour von Peking nach Moskau mit dem Zug gemacht. Mein Kumpel hat eigentlich nicht viel für Eisenbahnen übrig, außer dass er der Meinung ist, dass es das beste Verkehrsmittel ist (ich hab nur gute Freunde by the way 8) ) und ich hätte nicht erwartet, dass überhaupt jemand meiner Freunde bei so nem Trip dabei wäre... Aber zufälligerweise hatten wir uns 2017 über Urlaubsträume unterhalten und er meinte zur Transsib "das wollte ich immer schon mal machen"... so wurde es dann auch umgesetzt. 8)

21 Tage, um von Peking nach Moskau zu kommen - längere Zwischenstopps in Peking, der Mongolei, am Baikalsee, Novosibirsk und Moskau.

Die Reise nach Peking traten wir mit dem Flieger an, Etihad leistete uns hier hervorragende Dienste und am 21.07.2018 um 07:00 rum Ortszeit landete der Flieger butterweich in Peking und wir waren mittendrin im ganz normalen chinesischen Wahnsinn. Bevor die eigentliche "Rückreise" losgehen sollte, haben wir uns noch vier Tage vor Ort gegönnt, in denen wir uns mal so richtig ins Megagroßstadtgetümmel stürzen wollten und natürlich auch mal die chinesische Mauer sehen wollten...

Kurzum: Wir haben die Mauer (immerhin das größte Bauwerk der Erde) nicht gefunden (aber das ist eine andere Geschichte), haben abgefahrene Sachen gegessen, sind auf unzähligen Fotos der Einheimischen als Attraktion gelandet und waren beeindruckt von der Vielfalt der Megametropole!

Nun aber zum wirklich wichtigen Teil :fool:
Der Hauptbahnhof in Peking an einem trüben Julimorgen:
Bild

Hier mussten wir zwei Stunden auf den Zug warten...also nicht, dass er Verspätung hätte, nein: zwei Stunden vor Abfahrt muss man dort sein und wartet dann in einem überfüllten Wartesaal bei Musik, die man hierzulande meist aus Chinarestaurants kennt :? .

Das Zuglaufschild offenbarte die Route für die erste Etappe:
Bild
Peking - Erlian - Ulan Baatar

Unser Zug wurde gezogen von einer HXD 3C (und ja, mittlerweile regnete es in Strömen)...
Bild

Die Inneneinrichtung in der zweiten Klasse war ordentlich:
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Es gab genügend Decken, Teppichboden und einen Wasserkocher. Sensationellerweise waren die Bänke auch noch wirklich gepolstert 8)

KURZER EINSCHUB: KLASSEN DER TRANSSIB:
Man kann mehrere Varianten buchen: Absolute Oberklasse ist der "Zarengold", das ist Tourispaß vom Feinsten nur für Touris und die Ausstattung ist top! Dafür ist man unter sich, keine Einheimischen und nur betuchte Mitt-sechziger aufwärts :lol: :pflaster: Dann gibt es die Regelzüge, die in der Regel drei Klassen haben: einmal unsere 2. Klasse, die 1. Klasse mit nur zwei Betten und einem Sessel (in Zügen ohne explizite 1. Klasse Abteile dann halt ein halb belegtes 2. Klasse Abteil) und dann die 3. Klasse, den "Hardsleeper": Betten überall: an der Fensterseite im Gang, sechs weitere auf der Fläche eines Abteils, absolut keine Privatsphäre aber immer gute Stimmung :lol:
EINSCHUB ENDE

Die weitere Ausstattung war auf solidem Niveau möchte ich behaupten:
Bild

Zudem gab es in jedem Wagen noch eine viel solidere Warmwasseranlage:
Bild

Das Bad war sehr sauber:
Bild

Alles in allem waren wir mit dem Interieur sehr zufrieden und hatten das Abteil auch bis kurz vor der mongolischen Grenze für uns, dann stieg eine junge Mutter mit ihrem Sohn ein. Da sie Englisch konnte, haben wir uns nett unterhalten können.

Mit einem leichten Ruck setzte sich der Zug mit seinen 14 Wagen in Bewegung und wir rumpelten durch Peking... weiter und immer weiter durch die Häuserschluchten... begleitet von einem immerwährenden Regen... welcher die Welt, die an unserem Fenster vorbeizog, blass und verschwommen erscheinen ließ...

Nach einer Stunde Fahrt befanden wir uns immer noch in Peking...erste Versuche, entgegenkommenden Zugverkehr zu dokumentieren brachten keine nennenswerten vorzeigbaren Ergebnisse - ich machs trotzdem mal:
Bild

...und nach zwei Stunden Fahrt: immer noch Peking Randbezirk :shock:
Bild

Endlich nach über zwei Stunden Fahrt endeten abrupt der Speckgürtel und der Regen und die Welt draußen wurde grün:
Bild

...und bot neblige Berge und weite Täler:
Bild

...und ab und an kreuzten wir auch eine der vielen Hochgeschwindigkeitsstrecken:
Bild

... hier wurde gerade gebaut - ich schätze nur drei Monate nach dem Bild sind die ersten Züge gefahren:
Bild

... Essen im Speisewagen gab es erst Abends, so mussten wir uns mit FastFood über Wasser halten:
Bild
(Fun Fact: während hierzulande der Zusatz "hot" in verschiedensten Farbvarianten oder mit kleinen Chilischoten versehen nicht mehr als ein Marketinggag zu sein scheint, war das "fire" bei diesen Nudeln durchaus ernstzunehmen... alter Schwede, hat mir die Fresse gebrannt danach... und ich züchte meine Chilis selbst... :pflaster: :lol: )

Je näher wir der mongolischen Grenze kamen, desto flacher und steppiger wurde die Landschaft draußen, der Regen hatte sich ebenfalls verabschiedet:
Bild

Am frühen Abend folgte dann der Wechsel von Strom auf Diesel:
Bild
Eine DF4D beförderte uns bis nach Erlian. Das Manöver wurde unter meinen neugierigen Blicken mit absoluter Präzision und absoluter Haltung durchgeführt. Es bleibt zu sagen, dass wir jederzeit äußerst freundliches Personal hatten, welches auch kein Problem damit hatte, wenn man (sogar wirklich jeden bahntechnischen Nippes) fotografiert hat...

Zum Abendmahl lud dann der Speisewagen...etwas unspektakulär die Theke, aber das Essen war sehr gut und für umgerechnet nicht mal fünf Euro gab es warmes Essen und ein Bierchen:
Bild

Bild
Da hab ich hierzulande schon für mehr Geld weniger bekommen...Auf so ziemlich JEDER Etappe der Reise waren die Speisewagen kaum besetzt, außer uns verirrten sich nicht viele dorthin. Gespräche mit anderen Reisenden ließen schließlich durchblicken, dass die Preise dort für die normalen Einheimischen zu hoch sind bzw. als "Wucher" angesehen werden und aus diesem Grund alle ihr eigenes Essen mitbringen. Aber auch hier hatten wir das ein oder andere amüsante Gespräch mit dem Personal 8)

Es folgte der erste Sonnenuntergang ausm Zug auf dieser Reise:
Bild

In Erlian erfolgte die Zollkontrolle: chinesische Beamte kontrollierten die ordnungsgemäße Ausreise (auch hier wieder sehr freundlich und durchaus zu Späßen aufgelegt...ein Running Gag der gesamten Reise war, dass das Foto in meinem Reisepass damals einen sehr jungen und adrett rasierten Sascha zeigte und ich damals schon nur noch 1mm Haupthaar trug und dafür umsomehr Vollbart).

Hier mal ein Foto des Generatorwagens und des Personalwagens:
Bild

Und hier der Zug am Bahnsteig:
Bild

Für alle Technikinteressierten hier mal die Stirnseite eines Wagens mit der Kombination aus automatischer Kupplung und verbundenem Puffer:
Bild

Im nächsten Teil befassen wir uns dann mit Erlian, dem Drehgestelltausch und der Reise nach Ulan Baatar...und mehr Eisenbahn :fool:

Viele Grüße
Sascha
Zuletzt geändert von d3lirium am Mi 24. Feb 2021, 09:30, insgesamt 8-mal geändert.

Bummler
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#2

Beitrag von Bummler »

Interessant. Freue mich schon auf die Fortsetzung
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#3

Beitrag von trashmaster »

Vielen Dank schonmal für den ersten Teil, ich warte gespannt auf mehr! :D

Macht mir gleich wieder Lust nach China zu reisen!(Die politische Situation spricht leider weiterhin massiv dagegen.)
Hast du noch ein paar Fotos von Chinesischen Loks hinbekommen? Sonst kann ich, wenns dir recht natürlich, ist im Anschluss an deine Doku noch ein paar von meinen Fotos aus China hier einstellen.

Die modernen chinesischen Loks (HXD usw.) sagen mir ja leider gar nicht zu. Die DF4D ist da schon was anderes, so eine habe ich zum Glück auch in 1:87 bei mir stehen. :hearts: Wie wir 2006 das erste mal in China waren, waren noch jede Menge DF4B unterwegs. Waren die bei 2018 immernoch so omnipräsent? Eine orangene oder dunkelgrüne DF4B steht auch noch auf meiner Liste, bisher ist mir noch keine vernünftigt bepreiste in ordentlicher Ausführung über den Weg gelaufen. :(
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#4

Beitrag von d3lirium »

Hallo Georg,
trashmaster hat geschrieben: Mi 13. Jan 2021, 21:22 Hast du noch ein paar Fotos von Chinesischen Loks hinbekommen?
Während der Fahrt war das immer etwas schwierig aus dem dreckigen Fenster wenn der Gegenverkehr auch fährt :roll: (und natürlich habe ich auch fast immer den Mast vor der Lok :evil: )

Drei Exemplare konnte ich mit Photoshop einigermaßen (...) hinbiegen:

eine DF7 B oder C:
Bild

eine HXF (?)
Bild

und eine SS4G:
Bild
trashmaster hat geschrieben: Mi 13. Jan 2021, 21:22 Sonst kann ich, wenns dir recht natürlich, ist im Anschluss an deine Doku noch ein paar von meinen Fotos aus China hier einstellen.
Sehr gerne, dann warte ich noch ein bisschen mit den weiteren Parts 8)
trashmaster hat geschrieben: Mi 13. Jan 2021, 21:22 Wie wir 2006 das erste mal in China waren, waren noch jede Menge DF4B unterwegs. Waren die bei 2018 immernoch so omnipräsent?
Der Teil des chinesischen Streckennetzes das ich bereist hab, ist sicher nur ein kleiner Teil. Für diesen Teil kann ich sagen, dass ich keine einzige "alte" Diesellok gesehen haben. Die DF7 war schon das älteste. In einem Depot unterwegs standen noch ein paar SS3 rum und rosteten vor sich hin...das Bild ist allerdings wirklich nicht vorzeigbar :evil:

Viele Grüße
Sascha
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rhb651
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#5

Beitrag von rhb651 »

Hallo Sascha,
danke fürs Mitreisen lassen.
Viele Grüße,
Achim
rhb651
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#6

Beitrag von trashmaster »

d3lirium hat geschrieben: Fr 15. Jan 2021, 12:38
eine HXF (?)
Bild
Die hat aber geile Abgasstutzen. :mrgreen:
Der vierfach Auspuff hat schon fast GTI-Style... :pflaster:

Fotos aus China folgen Abends. :)
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#7

Beitrag von d3lirium »

trashmaster hat geschrieben: Fr 15. Jan 2021, 14:23 Die hat aber geile Abgasstutzen. :mrgreen:
Der vierfach Auspuff hat schon fast GTI-Style...
:-D auch beim Hybridantrieb haben die Chinesen nun die Nase vorne...
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Brumfda
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#8

Beitrag von Brumfda »

trashmaster hat geschrieben: Fr 15. Jan 2021, 14:23Die hat aber geile Abgasstutzen. :mrgreen:
Der vierfach Auspuff hat schon fast GTI-Style... :pflaster:
d3lirium hat geschrieben: Fr 15. Jan 2021, 17:00:-D auch beim Hybridantrieb haben die Chinesen nun die Nase vorne...
Bild Bild

Danke Sascha für die bisherigen und noch folgenden Bilder mitsamt den Storys! I like it :hearts: ! Kann ebenso mich darin verlieren wie bei coronabedingt der in Malysia festsitzenden Mian Bilderflut. Freue mich schon drauf.

Fe :fool: lix
Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren: :redzwinker:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien: :mrgreen:
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#9

Beitrag von trashmaster »

Hello zusammen!

Dann darf ich mich noch schnell mit ein paar Bahnfotos aus China dazwischendrängen. :D Habe leider weit weniger brauchbare Bilder gefunden als ich dachte. :oops: Vorallem aus den Urlauben 2007 und 2009 gibt es kein einziges Eisenbahnfoto. Ist mir absolut unerklärlich... Die Fotos hier stammen also alle aus dem Jahr 2006 als ich mit meiner damals Freundin, heute Ehefrau, von Peking über Xi'an, nach Tai'an, weiter nach Shanghai und Hangzhou und dann weiter nach Südchina und Hongkong (dies aber leider ohne viel Zugfahren) gereist bin.
d3lirium hat geschrieben: Di 12. Jan 2021, 22:15 Hier mussten wir zwei Stunden auf den Zug warten...also nicht, dass er Verspätung hätte, nein: zwei Stunden vor Abfahrt muss man dort sein und wartet dann in einem überfüllten Wartesaal bei Musik, die man hierzulande meist aus Chinarestaurants kennt :? .
Dazu habe ich gleich mal ein passendes Foto. :fool:

Bild

Die zwei Stunden Regel gabs bei uns damals zum Glück noch nicht, wir sind glaube ich nur rund eine Stunde dort herumgestanden...


Ein Blick auf die Bahnsteige des Pekinger Westbahnhofs

Bild

Dann gings mal 14 Stunden über Nacht in den Westen nach Xi'an zur Terracotta-Armee.
Unser Zug nach Ankunft in Xi'an

Bild

Von Xi'an gings dann abermals im Nachtzug 16h wieder in den Osten nach Tai'an.
Bei der Ausfahrt aus Xi'an konnte ich dann diese Schönheiten ablichten. Die SS7E sind aus meiner Sicht die hübschesten chinesischen Loks. Zu meinem Glück gibts von der Type ein wunderbares H0-Modell das ich mein Eigen nennen darf. :hearts:
Dazwischen ein Klassiker, die DF4B in Orange für den Personenverkehr. (Die steht noch auf meiner Liste zum Ankauf :D )

Bild

Dahinter stand dann eine SS6 auf der gearbeitet wurde. Ich hoffe doch nur sehr schwer, dass die Oberleitung in dem Bereich auch wirklich geerdet wurde. :shock: Sicherheit ist/war damals in China nicht unbedingt höchste Priorität. (Die Lok gibts übrigens auch als Modell von CMR-Line)

Bild

Als nächstes haben wir eine SS7C passiert (etwas verschwommen. :D ) Die Lok hat die etwas ungewöhnliche Achsfolge Bo'Bo'Bo'. (Gibts auch in H0 von Bachmann China)

Bild

Irgendwo unterwegs dann ein Güterzug am Gegengleis mit DF4B in grün.

Bild

Etwas später sind wir dann an einem Bauzug vorbeigekommen. Fotografieren wollte ich eigentlich den Kranwagen, den "halbierten" Personenwagen finde ich jetzt aber wesentlich spannender auf dem Bild. ;)

Bild

Und das war unser Wagen, unklimatisiert, hard-sleeper mit zum Gang hin offenen 6er-Abteilen. Für unsere kleine Reisegruppe von jungen Leuten absolut perfekt. :D

Bild

Von Tai'an gings dann über Nanjing und Shanghai nach Hangzhou. Unterwegs konnte ich noch diesen Dosto am Gegengleis festhalten

Bild

Etwas später hatten wir dann ein paar Tage aufenthalt in Shanghai. Und nachdem mir und meinem Magen absolut nicht nach Sightseeing zumute war, wurde mal schnell Zug gefahren. Und so schnell war ich am Boden seitdem nicht mehr unterwegs :zahnlos:

Bild

Bild

Und das wars dann auch schon wieder an Fotoausbeute mit Bahnbezug.

Ein kleines Gimmik gibts noch: Die Stichlinie der Metro Hongkong ins Disneyland hat eine interessante Fensterform. Ob das wohl was mit dem Fahrziel zu tun hat? :mrgreen:

Bild


Und Sascha, die von dir gezeigte DF7 sollte eine DF7B sein, erkennbar an den ins Dach hineinragenden Lüftern neben dem Führerhaus. Die DF7C hat eine gerade Dachkante. Hier zum Vergleich: DF7B DF7C
Die DF7C gibts/gabs übrigens von Piko als Modell.
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#10

Beitrag von d3lirium »

Hey Georg!

Vielen Dank für die Ergänzung 8) Auf die Fahrt mit dem Transrapid bin ich etwas neidisch - auf die Nacht im 6er Hardsleeper nich so :baeh:

Viele Grüße
Sascha
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#11

Beitrag von trashmaster »

Auf der Tour warens mindestens 4 Nächte im Hardsleeper. War aber überhaupt nicht unbequem, und wenns ums schlafen geht sind die übrigen chinesen auch sehr brav. Ab 10 war da tatsächlich Ruhe. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die chinesischen Mitreisenden nicht auf Urlaub waren sondern wirklich wo hin mussten.

Und Transrapid haben wir 2009 am Heimweg nochmal erwischt, da aber schon mit reduzierter Geschwindigkeit. Da war er schon nicht mehr so prestigebehaftet, dass man die Energie aufwenden wollte. :D
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#12

Beitrag von d3lirium »

Na dann ist ja halb so wild :) in den russischen hardsleepern war wie gesagt die Stimmung immer gut, aber es lag auch immer so ein Duftkonglomerat aus Schweiß und Essen in der Luft und es war recht heiß...

Ich hab zwar auf all fast meinen Roten auch in Schlafsälen (bis zu 25 Personen sogar mal :pflaster:) gepennt, aber hier war ich froh über das Viererabteil :fool:
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Brumfda
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#13

Beitrag von Brumfda »

Moin Sascha und Georg!

Sehr sehr... geil (!) Eure Berichte.
Und Fotos. Die Lokomotiven sind teils sehr schön. Die Erlebnisse unbezahlbar. Danke für das Teilen, da mir solche Reisen nie möglich waren. Vielleicht liegt darin auch meine Vorliebe für Reisedokus auf Arte und 3 Sat.

Es gibt da noch jemanden hier im Forum. Mian. Ich hatte sie erwähnt und gebe mal den Link, da sich beide Trööts vielleicht ergänzen. Sie bedient halt Südostasien: https://stummiforum.de/viewtopic.php?p=2223099#p2223099

Ein fluffigfalauschiges Wochenendle, Fe :fool: lix
Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren: :redzwinker:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien: :mrgreen:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?p=2024824#p2024824
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#14

Beitrag von derOlli »

Hallo Sascha und Georg,

schöne Aufnahmen :gfm:

gerne mehr davon
Gruß von Olli


Über einen Besuch in meinem Kellerland würde ich mich freuen:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=110273

Bild
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part I China

#15

Beitrag von trashmaster »

Brumfda hat geschrieben: Sa 16. Jan 2021, 11:35 Danke für das Teilen, da mir solche Reisen nie möglich waren. Vielleicht liegt darin auch meine Vorliebe für Reisedokus auf Arte und 3 Sat.
Hello Felix!

Wieso nicht jetzt damit Anfangen? Dein Alter ist ja noch nicht so weit fortgeschritten, dass sich eine gemütliche Bahnreise nicht einrichten lassen würde. :D
Einen Trip mit der Transsibirischen kann man auch ganz gemütlich im 1. Klasse Zweierabteil verbringen. Im Russen-Thread gibts eine Sammlung meiner Transsib Fotos falls du die noch nicht gesehen hast: Start hier, dann runterscrollen, da kommt mehr. ;)

Sehr sehr empfehlen als Bahnreiseland kann ich auch Japan, die Reise würde ich auch Familien mit Kleinkindern oder Pensionisten empfehlen. In japan kann eigentlich so gut wie nichts schief gehen. Höchste Standards, fantastisches Essen, tolle Züge. Japan Fotos gibts übrigens hier.

Jetzt will ich aber nicht weiter Saschas Thread zutexten... :D wo bleibt Teil zwei?
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part II bis Ulan Bator

#16

Beitrag von d3lirium »

Danke Georg für die Links zu deinen weiteren Bildern! DIe hätte ich dort NIE gefunden :| Nach Japan möchte ich auch unbedingt mal...

Und @Felix: er hat Recht: es ist nie zu spät - auch wenn du 10 Jahre älter bist als ich - die Welt zu bereisen...

[ ] hätte
[ ] sollte
[ ] könnte
[x] machen

:wink:
trashmaster hat geschrieben: Sa 16. Jan 2021, 23:18 wo bleibt Teil zwei?
Here we go:

In Erlian wurden neben den Zollformalitäten auch die Wagen für die weitere Fahrt umgerüstet: Die Drehgestelle wurden auf solche mit russischer Breitspur getauscht. Dazu wurden alle verbliebenen 13 Wagen (Speisewagen blieb im Land) in Dreiergruppen (ja... geht nicht ganz auf :baeh: ) verteilt auf zwei Gleise in eine Werkstatt rangiert und dort wurden alle einzeln aufgebockt, die Drehgestelle getauscht und dann gings auf der anderen Seite auf breiten Gleisen wieder raus. Nachdem alle Wagen umgespurt worden sind, wurde der Zug wieder an den Bahnsteig zurück geschoben (dem aufmerksamen Beobachter wird das Vierschienengleis auf dem Foto mit der Stirnseite des Wagens im ersten Beitrag aufgefallen sein). Als Passagier hatte man die Wahl zwischen Beine vertreten am Bahnsteig oder Warten im Wagen... Zwei Punkte verleiteten uns dazu, die Zeit im Wagen zu verbringen: 1) Man kann auf dem Bahnsteig nichts machen außer rumrennen und dabei von gefühlt 200 Überwachungskameras gefilmt werden und 2) wir hatten noch Bier, Instantnudeln und Chips im Rucksack...

Ein paar mäßig brauchbare Bilder sind vom Drehgestelltausch entstanden:
Bild

Bild

Bild

Das freundliche Bordpersonal erläuterte uns noch vorsorglich, dass für die Zeit der Umspurung die Toiletten nicht genutzt werden können und das Licht nur auf Notbeleuchtung läuft... Es hatte uns aber niemand gesagt, dass die Prozedur fast zwei Stunden dauert... und das Bier drückte irgendwann dann doch :mrgreen:

Vor der Abfahrt wurden noch die mongolischen Varianten von Speise- und Personalwagen eingereiht und dann ging die Fahrt in die Nacht los. An Schlaf war allerdings noch nicht zu denken, denn wenige Kilometer nach Erlian hielt der Zug wieder in Dzamyn Ude. Dort stiegen die mongolischen Grenzbeamten zu und unterzogen uns abermals einer Kontrolle...dieses Mal gründlicher als bei den chinesischen Kollegen. Doch auch hier war letztlich alles ohne Zwischenfälle abgewickelt worden und wir konnten unsere Betten machen. Das rhythmische Rattern der Wagen schaukelte einen sanft in den Schlaf. Ich für meinen Teil habe wirklich gut geschlafen...Ohrstöpsel sei Dank :)

Drinnen schlummerten wir und draußen zog die Wüste Gobi an unserem Fenster vorbei. Leider haben wir davon nicht so viel mitbekommen - aber der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen zeigte doch eine recht karge Landschaft:

Bild

Wir hatten es doch geschafft, bis 10:00 rum zu schlafen und nach der Morgentoilette wollten wir unser Frühstück im Speisewagen einnehmen... dieser war vom Interieur KOMPLETT anders als sein chinesisches Pendant und für den deutschen Touristen eher ...ich nenne es mal "ungewohnt" dekoriert:

Bild
Bild

Auf jeden Fall sehr traditionell und unterstreicht die Historie der Mongolei und ihre Jagdtugenden... und überall Hakenkreuze :shock:
ABER: alles gut! Die Swastika hat hier eine andere Bedeutung und dient als Glückssymbol (was uns aber trotzdem im weiteren Verlauf der Reise in der Mongolei regelmäßig irritiert hat, vor allem da das dort viele einfach auf ihren Autos kleben haben...man wähnte sich manches Mal im Deutschland der späten 30er Jahre)

Bei einem Unterwegshalt in Choyr konnte dieses bereits an anderer Stelle gezeigte Foto gemacht werden: die 2TE116 UM, die uns in beeindruckender Lautstärke durch die Steppe zog:
Bild

Der Zug schlängelte sich noch vier weitere Stunden durch die Steppe und kurz vor Ulan Bator wurde die Landschaft dann schlagartig grüner und es entstanden in den vielen Kurven mindestens genauso viele Bilder folgender Art:

Bild

Dazu habe ich im letzten Wagen ein Fenster gefunden, was man einen Spalt öffnen konnte...

In Ulan Bator wurden wir von unserem Fahrer und unserer Reiseführerin abgeholt... trotzdem blieb noch Zeit für ein paar Fotos:

Bereitstellung eines Personenzuges:
Bild

..."sie haben uns ein Denkmal gebaut..."
Bild

Die bereits im 103 Türkis Thread erwähnte Nutzung von halben Doppelloks:
Bild

Post- und sonstige Wagen abgestellterweise:
Bild

Manch einer würde es abschätzig als "Baugerümpel" abtun: :pflaster:
Bild

Nun begann für uns der Abenteuerteil der Reise: sechs Tage bei eine Nomadenfamilie in der Steppe 8)
Kein Handyempfang, kein Strom - digital detox DELUXE 8)

Die Anreise erfolgte im klassischen Geländewagen über Stock und Stein - vorher aber noch ein Bild aus Ulan Bator mit einem Güterzug:

Bild

Zwei Rumpelstunden später waren wir in unserem neuen Domizil:

Unsere Dusche/Badewanne:
Bild

Unsere Toilette:
Bild

Unsere Jurte (samt treuem Begleiter):
Bild

Unser Fortbewegungsmittel:
Bild

Soweit fürs zweite ... im dritten Teil noch ein bisschen was zum Nomadenleben, zur Landschaft und zur Fahrt nach Irkutsk an den Baikalsee 8)

verschneite Grüße!
Sascha
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part II bis Ulan Bator

#17

Beitrag von trashmaster »

Der mongolische Speisewagen ist echt der Hammer. Und bei den Bildern von der unendlichen mongolischen Weite will ich sofort wieder dorthin... :hearts:
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part II bis Ulan Bator

#18

Beitrag von d3lirium »

trashmaster hat geschrieben: So 17. Jan 2021, 10:54 Der mongolische Speisewagen ist echt der Hammer. Und bei den Bildern von der unendlichen mongolischen Weite will ich sofort wieder dorthin... :hearts:
Forumsreise mim Zug in die Mongolei?
Berlin - Warschau - Minsk - Moskau - Nischni Novgorod - Kasan - Perm - Jekaterinburg - Omsk - Novosibirsk - Irkutsk - Ulan Ude - Ulan Bator 8)
(in Präcoronazeiten konnte man das mit ein bisschen Basteln im DB Navigator hinkriegen :lol: )
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part II bis Ulan Bator

#19

Beitrag von trashmaster »

d3lirium hat geschrieben: So 17. Jan 2021, 17:28 Forumsreise mim Zug in die Mongolei?
Berlin - Warschau - Minsk - Moskau - Nischni Novgorod - Kasan - Perm - Jekaterinburg - Omsk - Novosibirsk - Irkutsk - Ulan Ude - Ulan Bator 8)
(in Präcoronazeiten konnte man das mit ein bisschen Basteln im DB Navigator hinkriegen :lol: )
Einen Abstecher nach St. Petersburg bitte! Und Treffpunkt wohl in Warschau. ;) Den Umweg über Berlin fahr ich nicht von Wien aus. :D
Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part II bis Ulan Bator

#20

Beitrag von d3lirium »

trashmaster hat geschrieben: So 17. Jan 2021, 17:40 Einen Abstecher nach St. Petersburg bitte! Und Treffpunkt wohl in Warschau. ;) Den Umweg über Berlin fahr ich nicht von Wien aus. :D
Ich vergaß... :shock: :lol:

Aber...Ja komm...die Neuauflage des Vindobona kannst du doch mal nutzen 8)

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - Part III: Good Bye Mongolei

#21

Beitrag von d3lirium »

Weiter geht es in der Mongolei:

Wie im letzten Beitrag schon erwähnt, waren die Tage bei der Nomadenfamilie wirklich ein krasses Kontrastprogramm zum Leben wie wir es gewohnt waren und sind. Zwar hatten die Eltern in ihrer Jurte einen Fernseher, der mittels Autobatterie betrieben wurde, aber im Grunde saß man bis zum Einbruch der Dunkelheit zusammen am Herd. Unsere Reiseführerin hatte in der ehemaligen DDR studiert und konnte somit fließend Deutsch, was bei der Kommunikation sehr von Vorteil war. Familie, Freunde und Arbeit sind so die bestimmenden Themen der Unterhaltungen gewesen. Man kennt übrigens dort auch den Klassiker "Dschinghis Khan" der gleichnamigen Band und kann den auch singen. :)

Tagsüber waren wir mit den Kindern und Pferden unterwegs (die können mit 2 Jahren schon besser Reiten als Laufen :shock: ), haben Jurten gebaut, Feuerholz gesammelt und die Ziegenherden durch die Landschaft getrieben. Essen war auch recht einfach, aber trotzdem lecker. Viel Fleisch (wir wurden Zeugen, dass von einem Schaf wirklich ALLES verwertet wird - nichts wird weggeworfen), Kartoffeln und Gemüse (welches 1x die Woche geliefert wird).

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Feuerholz brauchten wir übrigens auch für uns - trotz der warmen Temperaturen am Tag wurde es Nachts doch knackig kalt...und wir waren froh über unseren kleinen aber effektiven Holzofen:

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WIr hatten uns auch recht schnell mit unseren Fahrer angefreundet - mit Händen und Füßen, Zettel und Stift, seinen rudimentären Englischkenntnissen und unseren noch viel rudimentärerern Mongolischkenntnissen konnten wir uns immer verständigen. Nach dem zweiten Tag durfte ich dann mit dem Geländewagen fahren 8) :hearts:

Jeden Abend haben wir einen kleinen Ausflug gemacht und ich habe die Grenzen meiner Fahrkünste und die der Technik eines Allradlers kennenlernen dürfen 8)

Spektakulär waren auch die Sonnenuntergänge im von Sonne und Wolken stark umkämpften Himmel:

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Leider geht auch der entspannteste Urlaub irgendwann zu Ende und wir fuhren dann noch einen Tag lang die Sehenswürdigkeiten des Gorkhi-Terelj Nationalparks ab. Der Weg (den ich auch selbst fahren durfte) war selbst schon ein kleines Abenteuer:
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Eine der Sehenswürdigkeiten ist die größte Reiterstatue der Welt von -wie könnte es anders sein- Dschinghis Khan:
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Für Georg noch ein Bild von den Weiten dieser Landschaft:
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Wenn man mal von den oft in der Gegend rumstehenden Tempeln absieht, könnte man sich auch in einer deutschen Mittelgebirgslandschaft wähnen... Erschließung, Infrastruktur und abgeschiedene Menschen sind derer im Hunsrück nicht unähnlich :twisted: (ich darf das, ich komm da her)

Zwei weitere Tag verbrachten wir in Ulan Bator selbst. Ungewohnt war es natürlich wegen der Kultur und dem wuseligen Treiben dort, aber im Endeffekt ist es mittlerweile wohl eine Großstadt wie jede andere auch. Moderne Bauten reihen sich an etwas heruntergekommenere Häuser und in den Randbezirken stehen traditionelle Bauten... so weit - so durchschnittlich...

Am späten Nachmittag bestiegen wir dann den Zug nach Irkutsk. An allen Wagen zeigt sich neben dem Zuglauf stolz das Logo der mongolischen Staatsbahn, welches wieder einmal die große Rolle der Pferde unterstreicht:
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Innen wurden wir dann direkt an die Heimat erinnert:
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... auch hier mal ein Bild von den sanitären Anlagen (nach dem Plumpsklo in der Pampa doch ein gewisser Anstieg der Luxuriösität :) )
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(es wurde wirklich nach JEDEM Gast kurz gereinigt...)

Auch hier hatten wir wieder ein Viererabteil alleine für uns:
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Man merkte den Wagen ihr fortgeschrittenes Alter an...Fensterrahmen aus Holz, Linoleumboden und Tischdecken aus Plastik...Das rote Kunstleder lässt Erinnerungen an die Kindheit und Fahrten in Silberlingen wieder aufleben... nur roch es hier im Zug besser :lol: und bequem waren die Bänke trotzdem 8)

Auch in diesen Wagen gab es an jedem Wagenende einen Kohleofen, der für warmes Wasser in der Heizung und unseren Teetassen sorgte...

...und im Gang war es auch sehr sauber:
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Blick zurück:
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Unterwegs konnte ich noch den im ersten Beitrag erwähnten "Zarengold" ablichten - die Luxusvariante für etwas ältere und weniger abenteuerlustige Personen:
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Noch zwei TEM Loks bei Rangieraufgaben:
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Güterverkehr dominiert auf dem Netz der mongolischen Eisenbahn, welche eigentlich nur für den Transit von Russland nach China und umgekehrt zuständig ist. Personenverkehr spielt eine kleine Rolle. Dies soll sich aber zukünftig auch ändern.

Ein letzter Sonnenuntergang auf mongolischem Boden und wir ließen uns das Abendessen im Speisewagen samt GuteNachtBierchen schmecken.
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Im nächsten Beitrag geht dann die Fahrt nach der zweitgründlichsten Grenzkontrolle die ich bisher erleben durfte auf russischem Boden weiter ...

florian_se
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part III: Good Bye Mongolei

#22

Beitrag von florian_se »

Danke schöon mal bis hier für den tollen Bericht. Macht sehr viel Spaß zu lesen.
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trashmaster
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part III: Good Bye Mongolei

#23

Beitrag von trashmaster »

Toll! Besonders die Zeit mit der Nomadenfamilie klingt unglaublich spannend und gleichzeitig entschleunigend. Wir waren mit unserer Tour leider immer nur kurz an den einzelnen Orten und konnten die Familien welche die Gers für unsere Truppe vermietet haben leider nie wirklich kennenlernen. Nachdem sich bei uns immer mehrere Autos mit gleichem Routenabschnitt zusammengeschlossen hatten waren wir immer mindestens 6-8 Touris... Da hat man untereinander schon viel zu erzählen.
Grüße Georg
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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part III: Good Bye Mongolei

#24

Beitrag von trashmaster »

Und noch eine kleine Ergänzung, da du mir ja extra ein Bild gewidmet hast:

Die unendliche Weite am Tag ist ja wahrlich ein Traum, richtig unglaublich wirds allerdings erst Nachts wenn man mit offenem Mund am Rücken im Gras liegt und einfach nur nach oben starrt. Das ist unendliche Weite...

Leider fehlt uns (immernoch) das richtige Equipment um das ordentlich festzuhalten.

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Grüße Georg

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Re: Mit dem Zug von Peking nach Moskau - jetzt Part III: Good Bye Mongolei

#25

Beitrag von d3lirium »

trashmaster hat geschrieben: Do 21. Jan 2021, 21:35 Toll! Besonders die Zeit mit der Nomadenfamilie klingt unglaublich spannend und gleichzeitig entschleunigend.
Das war sie auch :)
trashmaster hat geschrieben: Do 21. Jan 2021, 22:01 Und noch eine kleine Ergänzung, da du mir ja extra ein Bild gewidmet hast:

Die unendliche Weite am Tag ist ja wahrlich ein Traum, richtig unglaublich wirds allerdings erst Nachts wenn man mit offenem Mund am Rücken im Gras liegt und einfach nur nach oben starrt. Das ist unendliche Weite...

Leider fehlt uns (immernoch) das richtige Equipment um das ordentlich festzuhalten.
Wow - das ist mal geil! 8)

Bei uns hat es jede Nacht ein Schauspiel mit Wolken und Mond gegeben... insofern war die Milchsraße nie sichtbar... bei uns sah es eher so aus:
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Und wie man sieht, waren ein Sony Xperia Z1 bzw eine etwas ältere Digicam für solche Bilder echt unbrauchbar - bei Sonnenuntergang hingegen war ich regelmäßig überrascht, was beide Geräte noch rausholen konnten...
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