Frage zu verschiedenen Reparaturen

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Mafri2773
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Frage zu verschiedenen Reparaturen

#1

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo liebe Modellbahngemeinde

Nachdem ich in diesem Forum bereits einige nützliche Tips lesen und anwenden konnte sind im Rahmen der Reparaturen weitere Fragen aufgekommen, zu denen ich bis jetzt noch keine Antwort finden konnte und deswegen habe ich mich entschlossen, mich anzumelden und die Fragen hier zu stellen. Ich gehe mal davon aus, dass sich hier einige kompetente Antworten ergeben... :D

Zum Hintergrund:
Mein Vater und ich hatten zusammen eine Märklin HO-Anlage, wobei mein alter Herr die meisten Aufbauarbeiten erledigt hat und ich als junger Mensch damals eher den Fahrbetrieb im Sinn hatte. Natürlich war das noch alles analog, ist schon etwas länger her...
Als mein Vater damals schwer erkrankte, ergab es sich so, dass die Anlage plötzlich auch nicht mehr richtig funktionierte, es lief nichts mehr, kein Zug ließ sich fahren, aber die Beleuchtung war an. Nun, nachfragen war nicht möglich, der Erbauer lag im Morphinkoma und war kaum noch ansprechbar. Ich, ahnungslos von der Verkabelung, habe versucht, etwas auf der Anlage erkennen zu können.Die Kabelbäume, die da gezogen waren, waren nicht wirklich gekennzeichnet und einfach unüberschaubar. Somit ist es mir damals nicht gelungen, den Fehler auch nur im Ansatz zu erkennen.
Also wurde die Anlage abgebaut und eingelagert. Die Kartons lagen etwas über 20 Jahre auf dem Dachboden meines Elternhauses. Es gab in der Zeit für mich nie die Möglichkeit, die Sachen selber irgendwo sinnvoll zu lagern geschweige den, wieder etwas daraus aufzubauen.Bis vor kurzem. Ich habe die guten Stücke jetzt bei mir und habe natürlich gleich versucht, zumindest einen Kreis aufzubauen und die Loks auszuprobieren. In dem Rahmen bin ich auf die ersten Wartungsarbeiten gestossen und habe die Tipps, die andere hier bekommen haben, erfolgreich anwenden können, so dass von den 11 Loks, die zum Bestand gehören, 9 wieder einsatzbereit sind und von den 9 3 Loks noch weitere Maßnahmen benötigen. So braucht eine Lok einen neuen Schleifer, eine zweite neue 'Kohle' und bei der Dritten ist ein Zahnrad ziemlich locker, so dass sie zwar gut fährt, aber das auch nur langsam. Den Fehler hatte sie übrigens schon, als sie eingepackt wurde. Alle diese Loks haben eine Reinigung des Getriebes durch und neue Haftreifen bekommen.
Ich konnte es auch nicht lassen, gleich eine weitere Lok zu ersteigern :lol:
Ich hatte damals immer den Wunsch, eine E-Lok auf der Anlage zu haben, aber der Alte war dagegen. Es gab nur Diesel und Dampf, weil die keinen Fahrdraht brauchen und eine E-Lok ohne Fahrdraht sieht halt doof aus. Der Aufwand war ihm zu groß und der Kostenfaktor dafür auch....

Es ist so, es soll wieder eine Anlage gebaut werden, aber der Betrieb soll analog bleiben. Meine beiden Söhne waren ziemlich begeistert, als sie die Teile gesehen haben. Der Große, 7 Jahre alt, mag Modellbahn, war bereits mehrere Male in HH und will da unbedingt wieder hin, daher ist die Vorstellung, selber eine Modellbahn zu betrieben sehr verlockend. Und ehrlich gesagt, ich selber habe da auch Bock drauf. Eine Umstellung auf Digitalbetrieb ist aus Kostengründen ausgeschlossen. Da der potenzielle Raum aber erst in gut einem Jahr verfügbar ist, bleibt im Vorfeld genug Zeit, zu planen ( das Grundkonzept ist im Kopf bereits fertig :lol: ) und das Material wieder fit zu machen. Das Gleismaterial ist das M-Gleis und auch die Schienen brauchen schliff und Reinigung.Im übrigen habe ich bei den ersten bearbeiteten Schienen 2 Stück mit einem Kurzschluß entdeckt, was wohl die Ursache für den damaligen Fehler sein dürfte. Die waren nämlich bei den ersten Testkreisversuchen mit verbaut und der dadurch auftretende Fehler kam mir irgendwie bekannt vor. Ich habe sie dann einfach mal durchgemessen und dabei den Kurzschluss entdeckt. Im nachhinein kann ich sagen, die Demontage war gut, ich hätte solche Schienen auf der Anlage nie entdecken könne, ohne alles abzubauen.Jetzt schleife ich jede einzelne Schiene ab, reinige die Kontakte mit einem Glasfaserstift und messe sie durch. Das wir noch viel Zeit in Anspruch nehmen... :D
Ausserdem musste ich feststellen, dass mein alter Herr im Umgang mit den Sachen nicht sehr zimperlich war, das Gleismaterial hat dann doch zum Teil leichte Verformung durch sehr starkes Anziehen der Schrauben, einige Gebäudeteile waren durch Untergrundfarbe ruiniert, vor allem Bahnsteige...
Gut die Hälfte der Gebäude war ein Fall zur Entsorgung, weil schlecht zusammengebaut, durch Leim und Streumaterial ruiniert und die Teile, die mein Vater selber aus Kunststoff hergestellt hat, sahen einfach nicht gut aus ( das fand ich damals schon, aber das hat sich auf der Anlage weggeguckt ). Er hatte leider nicht das Talent, was hier einige im Rahmen Landschaftsgestaltung und Gebäudebau haben...
Wird bei uns auch darauf hinauslaufen, dass die meisten Teile gekauft sein werden aber auch das will sauber gebaut werden. Die meisten der Gebäudebausätze, die ich damals gebaut habe, sind durchaus noch verwendbar und stehen zum Einsatz bereit und können auf LED-Beleuchtung umgestellt werden, find ich viel cooler und sieht besser aus, jedenfalls bei meinen Dioramen. Ausserdem wird man ja im Laufe der Zeit erfahrener...
Genug der Hintergrundinformationen, ich möchte jetzt mal auf den eigentlichen Punkt kommen, bevor das hier Off-Topic geht, aber eine gründliche Vorstellung gehört eben dazu.... :)


Und da kommt die erste Frage:
bei den meisten Loks ist die Beleuchtung defekt. Kann man analoge Loks mit LED ausrüsten und wen ja, wie lässt sich das am Besten machen ? Und wen sich das nicht umsetzten lässt, wo bekommt man noch die entsprechenden Glühlampen ?

Frage 2: Die Lok, die durch ein offensichtlich loses Zahnrad kein Tempo erreicht, ist eine Diesellok Baureihe 212. Das Zahnrad befindet sich direkt vor einer der beiden Antriebsachsen, also das kleine, was die Bewegung an die Achse überträgt. Jetzt habe ich irgendwo gesehen, dass es für diese Lok die ganze Antriebseinheit als Ersatzteil gibt. Wäre es einfacher, die ganze Einheit zu tauschen oder kann man das einzelne Zahnrad wechseln, ohne dass der Rest Schaden nimmt ? Passt das Komplettteil überhaupt noch zu der alten Technik ?

Frage 3: Es gibt da eine BR 216, die tadellos läuft, aber bei etwas über halber Geschwindigkeit umschaltet. ( auf der Skala des blauen Kunststofftrafos bei 150 ). Auch das hat sie meines Wissen damals schon gemacht. Kann man da etwas machen, dass sie etwas mehr Spannung verträgt, ohne die Richtung zu wechseln ?

Frage 4: Es gibt im Bestand 2 V60 Dieselloks mit der Telexkupplung. Die ältere von den Beiden braucht die neue 'Kohle'. Gibt es hier irgendwo eine Schritt für Schritt Anleitung, wie man das am Besten macht ?

Frage 5: Die jüngere der V60 fährt gar nicht. Ich habe das Getriebe gereinigt, es lässt sich auch in eine Richtung bewegen, aber scheint dabei am Motor überzuspringen/durchzurutschen. Vorsichtiges fetten der Motorachse mit Ballistol ( wirklich vorsichtig, ganz wenig mit einem Wattestäbchen auf die Achshalterung des Motorteils von aussen, das hat bei 2 anderen Loks, die 'geschrien haben, weil sie total trocken waren, sehr gut funktioniert ) hat zu keinem Erfolg geführt und es ist für mich nicht ersichtlich, wo man das Motorgehäuse öffnet. Welche Optionen gibt es da ?

Frage 6: Eine Tenderlok ( aktuelle Artikelnummer 3687, nur halt in schwarz ) hat scheinbar auch einen Zahnradschaden. Die Lok fährt zwar an, auch in beide Richtungen,aber bleibt dann schließlich doch stehen, der Motor brummt nur noch und schaltet natürlich irgendwann um, wenn man die Fahrspannung weiter erhöht. Wenn man die Antriebsachsen per Hand dreht, ist an einer Position Wiederstand. Irgendwo sitzt das fest und ich vermute, dass da ein Zahnrad defekt ist. Nun befindet sich der größte Teil des Getriebes in einem Gehäuse, was ziemlich kompakt und verschlossen aussieht. Wie kommt man da ran und kann man grundsätzlich jedes Zahnrad in so einem Getriebe austauschen ?

Ich werde bestimmt im Lauf der nächsten Zeit öfters mit Fragen um die Ecke kommen. Es wird demnächst eine Platte geben, damit die Teststrecken nicht auf dem Fussboden sondern in Arbeitshöhe kommen und ausserdem die ganzen Weichen mal angeschlossen und probiert werden können. In dem Rahmen kann ich auch gleich mal Verdrahtungsproben vornehmen, um abschaltbare Gleisabschnitte bauen zu können usw. und es werden sich bestimmt weitere Fragen zu Wartung und Reparatur ergeben...

Vielen Dank schon mal für potentielle Antworten und ich hoffe mal, das bringt mich weiter....
Und nächstes Mal komm ich schneller auf den Punkt, versprochen.... :lol:

Gruß

Markus

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rhb651
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#2

Beitrag von rhb651 »

Hi Markus,

zu 1)
Die gibt es z.B. für die 3065 als E600100 VPE=10 , UVP=15€ und lieferbar
https://www.maerklin.de/service/produkt ... ummer=3065



zu 3)
da muss die Schaltschieberfeder ausgetauscht oder nachgestellt werden
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=6242

zu 4)
Lokgehäuse entfernen
Bürstenspanner abheben und
Ersatzbürsten einsetzen
Bürstenspanner wieder aufsetzen und
Lokgehäuse wieder aufsetzen

zu 5)
Die V60 hat doch eine Schraube auf dem Dach und danach kann das Gehäuse abgenommen werden. Den Motor kann man durch lösen der beiden diagonal angeordneten Schrauben auch lösen. Vorher die Bürsten entnehmen. Dann kann man die Radsätze ohne Motor drehen oder prüfen.
Viele Grüße,
Achim
rhb651


volkerS
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#3

Beitrag von volkerS »

Hallo Markus,
1. Schienen reinigen. Niemals mit Schleifpapier oder Glasfaserstift. Raut die Oberfläche an und führt zu noch schnellerer Verschmutzung.
2. Br212. Zum Abziehen der Räder von der Achse benötigst du Spezialwerkzeug. Ein kompletter Getriebeblock ist einfacher zu Wechseln. Passt, wenn die Artikelnummer übereinstimmt.
3. Br216. Hier ist wahrscheinlich die Feder am Fahrtrichtungsschalter verschlissen. Fahre die Lok ohne Gehäuse, bei 150km wirst du sehen dass der Fahrtrichtungsschalter anzieht. Feder ersetzen oder den Metallhaken in dem die Feder hängt mit einem Schraubendreher vorsichtig so verbiegen dass die Feder etwas stärker gespannt ist. Deshalb sind links/rechts des Hakens Schlitze.
4. Motor reinigen, dazu das Lagerschild abschrauben. Vorsicht, dass dabei die dünnen Drähte zur Feldspule nicht abreißen. Dann Anker herausziehen, Kollektor mit Wattebausch und Spiritus reinigen. Mit einem Holzzahnstocher die Spalten freikratzen, dort setzt sich oft Kohleabrieb fest. Zusammenbauen und neue Kohlen (Graphit- und Kupfergewebekohle) einsetzen.
5. Lagerschild der V60 ist mit 2 Schrauben diagonal befestigt. An einer ist auch eine Lötfahne für den Chassiskontakt. Rest wie Punkt 4. Überspringen könnte ein defektes Zahnrad sein.
6. Zu dieser Lok kann ich nichts sagen. Es muss aber nicht immer ein Zahnradschaden sein. Dazu waren die alten Modelle einfach zu robust gebaut. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich ein Schmutzteil, z.B. Streumaterial, ins Getriebe verirrt hat.
Volker


klein.uhu
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#4

Beitrag von klein.uhu »

Moin Markus, und willkommen zurück im Modellbahnuniversum :lol:

Viele Deiner Fragen werden hier immer wieder und oft gestellt. Deshalb gibt es eine Zusammenfassung mit Hilfen, Anleitungen, Bildern - Informationen die auf privaten Internetseiten zu finden sind. Im Unterforum Änfängerfragen sind ganz oben zwei Beiträge angepinnt. Bitte schau Dir diesen für Anfänger: Reinigung, Wartung, ... an und lies die Links dort durch. Die Autoren haben sich Mühe gegeben und alles gut bebildert.

Da werden gefühlte 70-80% Deiner Probleme behandelt. Sollten noch Fragen bleiben, so melde Dich bitte. Auch was meine Vorschreiber schon gut erklärt haben, findest Du dort mit Bildern erklärt.
| : | ~ analog

Gruß von Bild klein.uhu
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klein.uhu
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#5

Beitrag von klein.uhu »

Weiter geht's:
Mafri2773 hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 11:27

Frage 6: Eine Tenderlok ( aktuelle Artikelnummer 3687, nur halt in schwarz ) hat scheinbar auch einen Zahnradschaden. Die Lok fährt zwar an, auch in beide Richtungen,aber bleibt dann schließlich doch stehen, der Motor brummt nur noch und schaltet natürlich irgendwann um, wenn man die Fahrspannung weiter erhöht. Wenn man die Antriebsachsen per Hand dreht, ist an einer Position Wiederstand. Irgendwo sitzt das fest und ich vermute, dass da ein Zahnrad defekt ist. Nun befindet sich der größte Teil des Getriebes in einem Gehäuse, was ziemlich kompakt und verschlossen aussieht. Wie kommt man da ran und kann man grundsätzlich jedes Zahnrad in so einem Getriebe austauschen ?
Da bin ich mir nicht sicher welches Modell Du meinst. [3687] ist der "Glaskasten". Der wurde zusammen mit Trix entwickelt und weißt einige Besonderheiten auf. Meinst Du wirklich dieses Modell?
https://static.maerklin.de/damcontent/2 ... 542237.pdf

Wenn es dieses Modell ist:
- Zum Abnehmen des Gehäuses sind unten etwa in der Mitte an den Außenkanten 2 "Schrauben". Aber das sind nur Arretierungen, bitte nur 90° drehen, dann läßt sich das Gehäuse abheben.
- das Modell hat ein Schneckengetriebe, bitte auf keinen Fall mit den Fingern an den Rädern drehen, Damit machst Du das Getriebe kaputt!

Wenn es nicht dieses Modell ist:
Bitte gib die Nummern an, die auf Lok stehen. Oder stell ein Foto hier ein.
| : | ~ analog

Gruß von Bild klein.uhu
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#6

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo zusammen

Ersteinmal vielen Dank für die Tips, das hilft mir schon deutlich weiter.
Kleine Anmerkung zum Einsatz vom Glasfaserstift bei der Schienenbehandlung: Damit reinige ich die Kontaktzungen, also die Kupferlaschen. Da hängt zum Teil Staub und Klebereste dran, da damals zur Isolierung Klebeband benutzt worden ist, das bekommt man mit dem Stift am Besten runter. Die Schienen selbst damit zu behandeln kommt mir nicht in den Sinn, das dauert viel zu lange :D
Aber das mit dem Schleifpapier war mir zum Beispiel nicht bewusst, danke dafür.
Ich werde mich dann vertrauensvoll wieder an Euch wenden, wenn ich irgendwo nicht weiterkomme, danke sehr :gfm:


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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#7

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo zusammen....

Nach Erledigung der ersten Reparaturen hat sich doch glatt ein weiteres Problem ergeben..... :D

Ich habe 2 Dieselloks BR 212. Eine rote, etwas neuere, bei der die Lampen gewechselt werden mussten. Das war auch kein Problem, die Lämpchen in die Steckfassung gesetzt und das war's. Läuft wunderbar.
Die zweite 212, blau und etwas älter, das war die Lok, wo ich ein neues Treibgestell eingebaut habe. Beim Alten war ein Zahnrad sehr lose und alle Zahnräder wackelten etwas. Dazu hatte ich bereits am Anfang des Threads gefragt. Die Beleuchtung musste auch erneuert werden und siehe da: Lampen mit Schraubgewinde. Kein Problem, die hatte ich auch besorgt aber das hat mir gezeigt, das die beiden Loks gleichen Typs aber innen nicht gleich sind.
Soweit so gut. Die blaue Lok fuhr bei voller Geschwindigkeit trotzdem deutlich langsamer als alle anderen, was ich auf das lockere alte Treibgestell geführt habe. Nach Austausch hat sich aber an der Geschwindigkeit der Lok nichts geändert. Jetzt ist es so, dass der Motor bei hoher Spannung deutlich langsamer dreht als alle anderen, ich vermute mal, da ist noch Luft nach oben, was die Drehzahl angeht. Ich weiss, dass diese Lok damals mal zur Reparatur war und danach nie wieder die ursprüngliche Geschwindigkeit erreicht hat. Warum sie zur Reparatur war, weiss ich nicht mehr. Am Treibgestell hat es nicht gelegen ( trotzdem war der Austausch nötig ). Die Lok muss in der 80er Jahren produziert worden sein. Die Verdrahtung sieht unberührt aus. Hat hier jemand schon mal sowas gehabt ?
Woran könnte es liegen, dass der Motor nicht mehr auf höhere Umdrehungen kommt ?

Danke schon mal für Hinweise :D


volkerS
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#8

Beitrag von volkerS »

Hallo,
Geschwindigkeitsunterschiede ergeben sich durch andere Anker und Feldspulen am Motor. Der Andruck und die Kohlentyp (2x Graphit oder Graphit/Kupfergeflecht) beeinflussen, wie auch die Verschmutzung des Kollektors, die Motordrehzahl ebenfalls.
Volker


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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#9

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo Stummis


Ich muss noch mal nachhaken zur blauen V100/BR212....
Bei meiner Internetsuche bin ich immer wieder auf die Märklin Artikelnummer 3147 bei dieser Lok gekommen. Wie schon beschrieben lief diese Lok nach einer Reparatur damals deutlich langsamer als vorher. Da die Beleuchtung defekt war, habe ich sie erneuert und bin dadurch auf folgende Frage gekommen:

Wieso ist in meiner Lok bei der Beleuchtung eine Glühlampe mit Schraubgewinde verbaut, obwohl alle anderen Unterlagen zu dieser Lok besagen, dass dort die kleine Steckfassung (62 4510) mit dem entsprechenden Leuchtkörper (61 0040) dort drin sein müssten ?
Gab es diese Lok irgendwann mal mit den Gewindefassungen ?
Könnte es sein, dass derjenige, der die Reparatur durchgeführt hat, da einen Umbau vorgenommen hat und dadurch die nötige Spannung für den Motor beeinflusst hat ? Kann es da einen Zusammenhang geben ?

Danke für Infos :D


volkerS
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#10

Beitrag von volkerS »

Hallo,
hier ist eine 3147 mit Beleuchtung durch eine Glühlampe mit Schraubgewinde.
https://www.google.de/url?sa=i&rct=j&q= ... 2631201977
Vielleicht gab es ja verschiedene Versionen innerhalb der Produktionszeit.
Volker


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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#11

Beitrag von Mafri2773 »

Aha, ok.

Vielen Dank, ich hatte mich nur etwas gewundert, aber dann ist der Punkt ja auch geklärt :idea:


klein.uhu
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#12

Beitrag von klein.uhu »

Moin,

Die ursprüngliche V100 (und deren Verwandte) hatte noch Lampenfassungenmit E5,5 Schraubgewinde und Umschaltrelais.
https://static.maerklin.de/damcontent/9 ... 542011.pdf --- zeigt nur die spätere Ausführung
Meines Wissens hatte sie ursprünglich auch keinen Lichtwechsel nach Fahrtrichtung. Deswegen wurden manche Loks umgebaut auf "Trickschaltung". Das war nichts anderes, als dass die Kabel zu den Lampen am Umschaltrelais oder den beiden Lötstellen der Feldspule angelötet wurden statt direkt am zentralen Lötpunkt zum Schleifer. Dadurch wurden auch die Lampen dunkler und die Motordrehzahl geringer.

Mach bitte ein Foto vom Inneren der Lok mit Umschaltrelais und Motor / Feldspule. Oder hast Du eine digitale Ausführung? Die unterscheiden sich im Motor (siehe obiger Link).
| : | ~ analog

Gruß von Bild klein.uhu
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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#13

Beitrag von Mafri2773 »

Moin Uhu

Nein, die Loks im Bestand sind alle analog. Ich mach ein Foto und stell das hier ein. Und dann sehen wir weiter :D

Wenn ich das aber richtig gesehen habe, hat die Fahrtrichtung bei der Beleuchtung aber nie eine Rolle gespielt, es sind immer beide Seiten beleuchtet.
Trotzdem schauen wir mal...


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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#14

Beitrag von Mafri2773 »

So, nächster Beitrag

Fotos muss ich später machen, der jetzt genutzte Rechner hat leider nicht die richtigen Ports für das benutzte Medium :lol:

Aber:

Ich habe mir die V100 etwas genauer angesehen und festgestellt, dass die linke Feder für die Bürste stark verformt war. Also habe ich sie halbwegs wieder gerade gebogen. Ausserdem habe ich gleich neue Bürsten eingesetzt, aber vorhin gesehen, dass für diese Lok laut Unterlagen ein anderer Satz vorgesehen ist. Drin ist jetzt Kupfer/Graphit ( war auch vorher drin ) und wenn ich das richtig interpretiert habe, soll dort 2 mal Graphit rein. Die habe ich erstmal bestellt.
Es kann gut sein, dass mein Vater damals selber die 'Kohle' getauscht hat und was falsches eingesetzt hat...
Das entspricht in etwa einem der Tips oben :D
Ausserdem war für das Triebgestell eine falsche Schraube eingesetzt. Merkwürdigerweise hat die die ganze Zeit gehalten und nach dem Tausch des Gestells ihre Funktion eingestellt. Vertauscht habe ich nichts, hab da extra beim Zerlegen der Loks aufgepasst und immer nur eine zur Zeit auf dem Tisch gehabt :wink:
Auch da ist Ersatz unterwegs....
Trotzdem werde ich noch das/die Foto/s des Innenlebens einmal einstellen, vielleicht findet der eine oder andere Profi hier noch was :D

Gruß


SAH
Gleiswarze
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#15

Beitrag von SAH »

Moin,

die V100 oder 212 von Märklin hatte ursprünglich runde Bürsten (600300), am Motorschild sind die Öffnungen in der Draufsicht zu sehen. Ab 1992 wurde der Motor umgestellt auf eckige Bürsten (601460), deren Führungen von der Seite sind.
Die Motorschilder sind Bild für 600300 einmal Kupfer, einmal Kohle oder Bild für 601460, zweimal Kohle.

mit freundlichen Grüßen
Stephan-Alexander Heyn
Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php


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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#16

Beitrag von Mafri2773 »

Danke

Die Lok ist definitiv vor 1992 gekauft....
Ok, eine Fehlbestellung, kommt ins Ersatzteillager...



rainerkrüger
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#18

Beitrag von rainerkrüger »

Hallo Mafri2773
beim betrachten der Bilder ist mir im letzten Bild die unsaubere Lotstelle links aufgefallen. Versuche erst einmal die Stelle neu zu verlöten , ggf benötigst du ein neues Motorschild.

mfg
Rainer Krüger


SAH
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#19

Beitrag von SAH »

Guten Abend Mafri2773,

Rainers Beitrag bringt auf einen weiteren Vorschlag: vertausche bitte die Bürsten, die verbogene gehört zur Kohle, die mit dem Haken zum Kupfer.

mit freundlichen Grüßen
Stephan-Alexander Heyn
Stephan-Alexander Heyn
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#20

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo

@Stephan: habe ich bereits gemacht, nachdem ich Deine Fotos gesehen habe.

@Rainer: danke, Nachlöten wirkt manchmal Wunder, hat bei den alten Röhrenfernsehern oft geholfen :D

Wer immer diese Lok mal in den Fingern hatte, er hat sie mit der Reparatur nicht repariert sondern eher zerstört....

Ich habe ja gesehen, dass die Schraube, die das Treibgestell hält, nicht die originale ist. Also Originalersatzteil bestellt und als das gestern eingetroffen ist, wollte ich natürlich gleich die Montage umsetzten....
Fazit: es geht nicht. Die benutzte Schraube hat ein wesentlich dickeres Gewinde, wer immer die da eingesetzt hat, er hat die Bohrung entsprechend verändert. Das Gewinde im Getriebeblock, an dem das Treibgestell montiert wird, ist so stark vergrößert, dass die Originalschraube natürlich nicht mal im Ansatz halt hat. Also müsste ich jetzt das Teil austauschen, um den Ursprungszustand wieder herzustellen. Hab gerade geguckt, Ersatzteil nur bei Ebay, gebraucht, zwischen 10 und 25 Euro...
Damit wären die Kosten der Instandsetzung bald in einem Bereich, wo ich diese Lok als gebrauchtes Modell neu beschaffen könnte und die würde wahrscheinlich optisch noch besser aussehen..... :|
Also werd ich wohl eher schauen, ob ich mit dem vorhandenen Gewinde eine Lösung finde, die funktioniert und das Treibgestell hält...
Hat jemand zufällig ein Bild der original Verdrahtung der Lok ? Wenn ich denn sowieso den Lötkolben anwerfe, wäre das gleich die Gelegenheit, eventuelle Fehler zu beseitigen, falls da welche auftauchen. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass der Motor nicht seine volle Leistung frei setzten kann....

Danke und Gruß
Markus


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Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#21

Beitrag von Mafri2773 »

kleines Update:

Die 212 läuft erstmal. Hab das Treibgestell befestigt bekommen und es hält, ob das allerdings von Dauer ist, wird man sehen. Der Motor läuft nach Reinigung, Bürstenwechsel und Nachlöten zwar immer noch nicht so wie bei allen anderen Loks, aber er läuft. Und vom Eindruck her etwas besser als vorher. Auf jeden Fall zieht die Lok einiges und die erreichte Geschwindigkeit reicht aus, um einen normalen Betrieb darstellen zu können.
Fazit: Wartung und Instandsetzung abgeschlossen

Meine nächsten 'Sorgenkinder' :

2 V60 mit Telex-Kupplung. Beide Motoren wurden zerlegt, gereinigt, Bürsten gewechselt usw.
Eine fuhr Anfangs nur in eine Richtung, die andere gar nicht. Bei der zweiten war das Kunststoffbeisatzrad am Motor defekt, das habe ich erneuert.
Status jetzt: beide Loks brummen nur, der Umschalter springt an. Fahren = 0
Welche Möglichkeiten gibt es da noch ausser verharzte Getriebe ? ( den Thread hatte ich bereits gelesen und die Tips angewendet )

Danke und Gruß
Markus


SAH
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#22

Beitrag von SAH »

Guten Tag Markus,

ist die Rückholfeder des Umschalters noch da? Die geht gerne bei Reparaturen "spazieren" (sie springt gerne ab).

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn
Stephan-Alexander Heyn
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#23

Beitrag von Mafri2773 »

Hallo Stephan

Ja, die Federn sind da. Alle Kabel haben Kontakt, es ist nichts abgerissen, die Getriebe lassen sich bewegen, die Beleuchtung funktioniert....


volkerS
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Deutschland

Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#24

Beitrag von volkerS »

Hallo Markus,
Motor zerlegen und die Widerstände zwischen den 3 Kollektorplatten des Läufers messen. Alle 3 Werte müssen gleich sein. OK?
Schmutz (Kohleabrieb) in den Kollektorspalten entfernt?
Elektrik durchmessen (ohne Motorkohlen!):
1. Durchgang Schleifer - Kohlehalterung links (dort endet die Leitung mit der schwarzen Drossel)
2. Durchgang rechte Kohlehalterung zum Chassis
3. Durchgang rechte Kohlehalterung zum Chassis, nachdem der FRU um 2 Rasten weitergedreht wurde.
4. Durchgang Chassis zu den Schienen
Wenn jedes mal ok, dann Klemmen möglicherweise die Kohlen in den Führungen oder der Andruck der Federn ist zu gering.
Volker


Threadersteller
Mafri2773
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Re: Frage zu verschiedenen Reparaturen

#25

Beitrag von Mafri2773 »

Vielen Dank

Das werd ich den mal angehen, sowie der Terminkalender das zulässt.... :D

Feedback kommt... :mrgreen: :gfm:

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