Piko Getreidelager Billinger - Erfahrungsbericht

Bereich für alle Themen rund um die Planung und den Bau von Gebäuden (Bauberichte bzw. Bautagebücher, handwerkliche Fragen, etc.)
Antworten

Threadersteller
C+D
RegionalExpress (RE)
Beiträge: 65
Registriert: Mo 6. Feb 2012, 15:14

Piko Getreidelager Billinger - Erfahrungsbericht

#1

Beitrag von C+D »

Nach Durchstöbern aller bekannten Kataloge incl. Walters habe ich mich für das Getreidesilo Billinger von Piko entschieden.

Das Ensemble besteht aus 3 Bausätzen:
1) Getreidelager 61113
2) Getreideförderer 61114
3) Getreidesilo 61115

Die Preise sind happig: Die Preise für die einzelnen Bausätze liegen im Handel im Durchschnitt bei
1) ca. 66,00 Euro
2) ca. 47,00 Euro
3) ca. 58,00 Euro
also für das gesamte Ensemble ca. 170 - 180 Euro !!!

Zur Montage:

Auf dem Karton befindet sich eine Farbabbildung der Siloanlage - so grottenschlecht zusammengebaut, daß man ernste Zweifel bekommt !
Wie kann man einen so schlecht gebauten Bausatz fotografieren und auf den Titel des Kartons drucken - Herr Wilfer ???
Beim Auspacken fallen dem erfahrenen Bastler als erstes die irre dicken Wandstärken der Bauteile auf - Oh je, was soll das wohl werden ?

Und wo sind die Bodenplatten für eine exakte Ausrichtung ?
Dann aber die positive Überraschung:
Die Bauteile sind allesamt extrem passgenau, nichts ist verzogen. Leider stimmen die Gehrungen an den Gebäudeecken nicht hundertprozentig - für eine unsichtbare Eckfuge fehlt jedesmal ein 1/10 tel Millimeter. Also müssen die Gehrungsbegrenzungen (oder wie auch immer man die Kanten bezeichnen soll) weggefeilt werden.

Folgende Probleme:
1) Es gibt, wie oben beschrieben, keine Grundplatten. Als Folge müssen die Gebäudeteile mit dem Geodreieck ausgerichtet werden. Nach dem Aushärten des Kunststoffklebers (oder Weinert - Verdünnung) sollte man unbedingt die Ecken von innen mit Stabilit - Express verstärken.
2) Alle Fensterrahmen werden entgegen den üblichen Gepflogenheiten von außen eingeklebt. Will man paßgenaue Verglasungen haben, die bündig an den Fensterstreben anliegen, müssen alle Verglasungen paßgenau (!!!) aus den beigefügten Klarsichtplatten selbst ausgeschnitten werden - eine Zumutung mit 3 mal Versuch und Irrtum !!! In dieser Preisklasse ein Unding, keine Spritzlinge mit fertiger Verglasung beizufügen.

Ähnlich undurchdacht ist der Geländerumlauf oben am Elevator: Die Geländer werden ohne Paßlöcher oder Anschlag einfach "irgendwo" aufgeklebt - und zwar so, daß es nachher paßt und gut aussieht.................. Eine ziemliche Fummelei (abgesehen davon, daß die Geländerdicke auch dünner sein könnte).

Fazit:
Mit ein bischen Nacharbeit und etwas Geduld erhält man eine wunderschöne, wenn auch wucherhaft teure Anlage aus paßgenauen Teilen. Die irren Wandstärken sieht man nachher praktisch nicht mehr (außer bei den Türen). Von kinderleichtem Zusammenbau kann aber keine Rede sein. Und das Preis - Leistungsverhältnis - na ja : Keine Bodenplatten, keine Glasscheiben - Spritzlinge und ein seltsam undurchdachtes Elevator - Geländer.

Benutzeravatar

Meteor
InterCity (IC)
Beiträge: 547
Registriert: Mo 15. Jun 2015, 09:32
Nenngröße: H0
Stromart: analog DC
Gleise: Roco 2,5mm
Wohnort: Marbach a. N.
Alter: 56
Deutschland

Re: Piko Getreidelager Billinger - Erfahrungsbericht

#2

Beitrag von Meteor »

Hallo,

und schönen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ein paar Bilder wären noch hilfreich gewesen. Mir wirkt der gesamte Komplex etwas zu amerikanisch. Große wandstärken halte ich nicht für nachteilig, zumindest im gemauerten Teil. Die meisten Modellgebäude habne umgerechnet wohl eher zu dünne Wände.
Mit freundlichem Gruß

Stefan

Epoche III/IV
Deutsche Bundesbahn
Südwestdeutschland
2L-GS analog

Benutzeravatar

Atlanta
InterRegioExpress (IRE)
Beiträge: 481
Registriert: Fr 20. Dez 2019, 05:41
Deutschland

Re: Piko Getreidelager Billinger - Erfahrungsbericht

#3

Beitrag von Atlanta »

Moin Kollegen,

wenn es Gebäudebausätze mit zu dünnen Wandstärken sein sollen, nimm doch mal irgendwelche britischen Bausätze im Maßstab 1:76 in der Baugröße 00. Dann hast du Wandstärken wo selbst bei schwarzer Innenbemalung das Licht noch gut durchscheint.

Klarsicht Spritzlinge gehören keineswegs zur Standardausführung von Fenstermaterialien, erleichtern aber den Zusammenbau, wenn vorhanden.

Schlimmer noch würde ich lieber wissen wollen aus welchem Plastikmaterial die Kunststoffe hergestellt wurden und mit welchen Klebstoffen man dann optimal arbeiten kann, ohne daß die in den Klebstoffen enthaltenen Lösungsmittel, dem Kunststoff angreifen, verformen oder sogar mit chemischer Reaktion, Auflösungserscheinungen zeigen.

US Bausätze von DPM oder Woodland Scenics sind aus Resin gefertigt, da muß der Modellbauer selber noch etwas "Hand anlegen."
Fenstermaterialien, Fußböden und Dächer sind nicht beigelegt und müssen selber aus Polysryrolplatten oder Pappe hergestellt werden.

Andere US Bausätze mit Naturmaterialien wie Holz und mit Pappe, Zinngußteilen oder Metallteilen müssen ggfs. erst selber die Latten und Bretter zugeschnitten werden, Grate sind zu entfernen und Fenstmaterialien selber zu organisieren.

Woodland Scenics Bausätze von irgendwelchen Wasserbehältern, da sind die aus balsaholzähnlichen gelaserten Holzplatten zuvor in lauwarmes Wasser einzulegen, damit man sie biegen kann ohne zu brechen.
Beim Trocknen des mit Wasser vollgesogenen Holzes, verzieht sich dieses wieder etwas, das dann "windschiefe" Aussehen ist dann so gewollt.
LG Ingo

Genießen Sie Ihren Urlaub in vollen Zügen...Die Bahn! :roll:
------------------------------------
Ich schreibe auch hier: H0-Gleichstrom.eu!
L.T.E. = Lübeck Travemünder Eisenbahn Act. Ges.


Threadersteller
C+D
RegionalExpress (RE)
Beiträge: 65
Registriert: Mo 6. Feb 2012, 15:14

Re: Piko Getreidelager Billinger - Erfahrungsbericht

#4

Beitrag von C+D »

Das Material ist Polystyrol, allerdings sehr träge anlösend.
Ich habe überwiegend mit Weinert - Verdünnung geklebt. Kibri - Kleber löst nicht stark genug an und verdunstet zu schnell. Revell - Kleber geht auch, trägt aber auf, da er ein Bindemittel enthält, was den Kleber "schleimig" macht. Das hat je nach zu verklebenden Teilen Vor - oder Nachteile. Beim zusammensetzen von Preiserfiguren ist das z.B. sehr vorteilhaft, weil auch Spalte überbrückt werden und der Kleber sehr stark anlöst. Bei paßgenauen Gebäudebausätzen ist der Revell - Kleber eher ungeeignet, weil er u.U. aus den Fugen herausquillt.

Antworten

Zurück zu „Gebäudebau“