Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

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lupus51
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Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#1

Beitrag von lupus51 » Di 26. Nov 2019, 18:36

n'abend,

nach Lektüre in diesem Forum zu dem Museumsbahnwesen in England frage ich mich :

- wo kriegt man denn heute noch ausgebildeten Nachwuchs her ?

- wer kann denn überhaupt noch eine Dampflok oder auch eine ältere Diesel- oder E-Lok nicht nur fahren, sondern
auch darauf ausbilden ?

Wer bildet aus zu den "Verkehrsregeln" ? Wer prüft ? :idea:

Was würde mich so eine Ausbildung plus Prüfung kosten ? :calc:

Wäre ich mit fast 70 "zu alt" bzw. welche körperlichen Vorraussetzungen müßte ich erüllen ? :oops:
dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz :cry:

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Dölerich Hirnfiedler
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#2

Beitrag von Dölerich Hirnfiedler » Di 26. Nov 2019, 19:38

Hallo,

Du brauchst einen Hauptschulabschluß oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu einwandfreie Sinne (sehen, hören, Motorik) und kein gut gefülltes Punktekonto in Flensburg. An Kosten kommen etwa 30.000 EUR auf Dich zu. Unter "Ausbildung Triebfahrzeugführer" liefert Dir Google auch Ausbildungsstätten.

mfg

D.
Wir leben in einer unruhigen, durch und durch egoistischen, schlimmen Zeit.
Allgemeine Schulzeitung, Nr. 201 vom 21.12.1843


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#3

Beitrag von lupus51 » Di 26. Nov 2019, 21:53

danke für Deine schnelle Antwort,

nun, für eine Dampflok gibt es sicherlich keine reguläre Ausbildung mehr;
aber wie bilden z.B. die HSB (Harzer Schmalspurbahnen) ihre Lokführer aus, die haben doc h wohl mehr als den
"Ehrenlokführerschein" für Touristen ?! :roll:
dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz :cry:

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moppe
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#4

Beitrag von moppe » Di 26. Nov 2019, 22:12

lupus51 hat geschrieben:
Di 26. Nov 2019, 18:36
- wer kann denn überhaupt noch eine Dampflok oder auch eine ältere Diesel- oder E-Lok nicht nur fahren, sondern
auch darauf ausbilden ?
https://www.hsb-wr.de/Unternehmen/Jobs- ... lokheizer/

Klaus
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#5

Beitrag von lupus51 » Di 26. Nov 2019, 22:42

danke für link,

uff, erst mal heizen..oh je, da reicht meine körperliche Eignung wohl nicht mehr aus..
ich als Heizer :fool: ..die wolle ja gelegentlich auch mal fahren..das träum ich lieber nachts :mrgreen:

evtl sollte ich doch lieber sehn, ob man auf ner alten E-Lok oder Diesellok "anheuern" kann (schau ich mal in
Darmstadt-Kranichstein oder bei anderen Privat- bzw. Museumsbahnen :wink:

gute nacht
dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz :cry:


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#6

Beitrag von Ulf325 » Mi 27. Nov 2019, 11:42

auf der Molli
https://www.molli-bahn.de/

konnte man mal "Ehrenlokführer" werden

ergibt dann auch einen netten Urlaub an der Ostsee

Edit: ich glaube die bieten das nicht mehr an
unter "Ehrenlokführer" kann man aber verschiedene Angebote finden
Mit freundlichen Grüßen: Ulf

Meine Anlage

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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#7

Beitrag von rhb651 » Mi 27. Nov 2019, 13:25

Quereinsteiger hat die Bahn genug, auf dem Dampfer sollte man sich hocharbeiten, sprich neudeutsch Step for Step :wink:
Viele Grüße,
Achim
rhb651

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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#8

Beitrag von JoWild » Mi 27. Nov 2019, 14:01

Hallo Achim,
die EVU suchen alle händeringend Triebfahrzeugführer. Wenn man dann mal die Ausbildung für eine Traktionsart hat, kann man sich entsprechend Weiterbilden.
Und dann sollte man sich für Dampflokomotiven noch genauer anschauen, was da alles an Aufgaben anliegt für den Triebfahrzeugführer und den Heizer. Beim Heizer ist es noch lange nicht mit dem Kohleschippen getan.
Führe dir mal den "Leitfaden für den Damplokomotivdienst" von Niederstrasser zu Gemüte. Danach baut man einige Träume ab.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim

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shaddowcanyon
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#9

Beitrag von shaddowcanyon » Mi 27. Nov 2019, 20:51

Hallo zusammen,

Genau diese Frage habe ich auch mal gestellt, gegoogelt und bei den Eisenbahnfreunden Darmstadt-Kranchstein erfragt. Für die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen eines Lokführerscheins ist jedenfalls, das ist ganz klar, des Eisenbahn-Bundesamt in Bonn zuständig, die EBA. Ganz egal, ob jemand bei der Deutschen Bahn, bei einer privaten Bahngesellschaft, oder bei einer Museumseisenbahn als Lokführer tätig ist. Es spielt auch keine prinzipielle Rolle, ob E-Lok, Diesel oder Dampf.

In der Praxis läuft das wohl so ab, dass man eine Lehre absolviert, bei einem ausgebildeten Lokführer, dem "Meister". Im Eisenbahnmuseum Kranichstein ist das so, dass der Anwärter zuerst als Heizer ausgebildet wird, wo er unter Anleitung des Lokführers den Umgang mit der Lok erlernt, vom Putzen über Kesselpflege, Kohle schippen bis zu der Bedienung der verschiedenen Aggregate und Sicherheitseinrichtungen. Dann, nach 100 Fahrtagen (was ja bei einer Museumsbahn durchaus nicht von heute auf morgen zu erledigen ist), kann er sich zur Lokführerprüfung anmelden, nach EBA-Regularien. Wer die Prüfung schafft, erhält das Lokführer-Zertifikat, sozusagen die Meister-Lizenz. Wie schwierig das ist und was es an Geld kostet, tja, das weiß ich nicht.

Was ich über die Kosten des Eisenbahnhobbys weiß, kommt allein von der Moba. Und wenn ich die beim Basteln und Montieren durchgescheuerten Hosenbeine zu den Kosten für diverses Rollmaterial, Elektronik und Bastelzeug dazurechne, ja dann, liebe Freunde, träumen auch meine Frau und ich davon, dass es bestimmt schon für den Führerschein auf einer richtigen Dampflok ausgereicht hätte. Muss ja für den Anfang nicht gleich eine 01 oder eine S3/6 sein. :D

Also Nachwuchs für die Dampflok: prinzipiell kein Problem, aber eine Frage von Zeit, Motivation und (zum kleineren Teil) auch von Geld.

Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#10

Beitrag von Fishmastr » Do 28. Nov 2019, 11:09

Moin Kollegen,

da ich selbst gerade vor genau dieser Frage stehe möchte ich hier auch meine Erfahrungen offen legen. Ich bin Mitglied in einem Museumseisenbahnverein der auf einer "eigenen" Nebenstrecke auch selbst Fahrbetrieb durchführt. Dieser ist in einem eigenen EVU ausgelagert. Generell gibt es 3 Klassen des Triebfahrzeugführers. Klasse 1 ist Hauptstrecke, Klasse 2 Nebenstrecke, Klasse 3 Rangierbetrieb. (Sehr vereinfacht ausgedrückt, die genauen Unterschiede sind glaube ich der EBO bzw AEG zu entnehmen.
Man benötigt die entsprechende Ausbildung, sowie eine Einweisung auf das TFz und die Strecke. Alle 3 müssen separat erworben werden. Somit ergibt sich das die Schulung auf Dampflok "nur" eine Schulung auf ein neues TFz ist, hier ist allerdings der Kesselwärter Schein Pflicht. Soll auf offiziellen Strecken gefahren werden braucht allerdings auch der Heizer eine entsprechende Ausbildung in Signalkunde, aufgrund der Sichtverhältnisse ist muss er den Lokführer hier unterstützen. Z.B. in Linkskurven sieht der Lokführer keine Signale, hier muss der Heizer aushelfen. Generell wird auf Dampflokomotiven noch als Team gearbeitet. Hier wird auch gern mal gewechselt, zb. nach einem harten Bergstück nimmt sich auch der Lokführer mal die Schaufel. (Ich habe das Glück, eines unserer Mitglieder ist Ausgebildeter Heizer der noch auf einer P8 gedient hat.)

Generelle Voraussetzung ist eine Körperliche Eignung (sog. Bahnarzt). Die bekommt man bei einem BG Arzt nach entsprechender Untersuchung.

Danach geht es an die Ausbildung. Für Werksbahnen ist meist der Eigner der Lokalität bzw. der zuständige FDL verantwortlich, dieser entscheidet was er benötigt. Für das Rangieren < 20 km/h auf unserem Gelände ist hier ein Führerschein der Klasse B und eine örtliche Ausbildung/Einweisung von nöten, sowie die Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsvorschriften des Geländes und der BG allgemein. Das gilt in meinem Fall nur für unsere ausgewiesene Anschlussbahn, für das Rangieren auf öffentlichen Gleisen oder anderen Werksbahnen bin ich damit nicht berechtigt.

Ich selbst bin bereits in den Genuss gekommen mal eine Feldbahndampflok selbst zu fahren. Sowohl als Heizer aber auch als Lokführer, für mich war es eines der schönsten Erlebnisse überhaupt. Ich bin von Dampflokomotiven im allgemeinen sehr angetan. Den Niederstrasser habe ich gefressen, dieser enthält alles was für den Dampflokbetrieb notwendig ist, abgesehen von Erfahrung. Von Materialkunde, technischen Zeichnungen und Funktionsweise, über Wirtschaftlichkeit bis hin zu Wartung und Betrieb ist alles drin. Ich bin mit 35 Jahren jetzt noch ein Jungspund und für mich ist der Dampflokführer als Lebensziel noch erreichbar. Mit 70 würde ich mich bemühen einmal auf einem Führerstand mitzufahren, das ist auf jeden Fall ein super Erlebnis.

Bei Interesse mach ich auch gern eine Einweisung auf der 75 634 bei uns in Hamburg.

Viele Grüße
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#11

Beitrag von Tom_B82 » So 1. Dez 2019, 22:35

Moin lupus,

erste Hürde für dich wird der Bahnarzt sein. Das sind speziell zugelassene Ärzte/Ärztinnen. Dann wird dir keiner die Ausbildung finanzieren, d.h. eigentkosten in Höhe von etwa 15.000 - 20.000€. Danach wird es für dich dann erst mal auf eine Lok gehen.
Gruß Tom


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#12

Beitrag von Brillenhuber » Mo 2. Dez 2019, 12:28

lupus51 hat geschrieben:
Di 26. Nov 2019, 22:42
danke für link,

uff, erst mal heizen..oh je, da reicht meine körperliche Eignung wohl nicht mehr aus..
ich als Heizer :fool: ..die wolle ja gelegentlich auch mal fahren..das träum ich lieber nachts :mrgreen:

evtl sollte ich doch lieber sehn, ob man auf ner alten E-Lok oder Diesellok "anheuern" kann (schau ich mal in
Darmstadt-Kranichstein oder bei anderen Privat- bzw. Museumsbahnen :wink:

gute nacht
na ja:
Ehrlich gesagt, ich war Heizer und hatte nie den Ehrgeiz wesentlich mehr zum machen.
Denn auf einer Dampflok spielt die Musik nun mal auf der Heizerseite! Und die besten Lokführer waren die, die auch noch heizen konnten. Denn die waren in der Lage, auch ohne Kommentar des Heizers einzuschätzen, wie er dran war und das beim Fahrstil berücksichtigten.
Und, wenn ich mich so rumhöre in der Schweiz, dann sind die Leute bei der SBB Historik in etwa im gleichen Spital krank:
Die heizen auch lieber, als dass sie fahren.
Einen Zug die Südostbahn von Samstagern nach Biberbrugg und Einsiedeln, auf 50%0 zu heizen, ohne dass Dampfmangel herrscht und die Maschine nicht abbläst, immer genügend Wasser zu haben und das Feuer so zu Regeln, dass am Kalten Boden (Übergang 50%0 - Ebene) es ohne Löcher soweit heruntergebrannt ist, dass die Nachproduktion an Dampf durch Speisen aufgefangen wird, ohne dass der Wassserstand in der Steigung und nachher in der Ebene, unter Berücksichtigung des scheinbaren Wasserstandes bei offenem Regler, nachher bei geschlossenem Regler nicht unter die Minimalmarke sinkt, das gibt schon was zu tun!
Gruss Heinz


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#13

Beitrag von minimax13 » Mo 2. Dez 2019, 20:06

Hallo,
bei den Dampfloktagen in Meiningen kann man den "Ehrenlokführer" machen. Nach einer halben Stunde Theorie und Einweisung fährt man selbst am Regler eine 50er 300 m auf dem Werksgelände rückwärts und anschließend wieder vorwärts und ist bei 3 weiteren Kollegen auf dem Führerstand dabei.

Viele Grüße Frank


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#14

Beitrag von Technoboy » Mo 2. Dez 2019, 23:38

minimax13 hat geschrieben:
Mo 2. Dez 2019, 20:06
Hallo,
bei den Dampfloktagen in Meiningen kann man den "Ehrenlokführer" machen. Nach einer halben Stunde Theorie und Einweisung fährt man selbst am Regler eine 50er 300 m auf dem Werksgelände rückwärts und anschließend wieder vorwärts und ist bei 3 weiteren Kollegen auf dem Führerstand dabei.

Viele Grüße Frank
Hallo.

Und manche Anwärter fahren auch mit Schmackes gegen den Prellbock 😁😁

Gruß Markus
Dieselsound ist Musik für meine Ohren =)


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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#15

Beitrag von Fishmastr » Di 3. Dez 2019, 08:31

Brillenhuber hat geschrieben:
Mo 2. Dez 2019, 12:28
na ja:
Ehrlich gesagt, ich war Heizer und hatte nie den Ehrgeiz wesentlich mehr zum machen.
Denn auf einer Dampflok spielt die Musik nun mal auf der Heizerseite! Und die besten Lokführer waren die, die auch noch heizen konnten. Denn die waren in der Lage, auch ohne Kommentar des Heizers einzuschätzen, wie er dran war und das beim Fahrstil berücksichtigten.
Und, wenn ich mich so rumhöre in der Schweiz, dann sind die Leute bei der SBB Historik in etwa im gleichen Spital krank:
Die heizen auch lieber, als dass sie fahren.
Einen Zug die Südostbahn von Samstagern nach Biberbrugg und Einsiedeln, auf 50%0 zu heizen, ohne dass Dampfmangel herrscht und die Maschine nicht abbläst, immer genügend Wasser zu haben und das Feuer so zu Regeln, dass am Kalten Boden (Übergang 50%0 - Ebene) es ohne Löcher soweit heruntergebrannt ist, dass die Nachproduktion an Dampf durch Speisen aufgefangen wird, ohne dass der Wassserstand in der Steigung und nachher in der Ebene, unter Berücksichtigung des scheinbaren Wasserstandes bei offenem Regler, nachher bei geschlossenem Regler nicht unter die Minimalmarke sinkt, das gibt schon was zu tun!
Gruss Heinz
Moin Heinz,

was der beiden Aktivitäten mehr Spaß macht ist Geschmackssache. Wie gesagt ich habe auf der Feldbahn Lok (mit 4 Wagen Zug) beides gemacht, abwechselnd natürlich. Aufgrund fehlender Zugbremse war der Heizer hier auch noch für das Bremsen verantwortlich. Allgemein ist im Museumsbetrieb der 100% optimale Betrieb nicht so wichtig. Der Sichere Betrieb auf jeden Fall. Wenn jedoch mal der Druck etwas abfällt, oder abgeblasen wird macht dir keiner eine Szene. Dafür ist man erstens nicht Hauptberuflich auf der Lok, und zweitens meist auch nur recht selten. Damals sind die Besatzungen für gewöhnlich die gleichen Strecken gefahren, weil eben die Kenntnis über Steigungen und Besonderheiten wichtig war. Mit dem Wissen konnte man dann auch äußerst wirtschaftlich fahren. Heutzutage wird man ja viel abwechselnd eingesetzt um die Aufmerksamkeit des Lokführers zu fördern.

Ich finde generell den Gedanken des kooperativen Arbeitens auf und an der Lok als Erhaltenswert. Jede Maschine war/ist anders, und die Besatzungen damals kannten die Macken eben IHRER Lok. Da musste halt das Schwingenlager einmal mehr geschmiert werden oder nach einer Steilstrecke hat auch mal der Lokführer ein paar Schaufeln Kohle aufgeworfen.

Leider schafft es die DB ja kaum bei optimalen Bedingungen den Fahrplan zu halten, daher ist der Dampfsonderzug nicht gerade beliebt. Leider werden diese auch nicht gerade begünstigt. So muss der Zug meist halb voll sein um allein die Trassengebühren zahlen zu können. Da ist noch kein Brennstoff oder sonstige Betriebsmitteln drin. Wasser kommt ja meist von den FFW, und das Personal macht es meist ehrenamtlich. Trotzdem müssen die Fahrzeuge entsprechend ausgerüstet und abgenommen sein, was Unsummen erfordert. Daher sehe ich Dampftraktion auf Hauptstrecken leider immer mehr schwinden. Auf Nebenstrecken muss man dann fast schon wieder auf den Großdampf verzichten da es die Strecke nicht hergibt.

Alles in allem ist die Situation schwierig. Und gut ausgebildetes Lokpersonal ist davon nicht ausgenommen. Mit einem Ehrenlokführer kann man wohl eine betriebsbereite Lok in Bewegung setzen und anhalten, zum Betrieb gehört aber viel mehr. Selbst bei der Feldbahn waren ein Tag Vorbereitung und ein weiterer Tag Nachbereitung mit ca 3 Personen nötig. Dampf ist halt kein Diesel oder Strom, da braucht man Zeit zum Anheizen, muss Reinigen und Schmieren, und gerade das Reinigen ist für den dauerhaft sicheren Betrieb unglaublich wichtig. Das muss der Ehrenlokführer aber eher selten machen.
Für einen Einblick in den Betrieb kann ich nur wieder den Niederstrasser empfehlen. Wenn man den gelesen und verstanden hat ist man in der Lage eine Dampflok sicher zu bedienen. Er ersetzt aber nicht die örtliche Einweisung durch erfahrenes Personal. Da reicht auch die 1h Ehrenlokführer nicht.

Viele Grüße aus Hamburg
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#16

Beitrag von Aristides » Di 3. Dez 2019, 20:39

Grüß Euch,

vielleicht noch eine ganz kleine Anmerkung dazu:

Schon nicht mehr zu meiner Zeit, aber vorher, war es so:
Lehre als Schlosser
danach Heizer, Ausbildung sechs Monate
danach Heizer auf der Lok, zwei Jahre mindestens
danach Abendkurse
nach zwei Jahren Lokführer

So kannte ich etliche in Köln-Eifeltor
Wahrscheinlich gab es zwischendurch auch Schnellkurse. Denn mit der Dauer dieser Ausbildung kann man auch Facharzt werden. Allerdings fing die Lehre mit 14 an!

Beste Grüße

Herbert

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shaddowcanyon
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Re: Wo lernt man denn eine Lok fahren zu dürfen ?

#17

Beitrag von shaddowcanyon » Di 3. Dez 2019, 21:19

Hallo zusammen,

Hier ein älterer Lehrfilm der britischen LMS als Video, wo erklärt wird, worauf es beim Heizen einer Lok ankommt.
(auf englisch):

https://www.youtube.com/watch?v=6QwfBCDZqxY

Grüße

Hans Martin & Manu
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