Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital - neue Bürsten

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shaddowcanyon
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Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital - neue Bürsten

#1

Beitrag von shaddowcanyon » Sa 14. Jun 2014, 13:19

Hallo liebe Moba-Freunde

Hier möchte ich vom Umbau einer Dampflok von Rivarossi (Spur H0, DC) auf Dreileiter-Digital-betrieb berichten.

Bei der Lok handelt es sich um eine recht große amerikanische Güterzug-Dampflok vom Typ Berkshire S3 mit der Achsfolge 1-D-2 (oder 2-8-4). Rivarossi hat das Modell zwischen 1965 und 1997 produziert (mein Exemplar dürfte von 1965 sein). Ich habe das Modell vor ein paar Jahren praktisch unbespielt und in 1A-Zustand auf einer Moba-Börse erstanden. Hier ein Foto von meinen ersten Testfahrten im DC-Gleisoval:

Bild

Hier auch ein Link zur betreffenden Seite von Rivarossi-Memory:
http://www.rivarossi-memory.it/ENGLISH_ ... re_Eng.htm

Die Lok ist etwa 35 cm lang und soll später auch durch R1-Kurven fahren können (was nicht ganz trivial sein wird). Das Gehäuse ist aus Kunststoff mit ein paar Zurüstteilen, und die Qualität und Detaillierung des Spritzguss-Gehäuses ist für die Zeit ganz hervorragend. Gleichwohl, ich finde, der fabrikneue Look des Modells wird dem Vorbild nicht gerecht. Auf alten Fotos haben amerikanische Dampfloks dieser Größe etwas monströses, das dem piekfein auf Hochglanz polierten H0-Modell total fehlt: das Original ist ein riesiges, furchteinflößendes Gebirge aus Eisen. Das möchte ich dann auch im Modell sehen.

Aber zunächst zum AC-Umbau. Habe die Lok also erst mal auseinandergenommen: Fahrgestell, Unter-und Oberschale des Gehäuses, und innen drin der Rahmen aus Zinkdruckguss.

Bild

Der Motor sitzt im Führerhaus und treibt über zwei hintereinanderliegende Schneckengetriebe (d-1 und d-2) die dritte Kuppelachse an.Die Masseverbindung am Motor (e) wird durchtrennt. Den Motor habe ich statt dessen an einen Lopi V4 angeschlossen, der neben der Kardanwelle eingeklebt wurde. Auch der Stecker für die zweite Radseite (e-1, e-2) wird in dieser Form nicht mehr gebraucht. Die Gehäuseunterschale bekommt ein Loch (c) für die Zuleitung vom Schleifer. Die Leitung läßt sich über eine Steckverbindung trennen (a, b), der einfacheren Wartung wegen.

Hier nun der umgebaute Lokrahmen:

Bild

Motor (a), Decoder (b), zwei zusätzliche Stücke Lochrasterplatte (c und d) zum einfacheren Anlöten der vielen Drähte an den Decoder bzw. an den Rauchsatz (e), ein Seuthe #10 (bzw. Märklin 7226). Den mußte ich vom Rahmen komplett mit Schrumpfschlauch isolieren. Das entsprechende Loch hat mir ein netter Arbeitskollege mit der Ständerbohrmaschine gebohrt. Das muß ganz präzise mittig unter dem Schornstein geschehen, damit das Gehäuse später noch draufpasst. Der Rauchsatz passt haargenau durch den Schornstein, allerdings musste ich da im Innern mit der Rundfeile eine hervorstehende Spritzgussnaht entfernen. Auch die Tiefe des Lochs im Rahmen muß genau der Höhe des Rauchsatzes entsprechen. Keinesfalls darf man hier tiefer bohren als unbedingt notwendig, weil an der betreffenden Stelle auf der Unterseite des Rahmens das Gewindeloch liegt, an dem das Fahrgestell an den Rahmen geschraubt wird.

Ein Blick nun auf das Fahrgestell von Unten mit dem Schleifer (d):

Bild

Die Niete und die Unterseite des Kuhfängers (a und b) habe ich abfeilen müssen, damit die Lok auf den Weichen nicht an den Pukos hängenbleibt. Und nun das Fahrgestell von der Seite:

Bild

Der normale Märklin-Schleifer passt nicht unter das Fahrgestell. habe den Schleifer flacher gemacht, indem ich die Wülste an den Enden aufgesägt habe, welche die Federbleche halten, mit denen der Schleifer an der Bodenplatte befestigt wird. Statt dessen habe ich aus dünnem Kupferdraht zwei winzige Bügel hergestellt und auf das Schleiferstück gelötet. Hier rasten nun die Federbleche ein, und man gewinnt ca. 2 enorm wichtige Millimeter Bodenfreiheit unter der Lok.

Hier noch der Nachläufer:

Bild

Normalerweise ist hier eine kleine Metallfeder eingebaut, die dafür sorgt, dass die Räder auf die Schienen gedrückt werden. Das ist o.k. und kann auch so bleiben, solange man die Lok nicht durch R1-Kurven fahren will. Dort verursacht die Federkraft nämlich, dass der Nachläufer entgleist. Habe statt dessen einfach ein Eisengewicht zurechtgefeilt und eingeklebt.

So, fertig für die erste Probefahrt:

Bild

Natürlich habe ich die Beleuchtung auf LED umgestellt. Der rote Metallklotz auf dem Rahmen hinter dem Raucheinsatz sind knapp 100 g Blei. dadurch "zieht" die Lok besser.

Ach so: die Motoreinstellungen. Bisher haben sich die Standardwerte des Lopi V4 mit dem Rivarossi-Motor gut bewährt. Da habe ich erst mal nichts geändert. Im Neuzustand läuft der Rivarossi-Motor zwar etwas rauh, aber von einem anderen Umbau weiß ich, dass sich das mit den Kilometern gibt.

So, das war's erst mal für heute. Weiter gehts mit dem Umbau demnächst.

Grüße

Hans Martin
Zuletzt geändert von shaddowcanyon am So 28. Jun 2015, 13:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#2

Beitrag von Goshiny » Sa 14. Jun 2014, 14:05

Hallo Hans Martin,
schöner Umbaubericht. Hast Du am Fahrgestell auch etwas ändern müssen, damit die Kurvengängigkeit bei normalen Weichen und R1 Bögen ohne Probleme funktioniert?

Und, kannst Du ein detailliertes Bild von Deinem Schleiferumbau einstellen?

Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#3

Beitrag von Thilo » Sa 14. Jun 2014, 19:04

Hallo Hans Martin,

ein Detailbild von der Unterseite würde mich auch interressieren.

Bei meiner habe ich keinen Platz unter der Lok für irgendeine Art von Schleifer gefunden, da unter der C-Achse eine riesige Zahnradabdeckung ist. :?

Wenn es doch möglich ist (wie du offensichtlich bewiesen hast ;) ), wird meine doch noch das Skifahren lernen dürfen.

Liebe Grüße

Thilo

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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#4

Beitrag von shaddowcanyon » So 15. Jun 2014, 14:57

Hallo Wolfgang, hallo Thilo,

Vielen Dank für Eure Fragen, werde sie der Reihe nach beantworten.

Zunächst zu den Änderungen am Fahrgestell für R1-Kurven.
Die Sache mit der Nachläuferfeder ist ja recht einfach zu lösen. Die Hauptschwierigkeit für die Kurvengängigkeit aber das starre Fahrgestell mit den vier Treibachsen. Die Achsen haben zwar ausreichend Seitenspiel (auch für R1), doch das Ding kann in engen Kurven ziemlich zickig sein. Dabei spielt zwar auch der DC-typische Spurkranzabstand von 14,3 mm eine Rolle, aber vor allem das Schneckengetribe auf der dritten Treibachse.

Bild

Bild

Hier sieht man auch, hinter dem Schleifer, das untere Lager dersenkrechten Achse mit dem Schneckenrad, das die 3. Treibachse antreibt:

Bild

Das Schneckenrad drückt bei seiner Rotation das Zahnrad und damit die gesamte Achse auf die Seite (in Fahrtrichtung nach links). Infolgedessen ist das Seitenspiel der Achsen in Kurven nicht uneingeschränkt nutzbar. Vielmehr scheint es so, dass die Spurkränze auf der betreffenden Seite gern an den Gleisinnenflnken hinaufklettern. Die Lok hatte anfangs bei meinen K-Normalweichen die Tendenz, bevorzugt links abzubiegen, und Rechtskurven mit R1 waren eine wacklige Sache. Linkskurven waren dagegen von Anfang an o.k. Ein merkwürdiges Syndrom, nicht wahr ?

Hier hat es geholfen, den inneren Spurkranzabstand zwischen den Rädern der dritten Treibachse von 14,3 mm auf unter 14,0 mm zu verkleinern: die C-Achse bleibt jetzt in Axialrichtung ziemlich mittig und das Problem ist fort.

Auch bei den anderen Treibachsen ist die Verringerung des Spurkranzabstandes zweifellos sinnvoll, habe ich aber noch nicht gemacht.
Man kann die Räder übrigens nicht einfach im Schraubstock oder mit der Innenradsatzlehre auf der Achse nach innen verschieben. Die Räder sitzen nämlich auf verjüngten Achszapfen. Ich mußte die Räder daher zuerst abziehen, dann das Zapfenlager auf der Radinnenseite ein- bis zwei zehntel Millimeter tief ausbohren, und dann die Räder wieder aufziehen. Glücklicherweise kann man das Fahrgestell und das Getriebe ziemlich gut auseinander- und wieder zusammenbauen. Bei den übrigen Rädern werde ich wohl versuchen, die Achsen in einer Drehbank etwas zu kürzen. Werde mir dazu aber noch Rat von einem Fachmann einholen. Das Abdrehen der Achse war mit der C-Achse wegen des Zahnrades nicht möglich: zu riskant, das Ding in einer Drehbank fest einzuspannen.

Trotz allem: die Lok geht jetzt (wenn auch nicht sehr elegant) durch R1, sogar die berüchtigte K-Gleis-Bogenweiche schafft sie sicher. Also bloß nicht frustrieren lassen, die Sache hat eine präzise Ursache.

Zum Schleifer: hier habe ich einfach mal ein paar Bilder gemacht. Der wesentliche Punkt ist die platzsparende Montage des Schleiferstücks an den Federblechen für die Stromabnahme.

Bild

Bild

Bild

Habe zunächst die Enden des Schleiferstücks kurz oberhalb der Biegung abgeschnitten. Anschließend habe ich an beiden Enden möglichst weit seitlich jeweils 2 kleine Löcher (0,6 mm)gebohrt. Hier habe ich je eine Öse aus Kupferdraht (0,5 mm) straff durch gefädelt. Die Öse muss so groß sein, dass man die u-förmigen Enden der Federbleche des Schleiferträgers einhaken kann. Das muss nicht besonders fest sein, man kann die Ösen später ja zusammendrücken. Auf den Unterseiten des Schleiferstücks habe ich zudem alle Grate von den Bohrungen und der Lötarbeit sorgfältig entfernt (wichtig, sonst bleibt der Schleifer an den Punks hängen !). Den Schleiferträger habe ich auch geändert: das Kunststoffplättchen mit dem Schraubloch wurde ganz entfernt. Statt dessen habe ich die Federbleche direckt auf eine 1-mm dicke kupferkaschierte Leiterplatte aufgelötet und diese mit Sekundenkleber direkt auf die Bodenplatte des Fahrwerks geklebt.
Zur Sicherheit habe ich noch dünne Tesafilm-Streifen auf die Oberseite der Federblech geklebt: dann gibt es keinen Kurzschluß, wenn der Schleifer doch mal den Lokboden berühren sollte.

Hier noch ein Foto vom Nachläufer samt eingeklebtem Ballast:

Bild

Noch eine Sache: die Lok hatte anfangs einen ziemlich unzuverlässigen Massekontakt über die Räder. Habe alle Radkontakte über gelötete flexible Litzen miteinander verbunden. Trotzdem gibt es hin und wieder kurze Aussetzer, die eindeutig auf das Konto der Masseverbindung gehen.Trotzdem werde ich da noch nachbessern. Am Decoder habe ich den DC-Analogmodus deaktiviert (CV 50 auf 0 oder 1). Das verbessert das Fahrverhalten (besonders in Bremsstrecken) noch mal ganz wesentlich.

Ich hoffe, dass das Euch ein wenig weiter hilft.

Grüße

Hans Martin
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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#5

Beitrag von Goshiny » Mo 16. Jun 2014, 11:31

Hallo Martin,
danke für die ausführlichen Erläuterungen. Für eine BR 212 von Roco für DC, die ich auf AC umgebaut habe, werde ich mir nach Deinem Muster einen Schleifer bauen.

Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#6

Beitrag von shaddowcanyon » Fr 20. Jun 2014, 11:22

Hallo zusammen,

Weiter geht es mit dem Umbau der Berkshire:

Bild

So, innen sieht nun alles aufgeräumt aus. Der Raucheinsatz sitzt jetzt perfekt in seinem Motageloch (a-1) im Rahmen, wobei der obere Teil mit hitzebeständigem Kunsstoffrohr (a-3) und der untere mit Schrumpfschlauch (a-2) ummantelt ist.

Bild

Eine Schwungmasse gibt es nicht. Könnte man nachrüsten, Platz ist jedenfalls vorhanden. Bisher hatte ich auch so keine Probleme.

Der rote "Sarkophag" ist das Bleigewicht. Das habe ich zunächst in eine passende Form aus verschraubten Holzlättchen und -klötzen gegossen, dann passend zurechtgefeilt, und am Ende rundum mit mehreren Schichten Autosprühlack beschichtet. Der Schwerpunkt der Lok liegt jetzt etwas weiter vorne, nämlich mittig zwischen der zweiten und dritten Kuppelachse. Im Originalzustand liegt der Schwerpunkt hinter der dritten Kuppelachse. Meiner Meinung nach ein weiterer Grund für das mäßige Kurvenverhalten.

Dannr noch ein Blick auf das LED-Frontlicht.In die Aussparung des Rahmens, wo normalerweise die Glühbirne sitzt, habe ich ein Stück Lochrasterplatte (b-1) eingepaßt. Darauf eingelötet sind eine weiße 5-mm-LED (b-2), sowie ein 3,3-k-Vorwiderstand (b-3). Die Linse der LED habe ich wie trapezförmig abgefeilt, damit das Licht nicht mehr geradeaus gebündelt wird, sondern auf die beiden Lichtleiter der beiden übereinanderliegenden Frontscheinwerfer gelangen kann.


Bild

Bild

Der Tender erhielt am Ende an Stelle der Hakenkupplung einen NEM-Schacht mit Klauenkupplung. Der Schacht läßt sich nach dem Entfernen der Kupplungsmechanik gut an die Deichsel des Tenderdrehgestells ankleben. Das kleine Stück Lochrasterplatte dient zur Stabilisierung.

Im Innern habe ich ein LED-Rücklicht eingebaut, dessen Anschlußkabel über einen Steckkontakt im Führerhaus der Lok zum Dekoder (bzw. zum Schaltbrett) führt. Die Masseverbindung hat ebenfalls eine Steckverbindung, die zu den Achsschleifern führt. Auf der Rückseite des Tenders ist ein Rücklicht angedeutet. Da wird sofort klar, wo die 3-mm-LED hingehört.

Zur Verbesserung des Massekontakts habe ich ferner die Radisolation jener vier der sechs Achsen mit Silber-Leitlack überbrückt, die einen Achsschleifer besitzen. Das hat den Massekontakt der Lok schon sehr verbessert. Außerdem kamen noch 100 g Eisenbalast in den Tender, der im Übrigen auch viel zu leicht ist und mir mit längeren Zügen auch in weiten Kurven manchmal entgleiste.

Lok und Tender habe ich ein wenig gealtert. Da werde ich im Detail noch verfeinern. Nach bewährter Methode habe ich die Gehäuseteile zuerst in lauwarmem Wasser mit Spüli und einer Bürste gründlich gewaschen. In 3 Durchgängen wurde dann eine Lasur aus Wasser, Spiritus, Weissleim (Verhältnis etwa 2:1:1), gefärbt mit graubrauner Acrylfarbe, in dünnen Schichten auf alle Teile des Gehäuses aufgetragen und jeweils gut trocknen gelassen. Das verdeckt den Plastikglanz und ist eine gute Grundierung für weitere Farben.

Anschließend kam hier und da noch etwas Ruß, Schienenschmutz, sowie Kalkspuren daran. Habe dann einem Kinder-Stempelkasten weiße Schrift (ebenfalls Acryl) aufgedruckt. Nun ja, die Union Pacific hatte in Wirklichkeit niemals irgendwelche Lokomotiven diese Typs im Dienst, aber ich hatte die Lettern gerade so zusammengesteckt im Stempel. Ist ein erster Versuch und ich wische es wieder ab, wenn mir etwas Besseres einfällt.


Bild

Hier ist sie bei der Arbeit. Den Güterzug bringt sie problemlos durch enge Kurven und Steigungen. Das Führerhaus ragt bei R1 zwar bedenklich weit zur Seite hinaus, aber davon habe ich eh nur zwei Gleisstück auf der ganzen Anlage.

Auch das Fahren im unteren Geschwindigkeitsbereich funktioniert ziemlich ordentlich. Bei mir fahren die Güterzüge wegen der vielen Weichen und Kurven ohnehin nur um die 30 bis 40 kmh. Der Lopi V4 hat den Motor gut im Griff, und die recht hohe Übersetzung des doppelten Schneckengetriebes wirkt sich günstig aus. Einen Lokführer habe ich auch schon auserkoren. Der muss aber noch gewaltig abnehmen, damit er neben den Motor ins Führerhaus passt.

Grüße

Hans Martin
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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital

#7

Beitrag von shaddowcanyon » Sa 7. Mär 2015, 18:13

Hallo zusammen,

Nun gibt es auch ein kurzes Video, das zeigt, wie die Lok mit einem langen Güterzug zeigt, und wie sie in den engen Kurven damit kämpft:



Grüße

Hans Martin
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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital - mit Video

#8

Beitrag von Rocmarhag » Sa 7. Mär 2015, 23:31

Hans,
von was ich gesehen habe das hast du gut gemacht und ich nehme an da war kein Raum für den Schleifer unter dem Tender ?
Ole

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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) auf AC digital - mit Video

#9

Beitrag von shaddowcanyon » So 8. Mär 2015, 18:38

Hallo Ole,

Hatte mir natürlich auch den Tender für die Schleifermontage angesehen, beziehungsweise die beiden Drehgestelle. Aber da ist der Platz noch knapper als unter der Lok selbst. Vielleicht sind da unter den Achsen noch 2 mm an lichter Höhe nutzbar. Ich will nicht behaupten, dass die Schleifermontage da völlig unmöglich ist, aber das wird eine harte Kiste.

Alternativ könnte man möglicherweise einfach andere Drehgestelle einbauen, die mehr Bodenfreiheit haben, oder sogar einen anderen Tender verwenden. Mit einem Tender von Märklin wäre man fein raus, allerdings passen die Deichselkonstruktionen überhaupt nicht zusammen, und vorbildmäßig sieht das natürlich auch nicht aus.

Grüße

Hans Martin
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Re: Umbau einer Rivarossi-Dampflok (2-8-4) - neue Motor-Bürsten

#10

Beitrag von shaddowcanyon » So 28. Jun 2015, 13:08

Hallo zusammen,

Thema Motorbürsten für die alten Rivarossi-Loks, und das betrifft ja nicht nur meine Berkshire. Original-Ersatzbürsten dürften heutzutage schwer zu bekommen sein, und ich habe keine Ahnung, ob irgendein anderer Moba-Hersteller etwas passendes anbietet.
Der Rivarossi-Rundmotor hat ähnlich wie die Fleischmann-Rundmotoren und die Märklin-Allstrommotoren eine Bürste aus Graphit und eine aus Kupfer (d.h. sie ist aus feinem Kupfergewebeband gewickelt), die am Motorschild axial auf den Scheibenkollektor gepresst werden. Würde also im Prinzip passen. Leider haben die Märklin Bürsten (Ersatzteil Nr. 600300) einen etwas zu großen Durchmesser und passen so nicht in die Bürstenführungen von Rivarossi. Deshalb mußte ich ihren Durchmesser etwas verkleinern:

- Die Kohlebürste habe ich vorsichtig in das Spannfutter meiner kleinen Proxxon-Bohrmaschiene eingespannt, knapp bis zur Hälfte der Bürstenlänge, und dann das freie Ende der Graphitbürste mit einem spitzen Schraubenzieher bei nicht zu hoher Drehzahl ein klein wenig abgedrechselt. Anschließend umgedreht und das gleiche am anderen Ende des Graphitstäbchens noch mal. Ganz wenig reicht hier aus. Hab's nicht nachgemessen, aber der Durchmesser ist vielleicht 1/2 mm kleiner als vorher. Anschließend wurde die Bürste zwischen zwei Blatt rauem Papier noch glattribbelt.

- Von der Kupferbürste habe ich etwa 1,5 Windungen des Kupfergewebebandes abgewickelt und abgeschnitten. Das war einfach. Man merkt beim Einstecken der reduzierten Bürste in die Bürstenführung sehr schnell, ob es gut ist.

Die Lok läuft nun schon seit ein paar Monaten mit den neuen Bürsten, und zwar ziemlich regelmäßig im automatischen Fahrbetrieb. Anfangs musste ich an der Kohlebürste nochmals leicht nachschleifen, weil sie zu stramm in der Führung saß und der Motor Aussetzer hatte. Seitdem ist's aber o.k.

Ach so, eine Sache noch: der Draht der Andruckfeder an der Bürstenführung ist vorn abgewinkelt. Dort, wo die umgebaute Märklin-Graphitbürste reinkommt, muss man den Federdraht natürlich geradebiegen, sonst rutscht der Draht aus dem dort eingelassenen Schlitz heraus.

Grüße

Hans Martin
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