Amerikanischer Betrieb - was ist das?

Bereich für alle Fragen von Anfängern und Einsteigern rund um die Modellbahn.
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Badaboba
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#51

Beitrag von Badaboba » Mi 1. Mai 2019, 18:35

Hallo Betriebsfreunde,

ich möchte Euch eine kurzweilige Lektüre empfehlen:

Günther Barthel, Fahrbetrieb auf der Modellbahn, tranpress VEB Berlin 1975.

Sechs Jahre vor (!) Gründung des FREMO finden sich in dieser kleinen Broschüre grundsätzliche Informationen zum Zusammenhang von Anlagenmotiv und Fahrbetrieb, zur Modellzeit, zum Fahrplan inkl. Bilfahrplan, zur Zugbildung, zum Rangierdienst, zu Fahrdienstvorschriften, zur Bahnhofsfahrordnung und zum Signalwesen.

Verblüffend, dass kontinental bereits 1975 der Betriebsgedanke auf der Modellbahn derart vorangetrieben wurde. Diese Broschüre ist auch heute noch eine Fundgrube und eine gute Zusammenfassung, was Betrieb ausmacht. Antiquarisch bekommt man sie für kleines Geld - eine lohnenswerte Investition.
Liebe Grüße
Volker

Bericht vom 1. FREMOPuko Regionaltreffen Pfalz:
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=153&t=170380

FREMOPuko Norm:
viewtopic.php?t=146816


minimax13
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#52

Beitrag von minimax13 » Mi 1. Mai 2019, 19:56

Hallo,

wie ich finde, macht es schon etwas aus, ob Züge willkürlich auf der Anlage kreisen oder mit "Sinn" von A nach B fahren.

Natürlich hat ersteres auch seinen Reiz (Train-Spotting), die Frage ist nur wie lange?
Andererseits kann man den "Sinn" von Zugfahrten natürlich auch überregulieren, so dass das eigentliche Erlebnis mehr das "Drumherum" ist und weniger die Zugfahrt selbst.

Grüße Frank


Threadersteller
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#53

Beitrag von vikr » So 5. Mai 2019, 14:23

Hallo,
vikr hat geschrieben:
So 28. Apr 2019, 10:00

Was versteht man eigentlich unter "amerikanischem Modellbahnbetrieb"? Und vor allem, was bedeutet dies hinsichtlich einer geplanten Digitalisierung einer Anlage?
Vielen Dank an alle für die Diskussion! Ich versuche das mal zusammenzufassen.

Am ehesten scheint man unter "amerikanischem Betrieb" ein Treffen von Modellbahnern - als eine Präsenzveranstaltung - an einer - zumindest derzeit noch - real existierenden Anlage zu verstehen, auf der dann gemeinsam Zugbetrieb gemacht wird. Bei der Anlage handelt es sich in der Regel um eine ausgedehntere Anlage nach einem fiktiven Vorbild mit mehreren Ortschaften auf denen Transportaufgaben - natürlich per Bahn - abgewickelt werden. Die Modellbahnspieler schlüpfen dabei in die Rolle von Bahnmitarbeitern, die bestimmte Aufgaben haben um den Betrieb ordnungsgemäß abzuwickeln. Das müssen nicht notwendig unterschiediche Rollen sein, so können z.B. alle Mitspieler eine Lok bespielen und jeweils die Rolle Lokführer und Stellwerksmitarbeiter, Rangierer usw. einnehmen. (am ehesten wohl so auch bei FREMO). Ich hatte freundlicherweise Gelegenheit mir in der letzten Woche eine H0-Anlage - eine Umfahrung ca. 40 m anschauen zu dürfen. Die Anlage stellt eine sehr überzeugende sehr detaillierte Nachbildung fiktiver Ortschaften in Iowa dar, auf der die 10 m langen Güterzüge von jeweils einem Spieler über die gesamte Anlage begleitet wurden. Es fanden also keine Übergaben oder Aufgaben-Delegierung statt. Vielen Dank an railstefan und seine Mitstreiter.

Das Ambiente und das Regelwerk in dem "amerikanisch" gespielt wird, können sehr locker sein oder auch sehr eng genommen werden. So kann z.B. ein ganz konkreter Ablauf - z.B. eines bestimmten Tages mit einem bestimmten Ereignis (z.B. einem Unfall) minutiös nachgeZug-stellt werden, bei dem nur die zum Zeitpunkt des Ereignisses übliche Kommunikation - z.B. Telegrafen - übliche Kommunikation verwendet und exakt die überlieferten Texte gesendet werden...

Abgesehen davon, dass sich die Mitspieler über die aktuellen Regeln einig sein müssen, gibt es aber keinerlei Vorgaben, wichtig ist, dass es genug Spaß macht.

"amerikanisch" heißt das nur, weil diese Art des zusammen Modellbahn Spielens in den USA offensichtlich noch häufiger ausgeübt wird und dort typischer ist als hierzulande. Diese Art des Betriebes ist aber unabhängig von den nachgebildeten Vorbildern oder Epochen.

Dass die Anlage ein fiktives Vorbild darstellt, dass auch den Kontext für die simulierten Transportaufgaben bietet ist zwar eine Voraussetzung , aber kein Alleinstellungsmerkmal eines amerikanischen Betriebes.

Eine digitale Infrastruktur ist nicht Voraussetzung für amerikanischen Betrieb, macht aber den Betrieb praktischer und einfacher, z.B. weil trotz mehrerer Boosterstromkreise, die Loks ununterbrochen über den gleichen Regler und ihre Adresse (i.d.R, DCC) im Zugriff sein können bzw, präzise übergeben werden können ohne dass Abschniite von einem Trafo auf einen anderen umgeschaltet werden müssen, ja sogar ohne die Züge anzuhalten.

Wesentliche und praktisch einzige Sicherungsmaßnahme ist der Nothalt, Rückmelder sind nicht verbreitet. Wireless-Handregler verbreiten sich immer mehr, vor allem auch in der Variante als APP auf dem Handy zum Steuern der Loks (und schalten der Weichen über ihre Adresse).

Nochmals vielen Dank an alle die sich beteiligt haben, ich habe viel gelernt. Das Unternehmen hat mich ermutigt in Kürze einen neuen Thread mit einer weitere Frage zu stellen "Halbautomatischer Betrieb - was ist das genau?"

MfG

vik


BernhardI
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#54

Beitrag von BernhardI » So 5. Mai 2019, 17:21

Hallo vik,

ich bin nicht sicher, was "fiktives Vorbild" bedeutet. Die Amerikaner kennen, genau wie wir, Anlagen nach Vorbild ("prototype") und frei erfundene ("freelance"). Dann gibt es noch ein Zwischending, Strecken und Bahnhöfe erfunden, aber in einer bestimmten Gegend angesiedelt mit ihren Orten, also eine Bahn, die nicht gebaut wurde, die es aber hätte geben können. Das ist bei uns nicht so verbreitet.

Wenn man nach Vorbild plant und baut, muß man die Vorbildsituation fast immer reduzieren, aber möglichst so, daß man das Vorbild noch erkennt. Die Transportaufgaben spielt man dann gemäß dem Vorbild nach, während man für eine frei erfunden Anlage die ebenfalls erfinden muß.

Beim "amerikanischen Betrieb" würde ich den Schwerpunkt auf dem Betriebsspiel sehen... die Anlage nicht als Laufsteg für Zug- oder Lokparaden, sondern die Eisenbahn hat einen Zweck (Transport von Passagieren und Gütern nach Fahrplan und mit Frachtzetteln) und den spielt man nach. Als zweiten Aspekt, daß man das gern zu mehreren macht, auch auf Heimanlagen, die entsprechend geplant und gebaut sind, also für den Walkaround-Betrieb, nicht für die Sitzung des "Einzelkämpfers" vor dem großen "Stellpult".

Grüße,
Bernhard
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E-Lok-Muffel
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#55

Beitrag von E-Lok-Muffel » Mo 6. Mai 2019, 15:43

Hallo Vik,

Wenn ich jetzt den Titel wirklich besonders ernst nehme, müsste ich antworten:
"Amerikanischer Betrieb" ist das, was auf amerikanischen Anlagen gespielt wird...
Die meisten Meldungen in diesem Thread haben versucht, die Unterschiede zwischen "amerikanischen" und "kontinental-europäischen" Anlagen herauszuarbeiten, wobei es hierbei eigentlich um "gefühlte Mehrheiten" oder um Parade-Beispiele ("TYPISCH Amerikanisch") geht...
Was mich bei dieser Art der Kategorisierung ( Schubladen-Denken ) immer ein wenig nervt, ist die Tatsache, dass manche daraus unbedingt eine Rangfolge machen müssen, um sich über andere zu erheben. Das wird allein schon aus der Einteilung Modellbahn/Spielbahn deutlich, wobei Letzteres - zumindest von einigen hier im Forum - abwertend gemeint ist (als ob man z.B. mit dem Märklin-M-Gleis keinen "amerikanischen Betrieb" machen könnte...)...

US-Rollmaterial braucht in der Regel weitaus größere Radien ( in H0 durchschnittlich ~60 cm Radius ) als europäisches, was ein Gleis-Oval zum einfachen Tischbahning schon schwierig bis unmöglich macht, dadurch kann als "Türblatt-Anlage" eben kein Kreis, sondern allenfalls ein Time-Saver entstehen, auf gleicher Fläche macht dann aber ein shelf-layout ( Regal-Anlage ) aufgrund der länger darstellbaren Strecke mehr Sinn, da Kehrschleifen widerum eine Menge Tiefe verschlingen, ist point-to-point die einzige Alternative zur Rund-Um-Anlage mit Einleger vor dem Eingang.
Die Spielidee, bzw. wer es hochtrabender mag: das Betriebskonzept, einer Point-to-Point-Anlage kann man jetzt auf drei Arten verwirklichen:
  • 1. mit zentralem Stellpult: erfordert Überblick über beide End-Gleisanlagen ( Enbahnhöfe oder Fiddle-Yards ) oder elektronische Überwachung / Automatik.
  • 2. Zugverfolgung: Man setzt einen Zug an einem Ende der Anlage ein, läuft mit ihm mit ( Walk-Around-control ) bis zum anderen Ende der Anlage.
  • 3. Mehr-Spieler-Modus: Jeder Mitspieler ist für eine Betriebsstelle verantwortlich, die Züge werden übergeben. Hier wird die Sache knifflig, denn je mehr Spieler mitspielen, je mehr "Struktur" muss erforderlich sein, d.h. es braucht "Spielregeln" oder auch einen "Spielplan" nach denen/dem man sich richten muss. Zum Erhöhen der Spannung/Steigerung der Schwierigkeit kann man zusätzlich "Ereignis-Karten" (Transport-Aufträge oder z.B. Betriebs-Sörungen analog Monopoly) einsetzten. Das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Vorbild zu tun, sondern folgt der Logik des Spiels.
Hier bei uns ist durch die Toleranz der kleinen Radien ein Kreisverkehr viel eher machbar und wird vielleicht deshalb auch favorisiert, seltsamerweise sogar bei der Teppichbahn-Fraktion, bei der es doch eher weniger auf den Platz ankommt...
Da hier bei uns in der Diskussion der Platz mehr Raum einnimmt :wink: ist die Anlagenfläche meist kleiner, auf mehreren Ebenen verteilt ( multi-level, kaum Multi-deck ), deshalb ist hier auch eher der 1. Punkt der Anlagen-Steuerung en vogue, nicht umsonst heißen hierzulande die meisten Steuergeräte der Moba-Hersteller ZENTRALE!
Während bei Point-to-point alle Gleise sichtbar sind ( "wirkliche Welt" ) zeigt eine heimische Anlage meist nur einen "Ausschnitt aus der Wirklichkeit", das "Off" ist der PHANTHASIE überlassen, die bei "vorbildgerechtem Spielbetrieb" mir doch etwas zu kommt, damit ist man - v.a. als Einzelspieler - viel ungebundener, da die "gemeinsamen Regeln" einfach nicht gelten müssen ( jedoch können! ). Betrieb kann viel "freizügiger" gestaltet werden, da hier keine Rücksicht auf "Ausstattung" genommen werden muss ( bei p-t-p muss der Fuhrpark auf die Anlage abgestimmt werden: was soll z.B. das Schotterwerk mit Kesselwagen??? Bei Durchgangsbahnhof im Kreisverkehr ist das belanglos, alles kann fahren, weil ja nicht alles halten muss... :wink:)

Ich hoffe, ich habe jetzt eine Lanze für die Spielbahner gebrochen, ohne die "Betriebs-Bahner" allzusehr niederzumachen :lol:

Gruß
uLi
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#56

Beitrag von Ulf325 » Mo 6. Mai 2019, 16:51

E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 15:43
Ich hoffe, ich habe jetzt eine Lanze für die Spielbahner gebrochen, ohne die "Betriebs-Bahner" allzusehr niederzumachen :lol:
Gruß
uLi
letzteres wohl nicht, irgendwo kommen doch alle Modelleisenbahner aus der gleichen Ecke ... ;)

Und zum Thema amerikanische Modellbahn fällt mit da eine ein:
Bei "Alf" hatte Willie Tanner eine ganz klassische Modellbahnplatte (nach meiner Erinnerung etwa Baugröße 0 oder S mit Mittelleiter) in der Garage.
Gänzlich unamerikanisch, wenn ich so manche Beiträge richtig interpretiere ;)
Mit freundlichen Grüßen: Ulf

Meine Anlage

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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#57

Beitrag von AlexanderJesse » Mo 6. Mai 2019, 17:43

Ulf325 hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 16:51
Und zum Thema amerikanische Modellbahn fällt mit da eine ein:
Bei "Alf" hatte Willie Tanner eine ganz klassische Modellbahnplatte (nach meiner Erinnerung etwa Baugröße 0 oder S mit Mittelleiter) in der Garage.
Gänzlich unamerikanisch, wenn ich so manche Beiträge richtig interpretiere ;)
Kann sein, muss aber nicht...

Es gibt auch "Anleitungen" wie man auf einem Oval mit 1-n Haltestellen/Bahnhöfen und 1-n "Industrieanschlüssen" einen US-Betrieb einrichten kann. Der este Tip den ich dazu gefunden habe, war, dass die Reihenfolge der Betriebspunkte nicht mit der Reichenfolge an der Schiene im Oval übereinstimmt, so dass man von Halt 1 nach Halt 2 meisten einmal ums Oval rum muss, weil der der Halt 2 in Fahrtrichtung vor dem Halt 1 ist...
Auch auf dem einem recht einfachen Oval kann US-Betrieb gemacht werden.
Gruss
Alexander
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#58

Beitrag von BernhardI » Mo 6. Mai 2019, 23:20

Ulf325 hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 16:51
Und zum Thema amerikanische Modellbahn fällt mit da eine ein:
Bei "Alf" hatte Willie Tanner eine ganz klassische Modellbahnplatte (nach meiner Erinnerung etwa Baugröße 0 oder S mit Mittelleiter) in der Garage.
Gänzlich unamerikanisch, wenn ich so manche Beiträge richtig interpretiere ;)
Auch die Amerikaner hatten die Platte als Standard bis zumindest in die 1970er. Alf als 80er-Serie spielt natürlich noch mit diesem Klischee. Nur hat sich das Ideal inzwischen davon wegentwickelt.

Bis heute gibt es die "8 x 4"-Anlagen (das ist die Größe einer amerikanischen Standard-Tischlerplatte in Fuß, also etwa 2,40 x 1,20 m). Dafür gibt es viele Gleispläne. Auch auf denen wird aber oft Güterverkehr von A nach B gespielt, gern zu zweit (die Platte von beiden Längsseiten zugänglich).

Grüße,
Bernhard
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#59

Beitrag von Y-Weiche » Di 7. Mai 2019, 10:55

Yep,

ich verlinke als Beispiel für diese amerikanischen Türblattanlagen immer gerne dies hier:
http://www.gatewaynmra.org/gateway-nmra ... railroads/
Da bekommt man einen ganz guten Eindruck von der Idee.

Wie meine beiden Vorredner schon sagten, kann man durch die Kombination von Timesaver auf der einen und Inglenook auf der anderen Seite des Ovals tatsächlich so eine Art :!: Zweimannbetrieb hinbekommen. Optische Trennung wird meist durch Häuserschluchten oder Geländeeinschnitte, Canyons, Hafenbecken, Mittelkulisse etc. in der Plattenmitte erreicht. Tunnels gibt es in der Regel nicht, auch keinen Schattenbahnhof.

Voraussetzung, um an diesem Kompromiss Spaß zu haben, ist, dass man es als Spielidee akzeptiert, ein mehrfaches Kreisen des Zugs als längere Fahrt durch eine Landschaft zu verstehen (Kindern fällt das allgemein wohl leichter als Erwachsenen). Dann kommt der Zug wieder an, wird zerlegt, neu zusammengestellt etc. pp.

Das funktioniert so lange einigermaßen, wie man nicht in Versuchung kommt, auf diesem Rundkurs auch einen ICE kreisen zu lassen, dann wird es ohne Schattenbahnhof natürlich schnell absurd. Ohne allzu groß ins Philosophieren zu kommen glaube ich, dass hier auch die Antwort auf eine der Anfangsfragen liegt, warum ausgerechnet in Nordamerika diese betriebsorientierte Spielidee nahe liegt: Ich denke, sie bietet sich des angesichts stark auf den Güterverkehr fokussierten Betrieb des Vorbilds einfach unmittelbarer an als bei uns. Klar, auf US-Anlagen fahren auch stolze Zephyrs, Hiawathas und Co, aber wenn die Anlagengröße es nicht hergibt, scheinen sie eher entbehrlich als hierzulande der Personenverkehr von Donnerbüchse bis ICE.

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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#60

Beitrag von AlexanderJesse » Di 7. Mai 2019, 11:31

Y-Weiche hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 10:55
Yep,

ich verlinke als Beispiel für diese amerikanischen Türblattanlagen immer gerne dies hier:
http://www.gatewaynmra.org/gateway-nmra ... railroads/
Da bekommt man einen ganz guten Eindruck von der Idee.
Super Anlagen. In H0 auf 1120x180 cm eine Betriebsanlage mit der Möglichkeit einen Zug auch einmal "nur" kreisen zu lassen...
Y-Weiche hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 10:55
Wie meine beiden Vorredner schon sagten, kann man durch die Kombination von Timesaver auf der einen und Inglenook auf der anderen Seite des Ovals tatsächlich so eine Art :!: Zweimannbetrieb hinbekommen. Optische Trennung wird meist durch Häuserschluchten oder Geländeeinschnitte, Canyons, Hafenbecken, Mittelkulisse etc. in der Plattenmitte erreicht. Tunnels gibt es in der Regel nicht, auch keinen Schattenbahnhof.

Voraussetzung, um an diesem Kompromiss Spaß zu haben, ist, dass man es als Spielidee akzeptiert, ein mehrfaches Kreisen des Zugs als längere Fahrt durch eine Landschaft zu verstehen (Kindern fällt das allgemein wohl leichter als Erwachsenen). Dann kommt der Zug wieder an, wird zerlegt, neu zusammengestellt etc. pp.
Als Modelleisenbähnler sollte es doch möglich sein, das "Kind im Erwachsenen" wieder zum Leben zu erwecken, oder?
Y-Weiche hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 10:55
Das funktioniert so lange einigermaßen, wie man nicht in Versuchung kommt, auf diesem Rundkurs auch einen ICE kreisen zu lassen, dann wird es ohne Schattenbahnhof natürlich schnell absurd. Ohne allzu groß ins Philosophieren zu kommen glaube ich, dass hier auch die Antwort auf eine der Anfangsfragen liegt, warum ausgerechnet in Nordamerika diese betriebsorientierte Spielidee nahe liegt: Ich denke, sie bietet sich des angesichts stark auf den Güterverkehr fokussierten Betrieb des Vorbilds einfach unmittelbarer an als bei uns. Klar, auf US-Anlagen fahren auch stolze Zephyrs, Hiawathas und Co, aber wenn die Anlagengröße es nicht hergibt, scheinen sie eher entbehrlich als hierzulande der Personenverkehr von Donnerbüchse bis ICE.

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In den Epochen I - III ist es auch in unserem Umfeld leicht möglich, auch wenn man sehr realistich bleiben will (GmP's, lokale Gütertransporte, und "Störungen" durch den beschleunigten Personenzug, der unbedingt in der Zeit durchkommen muss und damit den Bahnhofsvorstand zum Schwitzen bringt (denn die Anlage hat natürlich eine Rangierfahrt auf dem Hauptgleis eingebaut :twisted: )).
Wenn man will, kann man mit Regel Nummer 1 ein Szenario in der nahen Zukunft ausdenken:
Die Regierung hat den Verkehr mit LKW's vor 3 Monaten verboten. der Nahverkehr muss mit elektrischen Lieferwagen abgewickelt werden. Die Bahn baut fieberhaft die Bahnhöfe mit neuen Laderampen aus, und fügt wieder Gütergleise zu den Bahnhöfen hinzu. Zwischenzeitlich muss sich aber der ICE das Gleis mit den G10-Güterzügen teilen. (Da wird der Bahnhofsvorstand gelegentlich echt ins Schwitzen kommen :twisted: :mrgreen: :twisted: )
Gruss
Alexander
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#61

Beitrag von Y-Weiche » Di 7. Mai 2019, 12:05

Ja Alexander,

ein GmP könnte eine Lösung sein. Und was den Mut zur kindlichen Phantasie betrifft, da machen es uns die Teppich- und Gartenbahner doch vor: Die haben z.B. kein Problem damit, wenn der Zug am Schirmständer oder an den Geranien vorbeifährt. Da kann man alternativ als Tischbahner auch ruhig mal den Kreis gedanklich zu einer quasi unendlichen Gerade zurechtbiegen, wenn man sonst halt nicht anders ins Fahren kommt. :wink:

Grüße
Andreas


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#62

Beitrag von BernhardI » Di 7. Mai 2019, 14:23

AlexanderJesse hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 11:31
In den Epochen I - III ist es auch in unserem Umfeld leicht möglich, auch wenn man sehr realistich bleiben will (GmP's, lokale Gütertransporte,
Möglich ist es und realistisch, nur wird es bei uns kaum gemacht. Der typische Modellbahnhof besteht aus Bahnsteiggleisen und Lokschuppen, maximal noch der Güterschuppen. Zu Recht wird oft auf den intensiven Einzelwagen-Güterverkehr der Ep. III verwiesen, auf den Anlagen fehlt der aber sehr oft bzw. fehlen die Gleise und Betriebsanlagen dafür.

Grüße,
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#63

Beitrag von Y-Weiche » Di 7. Mai 2019, 16:01

Was mir noch einfällt: Was diesen kaum getarnten Kreisverkehr erträglich macht, ist natürlich auch das vorbildgerecht beschauliche "Dahinschleichen" eines US-Güterzugs statt der Carrerabahn-Geschwindigkeiten auf manchem Oval hierzulande...

Grüße
Andreas

PS. Wenn wir schon dabei sind, sollte dieser Link nicht fehlen:
http://k.f.geering.info/modellbahn/mein ... anlage.htm


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#64

Beitrag von Analogbahner » Di 7. Mai 2019, 16:19

Naja, wenn 130 Waggons am Haken hängen, dann schleicht man eben...
Gruß
Jochen (aka Analogbahner)

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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#65

Beitrag von BigDiesel » Di 7. Mai 2019, 18:32

Hi,

von wegen schleichen. Ich habe einen Containerzug (richtigerweise Intermodal) mit 128 double stack und 4 Loks verfolgt. Ich wollte schneller sein und ihn von vorne filmen. Bei 85 mph hat dann mein Mietwagen aufgegeben und der Zug war immer noch schneller als ich.
Wie immer kann man das für USA nicht pauschalieren, es gibt auch die Schleicher wo ein 80 Wagen Zug 15 Minuten braucht um den Bahnübergang wieder frei zu machen :D


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#66

Beitrag von Ulf325 » Di 7. Mai 2019, 18:41

Die "Raserei" ist aber auch veraltetem Material geschuldet. Mit einer BR80 kommt man, ohne polarisierte Herzstücke, oft nicht anders durch eine Weichenstraße ;) - erst recht nicht wenn die Weichen 40 Jahre alt sind.
Meine Beobachtung auch bei Privatanlagen ist aber durchaus, daß mit der Digitalisierung (und besserem Material) lange nicht mehr so schnell gefahren wird wie "früher". Im Gegenteil gilt "Schleichfahrt" ja inzwischen durchaus als Qualitätsmerkmal, auch hier im Forum.
Mit freundlichen Grüßen: Ulf

Meine Anlage

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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#67

Beitrag von Analogbahner » Di 7. Mai 2019, 18:42

BigDiesel hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 18:32
Wie immer kann man das für USA nicht pauschalieren, es gibt auch die Schleicher wo ein 80 Wagen Zug 15 Minuten braucht um den Bahnübergang wieder frei zu machen :D
Wahrscheinlich wird deshalb in Filmen gerne so eine Szene gezeigt, damit die Verfolger (egal, ob gute oder böse Jungs...) lange abgeschnitten werden und die Verfolgten entkommen können... :mrgreen: :mrgreen:
E-Lok-Muffel hat geschrieben:US-Rollmaterial braucht in der Regel weitaus größere Radien ( in H0 durchschnittlich ~60 cm Radius ) als europäisches, was ein Gleis-Oval zum einfachen Tischbahning schon schwierig bis unmöglich macht,.. (...)
Warum ist das so? Gibt es keine kleineren Radien in amerikanischen Gleissystemen? Wer nicht gerade eine 4-8-8-4 auf seiner Anlage fährt, kommt doch auch mit Vierachsern gut um die Kurve?
Gruß
Jochen (aka Analogbahner)

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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#68

Beitrag von Railstefan » Mi 8. Mai 2019, 07:58

Hallo Jochen,

je nach verwendetem Gleissystem gibt es gar keine fertigen Kurven, sondern nur Flexgleise und Weichen/Kreuzungen. Solche haben wir bei unserer US-Anlage verbaut.
Große Radien braucht man in der Regel auch wegen der Wagenlängen: moderne US-Güterwegen haben mehr als 60 Fuß Länge (auch 80 Fuß und noch mehr) - das ist in etwa so lang wie deutsche Personenwagen und da sehen enge Radien einfach komisch aus.
Wenn man zudem noch lange Züge (= 30-40 Wagen und mehr) fährt, so spielt die Physik da auch irgendwie mit, wenn es um das Kippen nach innen geht...

Gruß
Railstefan
Unser Modellbahnverein: http://www.MEC-Erkrath.de
Meine Straßenbahn-Anlage hier im Forum: viewtopic.php?f=172&t=155557

Ebenfalls im Klub bekennender Marzibahner :redzwinker:


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#69

Beitrag von PhilippJ_YD » Mi 8. Mai 2019, 09:33

Letztlich gelten diese Spielregeln ja genauso für europäische Modelle. Die langen Wagen sehen auf engen Bögen genauso bescheiden aus wie die amerikanischen und wenn jemand den Platz hat, so lange Züge zu fahren, sollte er auch nicht daran geizen, den Bogenhalbmesser ein wenig größer zu wählen, als die unteren Standardkreise hergeben.
Gruß, Philipp


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#70

Beitrag von Y-Weiche » Mi 8. Mai 2019, 11:47

Hi,

das mit der Wagenlänge ist natürlich richtig, man kann es aber durch die Epochenwahl zumindest etwas entschärfen. Und wie weiter oben gesagt: Ein Transfer auf die deutsche Epoche III mit kurzen Zweiachsern ist keinesfalls verboten. Oder wer für ein Rangierspiel teilweise fast schon absurd kurze Güterwagen sucht, kommt in den früheren Epochen bei unseren Nachbarn auf den britischen Inseln auf seine Kosten...

Have fun
Andreas


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#71

Beitrag von Analogbahner » Mi 8. Mai 2019, 15:05

Die meisten Modellbahner wählen wohl ihr eigenes Land als Vorbild. Ebenso in den USA. Es gab aber dort bereits in früheren Epochen schon lange Drehgestellwagen, das heißt, so kurze Nuckelzüge aus Zweiachsern wie z.B. in Italien kann man dort nicht benutzen. Klar kann man in Deutschland auch englische, schwedische oder amerikanische Anlagen-Vorbilder finden, und das ist in den USA genauso. Aber der Prozentsatz wird gering sein, da man in den USA sehr „egozentrisch“ ist, und Europa ein Erdteil von irgendwo anders ist...
Gruß
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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#72

Beitrag von Michael K. » Mi 8. Mai 2019, 15:41

Tag auch,
E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 15:43
Wenn ich jetzt den Titel wirklich besonders ernst nehme, müsste ich antworten:
"Amerikanischer Betrieb" ist das, was auf amerikanischen Anlagen gespielt wird...
Die Antwort ist mindestens genau so aussagekräftig wie die Frage :wink: Wenn es doch jemand irgendwo hier in diesem Forum geschrieben hat, wäre es aus meiner Perspektive die einfachste Variante, im betreffenden Thread die Frage an den Autor selbst zu stellen, aber sei es drum....
E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 15:43
Was mich bei dieser Art der Kategorisierung ( Schubladen-Denken ) immer ein wenig nervt, ist die Tatsache, dass manche daraus unbedingt eine Rangfolge machen müssen, um sich über andere zu erheben.
Das sehe ich ähnlich. Wer Spaß an der MDF-Kreisbahn hat, soll sich die bauen.
E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 15:43
Die Spielidee, bzw. wer es hochtrabender mag: das Betriebskonzept, einer Point-to-Point-Anlage kann man jetzt auf drei Arten verwirklichen:
  • 1. mit zentralem Stellpult: erfordert Überblick über beide End-Gleisanlagen ( Enbahnhöfe oder Fiddle-Yards ) oder elektronische Überwachung / Automatik.
  • 2. Zugverfolgung: Man setzt einen Zug an einem Ende der Anlage ein, läuft mit ihm mit ( Walk-Around-control ) bis zum anderen Ende der Anlage.
  • 3. Mehr-Spieler-Modus: Jeder Mitspieler ist für eine Betriebsstelle verantwortlich, die Züge werden übergeben. Hier wird die Sache knifflig, denn je mehr Spieler mitspielen, je mehr "Struktur" muss erforderlich sein, d.h. es braucht "Spielregeln" oder auch einen "Spielplan" nach denen/dem man sich richten muss. Zum Erhöhen der Spannung/Steigerung der Schwierigkeit kann man zusätzlich "Ereignis-Karten" (Transport-Aufträge oder z.B. Betriebs-Sörungen analog Monopoly) einsetzten. Das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Vorbild zu tun, sondern folgt der Logik des Spiels.
Mal abgesehen davon, dass man durchaus auch einen gemischten Betrieb Automatik/Walk Around abwickeln kann und dafür nur am PC Übergabepunkte und einen Fahrplan definieren muss - was ja im Automatik Betrieb auch gemacht wird, sind da durchaus auch für den Einzelspieler Optionen vorhanden, das Betriebsspiel nachzuvollziehen, mehr oder minder ähnlich dem Konzept beim Fremo, nur eben ohne Mitspieler.
E-Lok-Muffel hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 15:43
Betrieb kann viel "freizügiger" gestaltet werden, da hier keine Rücksicht auf "Ausstattung" genommen werden muss ( bei p-t-p muss der Fuhrpark auf die Anlage abgestimmt werden: was soll z.B. das Schotterwerk mit Kesselwagen??? Bei Durchgangsbahnhof im Kreisverkehr ist das belanglos, alles kann fahren, weil ja nicht alles halten muss... :wink:)
Was das Schotterwerk mit Kesselwagen soll? Bspw. die Ölfeuerung der Trocknungsanlage befüllen, die Tankstelle der Werkslok nachfüllen oder die Tanks für die Heizung der Verwaltung, Schmiermittel für die Maschinen etc.pp. Ich kenne mich mit Schotterwerken leider nicht wirklich aus, aber gerade Werksanschlüsse sind ja keine Einbahnstraße, an der nur ein Produkt abgeholt wird, sondern das je nach Lage auch mehr oder weniger häufig Anlieferungen erhält, und hier ist im Normalfall bei so gut wie allen Betriebsstellen eine Menge an Gütern notwendig, die auch ein breites Spektrum an Wagenarten ermöglicht.

Noch ein Aspekt zum Spielbetrieb im Fremo, der ja hier auch häufiger angesprochen wurde. Das, was dort gemacht wird, ist am ehesten mit einem Tabletop- oder Brettspiel vergleichbar. Und wenn viele Leute ein gemeinsames Spiel spielen und Spaß dabei haben wollen, halte ich gemeinsam verabredete Spielregeln für eine sinvolle Idee. Wer jemals mit 4 oder 5 Leuten ein Brettspiel gespielt hat und dabei einer in der Runde permanent eigene Regeln anwenden wollte, wird wissen, dass das schon mal für eine unentspannte Atmosphäre sorgen kann.

Bis denn
Michael
Fremo:87, Bahnhof im Bau: Nordhalben
98.816 für Nordhalben im Bau:https://www.stummiforum.de/viewtopic.ph ... 6#p1868736


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Re: Amerikanischer Betrieb - was ist das?

#73

Beitrag von vikr » Fr 31. Mai 2019, 16:46

Hallo,

eine sehr beeindruckende Variante "Amerikanischen Betriebes" konnte ich heute in Wuppertal erleben und kann man auch noch morgen bewundern.
In der Pina-Bausch-Gesamtschule sind in der Nacht zu Himmelfahrt mehr als 1000m Märklin C-Gleis verlegt worden!
http://abload.de/image.php?img=bildein ... ia2juh.jpg
Man kann auch eigene Fahrzeuge mit bringen und auf die Strecke bringen,
siehe auch:
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=168&t=169597

MfG

vik

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