Testbericht Jouef TGV POS 4405

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Threadersteller
Sascha1974

Testbericht Jouef TGV POS 4405

#1

Beitrag von Sascha1974 » Sa 20. Nov 2010, 12:00

Ich möchte an dieser Stelle den TGV POS der Firma Jouef vorstellen:

Baureihe: TGV POS 4405
Hersteller: Jouef
Herstellerland: China
Artikelnummer: HJ2019
Herstellungsjahr: 2010
AC oder DC: DC
Epoche: VI
Bahnverwaltung: Société nationale des chemins de fer français (SNCF)
Heimat-Bw: Technicentre Est Européen Pantin (bei Paris)
Gehäuse: Kunstoff
Decoderschnittstelle: vorhanden (NEM 652)
Motorisierung: Ein Triebkopf angetrieben
Preis Basisset: 199,-- Euro (vierteilig)
Preis Ergänzungswagen: 123,-- Euro (dreiteilig)


Verarbeitung:
Das Gehäuse und die Technik sind auf dem ersten Blick gut verarbeitet. Die äußere Bedruckung ist sauber aufgetragen und steht dem Original in nichts nach.
Sehr zum Nachteil ist jedoch das nicht durchsichtige Frontfenster. Dieses ist einfach im schwarz gehalten und stört den ansonsten guten Gesamteindruck.

Bild

Bild


Fahreigenschaften:
Unter analog nur kurz angestestet. Weiches anfahren und gleichmäßige Beschleunigung.
Digital mit Uhlenbrock DCC Decoder, gesteuert über ROCO Digitalzentrale und multiMaus fährt der TGV POS ebenfalls sanft an und beschleunigt im unteren Geschwindigkeitsbereich ein wenig sprunghaft, dann jedoch gleichmäßig. Der TGV erzielt eine hohe Geschwindigkeit.

Unter PIKO A-Gleis fuhr der TGV ziehend und schiebend sehr sicher auf R2. Unter ROCO Line Gleis neigt der TGV zu Entgleisungen an den Bogenweichen R3 zu R2. Ziehend kann es auch passieren, dass sich einfach der vordere Triebkopf zum Zugverband löst. Schiebend wird gelegentlich die hintere Achse hinteren Drehgestells des vorderen Triebkopfs entgleist. Der Zug hat somit spürbare Probleme mit Bogenweichen von Roco Line. Wie es sich mit Bogenweichen anderer Gleishersteller verhält, kann ich leider mangels austesten nicht beurteilen.


Decodereinbau:
Hier muss ich den Jouef TGV ganz klar negativ bewerten. Die mitgelieferte Anleitung ist völlig verkehr und bringt eher die Gefahr mit sich, das Gehäuse zu beschädigen. Gerade Einsteiger könnten hier ungewollt etwas kaputt machen. Das Gehäuse verfügt über keine Schrauben, sondern muss wie folgt dargestellt demontiert werden:

Bild
Das rot eingekreiste Element muss zuerst demontiert werden.

Bild
Man klemmt einen Schraubenzieher dort zwischen, wo ich die rote Linie gemalt habe und drückt in Richtung Puffer. Dann kann man das Element hochheben.

Im letzten Schritt muss man nun mit den Fingernägeln das Gehäuse unten mittig auseinanderdrücken und die Lok nach hinten heraus ziehen. Das ist jetzt bildlich schwer darstellbar und klingt abenteuerlich, aber es geht. Der Zusammenbau klappt dann genau umgekehrt.

Es ist eine ziemliche Fummelei und daher für Einsteiger nicht zu empfehlen.


Zusammenkoppeln der Mittlelwagen:

Das geht sehr einfach und ist durchdacht.

Bild
Man sieht gut den Zapfen und die "Gabel", welche die Verbindung zwischen den Wagen herstellen

Bild
Das ganze von unten

Bild
Die Wagen einfach angewinkelt ineinanderschieben, so dass der Zapfen in die Führungsschiene passt...

Bild
...schon sind die Wagen zusammen gekoppelt.

Bild
Endwagen und Triebköpfe sind mit solchen Kurzkupplungen verbunden


Ein paar Fotos vom Modell im Einsatz:
Bild

Bild

Bild

Bild


Fazit:
Wäre die Frontscheibe durchsichtig und wären die Fahreigenschaften sicherer, dann wäre es ein sehr gutes Modell. Der umständliche Decordereinbau ist ärgerlich, aber darüber könnte ich noch hinwegsehen, wenn der übrige Eindruck stimmt.
Wenn ich mir zum Vergleich die TGV Modelle von Mehano anschaue, dann muss ich sagen, dass beim Jouef TGV das Preis- / Leistungsverhältnis nicht ganz stimmig ist. Die Basiseinheit bei Mehano kostet z.B. 149,-- Euro, die Frontscheibe ist durchsichtig, die Fahreigenschaften sind perfekt, das Gehäuse ist mit einer Schraube leicht zu entfernen und das Modell ist in Europa gefertigt. Das Gehäuse vom Jouef TGV ist zwar ein klein wenig detaillierter, die Bedruckung der Farbstreifen an den Einstiegen sehr gelungen, aber in Hinblick auf die genannten Schwächen und dazu noch Made in China rechtfertigen den Mehrpreis nicht.

Grüße
Sascha


Threadersteller
chris1910

Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#2

Beitrag von chris1910 » Sa 20. Nov 2010, 17:38

Schöner Testbericht, Sascha!
Schöne Bilder und treffende Texte, ich hoffe ich würde auch mal so etwas hinbekommen...


Threadersteller
florian1994

Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#3

Beitrag von florian1994 » Fr 11. Mär 2011, 11:24

Der von Märklin bzw Trix ist schon besser.
Als Einsteigermodell tuts der aber auch!

Florian


Münch
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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#4

Beitrag von Münch » Mo 14. Mär 2011, 13:46

Hallo
"Sinnigerweise" handelt es sich beim Hornby Jouef TGV konstruktiv um das ehemalige Modell von Lima,damit hat der Zug auch die Unarten des Lima
TGV "geerbt".
Spätestens ab 5 Zwischenwagen (vierteilige Grundpackung und drei weitere Wagen)treten die erwähnten Entgleisungsprobleme
auf,weil Zuggewicht und hohe Querkräfte an den Kulissenführungen dazu führen,dass einzelne Radachsen entgleisen,wobei die Entgleisungen leider nicht
reproduzierbar sind.
Leider hat man bei Hornby den TGV von Jouef France "links liegen" lassen,wahrscheinlich weil dort etwas größere Wagenabstande (keine Kulissenführung,fällt aber wegen der Übergangsbälge kaum auf)vorhanden waren.
Dafür hat dieser Zug (ausgeliefert als TGV Atlantique) sehr gute Fahreigenschaften.Seinerzeit mit Bühler Dreipoler und Doppelkardanantrieb
konstruiert,hat mein Zug inzwischend dank Bühler Fünfpoler hervorragende
Fahreigenschaften.Selbst 1o teilig gibt es keine Entgleisungsprobleme,ein
extrem großer Geschwindigkeitsbereich im Analogbetrieb ,an dem sich selbst der
Märklin TGV noch ein Beispiel nehmen könnte,steht zur Verfügung.
mfg Olaf


etr
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Die neuen TGV-Modelle von Hornby Jouef

#5

Beitrag von etr » So 24. Jan 2016, 13:14

Liebe TGV-Fans

Habe kürzlich einen neuen TGV-SE von Hornby Jouef in Betrieb genommen. Auch wenn man von aussen kaum Änderungen gegenüber den Lima-Modell (mit Doppelkardanantrieb) feststellen kann, gilt es festzuhalten, dass das Innenleben (Mechanik und Elektronik) toll verbessert wurde. Die Fahreigenschaften - auch ganz langsam - sind mit einem guten Dekoder (z.B. ESU LoPi) erste Sahne. Ein riesiger Geschwindigkeitsbereich lässt sich schön regeln. Es ist erstaunlich, was man mit dem gut aussehenden, aber technisch noch nicht so perfekten Lima-Modell fertig gebracht hat!

Entgleisungsprobleme der Zwischenwagen stelle ich keine mehr fest. Schon beim Lima-Modell half bei mir immer ein Einfetten der Kulissenführungen nachhaltig. Das ist beim neuen Modell von Jouef nach meinen Erfahrungen nicht mehr nötig - der Kunststoff scheint bessere Gleiteigenschaften aufzuweisen. Testfahrten mit umgerechnet etwa 300 km/h habe ich auf den engen Modellbahnradien noch keine gemacht; werde das vielleicht mal noch tun unter sehr geschützten Bedingungen (!). Ca. 200 km/h fuhr der Zug entgleisungssicher - auch mit Motorwagen hinten, also geschobener Komposition. Das Märklin-Modell fährt anscheinend reichlich langsam für einen TGV. Aber es ist natürlich auch die Frage, inwieweit es Sinn macht, Hochgeschwindigkeitszüge in rasendem Tempo über die engen Modellbahnradien zu jagen. Das ist selbstverständlich von der Physik her problematisch. Mit dem Jouef TGV scheint man das aber erstaunlich gut tun zu können. Aber aufgepasst: Für 300 km/h übernehme ich keinerlei Haftung. Jeder muss auf seiner Anlage sorgfältig probieren, was es erträgt - unter Berücksichtigung der Geschwindigkeiten, die er sich auch wirklich wünscht. Eine leichte Überhöhung der Kurven ist aus naheliegenden Gründen hilfreich im Kampf gegen die Zentrifugalkräfte ...

Ich finde, die neuen TGV-Modelle von Jouef sind wärmstens zu empfehlen, auch für AC-Bahner. Ein normaler Märklin-Schleifer passt bestens unter den Getriebeboden, der von Lima damals auch für AC vorgesehen war. Der Umbau wird so sehr einfach. Wenn jemand dazu Fragen hat, stehe ich gerne zur Verfügung.

Noch ein wichtiger Hinweis zum Öffnen der Triebköpfe - vgl. Bild im Beitrag 8: Am Ende gegen den Zug hin hebelt man mit einem Schraubenzieher vorsichtig durch Spreizen Richtung Puffer die an zwei kurzen (von aussen unsichtbaren) Stiften fixierte Schürze aus (vgl. die Bilder von sascha1974 im 1. Beitrag). Im Spalt, der sich bei entfernter Schürze zeigt, kann man problemlos die Rastnase erreichen und den Triebkopf öffnen. Die Betriebsanleitung ist in dieser Hinsicht nicht wirklich klar, und ohne diesen Trick müsste man brutale Kräfte anwenden, die im Extremfall zu einem Gehäusebruch führen könnten. Es ist schon reichlich fahrlässig, dies in der Gebrauchsanleitung nicht deutlich zu machen.

Noch ein Hinweis für Leute, die TGV-Ersatzteile suchen: Die Ersatzteilversorgung bei der Jouef-/Rivarossi-/Lima-Gruppe ist ja bekanntlich zumindest suboptimal. Ich habe angesichts der tollen Mechanik des neuen Modells beschlossen, mir den Luxus zu leisten, einen Lima TGV der Version für den Verkehr in die Schweiz ("ligne du coeur") aufzupeppen, indem ich nochmals ein neues Jouef-Modell (in der orangen Ursprungsfarbgebung) kaufe und dessen Unterteil in die Lima-Triebköpfe einbaue. Das eine oder andere Ersatzteil kann ich selbst brauchen, aber es bleibt dann noch einiges übrig. Wenn ich davon etwas als Ersatzteil verkaufen kann (z.B. die unmittelbar neben den Triebköpfen angeordneten Wagen oder die Gehäuse der Triebköpfe in oranger Farbgebung), ergäbe sich unter dem Strich eine willkommene Senkung der Kosten meiner Luxus-Sanierung. Also einfach mal nachfragen, wenn bei euch etwas defekt ist. Könnte eine Win-Win-Situation werden.

Nun wünsche ich euch viel Spass mit dem schönen TGV. Beste Grüsse

ETR
Zuletzt geändert von etr am Mi 3. Jan 2018, 11:56, insgesamt 2-mal geändert.


etr
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TGV-Ersatzteile aus Luxus-Sanierung

#6

Beitrag von etr » So 20. Nov 2016, 14:53

Nun ist es so weit: Die Luxus-Sanierung ist erfolgt, allerdings mit einem sehr günstig angebotenen fabrikneuen TGV "La poste" (HJ2064).

Wer auf der Suche nach TGV-Ersatzteilen ist, dem kann ich evtl. weiterhelfen, vgl. Beitrag 8. Vielleicht ergibt sich in einen oder anderen Fall eine win-win-Situation: Ihr kommt zu schwer aufzutreibenden Ersatzteilen, und ich kann meine Kosten etwas reduzieren. Es war mir im voraus klar, dass sich die Reste nicht allzu gut verkaufen lassen. Deshalb habe ich geduldig auf ein besonders günstiges Angebot für einen hierzu brauchbaren fabrikneuen TGV gewartet.

"Nachahmetäter" seien aber insofern gewarnt: Die Lichtkörper der Stirnbeleuchtung müssen bei einer solchen Sanierung getauscht werden, was extrem heikel ist, weil sie im Lima-Modell z.T. "bombensicher" verklebt wurden. Auch im neuen Jouef-Modell ist die Anwendung von roher Gewalt unausweichlich. Ein irreparabler Schaden ist also schnell entstanden.

Beste Grüsse

ETR
Zuletzt geändert von etr am Mi 3. Jan 2018, 11:54, insgesamt 2-mal geändert.


sven321
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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#7

Beitrag von sven321 » Fr 8. Sep 2017, 11:30

Schöner Bericht, aber schade dass die Bilder nicht mehr online sind. Könntest Du die vielleicht neu hochladen?
Vielen Dank
Sven
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wichtiger Hinweis: Demontage von Triebkopf-Gehäusen

#8

Beitrag von etr » Mi 3. Jan 2018, 11:36

Hallo TGV-Fans

Zur Wiederherstellung der verlorenen Bebilderung folgender Beitrag:

Ich kann jetzt zumindest mal ein entscheidendes Bild hochladen, das zeigt, wie das Gehäuse der Triebköpfe zu demontieren ist. Darüber schweigt sich leider die Gebrauchsanleitung aus. In Unkenntnis des entscheidenden Tricks ist die Demontage extrem heikel.

Bild

1. Zu Beginn steckt man Zahnstocher ca. in der Mitte der Drehgestelle zwischen Chassis und Gehäuse. Achtung: Auf keinen Fall versuchen, das Gehäuse bereits jetzt zu demontieren. (Schritt 1. kann wahrscheinlich auch erst nach 2. gemacht werden.)

2. Die Schürze (unscharf, vor dem Modell liegend) muss ausgerastet werden, indem man mit einem Schraubenzieher sorgfältig zwischen Rahmen und Schürze fährt. Sie ist an 2 runden Rastnasen (im Bild gut sichtbar) gesteckt.

3. Erst jetzt wird der Zugang frei zur länglichen Rastnase (im Bild unterhalb der beiden runden Rastnasen von 2.), die das Gehäuse hält. Durch sorgfältiges Drücken der Stirnwand Richtung Puffer lässt sich das Gehäuse hier aushebeln und von hinten nach vorne abziehen.

Hoffe, euch weitergeholfen zu haben. Es erscheint ja immer mal wieder ein neuer Jouef TGV ...

Nach wie vor habe ich nach einer "Luxus-Sanierung" eines älteren Lima TGV günstig abzugeben (vielleicht als Ersatzteilspender?) :
2 Gehäuse der Triebköpfe von TGV La Poste
2 Zwischenwagen (direkt neben den Endwagen) komplett und neuwertig für TGV La Poste
Originalverpackung für TGV La Poste
(alles von Art. HJ2064)

Beste Grüsse

ETR
Zuletzt geändert von etr am Mi 3. Jan 2018, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.


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Jouef TGV POS 4405

#9

Beitrag von etr » Mi 3. Jan 2018, 12:14

Noch ein Hinweis zum nicht motorisierten Triebkopf des TGV POS:

Dieser hat ab Werk etwas gar wenig Gewicht. Will man mit ihm rasch durch Kurven brausen (insbesondere bei geschobener Komposition), so ist der Einbau von Zusatzgewicht anzuraten. Auf möglichst tief liegenden Schwerpunkt achten!

Neuere TGV-SE aus Jouef-by-Hornby Produktion (z.B. Art. HJ2231) sind diesbezüglich nach meinen Erfahrungen viel weniger heikel und erfordern keine Zusatzgewichte. Man scheint hier gegenüber dem TGV POS nachgebessert zu haben.

Und noch etwas Bedauerliches zum Triebkopf des TGV POS: Als ich den Zug gestern wieder einmal in Betrieb nehmen wollte, war zumindest ein Achszahnrad lose oder evtl. gar gesprungen, sodass er nicht wirklich fuhr. Habe zum Glück noch den einen oder anderen Ersatzradsatz ...

Beste Grüsse und viel Freude am eleganten französischen Schienenflitzer. Hoffentlich machen sie bei Jouef nächstens mal einen TGV Atlantique in neuster Technik. Bin mit ihm schon oft von Paris nach Bordeaux und zurück gefahren. Die neue HG-Strecke aus dem Raum Tours nach Bordeaux, die im Sommer eröffnet worden ist und die Reisezeit Paris - Bordeaux entscheidend auf nurmehr 2 Stunden verkürzt, wäre ja durchaus ein Anlass dazu ...

ETR
Zuletzt geändert von etr am Mi 3. Jan 2018, 12:53, insgesamt 2-mal geändert.


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Demontage der Antriebs-Drehgestelle

#10

Beitrag von etr » Mi 3. Jan 2018, 12:51

Nochmals ein wichtiger Hinweis, falls jemand die Antriebs-Drehgestelle zu Wartungszwecken entfernen oder auch nur Radsätze entnehmen muss:

Es hat zwar am Getriebeboden Schrauben, doch mit denen ist es nicht getan. Versucht man, die Drehgestellblende so zu entfernen, risikiert man, etwas abzubrechen, denn die Blenden sind zusätzlich in weit vorstehende und schlecht zugängliche Metallstifte eingehängt, die das Drehgestell führen.

Man muss das Gehäuse wie im Beitrag 8 beschrieben demontieren. Dann öffnet man den Getriebedeckel und hängt die Kardanwelle aus. Hernach kann man das Drehgestell durch vorsichtiges Zusammendrücken in Längsrichtung ausrasten. Evtl. Drähte zuvor ablöten.

Jetzt kann man die Drehgestellblenden problemlos aus den Metallstiften "ausfädeln" und hat Zugang zu den Radsätzen.

Auch darüber sagt die Betriebsanleitung leider - schon seit Lima-Zeiten - nichts. Da habe ich im Laufe der Jahre einiges Lehrgeld bezahlt ... Euch möchte ich dies gern ersparen ...

Erfolgreiche TGV-Wartungen (soweit denn nötig) wünscht

ETR

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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#11

Beitrag von Kapitän Nemo » Mi 3. Jan 2018, 20:51

Hallo,

gerissene Antriebszahnräder hatte ich vor 2 Jahren bei meinem Hornby-Jouef TGV Rame 600, obwohl dieser nur wenig gelaufen ist. Das passiert anscheinend öfter.

Hornby hat mir dann mitgeteilt dass es keine Ersatzteile bei Jouef dazu gibt. Ich habe mir dann Metallzahnräder bei APC Adams besorgt die eigentlich für alte Lima-Modelle wie den Eurosprinter gedacht waren. Diese passen gut und seitdem läuft der Zug super.

Grüsse,

Ulrich
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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#12

Beitrag von etr » Mi 3. Jan 2018, 22:16

Hallo Ulrich

Konnte vor Kurzem bei Détails Trains Service in St-Jean-de-la-Porte (Frankreich) Antriebsräder für den TGV ordern. Das ist überhaupt fast der einzige Lieferant, bei dem es ein einigermassen breites Sortiment an Ersatzteilen für die Marke Jouef gibt:

https://www.detailstrains.com

Aber vielleicht wären die Metallzahnränder von APCAdams die bessere, weil dauerhaftere Wahl? Ist jedenfalls eine sehr seriöse und kompetente Firma.

Beste Grüsse

ETR
Zuletzt geändert von etr am Do 4. Jan 2018, 13:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#13

Beitrag von DerDrummer » Mi 3. Jan 2018, 22:24

Moin Moin
Danke für den Hinweis, ich habe ja bald auch einen Thalys von Hornby auf dem Tisch :wink:

Ulrich, kannst du evtl die genaue Bezeichnung inkl. Art.-Nr. hier posten? Dann finden wir alle die Richtigen.

Lg Justus
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Testbericht Jouef TGV POS 4405

#14

Beitrag von Kapitän Nemo » Do 4. Jan 2018, 11:59

Hallo Justus und ETR,

eine Artikelnummer habe ich keine.

Ich habe einfach die Maße durchgegeben:

Zahnraddurchmesser mit Zähnen 5,80 mm 10 Zähne
Zahnraddurchmesser ohne Zähne 3,93 mm
Achse 2,5 mm
Breite reines Zahnrad 2,4 mm
Breite gesamt 5,30 mm

Herr Adams hat dann zurückgemailt dass seine Messingzahnräder passen. Falls allerdings keine Mittenrändelung vorhanden ist, müssten diese mit Lagerkleber verklebt werden. Bei mir war das aber nicht notwendig.

Nachdem die Zahnräder sich eingelaufen hatten, lief der Zug super.

Fragt einfach mal bei Herrn Adams nach, der hat mir schon sehr oft und zuverlässig geholfen.

@ETR, danke für den Link zu Detailstrains.

Grüsse,

Ulrich
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Re: Testbericht Jouef TGV POS 4405

#15

Beitrag von DerDrummer » Do 4. Jan 2018, 14:19

Prima, vielen Dank Ulrich!

Lg Justus
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Re: Jouef TGV POS 4405

#16

Beitrag von etr » So 4. Feb 2018, 19:01

etr hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 12:14
Und noch etwas Bedauerliches zum Triebkopf des TGV POS: Als ich den Zug gestern wieder einmal in Betrieb nehmen wollte, war zumindest ein Achszahnrad lose oder evtl. gar gesprungen, sodass er nicht wirklich fuhr. Habe zum Glück noch den einen oder anderen Ersatzradsatz ...
Heute stand die Reparatur auf dem Programm. Bestandesaufnahme des Schadens: Alle 4 Achszahnräder gerissen, zudem beide Kardankugeln auf der Welle mit zu viel Spiel. Letzteres habe ich durch Ankleben mit Sekundenleim repariert, die 4 Antriebsradsätze habe ich ersetzt. Dank meinen Erfahrungen bei der Zerlegung von TGV's ging das ordentlich gut. Ich hoffe, alles ist wieder in Ordnung. Eine kurze Probefahrt absolvierte der Triebkopf ohne Probleme.

Es würde mich noch interessieren, ob das eine Kettenreaktion gibt, wenn mal ein Achszahnrad geplatzt ist. Dann klemmt nämlich das Getriebe ordentlich. Vielleicht sind so alle 4 Achszahnräder gesprungen. Weiss da jemand Näheres?

Werde die vier ausgebauten Radsätze mal zu APC Adams senden und mit Metallzahnrädern ausrüsten lassen, um zu testen, ob das eine dauerhafte Lösung ist. Andererseits bin ich natürlich gespannt, wie lange die Ersatz-Radsätze von Hornby Jouef halten. Das war jedenfalls der erste diesbezügliche Schaden an meinen TGV's.

Für alle AC-Umbau-Interessenten habe ich noch ein Bild des AC-Schleifers am Drehgestell. Märklin 7164 passt bestens. Zuerst lötet man ein Kabel an. Die Pertinaxplatte ist zu entfernen, die 4 Haltenasen können anschliessend durch die vorhandenen Schlitze am Getriebeboden eingehängt werden.

Bild

Zur Demontage des Gehäuses unbedingt entsprechende Hinweise im Beitrag 8 dieses Threads beachten, zur Demontage der Drehgestelle Beitrag 10! Ich habe hier in früheren Jahren durch Learning by doing einiges an Lehrgeld bezahlt. Das will ich euch ersparen.

Wünsche euch erfolgreichen Umbau. Beste Grüsse

ETR

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