Güterzugbegleitwagen

Bereich für alle Themen der vorlbildgerechten Modellbahn, wie Zugbildungsvorschläge, Vorbildinformationen oder Betriebsabläufe im Vorbild und Ihre Umsetzung bei der Modellbahn.
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Threadersteller
GottfriedW
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Güterzugbegleitwagen

#1

Beitrag von GottfriedW »

Hallo zusammen,

bisher habe ich zu dem Thema leider nirgends was gefunden:
Güterzugbegleitwagen (bzw. Güterzuggepäckwagen) transportierten Stückgut.
Wo wurde das ein- oder ausgeladen? Am Güterbahnhof? Die Wagen wurden
meines Wissens teilweise an speziellen Gleisen abgestellt. Gab es da Verladeeinrichtungen?

Für Eure Mühe vielen Dank.
Liebe Grüße
Gottfried
Schau auch mal in Kahlfelden vorbei: http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=62356

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Schwelleheinz
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Re: Güterzugbegleitwagen

#2

Beitrag von Schwelleheinz »

Hallo Gottfried,

wie wärs hiermit https://shop.vgbahn.info/media/pdf/15087246.pdf
Grüße vom Hochrhein,

Hans-Dieter

Vorbild als Modell: Betriebsdiorama Bhf Säckingen

Nostalgieanlage: Märklin M Anlage 17 neu gestrickt

Im FAM: Märklin-Anlage nach Faller D850 Vorschlag
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JoWild
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Re: Güterzugbegleitwagen

#3

Beitrag von JoWild »

In den Güterzuggepäckwagen wurde eigentlich nur gelegentlich kleines Frachtgut mitgeführt. Hauptsächlich dienten sie zur Unterbringung der für den Zug erforderlichen Ausrüstung und eben dem Zugführer und Zugbegleitpersonal im Dienstabteil mit Toilette. Wenn die Gepäckwagen keine Ofenheizung hatten, mussten sie übrigens bei Güterzügen auch aus diesem Grund direkt hinter der Lokomotive laufen, da sonst im Güterzug keine Heizleitung vorhanden war.

Für Informationen bezüglich Güterzuggepäckwagen während Epoche 1 und 2 empfiehlt sich Röll, Enzyklopädie des Eisenbahnwesens Band 5
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim


berndm
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Re: Güterzugbegleitwagen

#4

Beitrag von berndm »

Die wichtigsten Informationen kann man in der Tat im Miba Report zu den Güterzuggepäckwagen finden.

Allerdings macht es Sinn zwischen den Begleitwagen, die es so in Deutschland eigentlich nicht gab, und den Güterzuggepäckwagen, wie diese meistens eingesetzt wurden, unterscheidet.

Typische Begleitwagen waren die Caboose in Amerika oder die SBB Sputniks. Der Schwerpunkt lag hier auf der Begleitung und Beobachtung des Zugs. Daher waren diese Wagen sinnvollerweise am Ende oder Mitte des Zugs.

Die Güterzuggepäckwagen waren eher rollende Güterschuppen und Aufenthaltswagen für die Ladeschaffner und Rangierer (neben dem Zugführer, der für die Abwicklung der Formalitäten zuständig war). Diese wurden dann auf den Unterwegsbahnhöfen aktiv.
Die Güterzuggepäckwagen liefen idealerweise direkt hinter der Lok. Daher hatten die Diesel- und Elektroloks zu Beginn der DB bis in die 1970er Jahre Packwagensteckdosen. Schließlich war elektrisches Licht neben der Heizung wichtig.
Und natürlich wurde auch kleineres Ladegut im Güterzuggepäckwagen mitgeführt.

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Atlanta
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Re: Güterzugbegleitwagen

#5

Beitrag von Atlanta »

Moin Kollegen,

Güterzugbegleitwagen bzw. Fakultativwagen hatten mehrere Aufgaben zu erfüllen.

Es gab früher Bahnstationen, wo es Agenten gab also in Bahnhofsagenturen, ebenso im Güterschuppen.

Waren Agenturen unbesetzt, auch das gab es, übernahm entweder das Zugpersonal im Fakultativwagen diese Aufgaben oder es fuhren entsprechende Agenten mit

Manchmal wurde auch ein Personenwagen mitgeführt, wenn der Platz nicht ausreichte, gelegentlich mitfahrende Passagiere unterzubringen.
LG Ingo

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Riedenburgfritz
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Re: Güterzugbegleitwagen

#6

Beitrag von Riedenburgfritz »

Siehe auch diesen Thread:https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=35&t=168657

Viele Grüße,

Fritz

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ET 65
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Re: Güterzugbegleitwagen

#7

Beitrag von ET 65 »

Atlanta hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 00:49
... Manchmal wurde auch ein Personenwagen mitgeführt, wenn der Platz nicht ausreichte, gelegentlich mitfahrende Passagiere unterzubringen. ...
Hallo Ingo,

gibt es dazu auch "Beweisfotos"?
Güterzug mit Güterzugpackwagen ist mir bekannt.
Güterzug mit Personenwagen als GmP ist mir auch bekannt. Dann handelt es sich aber um eine ganz normale Personenbeförderung.
Naja, den umgekehrten Fall PmG gibt's auch noch.

Danke und Gruß, Heinz
Tried to reduce to the max :wink: Ich weiß, nicht immer einfach, aber einfach kann ja jeder.
Was noch fehlt? "Ein Sack voll Zeit"


berndm
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Re: Güterzugbegleitwagen

#8

Beitrag von berndm »

Hier ein Link auf eine Beschreibung für so eine Konstellation:
http://www.mkb-berlin.de/fz_mkb12.htm

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Atlanta
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Re: Güterzugbegleitwagen

#9

Beitrag von Atlanta »

Moin Heinz,

Im Güterzugpackwagen gab es auch klappbare Sitze für mitfahrende Passagiere, bei der DB wurde im Normalfall darauf hingewiesen, die eegulären Personenzüge zu benutzen, diese verkehrten aber nur zu bestimmten Zeiten auf sekundären Nebenbahnen. Es kam durchaus vor, daß es auch eine vier bis sechsstündige Lücke im Fahrplan gab, wo kein Personenzug fuhr und auf manchen Strecken fuhr der letzte Personenzug am frühen Abend oder späten Nachmittag.

Wer dann danach am Umsteigebahnhof ankam, konnte sich glücklich schätzen, wenn wenn noch ein Güterzug fuhr.

Den Hinweis auf jene Güterzüge gab es offiziell nicht aber es gab auch freundlich gesonnene Beamte, die eine Mitfahrt ermöglichten, natürlich gegen Entrichtung des regulären Fahrpreises.

Der Zugführer im Begleitwagen gab sogar den Fahrplan der GmP bekannt.

1978 bis 1982 bin ich selber des Öfteren mit Güterzügen oder GmP gefahren. Anstelle von 17 Km Fußmarsch, ziehe ich die Mitfahrt im Packwagen oder Güterwagen vor, egal wie unbequem es war, denn Sitze gab es nicht immer.

Ein recht stark frequentierter Güterzug fuhr am Abend, das Bahnpersonal rangierte einen Personenwagen mit in den Zugverband.
LG Ingo

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geometerq
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Re: Güterzugbegleitwagen

#10

Beitrag von geometerq »

Nur eine kleine Episode,

als Angehöriger der Niedersächsischen Landesvermessung durfte man, nach Vorlage des Dienstausweises, bei Dienstreisen in den Außendienst unentgeltlich im PWg mitfahren.
Lang ist es her !

Freundliche Grüße aus der Lüneburger Heide

Henning Quidde
Sammle seit 40 Jahren Fahrzeuge aus der Epoche II in H0. Fast jeder Wunsch ist erfüllt. Anlagenplanung ist Ausfahrt aus dem Anhalter Bahnhof mit den entsprechenden Zügen gemäß Zugbildungsplänen.Die Zeit wird entscheiden, ob dies noch Wirklichkeit wird


Frank Schönow
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Re: Güterzugbegleitwagen

#11

Beitrag von Frank Schönow »

Atlanta hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 02:49
1978 bis 1982 bin ich selber des Öfteren mit Güterzügen oder GmP gefahren. Anstelle von 17 Km Fußmarsch, ziehe ich die Mitfahrt im Packwagen oder Güterwagen vor, egal wie unbequem es war, denn Sitze gab es nicht immer.

Ein recht stark frequentierter Güterzug fuhr am Abend, das Bahnpersonal rangierte einen Personenwagen mit in den Zugverband.
Das war aber nicht in Deutschland und bei der Deutschen Bundesbahn ...
Gruß Frank

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Atlanta
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Re: Güterzugbegleitwagen

#12

Beitrag von Atlanta »

Moin Frank,

offiziell wurde die OTB = Ohmtalbahn 1980 der Personenverkehr eingestellt.
Zwischen Kirchhain (bez. Kassel) and MWB = Main Weser Bahn und Burg- u. Niedergemünden and der VBB = Vogelsbergbahn, verkehrte die OTB, erbaut 1900 stillgelegt im durchgängigen Personenverkehr 1980, Schüler- und Berufsverkehr Sommer 1982.
Letzter Großkunde ist das Hart- u. Basaltsteinwerk IV in Oberofleiden.
Gleise rückgebaut bis Homberg (Ohm) Neuhaus

Auf dieser Bahnstrecke wurden ab 1980 zwar Busse als Ersetzverkehr eingesetzt, es gab aber etwa zwei Jahre lang Probleme mit den privaten Busunternehmen, welche den anfallenden Schülerverkehr abwickeln sollten.

Der morgentliche Triebwagen ein VT 98 mit zwei Beiwagen, fuhr zwischen Burg- u. Niedergemünden und Amöneburg Hp, verblieb bis zum Nachmittag in Schweinsberg und holte von 1980 bis 1982 die Schüler ab. Im Herbst 1982 war aber auch Schluß damit.

Der Güterverkehr wurde wie gewohnt nahezu täglich abgewickelt, so pöh á pöh aber ausgedünnt und fuhr ab 1983 nur noch einmal wöchentlich.

Der letzte Bahnbus nach Burg- u. Niedergemünden fuhr Abends gegen 17:30 Uhr aber gegen 19:15 Uhr fuhr von Mo bis Fr immer ein Güterzug mit Begleitwagen, wer es wußte fuhr mit dem Güterzug.

Im Sommer nutzten wir auch gerne mal die Bremserbühnen von O- und G- Wagen, auch wenn es verboten war, das ersparte uns den Fahrpreis von 5,80 DM im Begleitwagen, wurde man erwischt kostete es 40 DM und es gab eine Strafanzeige.

Das hatte uns Fahrschüler nach Amöneburg aber nicht interessiert was verboten war oder nicht.

Hatte man den morgentlichen Triebwagen verpaßt etwa eine halbe Stunde später fuhr ein Güterzug als GmP.
Dann kam man zwar zu Spät in die Schule aber egal, Hauptsache kein Fehltag.

Vom Hp Amöneburg zur Schule war es ein beschwerlicher Weg.
Der Hp befand sich neben der Mühle am Fluß aber die Schule thronte oben auf dem Berg, die direkte Straße war sehr steil mindestens 1,5 Std. Fußmarsch auf 3 Km, Luftlinie nur etwa 1 Km.

Die Busfahrer verweigerten das Hochfahren auf den Berg anfang.

Es gab damals viel Streß mit der Bahn, so wurde der Schülerverkehr auch zwei Jahre länger aufrecht erhalten als der als der normale Personenverkehr.

Im Winter fuhren die Busse oft nicht, die Züge aber schon.

Nicht alle Dörfer wurden mit dem Bus angefahren, so holte mich meine Mutter mit der Kutsche vom Bahnhof ab und brachte mich am Morgen auch wieder dahin.

Ab 1982 dann nur noch zur Bushaltestelle.

Vom staatlichen Forstamt hatten wir einen Schrankenschlüssel bekommen, um auch Waldwege befahren zu dürfen.

So war das damals, selber so erlebt.
LG Ingo

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