Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

Bereich für alle Themen der vorlbildgerechten Modellbahn, wie Zugbildungsvorschläge, Vorbildinformationen oder Betriebsabläufe im Vorbild und Ihre Umsetzung bei der Modellbahn.

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minimax13
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Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#1

Beitrag von minimax13 » Fr 13. Mär 2015, 18:48

Hallo liebe Stummis,

nachdem im Nachbarstrang konkret nach Vorbildgeschwindigkeiten gefragt wurde, möchte ich mal ein grundsätzlicheres Thema zur Diskussion stellen:

Die Modelllokomotiven können auf Teststrecken oder mit den auf dem Markt befindlichen Tachowagen präzise auf ihre Vorbildgeschwindigkeit eingemessen werden. Empfohlen werden sogar tw. im Modell geringfügig höhere Geschwindigkeiten.
Ist die Vorbildgeschwindigkeit aber wirklich die richtige "vorbildgerechte Geschwindigkeit" auf Modellbahnen mit unmaßstäblich engen Bogenradien und steileren Weichenwinkeln? Wie handhabt ihr das mit der Geschwindigkeit?

Beste Grüße Frank

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Thilo
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#2

Beitrag von Thilo » Fr 13. Mär 2015, 19:15

Hallo Frank,

ich sehe es so, daß eine Lok nicht ständig mit Höchstgeschwindigkeit durch die Lande kachelt. ;)

Ich habe für mich zwar alle Loks auf ihre Vorbildgeschwindigkeit, bzw. max. 120km/h Streckenhöchstgeschwindigkeit meiner drittklassigen Hauptbahn eingestellt, trotzdem fahren selbst meine Schnellzüge selten schneller als ca. 100km/h auch wenn sie freie Durchfahrt haben.

Bei Güterzügen kommt als zusätzlicher Faktor dazu, daß viele Güterwagen nur für max. 65km/h zugelassen waren.

Übrigens wurde bei Modulbahntreffen auch schon mal darüber geklagt, daß meine Loks so langsam sind. ;)

Liebe Grüße

Thilo

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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#3

Beitrag von tennisidefix » Fr 13. Mär 2015, 19:49

Hallo Frank,
auf meiner Anlage fahre ich auch in etwa in Vorbildgeschwindigkeit. Die Anlage steuere ich mit Train Controller und hier kann man die Loks mit der zul. Höchstgeschwindigkeit, der betreffenden Lok, einmessen. Dies kann man erreichen, wenn die Einstellungen im Decoder, CV5 für die Höchstgeschwindigkeit, geändert wird.
Was natürlich noch möglich ist, die Geschwindigkeiten in den Blöcken fest einzustellen. So sind dann unterschiedliche Geschwindigkeiten im Bahnhof oder auf der Strecke möglich. Es ist sogar möglich die Geschwindigkeiten in den betreffenden Zugfahrten Bsp. Rangierfahrten, Durchfahrten im Bahnhof unterschiedlich einzustellen. Was dann noch der Realität ziemlich nahe kommt, ist das Gewicht der Züge, wird dies noch berücksichtigt, dann beschleunigt ein Güterzug mit 2000t sehr langsam und bremst auch wieder sehr verzögert ab. Das ist dann absolut vorbildgerecht.
So fahre ich auf meiner Anlage und ich bin so recht zu frieden und finde, dass es so ein sehr schönes Bild beim Fahrbetrieb wieder gibt. Schnelles Losfahren und Abbremsen ist bei mir out.

Grüsse
Wolfgang


spielbahn
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#4

Beitrag von spielbahn » Fr 13. Mär 2015, 20:32

Hallo zusammen!

Vorbildgerechte Geschwindigkeit ist ein vielseitiges Thema:
Auf einer Modellbahn ist logischerweise die Strecke maßstäblich verändert. Was aber weniger oft ins Kalkül aufgenommen wird ist, dass auf einer Modellbahn auch die Zeit einem gewissen Maßstab unterworfen ist: Ein "Modelltag" ist selten 24 Std. lang.
Zusätzlich kommt noch dazu, dass für "Entfernungen" nicht unbedingt auch der Maßstab für die Strecke anwendbar ist.
Die Tachowagen machen es sich in der Regel einfach: Sie nehmen den Maßstab der Strecke (z.B. 1:87) und die reale Zeit und errechnen daraus ihre "Vorbildgeschwindigkeit". Diese würde stimmen, wenn auch die Modellzeit der Realzeit entspricht und auch die Entfernungen (z.B von Bahnhof zu Bahnhof) dem Maßstab entsprechen würde.
Häufig vergeht die Modellzeit jedoch schneller als die Realzeit und wohl auf keiner Anlage mit zwei Bahnhöfen entspricht deren Abstand dem Maßstab der Anlage.
Einfluß der Modellzeit:
Nehmen wir der Einfachheit an, dass ein Modelltag 2,4 Std. dauert - die Modellzeit also 10-mal schneller als die Realzeit vergeht, und bleiben wir beim Maßstab 1:87. Ein Zug legt jetzt 1m auf der Anlage in 10s zurück (reale Zahlen). Ein Tachowagen macht daraus: v= 87m / 10s = 8,7 m/s = 31,3 km/h. Berücksichtigt man jedoch, dass die Modellzeit 10-mal schneller vergeht, dann fährt dieser Zug nur noch 3,13 km/h! (Unter diesem Gesichtspunkt sind die "Raser" gar nicht so modellfremd. :D )
Andererseits: Fährt dieser Zug von einem Bahnhof zum nächsten, die in Realität vielleicht 40km entfernt sind, auf der Anlage aber nur 4,6m (und das ist schon viel!!!) 40km sind in 1:87 ca. 460m, auf der Anlage ist diese Entfernung aber 100-mal kleiner. Will man nun die "Vorbildgeschwindigkeit" von Bahnhof zu Bahnhof bestimmen, dann würde unser Zug sagenhafte 3130 km/h fahren. OK, wenn man den Einfluß der Modellzeit mit berücksichtigt, dann fährt er nur 313 km/h. :D
Aus diesen Überlegungen folgt eigentlich nur: "Vorbildgeschwindigkeit" ist Definitionssache - somit kann eigentlich jeder fahren, so schnell er will - eine Begründung läßt sich immer finden.....


Wheely
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#5

Beitrag von Wheely » Sa 14. Mär 2015, 00:13

spielbahn hat geschrieben: Einfluß der Modellzeit:
Nehmen wir der Einfachheit an, dass ein Modelltag 2,4 Std. dauert - die Modellzeit also 10-mal schneller als die Realzeit vergeht, und bleiben wir beim Maßstab 1:87. Ein Zug legt jetzt 1m auf der Anlage in 10s zurück (reale Zahlen). Ein Tachowagen macht daraus: v= 87m / 10s = 8,7 m/s = 31,3 km/h. Berücksichtigt man jedoch, dass die Modellzeit 10-mal schneller vergeht, dann fährt dieser Zug nur noch 3,13 km/h! (Unter diesem Gesichtspunkt sind die "Raser" gar nicht so modellfremd. :D )
Hallo Uli, in der Tat interessante Denkansätze, wobei wir uns da selbst im Weg stehen.
Wir nehmen die Welt ja in dem Zeitmaß wahr dass wir durch unsere Entwicklung *gewöhnt* sind.
Eine Stubenfliege hat für uns abenteuerliche Flügelschlagfrequenz.
Für sie selbst ist das eher langsam, die steuert sogar nebenbei lässig und was für uns ein planloses Umhersurren ist, so kommt sie dennoch zielgenau dort hin wo sie will.
Aber stimmt schon, das Feld ist schier endlos. Gewichte stimmen nicht oder sind maximal Näherungswerte.
Beschleunigungen stimmen nicht...
Nehmen wir den klassischen *Fertiggleis-Nutzer*.
Da gehts aus der Geraden plötzlich nach dem Schienenstoß ohne weitere Überleitung direkt in die Kurve.
Es reißt dabei das Drehgestell mit Querbeschleunigungen herum die einem Kampfjet entsprechen.
Die Preiserlein würden sich schön den Latz vollreiern, zum Glück sind sie abwaschbar. :mrgreen:
Ein Original wäre längst entgleist.
Ich geh danach was *schön* ausschaut, Wenn die Steuerung an Dampfloks so schnell quirlt dass man Sahne schlagen könnte ist dies kein schöner Anblick.
Das *richtige* Maß liegt wie so oft irgendwo zwischen den Extremen. :wink:


magnus
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#6

Beitrag von magnus » Sa 14. Mär 2015, 07:01

Moin,
da ich noch im Aufbau meiner Anlage bin, sehe ich das aus meiner Testkreis-Erfahrung.

Ausgehend von der originalen Geschwindigkeit, versuche ich per CV die Geschwindigkeit anzupassen,
Und dann kommt der subjektive Ansatz :)

Das ganze für für mein Gefühl auch passen.

Ich will, das ganze später ja auch genießen.

Gruss
Magnus

PS: Ich steuere mit Rocrail und da existieren vielfältige Möglichkeiten die Geschwindigkeiten der Streckenführung anzupassen
Gruß
Magnus
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#7

Beitrag von epoche3b » Sa 14. Mär 2015, 09:09

Wheely hat geschrieben:Ich geh danach was *schön* ausschaut, Wenn die Steuerung an Dampfloks so schnell quirlt dass man Sahne schlagen könnte ist dies kein schöner Anblick.
Moin Stefan,

im Grunde hast Du da eine Faustformel aus der "guten alten Zeit" ausgekramt. Dampfloks sollen maximal nur so schnell laufen, dass das Auge den Bewegungen des Gestänges noch gut folgen kann. Das schafft auch die richtigen Relation zwischen den Baureihen (Radgröße).


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Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#8

Beitrag von Wolfram1 » Sa 14. Mär 2015, 09:16

Moin,

bei Dampflokomotiven galt als Grenzwert etwas mehr als sieben Radumdrehungen pro Sekunde. Das ist schon ziemlich schnell, wenn man bedenkt, welche Massen im Antrieb 14 mal pro Sekunde beschleunigt, abgebremst und in die Gegenrichtung gerissen werden. Und kaum mit dem Auge zu verfolgen.

Tatsächlich fuhren viele Loks aber deutlich langsamer; dazu muß man die Leistungstabellen ansehen. Mit 450t am Haken in der 10mm/m-Steigung schafft eine P8 bestimmt keine 100km/h...


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#9

Beitrag von minimax13 » Sa 14. Mär 2015, 13:11

Hallo Wolfram,

ein sehr schöner Richtwert, den du für Dampfloks anführst. Ich denke, für die unmaßstäblich engen Kurven auf der Modellbahn ist eine unmaßstäblich langsamere Geschwindigkeit auch eher von Vorteil...
Gerade Güterzüge fuhren ja oft wegen ihrer schweren Last und der langen Beschleunigungs- und Bremswege auf weiten Strecken deutlich langsamer als die erlaubten 65 Km/h

Grüße Frank


berndm
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#10

Beitrag von berndm » Sa 14. Mär 2015, 20:39

Es gibt regelmäßig Berichte von BR 44 und BR 50, die bis zu 100 km/h gefahren worden sein sollen.
Wenn das stimmt, dann wäre das schon recht schnell.
Dann könnte man mit diesen Modellen auf der Anlage "ziemlich rasen".


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#11

Beitrag von Dreispur » Sa 14. Mär 2015, 21:01

Hallo!

Bauchgefühl !

Manche Züge / Lok sind vorbildgetreue Geschwindigkeiten reine Schnecken . Kann bei größeren Anlagen ziemlich unschön wirken . jedoch rasen wobei ich fetzen meine ist auch nicht schön .
mfG ANTON

Roco DigiSet+MMaus Rocomotin, IB 650 2.0 / IB 60500 ESU+CT-Programmer, IB+HV Prog.. http://www.henningvoosen.de/ Schalt/RMGB Dec Viessman , LDT,Roco,Lenz,LISSY,Lopi:Lenz,Tran+Sound/ESU+Sound/ Orig. Lok+Sound.anal.Trafo z.Test.WDP 7.0 u.9.2 / 2015


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#12

Beitrag von berndm » Sa 14. Mär 2015, 23:16

Dreispur hat geschrieben:Hallo!

Bauchgefühl !

Manche Züge / Lok sind vorbildgetreue Geschwindigkeiten reine Schnecken . Kann bei größeren Anlagen ziemlich unschön wirken . jedoch rasen wobei ich fetzen meine ist auch nicht schön .
Da fällt mir diese schnuckelige Lok ein:
Bild
89 381 DB ED Köln, Bw Krefeld Gbf, Knorrbremse letzte Br. Unt 24.2.49, Brawa 40031


schotterbruno
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#13

Beitrag von schotterbruno » Sa 14. Mär 2015, 23:29

Salü zusammen

Die "Vorredner" haben mit ihren Einwendungen durchaus recht. Die Frage nach der Vorbildgerechten Geschwindigkeit kann kaum abschliessend beantwortet werden.

In meiner Modelleisenbahn Laufbahn hatte ich bis jetzt 3 wesentliche Phasen:

Ich liess die Loks laufen wie sie aus der Schachtel kamen. (War jedoch eine sehr frühe Phase meiner Laufbahn :D
Ich habe meine Loks auf vorbildrichtige Gewschwindigkeit eingemessen
Ich lasse nun meine Züge mit einer um ca. 15% verminderten Höchstgeschwindigkeit laufen und geniesse das Vorüberziehen der Züge auf den Paradestrecken.

Ich glaube, es kann jeder nach seinem Geschmack entscheiden.

Gruss
Bruno
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ET 65
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#14

Beitrag von ET 65 » So 15. Mär 2015, 11:21

berndm hat geschrieben:...Bild
89 381 DB ED Köln, Bw Krefeld Gbf, Knorrbremse letzte Br. Unt 24.2.49, Brawa 40031
Hallo Bernd,

eine württembergische T3 in Köln? Gab's die überhaupt noch in 1949 (was www.revisionsdaten.de dazu sagt)?

@Frank (damit's nicht komplett Off-Topic wird):
Das Auge sollte eine Lok mit ihrem Zug noch verfolgen und ihn in sowie mit der Landschaft wahrnehmen können. Gerade bei den "Stangenloks" ist doch die Bewegung derselben das interessanteste...

Gruß, Heinz
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Was noch fehlt? "Ein Sack voll Zeit"


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#15

Beitrag von Vtg » Mo 23. Mär 2015, 23:42

Meine letzte Anlage habe ich mit der MpC- Steuerung gefahren. Diese besitzt die Möglichkeit bis zu 12 Geschwindigkeitsmeßstrecken einzurichten. Dem Programm mußte der Maßstab noch angegeben werden. Dabei könnte der Maßstäbe selber eingegeben oder mit Korrekturwert nach NEM je nach Baugröße.
Ich habe mich für die 87 entschieden, also H0. Danach habe ich die Geschwindigkeiten für Vmax, VHp2, VHp3, ..usw damit eingestellt.
Sah auch passabel aus. Dann habe ich kleine Videoszenen gemacht von den fahrenden Zügen. ............
Nachdem ich mir die Aufnahmen angesehen hatte, habe ich die Geschwindigkeit der Züge noch ein wenig nach unten reguliert.
Probiert es selber mal aus. Eine einfache Digitalkamera odr Handy reicht dazu. Dann sollte jeder selber urteilen.
Zuletzt geändert von Vtg am Di 24. Mär 2015, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.


spielbahn
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#16

Beitrag von spielbahn » Di 24. Mär 2015, 12:00

Die Frage war ja eigentlich nach vorbildgerechter Geschwindigkeit und nicht nach "angenehm empfundener" Geschwindigkeit. Fast alle Antworten beziehen sich auf letztere - und da ist es wie immer: nicht alle empfinden gleich.
Und wie ich in meinem früheren Post schon darlegte, auch "vorbildgerecht" ist interpretationsfähig.
Ein interessanter Nebeneffekt: Zwischen Alter des Modellbahners und "angenehm empfundener" Geschwindigkeit scheint es eine Korrelation zu geben. :D


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#17

Beitrag von Schmalspurbahn » Di 24. Mär 2015, 12:52

Thilo hat geschrieben:Übrigens wurde bei Modulbahntreffen auch schon mal darüber geklagt, daß meine Loks so langsam sind. ;)
Das wundert mich doch etwas, zumindest bei den FREMO-Modulbahntreffen wird doch eher sehr gemäßigt gefahren. Bei Märklin-Modulbahntreffen kann das allerdings auch anders aussehen.


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#18

Beitrag von Mottimuc » Di 24. Mär 2015, 13:19

Hi zusammen,

die Disukussion ist wirklich sehr gut, vor allem auch der theoretische Teil hinsichtlich Distanzen und Geschwindigkeiten! Ich hab mir beim Aufbau des Schattenbahnhofes und dessen Test auch einige Loks vorgenommen und mal sauber eingemessen. Ich kann nur zustimmen, dass man einen Mittelweg finden muss, dass auf einer sichtbaren Strecke ein Zug gemäß dem Vorbildempfinden sichtbar ist. Ich für mich habe dementsprechend bei "schnelleren Loks" (> 160 km/h) die 1:87 Geschwingdigkeit um 10% reduziert.

VG Michael
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(2L DC, OpenDCC von Fichtelbahn, Steuerung mit ITrain )
Hier gehts zur Anlage "Michelstadt"


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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#19

Beitrag von minimax13 » Do 26. Mär 2015, 15:18

Hallo,

genau das war der Sinn der Eingangsfrage im Thread.

Da nicht alle Parameter einer Modellbahn "vorbildgerecht" 1:87 verkleinert sind (Radien, Streckenlängen, etc.), bringt es da etwas, die Geschwindigkeit exakt 1:87 einzumessen? Ich denke auch es wird eher eine Tendenz zur Verlangsamung geben. Wohl mit einer Ausnahme: sehr große und weitläufige Anlagen mit entsprechenden Streckenlängen...

Grüße Frank

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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#20

Beitrag von DeMorpheus » Fr 27. Mär 2015, 08:58

Hallo,

für mich ist die exakt im Maßstab umgerechnete Geschwindigkeit die vorbildgerechte, dann verläuft einfach die Zeit im gleichen Maß schneller wie die Streckenlängen verkürzt sind. Die Zeit kann dabei auch gerne flexibel sein, denn Bahnhöfe sind ja eher weniger verkürzt als nackte Strecke :D

Maßstäbliche Geschwindigkeit passt aber mE auch einfach besser zur umgebenden Landschaft, die ist ja schließlich in ihren Einzelheiten weitgehend maßstäblich ausgeführt.
Viele Grüße,
Moritz
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Betulaceae
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#21

Beitrag von Betulaceae » Fr 27. Mär 2015, 09:17

Moin,
also ich habe schon als Kind einen Tachowagen geschenkt bekommen,
weil meine rasenden Züge soviel Krach machten ;-)
Dabei habe ich dann festgestellt, dass mein Intercity mit guten 300 statt 200 km/h durch die Lande rauschte.
Wohgemerkt auf 1,40 x 1,80 und den 360er Radius des M-Gleises.

Seitdem fahre ich selten schneller als das Vorbild.
Inzwischen (seit der Digitalisierung) sind alle Loks auf ihre Vorbildhöchstgeschwindigkeit bei FS 25 von 28 eingestellt,
so kann man zur Not nochmal etwas draufdrücken wenns eng wird.

Auf meiner letzten Anlage mit langen Strecken sind alle Züge ihre Vmax ausgefahren,
Intercity 200 km/h, die 01 130 km/h und Güterzüge zwischen 65 und 80 km/h.
Mit knapp 7 m Paradestrecke sah das auch echt gut aus.
Auf meiner jetzigen Anlage habe ich die Vmax auf 160 km/h reduziert,
weil die Strecken einfach zu kurz sind.
Aber noch langsamer will ich die 103 auch nicht fahren, sonst sieht das einfach nichtmehr schnell aus,
und ich bräuchte keine Schnellfahrlok für den Zug.
Dampfgüterzüge ziehen weiterhin gemächlich mit ca. 65 durch die Lande, und der Rest wies mir grad so passt,
es muss halt gut aussehen, das ist mir das wichtigste.
Ein Schnellzug mit 100 km/h sieht für mich nunmal nicht gut aus, also fährt er 120-140 km/h.
Aus dem Gefühl ergibt sich auch meine Modellzeit, nämlich 1:1.

Übrigens bin ich auf derselben Modulanlage wie Thilo unterwegs, es gibt dort auch gemächliche Fahrer, die mit ihrem Fremo-Schleichtempo den ganzen Fahrplan kippen, aber ich habe auch schon Beschwerden bekommen, weil meine T16.1 halt nur 65 läuft.
Es gibt dort durchaus auch Raser, die mit ungedrosselten Loks versuchen Geschwindigkeitsrekorde zu brechen.
Meine MZ selbst wurde unfreiwillig dazu, als mein Handregler gesponnen hat, und sie ihren 52 Wagen-GAG mal eben auf 250 km/h beschleunigte, das brachte einige ganz schön ins schwitzen, inklusive mir, da die Strecke nicht frei war ;-)
Der Decoder war gerade frisch eingebaut und noch nicht gedrosselt ;-)

Was mir wesentlcih mehr BEschwerden einhandelt, sind die Beschleunigungs- und Bremswerte meiner Loks,
für mich gehört eine annähernd vorbildliche Beschleunigung zwingend dazu, viele Güterzugloks sind da auf die maximal mögliche Verzögerung der Esu-Decoder eingestellt.
Und der Bremsweg auf meiner Anlage beträgt nunmal 2,0 m (echte Meter), und das ist mir schon viel zu wenig.

Grüße
Birk
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Bekennender Marzibahner :sabber:

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K.Wagner
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#22

Beitrag von K.Wagner » Fr 27. Mär 2015, 12:40

Hi,

schon zu Zeiten meiner alten Anlage habe ich mir eine Messstrecke von 2 m eingerichtet, auf der ich die lt. technischen Daten einer Lok angegebenen Höchstgeschwindigkeit eingemessen habe. Die Reglerstellung für die Lok wurde dann notiert.
Seit diese Zeit fahre ich - wenn irgend möglich - mit dieser Geschwindigkeit als max. Geschwindigkeit einer Lok. Da mein Thema eine eingleisige Hauptbahn mit max. 80 km/h Hg ist, liegen lediglich meine Diesellloks und Triebwagen wesentlich über dieser Geschwindigkeit. Hier wird dann wieder die Reglereinstellunf (inzwischen Fahrstufe) zu Rate genommen. Da ich nach 1:1 Fahrplan fahre, habe ich auch meine fahrstrecke ausgemessen - netterweise passen die virtuellen Bahnhöfe gut zu den angegebenen Zwischenzeiten. Die sind mittels Buchfahrplan (Höchstgeschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt, Leistung des Triebfahrzeuges und Last) mit Excel entsprechend ermittelt. Das war mal eine nette Zwischendurchbeschäftigung, um die Funktionalitäten von Excel (z. Zt. von Windows 3.11!!!) kennenzulernen.

Ich muss sagen, dass ich diesen Schritt bis jetzt nicht bereut habe, selbst beim Teppichbahning fahre ich meist mit umgerechneter Vorbildgeschwindigkeit.
Gruß Klaus

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Gerhard Arnold
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#23

Beitrag von Gerhard Arnold » Fr 27. Mär 2015, 19:08

Hallo,
auch mich gilt:
DeMorpheus hat geschrieben:Hallo,

für mich ist die exakt im Maßstab umgerechnete Geschwindigkeit die vorbildgerechte, dann verläuft einfach die Zeit im gleichen Maß schneller wie die Streckenlängen verkürzt sind. Die Zeit kann dabei auch gerne flexibel sein, denn Bahnhöfe sind ja eher weniger verkürzt als nackte Strecke :D

Maßstäbliche Geschwindigkeit passt aber mE auch einfach besser zur umgebenden Landschaft, die ist ja schließlich in ihren Einzelheiten weitgehend maßstäblich ausgeführt.
Ich bemühe mich sehr um Vorbildnähe und drehe Videos von meinen Zügen und stelle dann erst beim Betrachten fest, wo die Geschwindigkeit noch verändert (meist verringert) und wo die Landschaft noch verfeinert werden sollte.
Als Beispiel einige Videos:
- Köf 4151 von Lenz im Einsatz auf Gerhards Modelleisenbahn
- BR 98 1041 mit vorbildlichem LokSound
- Meine kleine Weihnachtslok BR 89.70 von Trix im Nebenbahneinsatz
- Schwertransport auf Gerhards MoBa
Viele Grüße aus dem schönen Niederbayern
Gerhard

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Vorbildlicher Modellbahnbetrieb (69m²) in detailreicher Hügellandschaft, DCC, WDP-2018.1c, Tams MasterControl V2.0.1 (USB)
Videos von meiner Anlage
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Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#24

Beitrag von steve1964 » Di 31. Mär 2015, 20:35

-
Berechnungen schön und gut,
Man stelle sich an eine Bahnstrecke und sehe einem vorbeifahrenden Zug zu.
Versuche sodann diesen Rhythmus der Wagen im Modell wiederzugeben.
( Zählen hilft u.U. )
Dann Frage z.B:
Kann ich bei schnell fahrenden Zügen noch die Reisenden hinter den
Fensterscheiben erkennen ?
Wichtig ist, daß man im Modellversuch EINEN Punkt optisch fixiert !
Den am Bahndamm stehenden Train-Spotter imitierend,
beide Hände vor die Augen und nur einen schmalen Sichtschlitz lassen .
Wenn man sich nahe genug an der Modellbahnanlagenvorderkante plaziert,
dürfte das nicht all zu schwer sein, oder ?
Und daß es nur bei exakt 1:87 Schnellzugwagen einigermaßen zuverlässig ist,
dürfte auch klar sein.

Diese Geschwindigkeit dann beibehalten, auch wenn der Zug andere Anlagenperspektiven durchfährt .

Grüße
Steve
-
Ich baue , also bin ich .

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Frank 72
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Nenngröße: TT
Steuerung: Tams+TCGold
Gleise: Filigran/Tillig
Wohnort: Schwerin
Alter: 46

Re: Was ist die vorbildgerechte Geschwindigkeit auf der Anlage?

#25

Beitrag von Frank 72 » Mi 1. Apr 2015, 11:57

minimax13 hat geschrieben:Die Modelllokomotiven können auf Teststrecken oder mit den auf dem Markt befindlichen Tachowagen präzise auf ihre Vorbildgeschwindigkeit eingemessen werden. Empfohlen werden sogar tw. im Modell geringfügig höhere Geschwindigkeiten.
Eines vorweg: Ich reduziere die Originalgeschwindigkeit sogar noch um etwa ein Viertel. Eine zum Vorbild erhöhte Geschwindigkeit würde die Optik ja noch schlimmer machen. :lol:
Originale 40 km/h im Weichenbereich ergeben dann bei mir umgerechnet 30 km/h. Rangieren mit 20 statt 25 km/h. Mit einer PC-Steuerung lässt sich das recht einfach handhaben.

Aber letztendlich kommt's doch auch darauf an, was man baut. Dass z.B. ein ICE original 280 km/h fahren kann, heißt ja nicht, dass er das ständig tut (er fährt ja nicht nur auf Schnellfahrstrecken). Da wohl kaum jeder zu Hause eine Schnellfahrstrecke nachgebaut hat (auf 2x1m? :mrgreen: ), können die Züge dann schließlich auch ein entsprechendes Tempo fahren. Es sollte halt ein wenig zur jeweiligen Anlage passen.
Gruß Frank
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